Kapitalgesellschaften

Details der Gründung von Kapitalgesellschaften sind hier nicht Gegenstand der Betrachtung.
Bei Gründungsabsichten wenden Sie sich bitte an einen Notar, Rechtsanwalt, Steuerberater
oder Gesellschaften, die sich mit der Gründung von Kapitalgesellschaften befassen.

Eine AG (Aktiengesellschaft) gehört ebenso wie die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
der Rechtsform der Kapitalgesellschaft an. Daneben gibt es in Deutschland zunehmend auch die
so genannte "Limited", die aus dem angelsächsichen Raum nach Deutschland "importiert" wurde,
und bei der Gründung Vorteile hinsichtlich der Erstausstattung von Kapital besitzt. Während die AG
zum Zeitpunkt der Gründung eine Bereitstellung von 50.000 Euro erfordert
(entweder als Geldeinlage oder als Sacheinlage), sind es bei der GmbH "nur" noch 25.000 Euro und
bei der Limited (Ltd.) ist der Betrag für die Erstausstattung mit Kapital noch einmal deutlich geringer.
Ob es allerdings sinnvoll ist, eine Kapitalgesellschaft mit beispielsweise lediglich 2.000 Euro zu
gründen (oder weniger), sei mal dahin gestellt.
Ein wesentlicher Vorteil von Kapitalgesellschaften gegenüber Personengesellschaften ist die
Beschränkung der Haftung auf das Gesellschaftsvermögen, zumindest so lange dem
Geschäftsführer/Vorstand kein Fehlverhalten nachzuweisen ist.

Nachfolgende Tabelle soll die wesentlichen Unterschiede zwischen einer GmbH und einer AG
gegenüber stellen. Übrigens müssen Aktiengesellschaften nicht börsennotiert sein.

Vergleich GmbH - AG

GmbH
AG
Gründungssumme (minimum)
25.000 Euro
50.000 Euro
Mindestzahl Gründer
1
1 + 3
Organe
2 (GV + GF)*
3 (HV + AR + V)*
Besonderheit
Alles, was nicht per Gesetz verboten ist, ist erlaubt.
Alles, was nicht per Gesetz erlaubt ist, ist verboten.

* GV = Gesellschafterversammlung ; GF = Geschäftsführer
* HV = Hauptversammlung; AR = Aufsichtsrat; V = Vorstand

Aus dem Vergleich zwischen einer GmbH und einer AG geht hervor, dass die geschäftsführende Person
in einer GmbH Geschäftsführer genannt wird, wohingegen die geschäftsführende Person in einer
AG Vorstand heißt.
Einmal im Jahr ist eine GmbH und eine AG gehalten, eine Bilanz zu erstellen. Kapitalgesellschaften
sind allgemein bilanzpflichtig. Dies verursacht gegenüber kleinen Personengesellschaften
einen deutlich höheren Kostenblock, da Inhaber von kleinen Personengesellschaften
Ihre Einnahmen - Überschuß - Rechnung auch alleine erstellen können.
Ebenfalls einmal im Jahr muss eine ordentliche Versammlung der Anteilseigner statt finden.
Im Fall der GmbH ist das die Gesellschafterversammlung. Im Fall der AG die Hauptversammlung.
Zusätzlich dazu besitzt die AG jedoch noch einen Aufsichtsrat, der aus mindestens 3 Personen bestehen
muss. In der AG gibt es somit in der Regel 1 Kontrollorgan mehr wie in der GmbH (natürlich steht
es auch der GmbH bzw. den Gesellschaftern einer GmbH frei, ein weiteres Kontrollorgan zu schaffen).

Da sich die Gesetzeslage in Deutschland für Kapitalgesellschaften durchaus ändern kann,
empfiehlt es sich, sich über die aktuellen Bedingungen von Kapitalgesellschaften
selbst genau zu informieren!

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