Prüfen / Überprüfen

Genau recherchieren!

 

Ich schlage vor einer möglichen Existenzgründung vor, sich zunächst mit der Frage der Legitimation
zu beschäftigen. Leider ist es nicht nur in Deutschland so, dass bürokratische Hemmnisse eine
manchmal unüberwindlich hohe Hürde darstellen, die nicht selten gar nicht genommen werden kann.
In Ihrem Arbeitsbereich beziehungsweise in dem Geschäftsfeld, in dem Sie tätig werden wollen, benötigen
Sie eine Erlaubnis zur Ausübung der geschäftlichen Tätigkeit.
Manche Tätigkeiten benötigen gar keine Erlaubnis. So dürfen meines Wissens bis dato Bücher ohne jede
Erlaubnis geschrieben und auch verkauft werde. Zumindest dann, wenn in der erstellten Literatur keine
Straftaten begannen werden (Gewaltverherrlichung, Rassistische Inhalte, Kinderpornografie etc.).
Dies liegt mitunter auch daran, dass der Beruf des Journalisten bis dato (Ende 2009) nicht geschützt ist.
Jeder darf sich also Journalist nennen, ohne in diesem Beruf auf eine erfolgreiche Ausbildung zurückgreifen
zu können.
Andere Tätigkeiten sind auch dann verboten, wenn Sie die fachliche Qualifikation samt Ausbildung vorweisen
können. Als Beispiel sei hier genannt, dass Sie ein potentielles Medikament gegen Aids (selbst wenn es
Aids besiegen kann) nicht einfach so verkaufen dürfen, auch dann nicht, wenn Sie ausgebildeter Chemiker,
Biologe oder Mediziner sind. Hier gilt sogar, dass Sie nach derzeitiger Gesetzeslage nicht einmal
kommunizieren dürfen, wie HIV-Kranke Ihre Krankheit besiegen können.
Eine Geschäftsidee, die ohnehin utopisch ist, meinen Sie?
Falsch! Mir ist eine Person mit fachlicher Qualifikation bekannt, die eine häufige Krankheit (nicht HIV) behandeln
könnte und/oder die Behandlungsmethode zumindest kommunizieren könnte, so dass viele Betroffene nicht mehr
unter den Auswirkungen dieser speziellen Krankheit leiden müssten.
Aber das ist strengstens verboten. Keine Chance, dies zu kommunizieren und keine Chance bislang, hieraus
ein Unternehmen aufzubauen.
Um dies oder ähnliches heraus zu finden, ist es sinnvoll, zu versuchen, das zuständige Bundesamt zu finden,
dass speziell für Ihren Bereich (Geschäftsfeld) zuständig ist und dann schriftlich zu klären, ob Sie mit Ihrer
Geschäftsidee bestehende Gesetze verletzen oder nicht.
Um Ihnen zwei Beispiele zu nennen: Im Bereich der Finanzen wäre die BaFin zuständig (Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht) und im Fall von einem Medizinprodukt/Pharmazeutikum wäre das Gesundheitsamt
eine erste Anlaufstation. Natürlich wäre im letzten Fall auch das Bundesministerium für Gesundheit eine
weitere, sinnvolle Ansprechstation.
Sollte eine Geschäftsidee an fachlicher Qualifikation in Form von Nachweisen über Ausbildungen im Fachbereich
scheitern, so denken Sie bitte daran, dass es möglich ist, eine Person einzustellen, die über die nötigen
fachlichen Qualifikationen laut ihrer Ausbildung verfügt. Allerdings ist dann natürlich zu prüfen, gerade auch zu
Beginn einer Selbständigkeit, ob das Geschäftsmodell nicht nur den Unternehmerlohn erwirtschaften kann,
sondern auch noch die Lohnkosten für die zusätzliche Person (mit fachlicher Qualifikation).