Lexikonpunkt N

 


* Nachlass:

Als Nachlass bezeichnet man den weltlichen Besitz eines Verstorbenen. Ein anderer Begriff für Nachlass
ist Erbe. Der Nachlass setzt sich zusammen aus Guthaben und Schulden. Übersteigen die Schulden das
Guthaben, so hat der Erbe das Recht, sein Erbe abzulehnen. Dafür sind bestimmte Fristen dringend einzuhalten,
in denen das Erbe entweder angenommen oder abgelehnt werden kann.


* Namensaktien:

Namensaktien stellen eine Sonderform von Aktien dar. Hat eine Aktiengesellschaft Namensaktien
ausgegeben, ist ihr der Name des Aktionärs, seine Stückzahl, die Adresse und das Geburtsdatum
des Aktionärs bekannt. All diese Informationen werden in das Aktienbuch der Aktiengesellschaft
eingetragen.

Sie möchten mehr erfahren zum Thema Namensaktien beziehungsweise unterschiedliche Arten von
Aktien? Dann besuchen Sie auch den Menupunkt "Aktien".


* Naturaldividende:

Während bei deutschen Unternehmen gilt, dass einen Werktag nach der regulären Hauptversammlung
eine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wird (Voraussetzung: Es gibt eine Dividende!), gilt die
so genannte "Naturaldividende" als eine weitere "Zuwendung" des Unternehmens an seine Aktionäre
auf der Hauptversammlung (HV). So können dem Aktionär kleine Präsente überreicht werden.
Oder er erhält Fahrkarten für Bus und Bahn, die er kostenlos nutzen kann. Zumindest die Verpflegung
(Essen und Trinken) während der HV ist kostenlos.


* NAV:

Der Begriff "NAV" kommt aus dem englischen Sprachgebrauch und bedeutet Net Asset Value. Das
NAV hat, übersetzt ins Deutsche, die gleiche Bedeutung wie der Buchwert (siehe dort). Der Begriff
NAV wird aber auch hier in Deutschland so häufig gebraucht, dass er in der Sprache der
Volkswirte, Betriebswirte und Börsianer quasi "eingedeutscht"ist.


* NE-Metalle:

NE-Metalle sind Nichteisen-Metalle. Also alle Metalle (ausser den Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin
und Palladium), die auch an den Rohstoffbörsen gehandelt werden, wie zum Beispiel Aluminium, Blei,
Kupfer, Nickel, Zinn, Zink. Zu den NE-Metallen gehören aber nicht nur die vorgenannten reinen Metalle,
sondern auch Legierungen, in denen Eisen nicht die Hauptkomponente stellt. Da wäre zum Beispiel
Bronze zu nennen, eine Legierung aus Kupfer und Zinn.


* Nebenjob:

Anders als eine Vollzeitbeschäftigung lässt sich mit einem klassischen Nebenjob der Lebensunterhalt
nicht bestreiten. Auch nimmt der Nebenjob nur einen geringen Teil der Zeit einer normalen Vollzeitstelle
ein. So üben einen Nebenjob oftmals Personen aus wie Schüler, Studenten oder Rentner, die sich etwas
Geld nebenher verdienen möchten.


* Nebenwert(e):

Als Nebenwerte werden Aktien bezeichnet, die nicht in den großen Indizes wie DAX oder MDAX gelistet
sind. Zudem sind es meist Unternehmen mit einer geringen Größe und Unternehmen, die vielen
Hobbybörsianern eher unbekannt sind. Es handelt sich bei Nebenwerten eher um Unternehmen, die
meist auf ein Geschäftsfeld spezialisiert sind und nur dieses Geschäftsfeld betreiben.


* Negativzins(en):

Wir Europäer unserer Zeit sind gewohnt, für unser auf Banken angelegtes Geld Zinsen zu erhalten. Mal mehr,
mal weniger, je nach Zinssatz und Laufzeit. Doch es gibt auch eine andere Möglichkeit. In den USA wird derzeit
(Jahr 2010) heiss diskutiert, ob die Einführung von Negativzinsen ratsam ist, um die Konjunktur anzukurbeln.
Negativzinsen bedeuten nämlich, dass der "Sparer" für das Deponieren von Geld pro Jahr Negativzinsen bezahlen
muss. Der Effekt ist einfach. Viele Sparer werden sich überlegen, Ihr Geld von der Bank abzuheben und es statt dessen
für den Konsum auszugeben. Der beabsichtigte Effekt.


* Nettofinanzschulden:

Die Nettofinanzschulden sind unter dem Begriff Nettoverschuldung näher erläutert (siehe dort).


* Nettogewinn:

Der Nettogewinn und der Jahresüberschuss sind identisch. Sehr viel häufiger als der Begriff Nettogewinn wird
allerdings der Begriff Jahresüberschuss benutzt.


* Nettoverschuldung:

Die Nettoverschuldung eines Unternehmens definiert sich aus der Summe der Finanzschulden
(kurzfristige Finanzschulden und langfristige Finanzschulden) abzüglich der Summe der Zahlungsmittel
(Kassenbestand, Guthaben auf Banken und Wertpapiere plus finanzielle Vermögenswerte).


* Neuemmission:

In aller Regel bezeichnet der Börsianer den Gang eines Unternehmens (AG) an die Börse als Neuemmisson.


* Neuer Markt:

Wer die Börse schon etwas länger verfolgt, dem dürfte der Begriff "Neuer Markt" geläufig sein. Der neue Markt
war ein deutsches Börsensegment zwischen 1997 und 2003, dass anfänglich viele über Nacht zu Millionären gemacht hat,
und später Millionäre über Nacht zu armen Leuten wandelte. Es galt als das Börsensegment aus High Tech Werten,
aus Unternehmen mit Zukunftstechnologien, aus Unternehmen mit enormen Wachstumsraten etc.


* New Economy:

Der Begriff der New Economy bezeichnet Unternehmen, die hauptsächlich virtuelle Produkte "herstellen".
Diese Unternehmen stellen die Information und die Möglichkeiten des Informationsfluss in den
Vordergrund. Dabei spielt das Internet und seine Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Ganz im Gegensatz
zu Unternehmen der Old Economy, die nach wie vor reale Produkte herstellen wie Cremes, Autos,
Motoren, Kleindung, Möbel, Eisenbahnen, Nahrungsmittel etc.


* Newsflow:

Der angloamerikanische Begriff, der inzwischen auch im deutschen Wirtschaftssprachgebrauch Einzug gehalten
hat, bezeichnet den "Informationsfluss" oder den "Neuigkeitsfluss" aus Unternehmen heraus.
Kurz: Ein Unternehmen (Aktiengesellschaft) informiert die Öffentlichkeit über unternehmensspezifische
Neuigkeiten.


* Nexit:

Nach Brexit und Grexit steht jetzt (April 2016) auch ein potentieller Nexit, also ein Exit der Niederlande aus der EU,
auf der Agenda.


* Niederschrift:

Auf einer Hauptversammlung (einer börsennotierten AG) muss eine Niederschrift der Ereignisse und
Beschlüssen erfolgen. Diese Niederschrift wird notariell begleitet und aufgenommen.
Allgemein bedeutet eine Niederschrift, dass Vorfälle und Beschlüssen zeitlich, thematisch und schriftlich
protokolliert werden.


* Niedriglohn:

Wer in Deutschland einen Niedriglohn bei voller Arbeitszeit erhält und keine weiteren Bezüge generieren kann
(zum Beispiel durch Kapitaleinkünfte), dürfte große Schwierigkeiten haben, die Kosten des Alltages alleine
vom Lohn zu decken. Oftmals liegt der Niedriglohn unterhalb des Existenzminimums.


* Nießbrauch:

Durch die Etablierung eines Nießbrauchrechts wird formal ein Eigentum (zum Beispiel Haus oder Wohnung)
aufgespalten in Eigentümer und Nutznießer. Der Nutznießer (Nießbrauchnehmer) hat dann das Recht, das
Eigentum zu nutzen. Der Eigentümer kann rechtlich weiter über das Eigentum verfügen, muss allerdings den
Nießbrauch berücksichtigen und respektieren. Üblich ist Nießbrauch oftmals dann, wenn Wohneigentum zu
Lebzeiten an Erben übertragen wird, dem Schenkenden jedoch über den Nießbrauch ein lebenslanges Wohnrecht
eingeräumt wird.


* Nikkei 225:

Der Nikkei 225 Index ist der wichtigste Börsenindex Japans und auch weltweit (vor allem in Asien) ein
wichtiges und vielbeachtetes Börsenbarometer. Der Nikkei 225 besteht aus den 225 größten/wichtigsten
börsennotierten Unternehmen von Japan. Er ist vergleichbar mit dem DAX oder dem Dow Jones.


* Nifty Fifty:

Die Nifty Fifty waren in den 60´er und 70´er Jahren des vorigen Jahrhunderts die 50 größten Aktien in den USA.
Sie galten als "hip" und waren dementsprechend teuer und begehrt. Der hohe Preis an der Börse wurde mit
großartigen Wachstumsmöglichkeiten und bester Eignung für ein Langfristinvestment begründet.


* Nihon:

Nihon ist, ähnlich wie auch Nippon, eine andere Bezeichnung für das Land Japan.


* Nippon:

Nippon ist, ähnlich wie auch Nihon, eine andere Bezeichnung für das Land Japan.


* Nominalzins:

Der Begriff Nominalzins findet sich im Zusammenhang mit Krediten. Der vom Kreditnehmer an die Bank zu
zahlende "nackte" Zins, ohne eventuelle Spesen und Gebühren der Bank, wird Nominalzins genannt. Wenn
Spesen und Gebühren bereits in den jährlich zu zahlenden Kreditzins eingeflossen sind, sprich man vom
Effektivzins.

Sie möchten mehr erfahren zum Thema Nominalzins? Dann besuchen Sie auch den Menupunkt "Kredit"


* NOPAT:

Die Abkürzung NOPAT steht für Net Operating Profit After Taxes.


* NOPLAT:

Die Abkürzung NOPLAT steht für Net Operating Profits Less Adjusted Taxes.


* Norges Bank:

Die Zentralbank des Staates Norwegen, die analoge Aufgaben wie die EZB oder die FED übernimmt, wird
Norges Bank genannt.


* Notaranderkonto:

Wie der Name bereits teilweise andeutet, wird ein Notaranderkonto von einem Notar treuhänderisch
verwaltet. Das Notaranderkonto entspricht quasi einem Girokonto bei einer Bank, welches von einem
Notar meist zeitbegrenzt verwaltet wird. In der Praxis tritt ein Notaranderkonto oftmals im Zusammenhang
mit einem Immobiliengeschäft auf.


* Noten:

Wird im Bereich der Wirtschaft (Geldwirtschaft) von Noten gesprochen, sind keine Musiknoten gemeint.
Vielmehr meint der Betriebswirt damit Banknoten. Banknoten sind gesetzliche Zahlungsmittel in Papierform.
Jedes Land beziehungsweise jeder Währungsraum kann seine eigenen Banknoten ausgeben.


* Notenbank(en):

Jedes Land (und jeder Währungsraum) besitzt eine zentrale Bank mit Sonderaufgaben und
Sonderfunktionen. Diese Zentralbanken heissen auch Notenbanken. Die EZB (Europäische
Zentralbank) ist beispielsweise die Notenbank der EU. Die FED ist die Notenbank der USA. Notenbanken
können über Zinserhöhungen, Zinssenkungen, Ausgabe von neuem Geld und weiteren Instrumenten
steuernd auf den Geldmarkt einwirken. Unter anderem wachen Notenbanken darüber, dass es keine
große Inflation gibt, keine ausgeprägte Deflation und keine exorbitanten Bewegungen am Devisenmarkt.


* Notgroschen:

Der Volksmund bezeichnet einen Notgroschen als die letzte Reserve, an die ein Mensch in Notzeiten gehen
muss. Das kann das letzte Bargeld sein, der letzte Schmuck, der letzte Rest in Edelmetallen oder auch ein
Grundstück/eine Immobilie, die man nie verkaufen wollte.


* Nugget:

Als Nugget wird eine australische Goldmünze bezeichnet, die auch alternativ Känguruh genannt wird.


* Nullenergiehaus:

Als Nullenergiehaus werden Häuser bezeichnet, die im Durchschnitt eines Jahres ohne zusätzliche Energielieferung
von "außen" auskommen.


* Numismatik:

Die Numismatik stellt die Münze in den Vordergrund des Interesses. Münzkunde und das Sammeln von
Münzen aller Art, sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit, wird unter dem Oberbegriff
Numismatik zusammengefasst.


* Nummernkonto:

In einigen Ländern (zum Beispiel in der Schweiz) sind Nummernkonten bekannt. Diese lauten nicht auf
eine Person oder eine Firma, sondern sind mit einer Nummer oder einem Kennwort versehen, meist um
den Vermögenswert einer Person oder Firma nur sehr wenigen Personen bekannt zu machen. Oftmals
werden oder wurden Nummernkonten in der Vergangenheit angelegt, um dem deutschen Fiskus
Schwarzgeld und die Erträge aus diesem vorzuenthalten. Dies ist eine Strafhandlung. Die Anlage eines
Nummernkontos hingegen, stellt zunächst keine Straftat dar, wenn gleichzeitig die Steuerbehörden von
diesem Nummernkonto in Kenntnis gesetzt werden.


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