Kurs Umsatz Verhältnis (KUV)

 

Neben anderen bereits besprochenen, einfach zu ermittelnden Größen im Zusammenhang mit der
Einschätzung zur Preiswürdigkeit von Aktien wie zum Beispiel dem Kurs Gewinn Verhältnis oder
dem Kurs Buchwert Verhältnis ist auch das Kurs Umsatz Verhältnis (abgekürzt mit KUV) eine Größe,
die immer wieder gerne berechnet und aufgeführt wird.

Das KUV berechnet sich formal nach:

KUV = Aktienkurs / anteiliger Umsatz pro Aktie
Formel zur Berechnung des KUV

Für ein Unternehmen, bei dem keine Aktien und/oder anteiligen Umsätze zu ermitteln sind, lässt sich
ein KUV ermitteln zu:

KUV = Marktkapitalisierung / Umsatz
Formel zur Berechnung des KUV

Hier ist natürlich der gleiche Gedankenansatz zu erkennen. Beide Formeln führen mathematisch auch
zu einem identischn Ergebnis. Der Unterschied besteht nur darin, dass im ersten Fall der Aktienkurs
durch den anteiligen Umsatz pro Aktie ins Verhältnis gesetzt wird und im zweiten Fall der Gesamtwert
aller Aktien (Marktkapitalisierung) mit dem gesamten Umsatz.

Nehmen wir folgendes Beispiel an:

Marktkapitalisierung: 30 Milliarden Euro
Umsatz: 50 Milliarden Euro

Aus den Vorgaben des oben aufgeführten Beispiels lässt sich das KUV berechnen:

KUV = 30 Milliarden Euro / 50 Milliarden Euro = 0,6

 

 

 

 

Interprätation des KUV

Bei der Interprätation des KUV´s sollte der Anleger Vorsicht walten lassen. Grundsätzlich signalisiert
ein niedriger Wert beim KUV, dass ein hoher Umsatz an Geschäft für einen geringen Unternehmenswert
zu kaufen ist. Anders jedoch als beim KGV wird hier beim Kurs Umsatz Verhältnis nur der Umsatz mit
dem Unternehmenswert in Verbindung gebracht. Es gibt isoliert betrachtet keine Aussage darüber,
ob durch die Geschäftstätigkeit des Unternehmens (Umsatz) überhaupt Gewinn erzielt wird. Falls
ein Gewinn erzielt wird, so weiss der Anleger allein durch Betrachtung des KUV´s nicht, inwieweit
der Gewinn zu gering ist, als dass sich das Geschäft lohnen könnte. Die Kapitalkosten werden nicht
erwirtschaftet, heisst das im Fachjargon. Stellen Sie sich einen Autohändler vor, der pro Jahr
beispielsweise 100.000 Autos ankaufen und verkaufen muss, um nach Steuern 10.000 Euro Gewinn
zu erzielen. Kein wirklich überzeugendes Geschäft, da Aufwand und Ertrag in einem schlechten
Verhältnis stehen. Klar natürlich auch, dass sich für solch ein Geschäft kaum jemand interessieren
dürfte. Und in normalen Zeiten ist auch die Börse ein Gradmesser für den Wert von Unternehmen.
Unternehmen mit einem sehr niedrigen Kurs Umsatz Verhältnis erwirtschaften in der Regel
entweder Verluste, oder arbeiten mit derart niedrigen Margen, dass die Kapitalkosten nicht
erwirtschaftet werden, was wiederum heisst, dass eine Expansion des Geschäfts kaum möglich
ist (wenn keine Skaleneffekte eingesetzt werden können) und der Status Quo niemanden
wirklich glücklich macht.

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