Dividende

Erntezeit!!!???

 

Deutsche Unternehmen schütten in der Regel einmal im Jahr eine Dividende aus, sofern die erwirtschafteten
Erträge nicht thesauriert, also im Unternehmen wieder neu angelegt werden. Erwirtschaftet ein Unternehmen
über eine längere Zeit einen Verlust, wird die Dividende meistens gekürzt oder oftmals sogar ganz gestrichen.
Auch österreichische Unternehmen und Unternehmen aus der Schweiz schütten in aller Regel einmal jährlich
eine Dividende aus. In den USA ist es oftmals üblich, den anvisierten Dividendenbetrag durch 4 zu teilen und
quartalsweise auszuzahlen. In England ist es oft üblich, die Dividende durch 2 zu teilen und halbjährlich
auszuschütten.

In Deutschland wird eine Dividende einen Arbeitstag (Börsentag) nach der ordentlichen Hauptversammlung
ausgeschüttet, insofern das Unternehmen eine Dividendenzahlung auf der Hauptversammlung beschliesst.
Die deklarierte Dividendensumme wird dabei durch die Anzahl der vorhandenen Aktien dividiert, so dass
nicht nur eine Dividendensumme, sondern auch eine Dividende pro Aktie bekannt gegeben wird. 1 Arbeitstag
nach der ordentlichen Hauptversammlung wird die Aktie "Ex-Dividende" gehandelt. Das heisst, dass neben
der normalen Kursbewegung am Ex-Dividenden Tag auch die Dividende pro Aktie vom Kurs abgeschlagen wird.
Sollten auf der Hauptversammlung zusätzlich sehr gute Nachrichten zur Unternehmenslage bekannt gegeben
werden, so muss nicht zwangsläufig eine Aktie mit einem Minus am Ex-Dividenden Tag enden. Die Gutschrift
der Dividendensumme erfolgt für deutsche Anleger in der Regel (je nach Schnelligkeit der Bank) 1 bis 3
Arbeitstage nach der Hauptversammlung.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite lässt sich nach folgender Formel ermitteln:

Dividendenrendite = (Dividende pro Aktie / Kurs pro Aktie) * 100

Die Formel erinnert stark an die Formel für den einfachen Zins aus dem Menupunkt "Sparen". In der
Tat handelt es sich bei der Formel zur Berechnung der Dividendenrendite um eine Art einfache Zinsformel.
Verfügt der Anleger über die Angaben der Dividende pro Aktie und dem Aktienkurs, ist die Berechnung
der Dividendenrendite nach obiger Formel einfach. Sinnvoll kann es sein, die Dividende eines
Unternehmens (einer Aktie) mit dem am Markt zu erzielenden Zinssatz aus "sicheren" Anlagen wie
Tagesgeldkonten oder langlaufenden Anleihen zu vergleichen. Dies gilt aber nur für Unternehmen, die
ihre ausgeschütteten Dividenden erwirtschaften. Wird eine größere Dividendensumme ausgeschüttet
als es der Jahresüberschuss eigentlich zulässt, so wird die Dividende aus der Substanz bezahlt und nicht
aus den Gewinnen. Meist ein zeitlich begrenzter Zustand.
Daneben gibt es auch Unternehmen, die nur geringen Wert auf Dividendenausschüttungen legen und daher
nur eine geringe oder gar keine Dividende ausschütten, obwohl es die Gewinne des Unternehmens
eigentlich zulassen würden. Diese Unternehmen sehen sich oft in der Position, das Geld gewinnbringend
im eigenen Unternehmen reinvestieren zu können, was idelaerweise bei ausreichend hohen Margen den
Aktienkurs (Unternehmenswert) auf lange Sicht steigern hilft.

 

 

Dividenden im und aus dem Ausland

 

Bislang (bis 2008) gibt es für Dividendeneinkünfte aus Deutschland (von deutschen Unternehmen) das
Halbeinkünfteverfahren. Von der Bruttodividende wird bei Überschreiten des steuerlichen Freibetrages ein
pauschaler Abzug in Höhe von 20 % plus Solidaritätsbeitrag fällig. Dies ist nur ein Vorabzug. Mit der jährlichen
Steuer wird dieser Vorabzug berücksichtigt. Der endgültige Steuersatz auf Dividendeneinkünfte deutscher
Unternehmen richtet sich nach dem persönlichem Steuersatz. Er kann also deutich über oder deutlich unter
20 % liegen.

Für Dividenden, die ausländische Unternehmen an im Inland ansässige Personen ausschütten, gilt oftmals
ein Doppelbesteuerungsabkommen. Dahinter steht der Gedanke, dass ein deutscher Anleger nur einmal
Steuern auf Dividendenerträge bezahlen sollte, entweder in dem Land, in dem das Unternehmen ansässig
ist, an dem der deutsche Anleger beteiligt ist, oder aber in Deutschland. Ab dem Jahr 2009 gibt es in
Deutschland die Abgeltungssteuer. Dann wird zumindest jeder Zins- und/oder Dividendenertrag aus dem Inland
mit pauschal 25 % besteuert. Wie diese Regelung dann für ausländische Erträge aussieht, ist mir derzeit
noch nicht bekannt. Das Ausland jedoch hält auch nach 2009 weitgehend keine steuerlichen Veränderungen
für deutsche Anleger im Hinblick auf die Doppelbesteuerungsabkommen bereit. Deshalb macht es
möglicherweise Sinn, mal einen groben Blick auf die Steuern auf Dividendenerträge im Ausland zu richten.
Genaue Informationen erfragen Sie bitte von Ihrem Steuerberater oder Ihrem Anlagebereater!!!

Nachfolgende Tabelle enthält steuerliche Daten, die sich verändern können. Zudem basieren einige Daten
nur auf eigenen Erfahrungswerten. Die steuerlichen Daten können deshalb auch unrichtig sein. Ich vermag
nicht zu sagen, ob beispielsweise eine Quellensteuerfreiheit für Dividenden in UK generell gilt (für deutsche
Anleger) oder ob es sich lediglich um Freibeträge handelt. Ob sich die Dividendenerträge aus dem Ausland vor
dem Hintergrund der neuen Abgeltungssteuer ab 2009 verändern oder nicht, bleibt für mich noch unklar. Bis
Ende 2008 werden folgende Werte angenommen:

Land
Quellensteuersatz auf Dividenden (Daten unsicher - Bitte Steuerberater aufsuchen!)
USA
15 %
UK
Freibetrag oder keine Quellensteuer ???
Österreich
25 %
Schweiz
20 % (Erhöhung ab 2011 geplant)
Ungarn
10 %
Spanien
18 %
Frankreich
25 %
Belgien
15 %
Luxemburg
10 %
Norwegen
25 %
Griechenland
Freibetrag oder keine Quellensteuer ???