Silber

"Silbermünzen"
 

 

Silber ist eines der 4 bekannten Edelmetalle (Gold, Platin, Palladium, Silber). Ähnlich dem Gold ist
der Bekanntheitsgrad von Silber weltweit hoch. Im Gegensatz zum Gold ist Silber aber aktuell deutlich
billiger. So kostet eine Feinunze Gold im April 2009 rund 870 US-$ und eine Feinunze Silber "nur" rund
12 US-$ (1 Feinunze ist übrigens gleichbedeutend mit 31,1035 Gramm des jeweiligen Edelmetalls).
Übrigens wird Silber aufgrund der deutlichen Preisdifferenz zum Gold auch manchmal als der kleine
Bruder des Goldes bezeichnet.
Übrigens: Das chemische Symbol für Silber ist Ag. Es leitet sich ab vom lateinischen Namen Argentum.
Das Vorkommen an Silber gab einem ganzen Land seinen Namen. Die Rede ist von Argentinien.


Vorkommen

Ähnlich dem Gold kommt auch Silber (chemisches Symbol = Ag) in der Natur in gediegener, also
elementarer Form, vor. Abgesehen von dem Vorkommen in gediegener Form ist Silber häufig in der
Natur an Sulfid (Anion des Schwefels) gebunden. Sulfidische Silbererze (und gediegenes Silber) wie
zum Beispiel Ag2S (Argentit) oder Kupfersilberglanz CuAgS finden sich vorwiegend in Nordamerika und
Südamerika. Erwähnenswert ist auch noch, dass Silber in einigen Erzen in geringen Mengen vorkommt.
Zu diesen silberhaltigen Erzen gehört zum Beispiel der Bleiglanz (PbS), in dem eine geringe Menge Silber
(unter 1 %) in Form von Ag2S vorkommen kann.


Physikalische und chemische Eigenschaften

Silber ist ein silberglänzendes bis weißglänzendes Edelmetall mit einem Schmelzpunkt von knapp 961
Grad Celsius und einem Siedepunkt von 2212 Grad Celsius. Es ist ein sehr weiches Metall, dass sich,
ähnlich dem Gold, zu dünnsten Folien und feinsten Drähten verarbeiten lässt. Die Leitfähigkeit des
Silbers für Elektrizität und Wärme toppt die Leitfähigkeit aller anderen Metalle. Als edles Metall verbindet
sich Silber bei "normalen" Temperaturen nicht mit dem Luftsauerstoff. Jedoch kann Silber schwarz
anlaufen. Diese Reaktion benötigt allerdings (neben dem Luftsauerstoff) geringste Mengen an
Schwefelwasserstoff. Ein Gas, dass sich durch Ausdünstungen von Mensch und Tier nahezu in jedem
bewohnten Raum befindet. Diese Oxidation zu Silbersulfid (Ag2S) kann durch Reduktionsmittel rückgängig
gemacht werden. Dazu eignet sich zum Beispiel eine wässrige Lösung aus Natriumcarbonat (Soda) und
einer Aluminiumfolie. Wird das angelaufene Silber in diese Lösung gelegt, findet eine Reduktion des
Silbersulfids (Oxidationsstufe des Silbers in Ag2S = +1) in die Oxidationsstufe Null (bezüglich des Silbers)
und damit eine "Entschwärzung" des Silbers statt.
Neben der beschriebenen Oxidation des Silbers durch Sauerstoff und Schwefelwasserstoff kann Silber
noch durch Salpetersäure gelöst werden. Cyanidlösungen (bei Vorhandensein von Sauerstoff) lösen Silber
ebenfalls. Grund hierfür sind so genannte Komplexbildungen.


Verwendung

Genau wie Gold wird auch Silber in der Schmuckindustrie (zum Beispiel Essbesteck) eingesetzt. Das
Anwendungsspektrum des Silbers ist im Vergleich zum Gold jedoch größer.
Aufgrund der Toxizität von Silber auf Mikroorganismen wird Silber einigen Textilien (auch in Form von Nanosilber)
zugesetzt. In der Medizintechnik und der Wundheilung wird Silber verwendet (zum Beispiel mit Silber beschichtete
Pflaster).
Silber ist ein wichtiges Material, um Galsspiegel herzustellen.
Silber hat zudem eine große Rolle in der Fotographie gespielt. Mit zunehmender Verbreitung der Digitaltechnik in
der Fotographie verliert Silber in diesem Bereich jedoch an Bedeutung.
In der Chemie wird Silber auch als Katalysator von Reaktionen eingesetzt. Hier gibt es also Analogien zu den
Edelmetallen Platin und Palladium, wenngleich der Einsatzbereich für Silberkatalysatoren ein anderer ist.
Aus der chemischen Analytik ist bekannt, dass sich Silberlösungen (zum Beispiel Silbernitrat) aufgrund der
Schwerlöslichkeit von Silberhalogenide hervorragend eignen, um Halogenide in wässriger Lösung nachzuweisen.
Also zum Beispiel Chloride oder Bromide. Formal bilden sich aus Silberionen und Halogenionen verschiedene
schwerlösliche Silberhalogenide (AgCl, AgBr, AgI), die an einer deutlichen Trübung und Ausfällung der zuvor
farblosen Lösung erkennbar werden.


Silber als Geldanlage

Ein Anleger, der einen Teil seines Vermögens in Silber anlegen möchte, hat natürlich verschiedene
Möglichkeiten. Gegenüber dem Gold oder beispielsweise auch gegenüber dem Platin hat Silber aber auch
gewisse Nachteile. Silber ist deutlich billiger als Gold oder Platin. Während bei einer physischen Anlage
in Schmuck, als Barren oder als Münze beim Gold (oder beim Platin) ein gutes Preis/Platz - Verhältnis vorhanden
ist, erhalten Sie für einen bestimmten Betrag "X" einfach viel Silber. 10.000 Euro in Gold könnten einfach in einer
kleinen Box eingelagert werden oder in einem herkömmlichen Schliessfach. 10.000 Euro in Silber nimmt dagegen
erheblich mehr Platz ein.
Silber ist zudem gegenüber Gold chemisch unedler. Es kann so zum Beispiel an der Luft durch Schwefelwasserstoff
anlaufen. Das ist zwar nicht weiter schlimm, da die Reaktion mit Reduktionsmitteln reversibel ist, sieht aber nicht
so besonders schön aus.
Auch Silber bietet die Möglichkeit, über unterschiedliche Anlageformen einen Teil seines Geldes in Silber anzulegen:

1) Schmuck
Üblich bei Silberschmuck ist die Verwendung von so genanntem Sterlingsilber. Das ist eine Legierung, die aus
92,5 % reinem Silber besteht. Den Rest machen andere Legierungsbestandteile aus wie zum Beispiel Kupfer,
welches reines Silber härter, und damit unempfindlicher werden lässt.
Sehr gerne werden Silberschmuckstücke auch noch rhodiniert, das heisst mit einer sehr dünnen Schicht Rhodium
versiegelt als Schutz vor dem Anlaufen. Früher wurde auch Nickel verwendet, dass allerdings zu Hautallergien
führen kann.

2) Silbermünzen
Silbermünzen erhält der Anleger zum Beispiel von seiner Bank oder Sparkasse, sowie natürlich über spezialisierte
Münzhändler und auch über Edelmetallhändler, die der Anleger auch im Internet vielfach vorfindet.



 

 

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