Aktien

 

Haben Sie schon einmal eine Aktie oder ein Muster einer Aktie in der Hand gehabt?
Geht nicht?
Aber ja! Auch im Internetzeitalter kann der Anleger eine Aktie physisch in Händen halten
oder "seine" Aktien auch im eigenen Tresor aufbewahren, wenn er denn will.
Üblich ist dies selbstverständlich nicht, denn normalerweise übernimmt Ihre Hausbank
die Sicherung Ihrer Besitzrechte an den von Ihnen gehaltenen Aktien.
Bei einem eventuellem Wechsel der Bank (z.B. Depotübertrag) werden die
Besitzrechte an die neue Bank mit übertragen.
Eine börsennotierte, inländische Aktie ist letztlich nichts anderes, als 2 oder mehr Din A 4 Blätter,
bestehend aus dem so genannten "Mantel" und dem so genannten "Bogen".

Mantel und Bogen von Aktien

Arten von Aktien (Aktiengattungen)

In Deutschland gibt es unterschiedliche Arten von Aktien (auch Aktiengattungen genannt).
Nachfolgend werden unterschiedliche Aktiengattungen aufgelistet:

1) Inhaberaktien:
Inhaberaktien stellen die häufigste Form der Aktie in Deutschland dar.
Ein Eigentumswechsel ist bei dieser Aktienform bequem und formlos
möglich.
Inhaberaktien sind oft auch Stammaktien (siehe Punkt 2).

2) Stammaktien:
Alle Aktionäre von Stammaktien haben die gleichen Rechte. Oft sind Stammaktien auch
Inhaberaktien (siehe Punkt 1). Die Aktionäre von Stammaktien haben auf der Hauptversammlung
volles Stimmrecht und damit volles Mitspracherecht, was unternehmerische Entscheidungen
anbelangt.
Damit steht die Stammaktie im Gegensatz zur Vorzugsaktie (siehe Punkt 3).

3) Vorzugsaktien:
Im Gegensatz zu Stammaktien gewähren Vorzugsaktien kein Stimmrecht auf der
Hauptversammlung.
Als Ausgleich wird meist eine höhere Dividende gezahlt im Vergleich zu Stammaktien.
Falls die Aktiengesellschaft Verluste erwirtschaftet, besteht bei Vorzugsaktien die Pflicht,
über einen bestimmten Zeitraum weiterhin eine Dividende auszuschütten. Wird die
Dividende nicht bezahlt wird, besteht ein Anspruch auf Nachzahlung der Dividende,
sobald die AG wieder Gewinne erwirtschaftet.
Unterbleibt beides, so können sich Vorzugsaktien in Stammaktien wandeln.

4) Namensaktien:
Bei Namensaktien ist der Aktiengesellschaft der Name, die Adresse, das Geburtsdatum
und die Stückzahl der Aktien, die der Aktionär besitzt, bekannt. Die vorgenannten Informationen
werden in das Aktienbuch eingetragen.

5) vinkulierte Namensaktien:
Vinkulierte Namensaktien sind fast gleichzusetzen mit Namensaktien (siehe Punkt 4).
Der einzige Unterschied besteht darin, dass eine Eigentumsübertragung von
vinkulierte Namensaktien nur mit Zustimmung der Aktiengesellschaft möglich ist.
Ein Beispiel für vinkulierte Namensaktien ist aktuell (2008) bei der Deutschen Lufthansa AG
vor zu finden.

6) Belegschaftsaktien:
Der Sinn von Belegschaftsaktien liegt in der Bindung der eigenen Mitarbeiter an das
Unternehmen. Eine börsennotierte Aktiengesellschaft (vor allem größere Unternehmen)
bieten Ihren Mitarbeitern oftmals so genannte Belegschaftsaktien an.
Diese Aktien können durch die Mitarbeiter des Unternehmens oftmals deutlich günstiger
erworben werden als Aktien der gleichen Aktiengesellschaft an der Börse.
Da die Motivationssteigerung der Mitarbeiter und das Zugehörigkeitsgefühl zum
"eigenen" Unternehmen gestärkt werden soll, haben Belegschaftsaktien oftmals
die Auflage, dass diese nicht gleich wieder an der Börse verkauft werden dürfen.
Vielmehr müssen die Belegschaftsaktien oftmals mehrere Jahre im Besitz des
Arbeitnehmers verbleiben.

7) Berichtigungsaktien (Gratisaktien, Zusatzaktien)
Hier scheiden sich die Geister, ob es richtig ist, die Berichtigungsaktien, auch Gratisaktien
oder Zusatzaktien genannt, als eine eigene Aktiengattung zu führen. Berichtigungsaktien entstehen,
wenn eine Aktiengesellschaft ausschliesslich aus Gesellschaftsmitteln eine Kapitalerhöhung
durchführt. Bei unverändertem Unternehmenswert entstehen durch die Kapitalerhöhung
mehr Aktien. Mehr Aktien bezogen auf den gleichen Unternehmenswert bedeutet aber auch,
dass jede einzelne Aktie weniger Wert ist als vor diesem Kapitalschritt. Um diese Wertdifferenz
der Altaktionäre beziehungsweise aussenstehenden Aktionäre auszugleichen, bedarf es der
Ausgabe von Berichtigungsaktien. Diese verschmelzen aber nach diesem Schritt letztlich
wieder zu der Aktiengattung, die vorher Bestand hatte. Es gibt also nur ein kleines Zeitfenster,
in dem Berichtigungsaktien existieren, weshalb die Frage, ob es sich bei den Berichtigungsaktien
tatsächlich um eine eigene Aktiengattung handelt, legitim zu stellen ist.

Stückelung von Aktien

Mit der Stückelung von Aktien ist die Einteilung der Aktien nach "Besitzrechten" oder "Anteilsrechten" gemeint.
Entweder lauten diese auf einen festen Betrag (Nennbetragsaktie) oder auf einen gleich großen Anteil am
Grundkapital (Stückaktie).

1) Nennbetragsaktie:
Nennbetragsaktien lauten auf einen festen, in Euro ausgedrückten Betrag. Dieser Nennbetrag ist mindestens
vom Aktionär zu erbringen (bei Erstausgabe von Aktien zum Beispiel). Der Mindestnennbetrag liegt heute bei
1 Euro. Früher (zu DM-Zeiten) waren es 50 DM.

2) Stückaktie:
Stückaktien verkörpern (im Gegensatz zu Nennbetragsaktien) keinen festen Betrag, sondern einen gleich
großen Anteil am Grundkapital.

Rechte des Aktionärs
(Beispiel Stammaktien)

Mit dem Erwerb von Stammaktien erhält jeder Aktionär unabhängig von der Anzahl der Aktien, die er
ordert, bestimmte Rechte. Dazu gehören:

1) Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung:
Jeder Aktionär hat das Recht, auf der einmal im Jahr statt findenden Hauptversammlung teilzunehmen,
oder seine Stimmen durch eine Person seiner Wahl vertreten zu lassen. Auch zu ausserplanmäßigen
(ausserordentlichen) Hauptversammlungen muss jeder Aktionär eingeladen werden.

2) Stimmrecht auf der Hauptversammlung:
Auf der Hauptversammlung kann jeder Aktionär von seinem Stimmrecht (Mitbestimmung über den Kurs
und die Geschäftspolitik des Unternehmens) Gebrauch machen.

3) Recht auf Anfechtung der Hauptversammlungsbeschlüsse:
Jeder Aktionär, der mit einzelnen Abstimmungsergebnissen auf der Hauptversammlung nicht einverstanden
ist, kann diese formal anfechten. Ob diese Anfechtungsansinnen dann von erfolg gekrönt sind, sei
dahin gestellt.

4) Recht auf Ausschüttung einer Dividende:
Entsprechend seiner Anteile am Unternehmen hat jeder Aktionär das Recht auf eine anteilige Ausschüttung
einer Dividende, sofern das Unternehmen überhaupt eine Dividende zahlt.

5) Bezugsrecht neuer Aktien:
Falls es zur Ausgabe neuer Aktien durch Kapitalmassnahmen kommen sollte, hat jeder Aktionär ein
Bezugsrecht auf die neu ausgegebenen Aktien. So soll verhindert werden, dass ein prozentualer Anteil,
den der Aktionär am Unternehmen besitzt, durch Ausgabe neuer Aktien zusammenschrumpfen würde.

6) Recht auf Anteil am Liquidationserlös:
Im Fall einer drohenden oder bereits eingetretenen Insolvenz des Unternehmens hat jeder Aktionär
das Recht auf einen Anteil am Liquidationserlös.

7) Auskunfstrecht:
Jeder Aktionär hat das Recht, dass er über den Geschäftsverlauf des Unternehmens und über die
zukünftige Geschäftsausrichtung des Unternehmens informiert wird. Oftmals bietet die
Hauptversammlung eine sinnvolle Möglichkeit, von diesem Recht durch Fragen an den Vorstand
Gebrauch zu machen.

 

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