Kohlebranche

Kohlegranulat

Mit der Kohlebranche ist nicht die Bank- und/oder Versicherungsbranche gemeint, in der es oftmals auch nur
um "Kohle" geht, sondern Unternehmen, die im Bereich Bergbau einen Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich der
Förderung und des Abbaus von Kohle (Steinkohle, Braunkohle) besitzen.
Weltweit gibt es viele Unternehmen, die sich schwerpunktmäßig auf die Förderung und den Abbau von Kohle
spezialisiert haben, oder die sich als Unternehmensrandbereich um die Förderung und den Abbau von Kohle
kümmern. Kohle wird heute weltweit zu Tage gefördert, um diese hauptsächlich zur Verstromung, und damit
zur Energieerzeugung zu nutzen. Dementsprechend sind auch klassische Versorgungsunternehmen Kunden
von Unternehmen, die Steinkohle und/oder Braunkohle zu Tage fördern und verkaufen. Oder aber der Abbau
von Kohle ist gar ein Teilbereich eines großen Energieversorgungsunternehmen. Nicht selten übernimmt
das Energieversorgungsunternehmen auch die Transportkosten der Kohle. Zumindest ist das in den USA
gängige Praxis.

Zukunftsperspektiven der Kohle:
Wie bereits geschrieben, liegen die Hauptabsatzmärkte von Kohle heutzutage noch im Bereich der
Energieversorgungsunternehmen, die diese zur Verstromung, also zur Energieerzeugung nutzen. Dies wird
sich aller Voraussicht nach aber in den nächsten Jahren/Jahrzehnten signifikant verändern. Wie wir wissen,
gibt es weltweit Bemühungen, Energie mit Hilfe von erneuerbaren Energien herzustellen. Aus meiner Sicht
ist es nur eine Frage der Zeit, bis die erneuerbaren Energien in der Lage sind, alle fossilen Energieträger
zu ersetzen, wenngleich dieser Punkt sicherlich noch einige Jahre/Jahrzehnte in der Zukunft liegen dürfte.
Allein die Kraft der Sonne, genutzt mit Hilfe der Photovoltaik reicht aus, um den Bedarf der Menschheit an
Energie mehr als zu decken. Es müssen dazu nur genügend Solarzellen aufgestellt und deren Energie
gespeichert werden. Wenn aber in einer realisierbaren Fiktion alle Energie regenerativ hergestellt werden
könnte, so ruht die Herstellung einer Fülle von Grundsubstanzen/Endprodukten wie zum Beispiel Asphalt, Kerzen,
Dachpappen, Schmierölen, Kerosin, synthetischer Kautschuk, Polystyrol - Kunststoff, PVC - Kunststoff, Farbstoffen,
chemischen Sprengstoffen, Autolacken, Parfums, Konservierungsstoffen, Leichtbeton, Nylon und vieles mehr auf
den Schultern fossiler Energieträger. Fossiler Energieträger wie Öl und eben auch Kohle. Bislang wird vor allem Öl
herangezogen, um aus ihm durch chemische und physikalische Umwandlungsprozesse vorgenannte Produkte oder
wichtige Vorstufen vorgenannter Produkte herzustellen. Aber die Ressource Öl wird weltweit zunehmend knapper,
zumindest wenn man der Peak Oil Theorie folgt. Nachdem der so genannte Peak Oil Punkt (Produktionsspitze)
beim Öl überschritten ist, geht die zukünftige Födermenge konstant zurück und die Preise für Öl dürften
sich kontinuierlich und deutlich nach oben bewegen. Dieses Problem der Produktionsspitze hat Kohle auf absehbare
Zeit nicht, denn die gesamten weltweiten Vorräte und Lagerstätten der Kohle sollten noch rund 200 Jahre
ausreichen. Sollte auch in mittelfristiger Zukunft weiterhin neben Kerosin auch Benzin, Diesel und Heizöl gebraucht
werden, so kann und wird dieses ebenfalls entweder aus Öl oder aus Kohle hergestellt werden müssen.
Dazu eigent sich das in der Chemie schon seit langem bekannte Verfahren von Fischer und Tropsch. In einem ersten,
Energie verbrauchenden Schritt wird aus Kohle und Wasserdampf das so genannte Wassergas, welches aus
Kohlenmonoxid und Wasserstoff besteht. Formal also:

(C + H2O ---> CO + H2)

Aus diesem Wassergas (CO + H2) lassen sich dann mit Hilfe von Katalysatoren, je nach Versuchsbedingungen,
bequem unterschiedlichste Kohlenwasserstoffe herstellen. Dieses oder ähnliche Verfahren effizient und wirtschaftlich
zu machen, daran wird gearbeitet und selbstverständlich wird dieser Prozess umso interessanter, je höher der
Ölpreis steigt. Zukünftig könnte ein solch gut entwickelter Prozess zu einem Anziehen der Nachfrage nach Kohle
führen (andere Faktoren, die die Nachfrage mitbestimmen, bleiben hier unberücksichtigt).