Kredit(e)

 

Kredit(e) = Rückwärts sparen???

"Zitat" Warren Buffett (sinngemäß):

Für einen intelligenten Menschen kann ein Kredit Probleme nach sich ziehen!

Für einen dummen Menschen ist ein Kredit tödlich!


Hier soll kurz das Thema Kredit(e) beleuchtet werden, das sowohl für Privatpersonen, als
auch für Unternehmen, wichtig werden kann. Diese Untersite dient nur der allgemeinen Information
über Kredite. Es findet keine Kreditberatung und/oder Kreditvermittlung statt, weder direkt, noch
stillschweigend.
Wie das oben angeführte Zitat bereits anklingen lässt, sollten Kredite nicht
leichtfertig aufgenommen werden, sondern gerade für Privatpersonen gilt, dass Kredite nur in
ganz bestimmten Fällen nötig und sinnvoll erscheinen können. Generell, so meine persönliche
Meinung, bedeutet ein Kredit, dass der Kreditnehmer rückwärts spart. Der zuvor unter dem
Menupunkt Sparen erläuternde positive Effekt des Zinseszinses, bläst dem Kreditnehmer hier
voll ins Gesicht.


Kredit(e) für Privatpersonen

Kredit(e), alles so "easy", so will uns die Werbung glauben machen. Sie sind jung, wollen ihr
Leben geniessen und wozu warten, bis das Geld vorhanden/verdient ist, um sich das Leben zu verschönern,
wenn das nächste Auto, die nächtse Urlaubsreise oder andere Konsumwünsche auch direkt über Kredit(e)
befriedigt werden können!?
Beleuchtet der potentielle Kreditnehmer das Thema Kredit(e) mal ein wenig mehr, so kann sich der
Kreditnehmer in der Tat für eine kurze Zeit durch die Aufnahme von Konsumkrediten ein schöneres (im Sinne
von materieller Wunscherfüllung) Leben gestalten, aber über einen längeren Lebenszeitraum gesehen
bedeuten Konsumkredite letztlich, dass sich der potentielle Kreditnehmer INSGESAMT weniger Konsumwünsche
erfüllen kann. Dies liegt, wie oben bereits erwähnt, an dem Effekt des Zinseszins, der bei Krediten
gegen Sie arbeitet.
Banken, die in ihrer Werbung sehr locker mit den Möglichkeiten von Krediten umgehen, werden eher zu
"Spielverderbern", wenn es um die Begleichung des Kredits geht.
Denn Banken drängen darauf, dass der Kreditnehmer, also potentiell Sie, die gesamte Kreditsumme plus
Zinsen und anfallenden "Nebenkosten" (zum Beispiel Bearbeitungsgebühren, Disagio(s) etc.) zurückzahlt.
In welcher persönlichen Situation Sie sich gerade befinden oder ob Sie die aufgenommenen Kredite
überhaupt zurückzahlen können, dass ist in erster Linie Ihr Problem.
Es ist aber sicher falsch, hier die Banken allgemein an der Pranger zu stellen, denn die Möglichkeit, an
Frendkapital zu gelangen, ist volkswirtschaftlich gesehen sinnvoll und Banken sind die Hauptanbieter
dieser Möglichkeiten und die Kreditabteilung innerhalb der Banken ist eine tragende Säule des
Bankgeschäfts.
Wichtig ist vielmehr der gezielte und sinnvolle Einsatz von Krediten, wenn diese nötig sein sollten.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Auswahl von möglichen Krediten bzw. Kreditsituationen inklusive einer
kurzen, persönlichen Einschätzung:

1) Überziehen des Girokontos:
Viele von uns kennen vermutlich die Situation, dass ein Girokonto temporär vom Haben ins Soll geführt
wird!? Dispokredit oder Überziehungskredit heisst das im Fachjargon. Dieser orientiert sich bei den
meisten Banken an den monatlichen Zahlungseingängen (zum Beispiel Nettogehalt oder Rente). Der
Dipositionskredit erfordert in der Regel keinen gesonderten Abschluss eines Kreditvertrages. Er kann
im Vergleich mit anderen Kreditformen, relativ einfach und unbürokratisch in Anspruch genommen
werden. Allerdings hat diese Regelung auch ihren Preis. Die zu zahlenden Kreditzinsen sind hier
besonders hoch. Deshalb sollte ein Dispositionskredit nur temporär genutzt werden, um wenige
Tage/Wochen zu überbrücken. Ansonsten sind eher andere Kreditformen zu bevorzugen (wenn überhaupt).
Ein anderes Wort für diese Art von Kredit ist übrigens Kontokorrentkredit.

2) Ratenkredit:
Wie der Name "Ratenkredit" schon vermuten lässt, wird ein Kreditvertrag abgeschlossen, bei dem die
Rückzahlung der Kreditsumme, der Gebühren, eventueller Zusatzversicherungen und der Kreditzinsen
in monatlichen und festgelegten Raten erfolgt, die üblicherweise über die gesamte Vertragsdauer gleich
hoch bleiben. Ein Ratenkredit wird auch des öfteren als Verbraucherkredit bezeichnet. Die Anforderungen
der Banken an einen Ratenkredit sind nicht sehr hoch. Die letzten 2 Monatsgehälter müssen oft in
schriftlicher Form vorgelegt werden. Daraufhin entscheidet die Bank zügig über die Vergabe eines Ratenkredits
an den Verbraucher. Als typischer Ratenkredit kann der Autokredit angesehen werden, bei dem die Bank
eventuell zum Schutz des Kredits noch eine Sicherungsübereignung des Autos vornimmt. Aber auch
andere Konsumwünsche (Möbel, Urlaub etc.) werden oftmals über einen Ratenkredit finanziert. Mit dem zu Stande
kommen eines Ratenkredits erfolgt ein Eintrag in der Schufa (Einwilligung des Kreditnehmer ist Voraussetzung),
also der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Bei einem eventuellen erneuten Kreditwunsch bei
der gleichen oder einer anderen Bank kann diese in das Schufa Register Einblick halten und erfährt so,
dass noch ein Ratenkredit vorhanden ist.
Dadurch kann die Bank ihre eigene Risikoposition besser beurteilen und eventuell den Verbraucher vor
Überschuldung schützen.
Übrigens: Als Faustformel sollte bei Gebrauchsgütern wie Möbeln, Autos etc. gelten, dass die durchschnittliche
Kreditfinanzierung sich an der geplanten Nutzungsdauer orientiert.

3) Immobilienfinanzierung/Baufinanzierung:
Die Immobilienfinanzierung/Baufinanzierung ist für Otto-Normal-Verdiener meist eine Form eines Kreditvertrags,
der nur einmal im Leben in Anspruch genommen wird. In der Regel, um den Wunsch nach selbstgenutztem
Wohneigentum in Erfüllung gehen zu lassen. Die Kreditsummen sind meist höher wie beim Ratenkredit oder dem
Dispokredit. Deshalb sollte die Inanspruchnahme einer Immobilienfinanzierung/Baufinanzierung sehr genau
geprüft werden. Kann der Kreditnehmer irgendwann die Raten nicht mehr bezahlen, also dann, wenn die
Planung schlecht war oder unvorhergesehene Ereignisse eingetreten sind (zum Beispiel Arbeitslosigkeit),
so hat die Bank die Möglichkeit, das Wohnobjekt in einer Zwangsversteigerung zu Geld zu machen. Die erzielten
Preise in einer Zwangsversteigerung liegen zumeist deutlich unter den Marktpreisen und unter den Kaufpreisen.
Tritt dieser Fall ein, kann es sein, dass der Kreditnehmer sein Wohneigentum wieder verliert und zudem noch
(nach Verkauf der Immobilie) unter dem Strich einen Restbetrag an Schulden verbleibt. Extrem genaue Prüfung
der eigenen finanziellen Möglichkeiten ist daher sehr, sehr wichtig.
Neben den zuvor beschriebenen Gefahren bei der Immobilienfinanzierung/Baufinanzierung gibt es im
Gegensatz zum Ratenkredit aber auch Vorteile. Während der Ratenkredit vorzugsweise für Konsumartikel
(zum Beispiel Auto) eingesetzt wird und diese im Lauf der Zeit wahrscheinlich an Wert verlieren, kann dies im
Fall von Immobilien (Wohnung, Haus, Massivhaus, aber auch Grundstück) eventuell anders aussehen. Meist gewinnen
Immobilien in guten Lagen im Lauf der Zeit an Wert. Mindestens die Inflation sollte bei guten Immobilien in
guten Lagen im Lauf einer längeren Zeitperiode den Wert der Immobilie steigern können. Unter Umständen
kann der Kreditnehmer durch Kauf einer Immobilie lediglich die Zinsen für das aufgenommene Geld bezahlen,
und im Lauf der Zeit über die Steigerung des Werts der Immobilie einen Mehrwert schaffen!?
Zurück zum eigentlichen Begriff der Immobilienfinanzierung/Baufinanzierung:
Der Kreditzins einer langfristig angelegten Immobilienfinanzierung/Baufinanzierung (zum Beispiel 10 Jahre)
liegt in aller Regel deutlich unter dem Kreditzins des Ratenkredits und erst Recht des Dispokredits. Die Höhe
des Kreditzinses ist meist abhängig vom eingesetzten Eigenkapital des Kreditnehmers. Zumeist gehen
Banken davon aus, dass bei einem Kauf einer Immobilie in Deutschland mindestens 50 % vom Kaufpreis
wieder im Zwangsverkauf (Zwangsversteigerung) zurück erhalten werden können. Deshalb erhalten die
ersten 50 % eines Kredits für eine Immobilie meist den besten Zinssatz. Bringt der Kreditnehmer die
restlichen 50 % als Eigenkapital auf, so ist dies (neben einer Vollfinanzierung durch Eigenkapital) die
beste aller Welten, denn der Kreditzins ist niedrig und berücksichtigt keinen Risikoaufschlag. Kann der
Kreditnehmer weniger als 50 % der Immobilie als Eigenkapital aufbringen, so wächst das Risiko für die
Bank und damit auch der Zins, den der Kreditnehmer an die Bank zahlen muss für die Kreditsumme, die
50 % des Immobilienpreises übersteigt. Der Nominalzins (jährlich zu zahlender Zins) setzt sich dann
als Summe aus eventuell unterschiedlichen Zinssätzen zusammen. Auf diesen Nominalzins schlägt
die Bank dann noch ihre Gebühren und Spesen auf, die dann wieder auf die Laufzeit des Kredits verteilt
und in Prozent umgerechnet werden. Der Kreditnehmer erhält dann den Effektivzins, der meist oder immer
höher liegt wie der Nominalzins. Ausserdem möchte die Bank sehen, dass sich die Kreditsumme über
die Laufzeit reduziert. Deshalb verlangt die Bank zusätzlich eine jährliche Tilgung des Kredits. Oft reichen
der Bank 1 % der Kreditsumme als Tilgung, um ihre Forderung nach Tilgung der Kreditsumme erfüllt zu
sehen. Hier sollten Sie mit Ihrer Bank bzw. Ihrem Steuerberater sprechen, denn steuerlich gibt es neben
der direkten Tilgung noch andere (steuerlich besser geförderte) Formen der Kredittilgung. Es sei noch
angemerkt, dass sich der Kauf einer Immobilie durch jeden Kredit insgesamt verteuert, da der Notar
zusätzliche Arbeit hat wie zum Beispiel den zusätzlichen Eintrag einer Grundschuld im Grundbuch oder
der Ausstellung einer vollstreckbaren Urkunde für die Bank.
Eine weitere Anmerkung: Die Bank benötigt in der Regel möglichst viele Angaben über das Wunschobjekt,
die ein Exposée und eventuelle weitere Unterlagen enthalten. Fragen Sie also möglichst frühzeitig nach
diesen Unterlagen, um bei der Kreditfinanzierungsprüfung keinen unnötigen Zeitverlust zu haben.
In aller Regel wird der Verkäufer der Immobilie beziehungsweise der Makler eine Finanzierungsbestätigung
von der Bank des potentiellen Käufers erhalten wollen. Sprechen Sie also auch in dieser Hinsicht möglichst
früh mit Ihrer Bank.
Ein sehr wichtiger Prüfstein, den die Bank mit ihrem Kreditnehmer durchlaufen wird ist, neben der Prüfung
der Vermögenssituation, auch die Prüfung der so genannten Kapitaldienstfähigkeit. Damit ist gemeint,
dass der potentielle Kreditnehmer nach Abzug der Lebenshaltungskosten ausreichend Geld zur Verfügung
hat, um aus den laufenden Einnahmen/Überschüssen die Kreditkosten (Kreditzinsen) zu bedienen und ferner
noch eine Mindesttilgung des Kredits vornehmen zu können.
Last but not least: Eine Immobilie (Eigentumswohnung, Reihenhaus, Einfamilienhaus etc.), die vermietet
ist, sollte deutlich billiger sein als der Marktpreis der Immobilie ohne Mieter. Eine zweistellige prozentuale
Minderung des Kaufpreises (zum Beispiel 30 %) sollte möglich sein, wenn die Immobilie nicht leer steht,
wenn also Mieter die Immobilie bewohnen.

4) Wertpapierkredit (Lombardkredit):
Ein Wertpapierkredit ist eine Spezialform eines Kredits, der seinerseits benutzt wird, um weitere
Wertpapiere zu kaufen. Die meisten Banken bieten ihren Kunden an, die zum Beispiel ein Aktiendepot
bei dieser Bank besitzen, einen Wertpapierkredit zur Verfügung zu stellen. Dieser liegt von den
Konditionen (Kreditzinsen) irgendwo zwischen den Konditionen einer Immobilienfinanzierung und
den Konditionen eines überzogenen Girokontos. Es werden üblicherweise maximal circa 50 % des aktuellen
Depotwertes als Kredit zur Verfügung gestellt. Die Sicherheiten sind zunächst auf das bereits vorhandene
Depot (Wert des Depots) begrenzt. Sollten die Kurse des vorhandenen Depots fallen, müssen eventuell
weitere Sicherheiten gestellt werden oder die Bank kann eventuell auch Wertpapiere gegen den Willen
des Kreditnehmers verkaufen, wenn sie die Gefahr sieht, dass der Kredit nicht mehr zurückbezahlt
werden kann. Noch ein Zusatz zum Beleihungswert von 50 %. Je nach Bank können auch 50 % vom
vorhandenen Depot plus 50 % Kredit beliehen werden. Beispiel:
Ein Depot hätte einen Wert von 10.000 Euro. 50 % von 10.000 Euro wären 5.000 Euro. Diese
5.000 Euro sollten in normalen Zeiten mit jeder Bank verhandelbar sein. Der Gesamtwert des
Depots plus Kredit wären jedoch 15.000 Euro. Und 50 % von 15.000 Euro wären eben 7.500 Euro.
Einige Banken bieten an, bis zu dieser Summe (im Beispiel 7.500 Euro, allgemein 75 %) einen
Wertpapierkredit zur Verfügung zu stellen. Ob ein Wertpapierkredit überhaupt ratsam ist, muss der
Anleger selbst entscheiden.
Die Kreditzinsen können beim Wertpapierkredit auch quartalsweise erhoben werden und nicht monatlich.
Es fällt meist noch eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr an. Der Wertpapierkredit kann in der Regel
jederzeit, wenn das Geld vorhanden ist, komplett wieder eingelöst werden.
Der Ablauf des Antrags eines Wertpapierkredits ist in der Regel wie folgt:
Über die gewünschte Summe des Wertpapierkredits wird ein Kreditrahmen vereinbart. Ist dieser bewilligt,
so kann der Antragsteller/Kunde der Bank diesen Kreditrahmen ausschöpfen. Jeder einzelne Cent, der
über diesen Kreditrahmen eventuell zusätzlich benötigt wird, wird mit einem unvergleichlich höherem
Zinssatz belegt, in etwa auf Höhe des Zinssatzes beim Überziehen des Girokontos.
Eine Möglichkeit, den Kreditzinssatz noch weiter zu reduzieren, liegt im so genannten Barvorschuss.
Der Gedanke dabei ist umgekehrt zur Anlage eines Termingeldes zu sehen. Während der Kunde eines
Termingeldes der Bank für eine bestimmte Zeit (zum Beispiel einen Monat) eine feste Summe zur
Verfügung stellt und dafür feste Zinsen erhält, leiht sich der Antragsteller eines Wertpapierkredits/Kreditnehmer
von der Bank für eine bestimmte Zeit (zum Beispiel 1 Monat, 3 Monate etc.) eine bestimmte Kreditsumme,
von der am Ende der Laufzeit des Barvorschuss die Kreditzinsen bezahlt werden. Der Vorteil für die Bank
(und eventuell auch für den Kunden/Kreditnehmer) ist die Planbarkeit der Laufzeit und der Kreditzinsen.
Diesen Vorteil kann die Bank in Form von günstigeren Kreditzinsen an den Wertpapierkreditnehmer/Kunden
zurück geben. Wenn Sie also einen Wertpapierkredit beantragen, kann die Frage nach einem Barvorschuss
sinnvoll sein.

5) Fremdwährungsdarlehen/Kredit in fremder Währung:
Kreditnehmer beziehungsweise Kreditwillige stellen sich manchmal bei bestimmten Konstellationen am
Geldmarkt die Frage, ob eine Kreditaufnahme in der "Heimatwährung" sinnvoll ist. Beispielsweise können
Kredite in Euro 4 % Zinsen jährlich erfordern, wohingegen in anderen Währungen ein niedrigerer jährlicher
Zinssatz zu zahlen ist (Beispielsweise nur 1,5 %). Die monatlichen Belastungen werden dann in einer
solchen Konstellation zunächst für das Fremdwährungsdarlehen sprechen, dass an sich nicht zweckgebunden
ist. Es kann zum Beispiel für einen Wertpapierkredit eingesetzt werden Punkt 4) oder aber für eine
Immobilienfinanzierung Punkt 3) oder ganz andere "Ziele". Nach Aufnahme des Fremdwährungsdarlehens
wird dieses in Euro umgetauscht und steht dann für die Ziele und Wünsche der Kreditnehmer zur
Verfügung. In der Regel gibt es für niedrigere Kreditzinsen gegenüber dem Euro auch den Grund, dass diese
Währung stabiler ist als der Euro. Wechselkursverluste sind also wahrscheinlich. Denn wenn die
Fremdwährung gegenüber dem Euro an Wert gewinnt, steigen für den Kreditnehmer sowohl der
Kreditbetrag in Euro der Fremdwährung, als auch die monatlichen Belastungen. Umgekehrt gibt es
natürlich auch die Chance, dass der Wert des Euro gegenüber der Fremdwährung steigt, mit entsprechenden
positiven Auswirkungen auf den noch zu zahlenden Kredit und die monatlichen Belastungen.
Da der Wechselkurs einer Fremdwährung jedoch nicht prognostizierbar ist, hat der Kreditnehmer in
diesem Fall keine feste Kalkulationsgrundlage, was dieser Form des Kredits ein spekulatives
Element verleiht.

6) Bauspardarlehen/Bausparvertrag:
Ein Bausparvertrag unterteilt sich in 2 Phasen. Die Ansparphase und die Zuteilungsphase des nachfolgenden
Bauspardarlehen. Während des Vertragsabschlus für einen Bausparvertrag werden in aller Regel die
monatlichen Sparraten und das darauf folgende Darlehen festgesetzt. Während der Ansparphase verzichtet
der Bausparer auf marktübliche Zinsen (die Guthabenzinsen für seine Sparanlagen sind geringer). Dafür
erhält der Bausparer nach Zuteilung des Bauspardarlehens aber auch circa bis zu 2 % niedrigere
Kreditzinsen für das Bauspardarlehen als am Markt üblich. Ein Bausparvertrag dient zum Einen der
Zinssicherung zu aktuell besprochenen Konditionen und zum Anderen zur Bildung von Eigenkapital, welches
später für Immobilienkäufe/Grundstückskäufe eingesetzt werden kann.

7) Zwischenfinanzierung:
Oftmals kommte es bei vor, dass Besitzer von Wohneigentum (Haus, Wohnung) ihre Wohnsituation
verändern. Es muss ein neues Objekt gekauft, gleichzeitig aber das alte Objekt verkauft werden. Das Geld
aus dem alten Objekt steht dabei oftmals nur mit einer Zeitverzögerung zur Verfügung. Es fehlt meistens
also zwischenzeitlich an Geld. Ein klassischer Fall für eine Zwischenfinanzierung. Dann sollte Ihnen
Ihre Bank weiter helfen können. Aber Vorsicht: Es gibt einige Banken, die hier keine Skrupel haben,
aus dieser "persönlichen Notsituation" eine Bereicherungsmachinerie für sich selbst in Gang zu setzen.
Damit Ihnen die Bank diesen Zwischenkredit zur Verfügung stellt, kann es sein, dass Sie sich notariell
sowohl in das alte Objekt, wie auch in das neue Objekt einschreiben will. Dann gibt es oft noch die
Auflage, das alte Objekt über die Bank verkaufen zu lassen, und zwar mit Provision. Neben einer
saftigen Bearbeitungsgebühr wird Ihnen dann schlieslich noch ein Kredit zur Verfügung gestellt, und
zwar mit den Bedingungen eines Ratenkredits (Punkt 2) oder einer Überziehung des Girokontos
(Punkt 1). In Summe absolut inakzeptabel aus meiner Sicht.
Mein Ratschlag: Die Bank ansprechen, ob Sie bereit wäre, aus der Zwischenfinanzierung eine längere
Finanzierung zu machen (Bausparvertrag/Bauspardarlehen oder eine Immobilienfinanzierung) zu
weit besseren Konditionen, Ist auch dies nicht möglich...Bank wechseln.
Sollten Sie sich für ein neues Objekt (Haus, Wohnung) interessieren, kann Ihnen oftmals auch
der Bauherr mit seinen Kontakten und seinen Möglichkeiten weitaus besser helfen, als Ihre Hausbank.

8) Privatkredit:
Gemeint ist hier nicht der von Banken oftmals als Privatkredit vorgestellte Ratenkredit (siehe Punkt 2),
sondern die Kreditvergabe unter Verwandten, Freunden, oder Bekannten. Aus finanzieller Sicht ist diese
Kreditform sicher die einfachste Form, an einen Kredit heran zu kommen. Der Entscheidungsfindungsprozess
ist in den meisten Fällen sicher sehr kurz und ein Privatkredit kann meist sehr unbürokratisch gewährt
werden. Zumindest dann, wenn der Kreditgeber die Kreditvergabe als Privatmann/Privatfrau vornimmt.
Aber auch bei dieser Form von Kredit sollte sich der Kreditgeber aus Sicherheitsgründen die Kreditvergabe
schriftlich bestätigen lassen. Natürlich ist bei einem Privatkredit zumeist auch die Kreditrückzahlung
ein unkomplizierter Vorgang, der nicht an bestimmte Fristen gebunden ist.
Einziges Risiko aus meiner Sicht:
Wenn der Kredit nicht zurück bezahlt werden kann, haben Sie als Kreditnehmer in allen vorgenannten
Punkten ein massives Problem mit dem Kreditgeber (zum Beispiel einer Bank).
Beim Privatkredit könnten Sie als Kreditgeber noch zusätzlich eine Freundschaft aufs Spiel setzen,
falls der Kredit nicht oder nicht vollständig zurück bezahlt werden kann.


Kredit(e) für Unternehmen

Unternehmertum, das bedeutet in einer kapitalistischen Gesellschaftsstruktur das Rückgrat des
wirtschaftlichen Lebens. Deshalb gibt es neben den verschiedenen Kreditmöglichkeiten für
Unternehmer/Selbständige auch eine große Anzahl von Förderungsmöglichkeiten vom Staat.
Nachfolgend werden einige Kreditformen aufgeführt.

1) Kontokorrentkredit:
Der Kontokorrentkredit ist für Unternehmer/Selbständige das entsprechende Pendant zum
Überziehen des Girokontos als Privatperson (siehe oben Punkt 1)-Kredit(e) für Privatpersonen).

 

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