Marktkapitalisierung

Unter der Marktkapitalisierung einer Aktiengesellschaft wird der aktuelle Unternehmenswert verstanden,
der sich als Summe der "Unternehmenseinzelteile" (also der Summe aus dem Wert aller Aktien des Unternehmens)
ergibt. Mit der ständigen Veränderung des Kurses einer Aktie verändert sich natürlich auch die
Marktkapitalisierung bzw. der Unternehmenswert, so wie ihn die Börse aktuell einschätzt.
Die Marktkapitalisierung muss nicht notwendigerweise eine Maß für den tatsächlichen
Unternehmenswert sein, denn dieser wird von unterschiedlichen Investoren unterschiedlich gesehen.
Vielleicht lässt sich die Marktkapitalisierung als "Mittelwert" der Erwartungen der Investoren bezeichnen!?
Berechnet wird die Marktkapitalisierung nach folgender Formel:

Marktkapitalisierung = Kurs einer Aktie * Anzahl aller Aktien
Formel zur Ermittlung der Marktkapitalisierung

 

Beispielrechnung:

Der Kurs einer Aktie XY beträgt zum Zeitpunkt der Betrachtung 50 Euro.
Die Gesellschaft hat insgesamt 5 Millionen Aktien ausgegeben.

 

 

Demnach errechnet sich die aktuelle Marktkapitalisierung mit 50 Euro * 5 Millionen Aktien,
folglich also zu 250 Millionen Euro.


 

Beim Aufschlagen eines Kursteils von einschlägigen Finanzzeitschriften oder dem Verfolgen der
Börsenkurse mit Hilfe eines anderen Mediums (Fernsehen, Internet etc.) fallen teils gravierende
Unterschiede in der absoluten Größe eines Aktienkurses auf. So gibt es Aktien, die pro Aktie
weniger als einen Euro kosten, genauso wie es Aktien gibt, die (bezogen auf 1 Aktie) mehrere
hundert Euro oder sogar deutlich mehr kosten.

Doch welche Aussage steckt in diesen teils gravierenden Kursunterschieden?

Kann der Anleger allein aus dem aktuellen Kurs (Preis) einer Aktie irgendeine sinnvolle Aussage generieren?

Die Antwort ist "NEIN".

Um dies besser zu verstehen, nachfolgend ein Beispiel:

1 "Kuchen"

 

Stellen Sie sich vor, Sie würden eine Firma gründen mit 100.000 Euro. Alle Kosten der
Firmengründung sollen hier nicht betrachtet werden. Stellen Sie sich weiterhin vor, Sie
würden diese Firma als Aktiengesellschaft gründen und 1 Aktie begeben. Dann lässt
sich gedanklich nachvollziehen, dass die gesamte AG aus 1 Aktie besteht und diese
Aktie das gesamte Vermögen der AG umfasst, gedanklich also wie in der obigen Grafik
gezeigt, handelt es sich um 1 "Kuchen", der den gesamten Besitz umfasst. Der Vollständigkeit
halber sei angemerkt, dass der Kuchen einen Wert zum Zeitpunkt der Gründung hat,
der den vorgenannten 100.000 Euro entspricht.

 

1 "Kuchen" in 4 Teilen

 

Nun gründen Sie wieder eine Firma. Die Bedingungen sind die gleichen wie oben angeführt.
Sie teilen das gesamte Vermögen der Aktiengesellschaft (100.000 Euro) jedoch in 4 Teile.
Dadurch verbilligt sich der "Wert" 1 Aktie schon auf 25.000 Euro, ohne dass sich am Gesamtwert
der Aktiengesellschaft irgend etwas verändert hat.

 

1 "Kuchen" in 10 Teilen

 

In einem dritten Beispiel wird der Wert der Aktiengesellschaft (100.000 Euro) in 10 Aktien
"geteilt". Dann hat jede Aktie einen Wert von 10.000 Euro.

Diese Beispiele lassen sich natürlich weiter fortführen. Und wenn oben angeführte
Aktiengesellschaft in 100.000 Aktien geteilt würde, hätte jede Aktie nur noch den Wert
1 Euro.
Die Summe aller Einzelteile in den oben angeführten Beispielen ergibt immer wieder
das gleiche "Ganze". Aus einem Einzelteil alleine (Aktie) lässt sich keine Aussage
über das "Ganze", also den Wert der gesamten Aktiengesellschaft, machen.