Superinvestoren

Definieren wir "Superinvestoren" einfach als diejenigen der Investmentbranche, die durch ihren Erfolg,
ihre Lehren oder ihre Wertmaßstäbe besonders aus der grauen Masse aller Anleger hervorstechen.


Warren Buffett und Charlie Munger

Dann gilt Warren Buffett sicher als das Maß aller Dinge in der Branche der langfristig ausgerichteten Investoren.
Zusammen mit seinem Vize Charlie Munger führen beide die in den USA börsennotierte Aktiengesellschaft
Berkshire Hathaway. Diese in Deutschland wenig bekannte Beteiligungsgesellschaft ist aktuell (Januar 2008)
größer als eine Mc Donalds und auch größer als Coca Cola (gemessen an der Marktkapitalisierung, also
dem aktuellen Unternehmenswert, so wie ihn die Börse sieht). Da Buffett an seiner Berkshire Hathaway
selbst in erheblichem Umfang als Aktionär beteiligt ist, macht ihn dieser Anteil zum reichsten Mann der Welt
(laut Forbes Liste in 2008) und zum einzigen Investor, der allein durch langfristige Investitionen in Aktien
so unglaublich weit gekommen ist. Sein Vermögen wird aktuell (2008) mit rund 62 Milliarden US $ angegeben.

Doch wer ist Warren Buffett und wie ist ihm der Sprung an die Weltspitze der Kapitalisten gelungen?

Warren Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha (Nebraska;USA) geboren. Die Familie Buffett hatte ihre Wurzeln
im Handel und in der Politik. Warren Buffetts Vater war Aktienbroker und Kongreßabgeordneter. Mit elf Jahren kaufte
Buffett seine erste Aktie, nachdem er bereits mit 8 Jahren Bücher über die Börse von seinem Vater gelesen hatte.
Buffett war immer schon von Zahlen fasziniert. Nachdem er seine High School absolviert hatte, wechselte Buffett
an die Columbia Business School und traf dort auf Benjamin Graham, seinem Lehrer. Benjamin Graham gilt auch
heute noch als der Vater des Value Investings. Vor seiner Einschreibung an der Columbia Business School war
Buffett von Harvard zurückgewiesen worden. Ein großer Fehler, wie sich heraus stellen sollte. Die Abschlußprüfungen
von Buffett an der Columbia Business School zählten zu den besten, die jemals dort geschrieben wurden.
Graham, sein Lehrer, vergab Buffett die "Note" A+. Und A+ war die beste von Graham jemals vergebene Note.
Niemand sonst soll nach Buffett jemals wieder bei Graham ein A+ geschafft haben und Graham glaubte bereits
zu der Zeit, als er Buffett unterrichtete, dass dieser einmal die größte Finanzkapazität seiner Zeit werden sollte.
Und Graham behielt Recht!
Nach einigen Jahren der Arbeit bei verschiedenen Brokerfirmen (zuerst bei der Firma seines Vaters, später bei der
Firma Graham Newman, also der seines Mentors an der Columbia Business School) gründete Buffett im Alter von
25 Jahren die "Buffett Partnership".

Die "Buffett Partnership":

Die "Buffett Partnership" wurde 1956 gegründet und hatte Bestand bis 1969. Anfangs wurde die
"Buffett Partnership" in Form einer Kommanditgesellschaft gegründet, zumindest vergleichbar mit dem deutschen
Pendant einer Kommanditgesellschaft. Buffett konnte bei Gründung 7 "Kommanditisten" aus dem Kreis von Verwandten
und Bekannten für sein Vorhaben begeistern. Er selbst war anfangs nur mit einer kleinen Summe beteiligt,
hatte aber aufgrund der Konstruktion der "Buffett Partnership" alleiniges Entscheidungsrecht, da er als
"Komplementär" fungierte. Das Besondere an der "Buffett Partnership" war die Performance. Es gab nie ein
Jahr, in dem die Kommanditisten Geld verloren haben und der durchschnittliche Gewinn vor Steuern betrug in
dieser Zeit beachtliche 25 % bis 30 % (circa). Buffetts "Verdienst" bestand darin, dass er sich an den Gewinnen
(die über einen bestimmten Prozentsatz hinaus gingen) der Partnership mit 25 % beteiligt. Im Lauf der Zeit wurden
weitere "Kommanditgesellschaften" gegründet. 1969 machte sich Buffett über den Zustand des Aktienmarktes große
Sorgen und liquidierte kurzerhand seine Partnerhip(s), indem er den Kommanditisten Ihr Geld zurück zahlte. In
den Jahren von 1969 bis 1973 gab es in der Tat kaum etwas am Aktienmarkt zu verdienen.
Buffetts Timing der Auflösung seiner Partnership(s) war nahezu perfekt.

Berkshire Hathaway:

Berkshire Hathaway war bis in die 60´er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Unternehmen in der Textilbranche,
welches zu Glanzzeiten bis dato eine zweistellige Anzahl von Textilfabriken umfasste und ehemals nahezu
ein Viertel der Feinleinenproduktion von Amerika produzierte. Ebenfalls in den 60`er Jahren beteiligte sich
Buffett an diesem Unternehmen und erlangte schliesslich aufgrund der Kapitalbeteiligung
an Berkshire Hathaway die Kontrolle. Zu diesem Zeitpunkt war Berkshire Hathaway bereits ein unrentables
Geschäft, dessen Aktien jedoch deutlich unter Buchwert gekauft werden konnten. Das heisst, dass der Wert
des gesamten Unternehmens unter dem in der Bilanz auf der Passivseite ausgewiesenen Eigenkapitals
anzusiedeln war und Buffett erahnte, dass dies eine gute Investition sei. Geprägt von Grahams Gedankengut,
der Unternehmenswerte mit den ausgewiesenen Vermögenswerten eines Unternehmens vergleicht, konnte
Buffett nicht umhin, in der Gegenüberstellung von Unternehmenswert und Vermögenswerten eine Einstiegsgelegenheit
bei Berkshire Hathaway zu erkennen. Berkshire baute unter Buffetts Kontrolle neben dem Textilgeschäft
weitere Geschäftsfelder im Bereich Versicherung und Banken auf (neben anderen Unternehmensbeteiligungen).
Doch das Textilgeschäft verschlechterte sich weiter und schliesslich trennte sich Buffett Mitte der 80´er Jahre
komplett vom Textilgeschäft. In seiner Ausbildung von Graham geprägt, erkannte Buffett anhand des Beispiels
der Textilfabriken, dass Anlagegüter oder Vermögenswerte eines Unternehmens, die vorwiegend aus
Produktionsanlagen bestehen, grundsätzlich kaum einen Wert haben, wenn damit kein wettbewerbsfähiges
Geschäft betrieben werden kann, welches seine Kapitalkosten einfährt, also eine Mindestrendite abwirft. Dies
ist eine extrem wichtige Lektion, die Buffett damals schmerzlich lernen musste und die ihn fortan
veranlasst hat, sich nur an margenstarken Geschäften (oder solchen, von denen er annahm, dass sie
margenstark werden konnten) zu beteiligen.
Mit bekanntem Erfolg. Diese Strategie machte ihn schliesslich
zum reichsten Mann der Welt und zum erfolgreichsten Anleger aller Zeiten. Heute kann Berkshire Hathaway
(einzig der Name der ehemaligen Textilfabrik hat überlebt, nicht jedoch das ursprüngliche Geschäft) als eine
in viele Unternehmen verzweigte Investmentholding angesehen werden, Berkshire besitzt große Anteile an
bekannten börsennotierten Unternehmen (wie zum Beispiel Coca Cola oder Disney). Aufgrund der Größe
der Beteiligungen hat Berkshire (und damit Buffett) großen Einfluß auf die Geschäfte der Unternehmen, an
denen Berkshire beteiligt ist. Daneben gibt es zahlreiche Unternehmen, die vollständig im Besizt von
Berkshire Hathaway sind und die auf keinem Börsenzettel der Welt zu finden sind, wie zum Beispiel Geico,
eine Versicherungsgesellschaft für Hauseigentümer und Autofahrer oder See´s Candies, ein bekannter
Süßwarenhersteller in den USA. Berkshire Hathaway hat unter Buffetts Leitung nie einen Aktiensplitt
durchgeführt. Der Aktienkurs stieg von etwa 12 US $ im Jahr 1965 bis auf 128.515 US $ (Stand: April 2008).
Buffett mag keine Aktionäre, die nicht verstehen, dass es egal ist, welcher Preis für eine Aktie bezahlt wird,
wenn diese Aktie künstlich billiger gemacht wird. Lesen Sie dazu auch den Menuunterpunkt
"Marktkapitalisierung". Dennoch hat Buffett zusätzlich zu dieser A-Aktie eine B-Aktie herausgegeben,
die optisch leichter ist und 1/30 der A-Aktie kostet. Damit kann sich auch der durchschnittliche Kleinanleger
eher eine Berkshire Aktie kaufen, denn diese kostet aktuell (April 2008) "nur" rund 4286 US $.

Charles Munger:

Charlie (Charles) Munger ist heute (April 2008) der Vizevorstand von Berkshire Hathaway. Der studierte
Jurist erhielt 1948 sein Examen von der Harvard University mit magna cum laude. Zunächst arbeitete er
mehrere Jahre als Sozius in einer Kanzlei, bevor er sich schliesslich mit 2 weiteren Gründern in einer
eigenen Sozietät selbständig machte. Ebenfalls in Omaha geboren und aufgewachsen, beriet die Sozietät,
die Munger mitgegründet hat, auch Berkshire Hathaway. Buffett und Munger lernten sich 1959 über
gemeinsame Freunde kennen und schätzen. Buffett konnte Munger wohl von der Idee begeistern, dass
Kapitalanlage zu einem schnelleren Reichtum führen kann als die Juristerei. Und Munger war offen
für Buffetts Ideen. Es kam wie es kommen musste und so managte Munger von 1962 bis 1975 die
Investmentfirma Wheeler, Munger & Co. Ebenfalls mit respektablem Erfolg! Erst 1976 wurde Munger
bei Berkshire Hathaway eingestellt und seit 1978 fungiert er als Vorstandsvize.
Charlie Munger hat die Vorgehensweise von Buffett bei der Kapitalanlage entscheidend mitgeprägt.
Er (Munger) plädierte dafür, gute Unternehmen mit starken Margen zu kaufen, selbst wenn diese nicht
zum vermeintlichen "Schnäppchenpreis" zu haben seien, sondern eventuell auch ein Vielfaches des
Buchwerts eines Unternehmens kosten. Erst diese Veränderung in Buffetts Vorgehensweise bei der
Kapitalanlage (und damit letztlich bei der Vorgehensweise von Berkshire Hathaway) brachte schliesslich
den gigantischen Erfolg. Dahinter steht eine einfache Überlegung:
Es mag sein, dass ein Kapitalanleger für eine Firma mit hohen Margen und einem dementsprechend
hohen Preis eventuell im Moment des Unternehmenskaufs/Aktienkaufs zu viel bezahlt. Ein Unternehmen,
welches gegenüber der Konkurrenz stärkere Margen generieren kann, kann Konkurrenten attackieren
und ihnen Marktanteile wegnehmen. Ist der Markt für die Produkte des Unternehmens noch nicht gesättigt,
so gibt es weitere Wachstumsmöglichkeiten für das Unternehmen. Alle Erträge, die ein Unternehmen aus
seinem angestammten Geschäft erwirtschaftet, kann es neu und gewinnbringend reinvestieren. Jeder
Euro, der in das Geschäft reinvestiert wird, um weiteres Wachstum zu erzeugen, rentiert auch wieder
mit den gleichen Margen. Ein Unternehmen, welches so vorgeht, schafft sich seinen eigenen
Zinseszinseffekt. Frisches Geld kann relativ sicher in ein gut bekanntes und gut funktionierendes
Geschäftsmodell investiert werden, und renitert nach einer Anlaufzeit automatisch wieder zu den alt
bekannten hohen Margen bzw. hohen "Zinsen". Lesen Sie dazu bitte auch den Menupunkt "Sparen" durch.
Besitzt man ein Unternehmen weit unter Buchwert, so hat dies in der Regel auch einen Grund.
Oftmals ist dieses Unternehmen über einen längeren Zeitraum gesehen unfähig, genügend am Verkauf
seiner Produkte zu verdienen, um die "Kapitalkosten" zu erwirtschaften. Ein Unternehmen, welches dauerhaft
seine Kapitalkosten nicht erwirtschaften kann, verliert letztlich zwar kein Geld (vorausgesetzt, es werden keine
Verluste erwirtschaftet), jedoch Kaufkraft und wird damit durchschnittlich jedes Jahr schwächer.
Geschwächt wird das Unternehmen durch die Tatsache, dass in der Regel zur Produktion seiner
Produkte Gebrauchsgüter (Anlagen, Maschinen) und Vorprodukte notwendig sind, und diese in der Regel
teurer werden (Inflation). Wenn Vorprodukte, Maschinen und Anlagen im Preis stärker steigen als
"Endproduktpreise" des Unternehmens, so verengt sich die ohnehin schwache Marge immer mehr.
Wird diese Überlegung konsequent zu Ende gedacht, so ist das Unternehmen schliesslich eines Tages
unfähig, allein sein vorhandenes Geschäft Aufrecht zu erhalten und spätestens dann wird frisches Geld
benötigt. Wird dieses von Banken oder Anteilseignern nicht gewährt, so ist die Insolvenz möglich. Wird
frisches Geld gewährt, zum Beispiel über die Ausgabe neuer Aktien, so kann das Unternehmen zwar fort
bestehen, wird dem Aktionär über lange Zeiträume jedoch keine Gewinne bescheren oder nur Gewinne
unterhalb der Inflationsrate. Jedoch kann auch mit dem Kauf von margenschwachen Unternehmen Geld
verdient werden, nämlich dann, wenn billig gekauft wird und nach kurzer Haltedauer wieder mit Gewinn
verkauft werden kann. Als Langfristanlage eignet sich ein solches Unternehmen ausdrücklich nicht, es sei
denn, dem Unternehmen gelingt es, die Margen zu erhöhen (anderes Geschäftsmodell, geringere
Produktionskosten etc.). Diesen Effekt beschreibt Buffett als "Zigarrenstummeleffekt". Findet sich ein
"Zigarrenstummel" (Unternehmen mit schwachen Margen unter Buchwert) am Aktienmarkt, so hat der
Anleger durchaus noch die Möglichkeit eines guten Zuges, vorausgesetzt, er findet ein "Feuerzeug". Will
der Anleger jedoch ein Unternehmen über lange Strecken als Investor begleiten, so ist es besser, es wird
nach einer ganzen Zigarre gesucht (Unternehmen mit hohen Margen und Wachstumsmöglichkeiten), als
nach Unternehmen, welche unter Buchwert notieren, weil die Margen zu schwach sind.

"Zigarrenstummel-Effekt"

 

Benjamin Graham

Benjamin Graham (* 9. Mai 1894 - † 21.September 1976) wurde 1894 als Sohn eines Porzellanhändlers in
London geboren. Geboren mit dem Namen Grossbaum, änderten die Eltern von Graham ihren Namen in
den USA in Graham, weil deutschsprachige Namen während des ersten Weltkrieges in den USA verpönt
waren. Benjamin Graham war jüdischer Abstammung. Nach dem frühen Tod des Vaters verlor die Mutter
in Spekulationen nahezu das gesamte Familienvermögen. So durchlebte Graham zusammen mit seiner
Mutter eine Zeit des Mangels, aus der sich Graham durch den Abschluß eines Studiums als sehr guter
Student und Absolvent der Columbia University befreien konnte. Nach Abschluss des Studiums zog es
Graham zunächst an die Wall Street. Er arbeitete dort für eine Maklerfirma, bevor er sich 1926 mit der
"Graham Newman Partnership", einer Vermögensverwaltung, verselbständigte. Somit wurde er
(zwangsläufig) durch den gewaltigen Börsencrash des Jahres 1929 erneut in Mitleidenschaft gezogen.
Etwa 1928 nahm Graham parallel zu seiner "Graham Newman Partnership" seine Lehrtätigkeit an der
Columbia University auf und unterrichtete dort Schüler wie William J. Ruane, Irving Kahn, Charles Brandes,
und nicht zuletzt auch Warren Buffett, den erfolgreichsten Investor aller Zeiten.
Benjamin Graham gilt als der Pionier der auf fundamentale Sichtweise ausgerichtete Bewertung von Aktien
und anderen Wertpapieren und stellte die fundamentale Bewertung von Aktien zusammen mit David Dodd
in seinem Buch "Security Analysis" auf nachvollziehbare "Füße". Auch in einem weiteren Buch
"The Intelligent Investor" versucht Graham, einer breiten Masse an Investoren nachvollziehbare
Bewertungsmaßstäbe an die Hand zu geben, die bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren haben. Aus Grahams
Arbeit entwickelte sich das so genannte "Value Investing", welches darauf ausgerichtet ist, dem Investor eine
möglichst hohe Sicherheitsmarge zwischen aktuellem Wert und aktuellem Preis eines Unternehmens
einzuräumen. Der Investor sollte sich bewusst werden, dass jedes Unternehmen einen im Moment der
Betrachtung "fairen Wert" besitzt. Neben dem "fairen Wert" besitzt jedes Unternehmen auch einen
aktuellen Preis. Wenn man so will, ein tägliches Angebot des Aktienmarkts an potentielle Investoren.
Erst wenn zwischen einem Unternehmen aufgrund des aktuellen Aktienkurses und der sich daraus ergebenden
Marktkapitalisierung und seinem "fairen Wert" eine deutliche Differenz besteht, sollte der Investor Aktien kaufen.
(Selbstverständlich erst nach eingehender und kritischer Prüfung der Bilanzen des Unternehmens!)
Anders als Warren Buffett und Charlie Munger heute, war Graham ein Mann der Bilanzen. So definierte er
werthaltiges Investieren vor allem über Bilanzpositionen und den Vergleich zwischen dem Eigenkapital
eines Unternehmens und seiner Marktkapitalisierung. Graham erkannte vor allem dann einen Value in einem
Investment, wenn die Marktkapitalisierung eines Unternehmens deutlich unter seinem Eigenkapital (Buchwert)
ermittelt werden kann. Außerdem achtete Graham auf eine möglichst geringe Verschuldungssituation
des Unternehmens, um Risiken für einen potentiellen Investor zu minimieren.
Unternehmen mit einem hohen Anteil an Eigenkapital an der Bilanzsumme (hohe Eigenkapitalquote),
stehen bei Graham im Mittelpunkt. Dieser Ansatz ist vernünftig und sinnvoll, auch heute noch. Anders als
Warren Buffett und Charlie Munger, die den Graham´schen Ansatz weiterentwickelt haben, erkannte Graham
jedoch eventuell nicht in ausreichendem Maße den Wert eines excellenten Unternehmens, welches dauerhaft
mit hohen Margen arbeiten kann und idealerweise noch Wachstumsmöglichkeiten besitzt. Die Beteiligung an
einem Unternehmen mit hohen Margen und weiteren Wachstumsmöglichkeiten, einer guten Bilanz und einem
fairen Preis ist vielleicht der Königsweg für jeden langfristig orientierten Investor, denn Buffett und Munger
zeigen deutlich, wie kraftvoll dieser Weg des Investierens sein kann.


André Kostolany

Der gebürtige Ungar (Jahrgang 1906) ist den meisten Deutschen, die sich irgendwann mal mit dem Thema
Aktien beschäftigt haben, ein Begriff. Dabei hat Kostolany weniger als großartiger Investor geglänzt (er selbst
hat einmal von sich behauptet, dass er an der Börse in 51 % der Fälle Recht gehabt hat und in 49 % der Fälle
Unrecht). Statt dessen ist André Kostolonay als Spekulant, Börsianer, Buchautor und vor allem großartiger
Geschichten- und Anekdotenerzähler bekannt geworden. Auch über seinen Tod im Jahre 1999 hinaus, wird
Kostolany immer gerne zitiert, wenn es sich um Themen handelt, die mit der Börse zu tun haben. Er selbst
hatte von Geburt an einen guten Start in finanzieller Hinsicht, da er in eine wohlhabende jüdischen Familie
hinein geboren wurde.
Schon als kleiner Junge lernte er unter anderem über seinen Bruder Emmerich die Spekulation kennen.
Und er lernte durch die Pleite seines Bruders auch die Gefahren und Eigenheiten der Börse kennen. Emmerich
manövrierte sich 1914 durch eine Fehlspekulation mit Raffia (einer Hanffaser) in die Pleite und wurde
durch die Familie gerettet, die seine Schulden beglich. Kostolany selbst studierte Philosophie und
Kunstgeschichte und ging danach auf Drängen seiner Familie Mitte der 20´er Jahre in die Lehre bei einem
französichen Börsenmakler. Seit dem liess ihn die Börse nie wieder los und dem Leser, der mehr über
die Börse erfahren möchte, sollen seine zahlreichen Bücher über die Börse ans Herz gelegt werden,
in denen er das Börsengeschehen in witzige und spannende Geschichten einbettet und damit auf angenehme
Art und Weise Börsenwissen vermittelt.


Peter Lynch

Peter Lynch gehört(e) zu Amerikas bekanntesten Fondsmanagern. 13 Jahre stand er an der Spitze des
Magellan Fonds von Fidelity. Unter seinem Management wuchs der Magellan Fonds von einem kleineren
Fonds zu einem großen Fonds heran, der mit erstaunlichen durchschnittlichen Zugewinnen von mehr als
25 % pro Jahr auf sich Aufmerksam machte. Peter Lynch gehörte damit zu Amerikas erfolgreichsten
Fondsmanagern. Als Bestseller-Autor verschiedener Bücher wie "Der Börse einen Schritt voraus",
"Aktien für Alle" und "Der Weg zum Börsenerfolg" beschreibt Peter Lynch auch für den Kleinanleger, wie
dieser seine Chancen in der Wertpapieranlage verbessern kann. Er gewährt dabei Einblicke in seine Arbeit
bei Magellan, seine Denk- und Vorgehensweise bei der Auswahl von Aktien. Peter Lynch zog sich, auf dem
Höhepunkt seiner Karriere, im Alter von 46 Jahren, vom Aktienmarkt zurück.          
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