Lexikonpunkt L

 


* Laden:

Das Wort Laden trägt mehrere Bedeutungen. Zum Einen ist dies das klassische Geschäft mit Waren
und/oder Dienstleistungen, die oftmals im Schaufenster präsentiert werden, um neben Stammkundschaft
auch Laufkundschaft anzulocken.
Zum Anderen gilt ein Laden umgangssprachlich auch für einzelne Unternehmen, die dann abwertend als
"Laden" bezeichnet werden. Der ein oder andere Bürger kennt sicher den Begriff "Saftladen".


* Ladenhüter:

Als Ladenhüter werden allgemein Produkte/Waren bezeichnet, die nur auf ein maximal geringes
Interesse potentieller Käufer treffen. Ladenhüter müssen meist nach einiger Zeit deutlich unter Preis
verkauft werden, falls ein Verkauf von Ladenhüterprodukten überhaupt noch möglich ist.


* Länderfinanzausgleich:

Der in Deutschland gesetzlich vorherrschende Länderfinanzausgleich sieht vor, dass es zwischen den
einzelnen Bundesländern eine Solidarität gibt, damit jedes Bundesland seine staatlichen und kommunalen
Aufgaben, weitgehend erfüllen kann. So zahlen im Rahmen des Länderfinanzausgleichs Staaten mit
Überschüssen (aktuell zum Beispiel Baden-Württemberg, Bayern und Hessen) an Staaten, die strukturell
bedingt finanzielle Defizite aufweisen.


* Länderfond(s):

Genau wie sich Branchenfonds vornehmlich bei der Anlage der zur Verfügung gestellten Gelder primär
auf bestimmte Branchen konzentrieren, so konzentrieren sich Länderfonds bei ihren
Anlageentscheidungen auf ein bestimmtes Land. Ein Länderfond ist insofern ein spezieller Aktienfond.


* LAKRA:

Die Abkürzung LAKRA steht für die Landeskreditanstalt. In Baden Württemberg ist eine LAKRA-Förderung
beziehnungsweise ein LAKRA-Darlehen gleichbedeutend mit einem KfW Förderprogramm in anderen
Bundesländern. Der private Hauskäufer/Bauherr kann über dieses staatlich geförderte Programm billigere Kredite
aufnehmen, um seinen Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen.


* Large Caps:

Als Large Caps bezeichnet der Börsianer die großen und von der Marktkapitalisierung her gesehen wichtigsten
Unternehmen/Aktien eines Landes. In Deutschland bietet zum Beispiel der DAX zahlreiche Large Caps.
Das Gegenteil von Large Caps sind Small Caps.


* Lastschrift:

Der Begriff Lastschrift begegnet dem normalen Bürger zumeist im Zusammenhang mit Abbuchungen
auf oder von seinem Girokonto. In der Buchhaltung werden Konten in Soll und Haben geteilt. Jede
Belastung auf dem Girokonto wird aus der Sicht des Inhabers des Girokontos auf der Soll Seite gebucht.
Und genau dieser Vorgang der Abbuchung auf der Soll Seite des (Giro-)Kontos wird als Lastschrift
bezeichnet.


* Lastschriftrückgabe:

Eine Lastschrift, die vom Konto eines Bankkunden abgebucht wird, kann innerhalb eines Zeitraums
von 8 Wochen zurück gegeben werden. Man spricht in diesem Fall von einer Lastschriftrückgabe.
Nach der Lastschriftrückgabe wird der gebuchte Betrag unmiitelbar wieder von der Bank zurück gebucht.


* Lats:

Die Währung Lettlands wird Lats (Lettischer Lats) genannt.


* Laufkundschaft:

Im Gegensatz zur Stammkundschaft handelt es sich bei der Laufkundschaft vor einzelnen Geschäften (Ladenlokalen)
um Gelegenheitskäufer. Natürlich können Laufkunden auch zu Stammkunden werden.


* Lebenshaltungskosten:

Ein Haushalt muss monatlich bestimmte, wiederkehrende Ausgaben tätigen. Zum Beispiel für Strom, Miete,
Wasser oder Lebensmittel, um nur einige zu nennen. Die Summe aller entstehenden Kosten, bezogen auf einen
Haushalt, werden auch Lebenshaltungskosten genannt, da sie im eigentlichen Sinne des Wortes das gewohnte
Leben aus finanzieller Sicht erhalten helfen.


* Leerverkauf:

Als Leerverkauf bezeichnet der Börsianer einen Verkauf von Wertpapieren, ohne dass der Leerverkäufer
diese Wertpapiere (z.B. Aktien) überhaupt besitzt. Leerverkäufe können bei weitem nicht bei jeder deutschen
Bank durchgeführt werden und dies ist aus meiner Sicht auch sinnvoll. Während der potentielle Anleger
einer Aktie maximal 100 % seines Kapitaleinsatzes verlieren kann, ist der maximale Verlust bei einem
Leerverkauf theoretisch unbegrenzt. Nach einem Leerverkauf von Aktien besteht für den Leerverkäufer
nämlich die Pflicht, diese Aktien wieder zurück zu kaufen. Ist der Kaufpreis der Aktien dann niedriger, geht die
Spekulation auf, da der Anleger beim Kauf weniger bezahlt als beim Verkauf. Steigt der Aktienkurs aber
sehr stark an, muss der Leerverkäufer JEDEN Preis bezahlen. Weil eine Aktie theoretisch unbegrenzt
steigen kann, ist auch der maximale Verlust theoretisch unbegrenzt. Deshalb sollten Leerverkäufe nur
sehr erfahrenen Börsianern vorbehalten sein oder eben Profis (wie zum Beispiel Hedge Fonds Managern).


* Lehrling:

Meines Wissens ist ein Lehrling ein Auszubildender, der in einem Meisterbetrieb ausgebildet wird. Die
Verknüpfung mit einem Meisterbetrieb ordnet den Lehrling vorwiegend den handwerklichen Berufen zu.
Ansonsten, also ausserhalb der Handwerksbetriebe, heissen "Lehrlinge" meiner Meinung nach
schlicht "Auszubildende".


* Leibrente:

Die Lebrente ist die klassische Rente, also die Rente, die der durchschnittliche Bürger unter dem Begriff
Rente versteht. Sie wird in der Regel ab einem bestimmten Alter oder einer bestimmten Vereinbarung
(zum Beispiel vorgezogener Ruhestand, Frühverrentung) lebenslang ausbezahlt.


* Leiharbeiter:

Ein Leiharbeiter ist ein Angestellter eines Unternehmens, der einem anderen Unternehmen für eine bestimmte
Zeit als Arbeitskraft überlassen wird. Das Unternehmen, welches die Arbeitskraft des Leiharbeiters benötigt, hat den
Vorteil, dass der Leiharbeiter keinen Angestelltenstatus hat. Sozialleistungen/Sozialabgaben entfallen somit für
das Unternehmen, welches die Arbeitskraft des Leiharbeiters nutzt, nicht aber für das Unternehmen, welches den
Leiharbeiter "verleiht" beziehungsweise überlässt.


* Leihaus:

Leihaus ist ein anderer Begriff für Pfandhaus (Erläuterung siehe dort).


* Leitbörse:

Im Inland (Deutschland) wird der umsatzstärkste und bedeutendste Börsenplatz in Frankfurt am Main
auch als Leitbörse bezeichnet. International gibt es Börsen, die wegen ihrer Wichtigkeit als Leitbörsen
bezeichnet werden, wie zum Beispiel die New York Stock Exchange oder der Börsenplatz in Tokio.


* Leitindex:

In jedem Land, in dem es Börsen gibt, gibt es verschiedene Aktienindizes. Als Leitindex bezeichnet der
Börsianer in aller Regel den Aktienindex, der die größten und stärksten Unternehmen des Landes enthält.
So ist sicher in Deutschland der DAX der Leitindex und in den USA der Dow Jones und/oder der S & P 500.
Natürlich lässt sich auch länderübergreifend von einem Leitindex sprechen. So wird sich ein kleines Land
wie beispielsweise Island sicherlich nach Aktienindizes richten, die aus wirtschaftlich bedeutenden Ländern
kommen. Ländern wie den USA, wie vielleicht Japan oder auch den europäischen Aktienleitindizes.
Der deutsche Anleger orientiert sich neben dem DAX primär noch am EUROSTOXX 50, am Nikkei 225 und am
Dow Jones / S & P 500.


* Leu:

Die Währung Rumäniens wird Leu (Rumänischer Leu) genannt.


* Lew:

Die Währung Bulgariens wird Lew (Bulgarischer Lew) genannt.


* LG:

Die Abkürzung LG steht für das Landgericht.


* Liebhaberei:

Wenn ein Unternehmen oder ein kleines Gewerbe auf Dauer keine Gewinne erwirtschaftet,
verliert das Unternehmen (oder das Gewerbe) vor dem Finanzamt irgendwann seinen Status
als Unternehmen. Der Vorwurf dann: Liebhaberei!


* Lieferschein:

Warenbegleitend wird ein Lieferschein übermittelt. Er ist von Kaufleuten mindestens 6 Jahre
aufzubewahren und enthält Daten zur Ware und das Datum der Übermittlung der Ware.
Aufgrund seines warenbegleitenden Charakters wird der Lieferschein daher auch
Warenbegleitschein genannt.


* Liegenschaft:

Der Begriff Liegenschaft kommt aus dem Bereich Grundstück/Immobilie. Eine Liegenschaft
umfasst dabei vorgenannte Begriffe, also das zu Grunde liegende Grundstück mit eventuellen
nicht beweglichen Bauten (Immobilien).


* Limit:

Der Anleger beziehungsweise der Börsianer kennt den Begriff "Limit" im Zusammenhang mit dem
Ankauf oder Verkauf von Wertpapieren. Bei diesem Vorgang besteht die Möglichkeit, mit einem Limit
einen Grenzwert zu bestimmen, bis zu dem ein Wertpapier maximal gekauft beziehungsweise verkauft
werden soll.


* Liquidität:

Spricht der Börsianer von Liquidität, so meint er im Zusammenhang mit einem Depot/Konto
den Bestand an frei verfügbarem Geld in dem Depot beziehungsweise auf dem Konto.


* Lire:

Die Währung Italiens vor Einführung des Euro im Jahre 2002 war die Lire beziehungsweise die
italienische Lire.


* Listenpreis(e):

Listenpreis(e) erfährt der Kunde eines Produkts vom Händler. Wenn der Händler dem potentiellen Kunden
einen Listenpreis nennt, handelt es sich in aller Regel um größere und teurere Wirtschaftsgüter wie zum
Beispiel Autos und Fernseher. Der Listenpreis ist eine Art Empfehlung des Herstellers des Produkts für
den Einzelhandel. Oft hat der Einzelhändler aber noch Spielraum, den Listenpreis etwas zu Gunsten des
Kunden zu verändern.


* Litas:

Die Währung Litauens wird Litas (Litauischer Litas) genannt.


* LNG:

Die Abkürzung LNG steht für Liquefied Natural Gas, also Erdgas, dass durch Abkühlung auf unter 161 Grad
Celsius vom gasförmigen Zustand in einen flüssigen Zustand übergeht. Der flüssige Zustand benötigt naturgemäß weit
weniger Platz wie der gasförmige Zustand, weshalb sich LNG zum Transport eignet.


* Lobby:

Im Bereich der Wirtschaft bedeutet der Begriff Lobby eine starke Interessenvertretung branchengleicher
Unternehmen, die alleine für Verbesserungen Ihrer Unternehmen eintreten. Allgemeine, also volkswirtschaftliche
Ansichten, werden dabei in der Regel komplett nicht betrachtet. Sie sind dem Lobbyisten (dem Vertreter einer Lobby)
in seiner Funktion als Lobbyist letztlich vermutlich auch egal.


* Lockup-Periode:

Bei Neuemmissionen ist es gelegentlich üblich, eine Lockup-Periode festzusetzen. In diesem Zeitraum
dürfen Altaktionäre ihre Aktien nicht verkaufen. Weder über die Börse, noch ausserbörslich.


* Lösegeld:

Lösegeld wird dann ausgezahlt, wenn der Geldgeber ein Interesse daran hat, dass eine ihm verbundene Person oder
Personengruppe wieder freigelassen wird. Das können zum Beispiel Kinder, Eltern oder Verwandte sein.
Oder eine Gruppe von Personen einer bestimmten Nationalität (zum Beispiel deutsche Staatsbürger), die im
Ausland kollektiv verschleppt wurde. Doch basiert die Forderung eines Lösegeldes immer auf einer vorhergegangenen
schweren Straftat wie Entführung, Freiheitsentzug oder Mord.


* Lohn:

Die Vergütung von Arbeitern wird als Lohn bezeichnet. Im Gegensatz zur Vergütung von Angestellten,
die als Gehalt bezeichnet wird.


* Lohnabtretung:

Eine Lohnabtretung bedeutet in der Regel, dass ein Kreditinstitut (zum Beipsiel eine Bank) direkten Zugriff auf einen
Teil des Lohns des Arbeitnehmers/Schuldners hat und dadurch direkt dieser Teil seines Lohns zur Schuldentilgung
verwendet werden kann. Eine Lohnabtretung bedeutet also letztlich eine gewisse Sicherheit für die Bank,
zumindest einen Teil der ausstehenden Schulden des Kreditnehmers eintreiben zu können.


* Lohnpfändung:

Lohnpfändung tritt ein, wenn ein Schuldner seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nach kommt
oder nicht mehr nach kommen kann. Dann wendet sich der Gerichtsvollzieher direkt an den Arbeitgeber
mit der Anweisung, einen Teil des Lohns direkt an den Gläubiger abzuführen.


* Lohnsteuerkarte:

Jeder Arbeiter oder Angestellte in Deutschland muss seinem Arbeitgeber eine gültige Lohnsteuerkarte
vorlegen. Die Lohnsteuerkarte stellt die Gemeinde aus, in der der Arbeiter/Angestellte wohnt. Aus der
auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Steuerklasse geht hervor, welche Steuern der Arbeitgeber
vom Gehalt pauschal (für den Arbeiter/Angestellten) an das Finanzamt abführen muss.


* Lohnsteuerklasse(n):

In Deutschland gibt es aktuell 6 so genannte Lohnsteuerklassen. Die Lohnsteuerklasse eines Arbeitnehmers
gilt als Gradmesser für die steuerlichen Abzüge vom Gehalt (Bruttogehalt).


* Lohntüte:

Der Begriff Lohntüte ist eigentlich ein historischer Begriff. Er stammt aus einer Zeit, in der Arbeiter ihren
Monatslohn in bar in einer Tüte aus Papier ausgezahlt bekamen. Doch der Begriff wird auch heute noch
verwendet, wenn von geringeren Durchschnittseinkommen (von Arbeitern und teils auch Angestellten)
die Rede ist.


* Long-(Position):

Ein Anleger, der eine so genannte Long-(Position) in einem Wertpapier eingeht, setzt damit auf steigende
Kurse des zu Grunde liegenden Wertpapiers. Im Gegensatz dazu gibt es auch die so genannte
Short-(Position).


* Lossprechung:

Im Handwerk wird eine abgeschlossene Lehre traditionell mit der so genannten Lossprechung beendet.
Mit der Lossprechung wird der Auszubildende im Handwerk zum Gesellen, der fortan ihm übertragene
Aufgaben eigenverantwortlich lösen muss.


* LSE:

LSE ist die Abkürzung der London Stock Exchange , also der Londoner Börse.


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