Dividendenlose (Aktien)

 

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Unternehmen keine Dividende an seine
Aktionäre ausschüttet.

Die ersten beiden Listenpunkte (Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr und Stärkung des Eigenkapitals)
sollen hier nicht im Fokus der weiteren Überlegungen stehen, da es sich meist um temporäre
Effekte handelt, die eine erneute Dividendenzahlung nach sich ziehen, wenn das Unternehmen
wieder Gewinne erwirtschaftet oder sein Eigenkapital über den Dividendenverzicht ausreichend
gestärkt hat. Wer schon vor dem Kauf einer Aktie auf eine gute Eigenkapitalquote in der Bilanz
achtet, reduziert übrigens das Risiko eines Dividendenausfalls zur Stärkung der Bilanzqualität.
Dies aber nur am Rande.
Start-Up Unternehmen, die meist aufgrund hoher Ausgaben für Forschung und Entwicklung rote
Zahlen schreiben, sind ohnehin eher risikoreiche Investments, die zunächst eher Geld verbrennen.
Aktionäre, die sich an derart risikoreichen Investments beteiligen, schielen vor allem auf einen
Turnaround der Ergebnissituation und damit bedingt meist eine deutliche Aufwertung Ihres
Aktienpakets und weniger auf die Auszahlung einer Dividende, die aber meist auch einsetzt, wenn
das Start-Up Unternehmen nachhaltige Gewinne erwirtschaftet.

Von Interesse sind auf dieser Untersite vor allem diejenigen Unternehmen, deren Geschäftspolitik
auf Reinvestition der Gewinne ausgerichtet sind. Sinnvoll ist die Reinvestition der Unternehmensgewinne
vor allem dann, wenn das Unternehmen mit Überrenditen arbeiten, und weiter wachsen kann. Diese
Unternehmen sind dann, falls der Preis der Aktien noch einigermassen fair erscheint, der Traum eines
Langfristinvestors. Während nämlich eine Dividende versteuert beim Anleger landet und in normalen
Zinsphasen zu 2, 3, 4 oder noch ein wenig mehr Prozent privat angelegt werden können, kann die im
Unternehmen verbleibende Dividende vielleicht mit 15 , 20 oder gar 25 Prozent arbeiten. Daraus
entwickelt sich im Lauf der Jahre ein enormer Zinseszinseffekt, der viele Anleger in solchen Unternehmen
reich machen kann.

Kann das Unternehmen jedoch keine guten Renditen in seinem operativen Geschäft erwirtschaften,
ist es vielleicht das Beste, nicht wesentlich weiter zu wachsen und die erwirtschafteten Gewinne zum Teil
als Dividende an die Aktionäre auszuschütten.