Der Börsengang

rauf aufs "Parkett"!!!

 

Allen Börsengängen (auch Initial Public Offering oder kurz IPO genannt) ist wohl gemeinsam, dass
sich die Besitzverhältnisse am Unternehmen nach dem Börsengang verändert haben werden.
Waren vor dem Börsengang vielleicht die Gründer und/oder eine geringe Anzahl von Finanzinvestoren
am Unternehmen beteiligt, so öffnet sich das Unternehmen nach seinem Börsengang einer größeren
und breiteren Anzahl an Besitzern (Aktionären).
Unterschiedlich sind aber oftmals die Zielsetzungen, die mit einem Börsengang verbunden sind.
Verschiedene Konstrukte von Börsengängen (IPO´s) werden nachfolgend erläutert:

1) Altaktionäre an neue Aktionäre ohne Kapitalerhöhung (KE)
Wenn Unternehmensgründer und Risikokapitalgeber einen Börsengang (IPO) anschieben, der rein
darauf ausgerichtet ist, Aktien zu tauschen, also Aktien vom Gründerkreis/Risikokapitalgeberkreis ans
breite Publikum weiter zu geben, liegt der Verdacht nahe, dass die Gründer und Risikokapitalgeber
"Kasse machen" wollen. Vermutlich ist der angebotene Preis der Aktien viel zu hoch, denn sonst
würden die Altaktionäre keine Unternehmensanteile aus der Hand geben.
Der Anleger sollte sich immer darüber bewusst sein, dass die Altaktionäre "Ihr" Unternehmen fast
genau so gut kennen wie ihre eigene Westentasche. Steigt der Aktienkurs aus so einem Börsengang
entgegen den Erwartungen (der Altaktionäre) doch nachhaltig und deutlich an, handelt es sich
vielleicht um eine Art "Unfall". Also eine völlige Fehleinschätzung der Altaktionäre, was die Entwicklung
des Marktes anbelangt, in dem das Unternehmen tätig ist. Möglicherweise ein Boom in diesem
Geschäftsfeld, der so von den Altaktionären nicht gesehen wurde. Denn auch Altaktionäre kennen
zwar ihr eigenes Unternehmen, doch Hellseher sind es freilich nicht.
Noch ein paar Worte zu den Veränderungen, die sich im Unternehmen aus dem Börsengang ergeben.
Neben den Kosten für den Börsengang, den das Unternehmen selbst zu schultern hat und einer
vielleicht erhöhten Aufmerksamkeit, die das Unternehmen durch den Börsengang erzeugt,
hat das Unternehmen aus Sicht von Zahlungsströmen rein gar nichts von dieser Art von Börsengang.
Dem Unternehmen fliessen bei dieser Variante keine neuen finanziellen Mittel zu.

2) Altaktionäre behalten alle Aktien. Neue Aktien, die dem Publikum angeboten werden,
dd
stammen aus einer Kapitalerhöhung (KE)
Diese Variante eines Börsengangs stellt allein von den Rahmenbedingungen meiner Meinung nach
die beste Möglichkeit für das breite Publikum dar, sich an potentiellen Kurssteigerungen der Aktie
des frisch an die Börse gelangten Unternehmens zu erfreuen.