Einschätzungen zum Börsenjahr 2012

 


28. Dezember 2012 - DAX bei rund 7.649 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.096 Punkten (Schlußstand vom 27. Dezember 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,3185:
Am Ende des alten Jahres bietet sich eventuell noch ein letztes Mal die Möglichkeit, angefallene
Kursgewinne oder gegebenenfalls Kursverluste durch gezielte Verkäufe/Käufe von Aktien steuerlich
zu optimieren.
Allen Lesern wünsche ich an dieser Stelle einen guten Rutsch ins neue Jahr und einen guten Start!


18. Dezember 2012 - DAX bei rund 7.628 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.235 Punkten (Schlußstand vom 17. Dezember 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,3180:
Die Börse zeigt sich derzeit wohl von ihrer besten Seite und liefert nahezu täglich neue
Jahreshöchststände. Ich kann mir derzeit kaum vorstellen, dass hinter diesem Kursaufschwung
nicht auch die Realwirtschaft in 2013 wieder mindestens leicht anziehen sollte. Doch Erfolg
oder Mißerfolg werden auch in 2013 für einen Anleger von der richtigen Auswahl an Aktien abhängen.
An dieser Stelle wünsche ich allen Lesern ein ruhiges und besinnliches Weihnachstfest!


05. Dezember 2012 - DAX bei rund 7.443 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.951 Punkten (Schlußstand vom 04. Dezember 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,3090:
Da es von konjunktureller Seite kaum neue Erkenntnisse gibt, möchte ich mich in meinem heutigen
Kommentar auf die kurze Vorstellung eines Unternehmens (einer Aktie) fixieren.

1. Western Digital
Western Digital ist ein technologisch geprägtes Unternehmen in nahezu allen Bereichen der
elektronischen Datenspeicherung. Externe Speichergeräte für Computer, Speicher für Mediaplayer,
Cloud-Speicher und Router sind nur einige Produkte aus dem Hause Western Digital (Hauptquartier
in San Diego, Californien, USA). Nun zum Zahlenwerk:
Mit rund 8,2 Milliarden US-$ kostet das Unternehmen nur unwesentlich mehr als das zuletzt
ausgewiesene Eigenkapital des Unternehmens (rund 8,04 Milliarden US-$). Die Eigenkapitalquote
liegt bei sehr soliden rund 56,7%. Das KGV liegt aktuell bei unter 5 und das Unternehmen
erwirtschaftet sehr deutlich seine Kapitalkosten. Eine sehr ungewöhnliche Konstellation, dass ein
finanziell derart solide aufgestelltes Unternehmen beim KGV bei unter 5 liegt. Schauen wir uns
die Ergebnisschätzungen für das nächste Jahr an, so liegen diese auf Basis von mehr als 20
Analysten bei rund 9,1 US-$ pro Aktie. Beim Aktienkurs von aktuell rund 33,59 US-$ ergäbe sich
dann ein noch unglaublicheres Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 3,7. Der kurzfristige Kursverlauf
der Aktie auf 3-Monatssicht ist abwärts gerichtet. Der langfristige Kursverlauf (seit dem Jahr 2000)
hingegen deutlich aufwärts. In Summe vielleicht ein Unternehmen, dass einen Blick lohnen
könnte???

Allgemeiner Risikohinweis:
Jede Aktie, auch die hier vorgestellte Western Digital kann in die Insolvenz gehen und der Anleger
damit sein angelegtes Kapital komplett verlieren. Die vorgestellte Aktie stellt keine Kaufempfehlung
dar. Für etwaigige eintretende Verluste wird keine Haftung übernommen.

Offenlegung von (möglichen) Interessenskonflikten:

Über meine Privatdepots halte ich an vorgenannter Aktie derzeit (05. Dezember 2012)
Anteile in folgender Höhe:

Western Digital: 557 Stück

In den nächsten 72 Stunden ist keine Veränderung im Bestand der vorgenannten Aktien
geplant.


30. November 2012 - DAX bei rund 7.432 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.021 Punkten (Schlußstand vom 29. November 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,3005:
Nach einer erfolgreichen Woche mit einigen positiven Meldungen zur Konjunktur verbessert sich
erkennbar die Stimmung unter den Marktteilnehmern wieder, die wieder darauf setzen, dass sich
die wirtschaftliche Entwicklung verbessert. Auch der Aktienmarkt, so muss beim Blick auf
die Indizes festgesetellt werden, signalisiert eigentlich keine dramatische Rezession. Oft ist der
Aktienmarkt ein Vorläufer der Realwirtschaft. Vielleicht auch dieses Mal!?
Auszuschliessen ist eine Rezession aber natürlich auch nicht. Sollte es aber einen leichten
Konjunkturaufschwung geben, dann gibt es in vielen verschiedenen Aktien (Unternehmen) noch
einiges zu verdienen. Einige Unternehmen habe ich in den letzten Kommentaren hier vorgestellt.
Aus aktuellem Anlass (Quartalsbericht III) möchte ich Ihr Augenmerk auf das deutsche Unternehmen
2G Energie lenken.

1. 2G Energie
2G Energie bietet mit Blockheizkraftwerken eigener Herstellung dezentrale Energieversorgungssysteme
an und strebt nach früheren Vorstandsaussagen in diesem Bereich die noch vakante Position
eines Weltmarktführers an. Das Unternehmen sollte im Übergangsjahr 2012 in etwa auf dem
Umsatz- und Gewinnniveau von 2011 bleiben, um dann in 2013 die Früchte aus der in diesem Jahr
intensivierten Auslandsexpansion zu tragen. Der Vorstand hat in der Vergangenheit bewiesen,
dass seinen Worten auch Glauben geschenkt werden darf. Daher stellt sich 2G Energie für mich
aktuell als ein perfektes Investment dar.
Die Marktkapitalisierung liegt bei 130 Millionen Euro. Der Wert des Unternehmens nach meinem
Modell liegt auf Basis der Zahlen von 2011 und der erwarteten Zahlen für 2012 bei rund 195 Millionen
Euro. Die Bilanz ist sehr stark mit einer Eigenkapitalquote von aktuell leicht über 50 %. Der Aktienkurs
ist kurzfristig gefallen und ich liebe es, genau dann "zuzuschlagen". Die Erwartungshaltung ist nach
dem heutigen Tag positiv und die Gewinndynamik beginnt wieder mit einer Beschleunigung.
Schliesslich ist das Unternehmen noch in einem zukunftsträchtigen Bereich tätig. Sollte in 2013
mit deutlich höheren Gewinnen zu rechnen sein, wird sich der "faire Unternehmenswert" über die
zuvor beschriebenen 195 Millionen Euro hinaus deutlich erhöhen. Kurzum: Läuft es gut, ist ein
Verdoppler im Aktienkurs für 2013 drin. Noch längerfristig betrachtet kann sich der Unternehmenswert
von hier aus vervielfachen, so lange die Wachstumsstory intakt ist und die Margen konstant gehalten
werden können. Sprich: Die Konkurrenz kann auf Abstand gehalten werden.
Vielleicht ist dieses Unternehmen auch in Ihren Augen einen zweiten Blick wert?

Allgemeiner Risikohinweis:
Jede Aktie, auch die hier vorgestellte 2G Energie kann in die Insolvenz gehen und der Anleger
damit sein angelegtes Kapital komplett verlieren. Die vorgestellte Aktie stellt keine Kaufempfehlung
dar. Für etwaigige eintretende Verluste wird keine Haftung übernommen.

Offenlegung von (möglichen) Interessenskonflikten:

Über meine Privatdepots halte ich an vorgenannter Aktie derzeit (30. November 2012)
Anteile in folgender Höhe:

2G Energie: 394 Stück

In den nächsten 72 Stunden ist keine Veränderung im Bestand der vorgenannten Aktien
geplant.


23. November 2012 - DAX bei rund 7.245 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.837 Punkten (Schlußstand vom 21. November 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,2900:
Nun hat der Aktienmarkt seit meinem letzten Kommentar wieder etwas zugelegt. Wir stehen meiner
Meinung nach an einem Punkt der Entscheidung, der vielleicht vergleichbar ist mit den
Auswirkungen, die ein Schmetterlingsschlag auf das Wetter haben kann. Kommt es zur weltweiten
Konjunkturabkühlung, und das glauben viele Volkswirte, werden die Aktienkurse zwangsläufig
deutlich sinken, weil sich Unternehmensgewinne deutlich reduzieren und Aktien dann rein von
der fundamentalen Sicht immer teurer werden. Kommt es zum Aufschwung der Weltwirtschaft,
wenn auch langsam, sind ausgewählte Aktien scheinbar sehr billig, weil viele schon eine Rezession
teilweise eskomptieren. So erreichen uns denn derzeit auch wechslende Signale aus unterschiedlichen
Regionen der Welt. Während aus Europa überwiegend negative Nachrichten zu hören sind, scheint
die chinesische Wirtschaft wieder besser zu laufen und auch der US-amerikanische Häusermarkt
zeigt sich aktuell sehr freundlich. Wir werden wohl noch etwas warten müssen, bevor wir verlässlich
sagen können, ob es zu einer Rezession oder einem neuerlichen Aufschwung in der Wirtschaft
kommt.
Genau wie bei meinem letzten Kommentar versuche ich auch heute einmal, Ihnen 2 Aktien aus
meinem Depot vorzustellen, die extrem günstig erscheinen und mit einer guten Gewinndynamik
glänzen, trotz rezessiver Tendenzen in Europa.

1. KSB (Vorzugsaktien):
KSB ist ein Hersteller von Pumpen und Armaturen, die in sehr vielen Bereichen zum Einsatz
kommen. In der aktuellen Zwischenmitteilung vom 30.09.2012 ist zu lesen, dass sich der
Auftragseingang insgesamt um 8,6 % erhöht hat. Die Umsätze stiegen ebenfalls um 11,8 %.
Durch einen veränderten Produktmix sind die Margen etwas gefallen. Auf Konzernebene ist
der Gewinn vor Steuern (EBT) in den laufenden 9 Monaten gestiegen und auch für das gesamte
Jahr wird eine Steigerung des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Mit einer Eigenkapitalquote von rund 38,3 % steht KSB insgesamt gut dar. Nun zur Bewertung:
Nehme ich "nur" den Gewinn des letzten Geschäftsjahres, so erhalte ich mit meinem
Unternehmensbewertungsmodell einen Unternehmenswert von rund 1,2 Milliarden Euro.
Aktuell billigt die Börse diesem Unternehmen, welches übrigens seine Kapitalkosten
erwirtschaftet, einen Unternehmenswert von rund 0,66 Milliarden Euro zu.

2. Ceotronics:
Ceotronics ist ein Systemanbieter von digitalen Funk-Netzen und Endgeräten. So gehören
etwa Kommunikations-Headsets zum Produktspektrum des Unternehmens, die eine gute
Kommunikation zwischen verschiedenen Menschen ermöglichen, obwohl die Kommunikation
in einer sehr lauten Umgebung statt findet. Auch hier ist das Einsatzfeld der Produkte von
Ceotronics sehr groß. Flughäfen, Automobilsport, Feuerwehr, Militär und Polizei sind nur einige
der Kunden von Ceotronics. Das Unternehmen erhofft sich große Umsätze aus der Umstellung
von analogem zum digitalen Funk. Diese sind aber auch vom Budget abhängig, dass dem
Staat zur Verfügung steht. Eine dramaitsche Verschärfung der europäischen Schuldenkrise
würde einer besser werdenden Auftragslage des Unternehmens vermutlich entgegen stehen.
Doch an diesem Punkt sind wir noch nicht. Das abgelaufene Geschäftsjahr weist einen
Umsatz- und Gewinnsprung aus. Rund 1,2 Millionen wurden nach Steuern verdient. Das ganze
Unternehmen ist für rund 11 Millionen Euro an der Börse zu haben. Weniger als das bilanziell
ausgewiesene Eigenkapital. Und das bei einem Unternehmen, welches mit diesem Ergebnis
seine Kapitalkosten sehr deutlich erwirtschaftet. Nach meinem Unternehmensbewertungsmodell
dürfte das Unternehmen aktuell rund 19 Millionen Euro wert sein. Ein satter Aufschlag zum aktuellen
Wert bei bester Bilanzqualität. Schliesslich liegt die Eigenkapitalquote bei über 60 %. Nun noch
zum Extrabonbon. Einige Analysten trauen dem Unternehmen einen Gewinnsprung im laufenden
Geschäftsjahr von mehr als 50 % zu. Dies würde den fairen Unternehmenswert noch einmal
sehr deutlich vergrößern.

Allgemeiner Risikohinweis:
Jede Aktie, auch die hier vorgestellten 2 können in die Insolvenz gehen und der Anleger
damit sein angelegtes Kapital komplett verlieren. Die vorgestellten Aktien stellen keine Kaufempfehlung
dar. Für etwaigige eintretende Verluste wird keine Haftung übernommen.

Offenlegung von (möglichen) Interessenskonflikten:

Über meine Privatdepots halte ich an vorgenannten Aktien derzeit (23. November 2012)
Anteile in folgender Höhe:

KSB (Vorzugsaktie): 30 Stück
Ceotronics: 4100 Stück

In den nächsten 72 Stunden ist keine Veränderung im Bestand der vorgenannten Aktien
geplant.


16. November 2012 - DAX bei rund 7.042 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.542 Punkten (Schlußstand vom 15. November 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,2751:
Ich kann auch heute nur noch einmal wiederholen, dass mir die Situation am Aktienmarkt
als enorm gefährlich und brisant erscheint. Die Hoffnung der Aktienmärkte in der
Vergangenheit ruhte darauf, dass es möglicherweise nur zu einer Konjunkturdelle
kommen würde und daher die zumeist rückläufigen Gewinne der Unternehmen nur temporär
bedingt wären, also für einen Investor tragbar, da die Hoffnung bestand, dass sich die
Unternehmensgewinne wieder schnell erholen würden. Doch diese Hoffnung scheint nun zu Nichte
gemacht und damit baut sich ein Verkaufsdruck auf Aktien auf, der seines gleichen sucht.
Eine Rezession, in der die Eurozone jetzt offiziell steckt, wird sich tief in die Bilanzen der
Unternehmen einfressen und dürfte die Aktienkurse auf breiter Front schmelzen lassen,
wie Schnee in der Sonne. Daher mein erneuter Ratschlag: Extreme Vorsicht beim Aktienkauf.
Doch jüngst schrieb ich hier über einige Unternehmen, die diese Krise evtl. gut überstehen
könnten und diese möchte ich jetzt einmal hier vorstellen:

1. Research in Motion:
Hinter Research in Motion verbirgt sich der Hersteller von BlackBerry`s, also den Smartphones,
die lange Zeit unter Businesskunden die Nummer 1 im Bereicht Smartphones waren. Keine
Frage, Research in Motion (RIM) steckt in Problemen, abzulesen auch am Aktienkurs, der
von über 140 US-$ im Jahr 2008 auf nunmehr rund 8,8 US-$ gefallen ist. Endlich wurde
angekündigt, dass im Januar 2013 eine neue Version von BlackBerrys vorgestellt wird mit klaren
Unterscheidungsmerkmalen zu den derzeitigen 2 Marktführern aus den USA und Südkorea.
Anders als manch anderer strauchelnder Ex-Marktführer hat BlackBerry eine ausgesprochen
gute und logische Bedienstruktur seiner Handys. Zudem steht RIM immer noch finanziell
ausgesprochen gut da und hat die finanzielle Kraft, neue Produkte erfolgreich am Markt
einzuführen. Gelingt ein erfolgreicher Launch der neuen Produktpalette im frühen nächsten
Jahr, ist RIM vorerst gerettet und die Aktien dürften sich Vervielfachen.
Ich setze auf die ausgesprochen hohe Qualität der BlackBerryproduktlinie, denn der finanzielle
und operative Kern dieses Unternehmens ist meiner Meinung nach Spitzenklasse und weiter
intakt. Wussten Sie übrigens, dass es nur eine einzige Handymarke weltweit gibt, mit der
Sie als Benutzer nahezu intransparent bleiben können? Richtig, Sie ahnen es schon.
BlackBerry! Auch das Pentagon ist nach wie vor von der hohen Sicherheit überzeugt.
Wenn sensible Daten im Spiel sind (zum Beispiel Bankgeschäfte) erreichen Sie maximalen
Schutz, wenn Sie einen BlackBerry benutzen.

2. First Solar:
Aufgrund von Überkapazitäten ist der Sektor der Photovoltaik derzeit eine reine Katastrophe.
Kaum ein Unternehmen in diesem Sektor verdient überhaupt noch Geld. Die wenigen,
die noch Geld verdienen, verdienen ihre Kapitalkosten bei Weitem nicht. Alle, bis auf eins:
First Solar. Auch First Solar musste Verluste verbuchen. Allerdings wurden hier Assets
abgeschrieben. Mittlerweile macht First Solar auf Quartalssicht gesehen wieder Gewinne
und erwirtschaftet damit seine Kapitalkosten. Die Bilanz ist sauber (kaum Intangible Assets
und kein Goodwill mehr). Die Eigenkapitalquote liegt bei rund 63 %. Auf Basis des nächsten
Jahres wird ein Gewinn erwartet, der First Solar in etwa auf ein KGV von rund 5 bis 6 stellen
würde. Eigentlich viel zu wenig für ein Unternehmen mit dieser Bilanz- und Gewinnrelation.
Aktuell kostet First Solar rund 23,2 US-$. In 2008 waren es einst über 300 US-$. Meiner
Meinung nach ist First Solar der beste Einzelwert im Bereich der Photovoltaik mit einer
Chance zur Vervielfachung seines aktuellen Aktienkurses. Heute wird bereits, auch im privaten
Bereich, eine Netzparität hergestellt. Photovoltaik ist also nicht mehr teurer als Strom aus der
Steckdose. Es scheint auf den ersten Blick so, dass sich demnach alle Investitionen in
die Photovoltaik auch ohne staatliche Unterstützung rechnen sollten. Dem ist derzeit
aber nicht so, da ein privater Haushalt nicht den kompletten Strom verbrauchen kann,
den die Photovoltaikanlage erzeut. Doch entwickelt sich ein neuer Sektor, in dem der
von der Sonne produzierte Strom direkt abgenommen werden, also direkt verbraucht
werden kann...und damit billiger wird als vergleichbarer Strom. Nämlich im Bereich der
Industrieunternehmen, die sämtlichen produzierten Strom aufnehmen/verbrauchen können.
Mittlerweile stehen auch die chinesischen Unternehmen im Bereich Photovoltaik schlecht
kapitalisiert dar und schreiben Verluste, was noch einmal die Ausnahmestellung von
First Solar unterstreicht.

3. Tipp24:
Das Unternehmen ist im Bereich des Glücksspiels tätig und erwirtschaftet ausserhalb
Deutschlands mit seinem Geschäftsmodell seit Jahren sehr hohe und steigende Gewinne.
Auch bei diesem Unternehmen ist die Bilanz sehr stark. Die Eigenkapitalquote lag zum
Jahreswechsel bei sehr hohen rund 75 % und hat sich unterjährig noch einmal verbessert.
Das Unternehmen erscheint nach dem aktuellen Kurs um rund 36 Euro deutlich unterbewertet.

Alle 3 vorgenannten Unternehmen sind relativ konjunkturunabhängig!!!

4. Corning:
Corning ist ein großer amerikanischer Glashersteller, dessen Produkte unter anderen in
Fernsehern, Bildschirmen, TV-Geräten und Smartphones zum Einsatz kommen.
Noch werden die Kapitalkosten erwirtschaftet, wenngleich der Gewinntrend leicht rückläufig
erscheint. Die Eigenkapitalquote liegt aktuell bei rund 74 % und der Börsenwert liegt mit rund
16 Milliarden US-$ deutlich unter dem ausgewiesenen Eigenkapital von circa knapp 22 Milliarden
US-$. Corning besitzt neben dem Glasgeschäft auch noch Geschäfte im Bereich der "Life Sciences".
Die aktuelle Börsenbewertung entspricht einem Unternehmen mit einer schwachen Bilanz, welches
seine Kapitalkosten nicht erwirtschaftet und dessen Produkte sich in einer dahinsiechenden
Branche bewegen. All das steht im krassen Gegensatz zur Realität. Übrigens: Die Aktie von
Corning hat um die Jahrtausendwende einmal mehr als 100 US-$ gekostet. Dieses Unternehmen
ist allerdings von einem konjunkturellen Niedergang stärker betroffen als die vorgenannten
3 Unternehmen, was dem potentiellen Investor eventuell einen langen Atem abverlangt.

5. Einhell:
Einhell produziert Produkte (Werkzeuge) rund um Haus und Garten. Auch Einhell sitzt mit
einer Eigenkapitalquote von rund 65 % fest im finanziellen Sattel. In den letzten 4 Jahren
hat sich das Eigenkapital bei gleichbleibender Bilanzsumme um mehr als 40 Millionen Euro
erhöht. Sieht man von dem Aktiencrash in 2008/2009 ab, stagniert der Aktienkurs der
börsennotierten Vorzugsaktie von Einhell. Auch das passt rein fundamental gesehen
kaum zusammen. Ebensowenig wie ein geschätztes KGV für dieses und das nächste Jahr
von unter 8. Dies sind allgemein Bewertungen von kapitalschwachen, strauchelnden
Unternehmen in schwachen Sektoren. Trotzdem verläuft auch hier der jüngste Gewinntrend
rückläufig. Und auch diese Aktie würde unter einer Konjunkturabkühlung leiden. Auch das
verlangt einem Investor eventuell einen längerem Atem ab als bei den 3 erstgenannten
Unternehmen. Jedoch stellt sich das Bewertungsniveau bei Einhell aktuell bereits als
sehr billig dar, was zukünftigen, eventuellen Gewinnrevisionen einen Bewertungspuffer
entgegen setzt. Qualitativ möchte sich Einhell zudem in den kommenden Jahren mehr
und mehr als Hersteller von hochwertigen Werkzeugen/Gartengeräten etablieren.
Dazu wurde jüngst eine Werbeinitiative gestartet.

Allgemeiner Risikohinweis:
Jede Aktie, auch die hier vorgestellten 5 können in die Insolvenz gehen und der Anleger
damit sein angelegtes Kapital komplett verlieren.

Offenlegung von (möglichen) Interessenskonflikten:

Über meine Privatdepots halte ich an vorgenannten Aktien derzeit (16. November 2012)
Anteile in folgender Höhe:

Research in Motion : 818 Stück
First Solar: 340 Stück
Tipp24: 131 Stück
Corning: 950 Stück
Einhell VZ: 650 Stück

In den nächsten 72 Stunden ist keine Veränderung im Bestand der vorgenannten Aktien
geplant.


14. November 2012 - DAX bei rund 7.137 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.756 Punkten (Schlußstand vom 13. November 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,2733:
Meiner Ansicht nach stehen wir an den Finanzmärkten jetzt möglicherweise vor einem
signifikanten Aktiencrash. Bislang konnte der Aktienmarkt, getragen durch die Hoffnung
auf eine kurzfristige Konjunkturdelle, steigen. Doch mittlerweile zeigt sich, dass in ganz
vielen Branchen (Bergbau, Automobil, Automobilzulieferer, Stahl, Bau etc.) die Aufträge
ganz massiv einbrechen und kaum noch Investitionen durchgeführt werden. Dies hat
jetzt bereits erkennbar Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne. Mit stark fallenden
Unternehmensgewinnen relativiert sich die Preiswürdigkeit des Aktienmarktes und eine
dramatische Korrektur der Aktienkurse steht bevor. Mein Ratschlag: Verkaufen!
Natürlich gibt es auch in einer Korrektur die Möglichkeit selektiv steigender Aktienkurse
von Einzelunternehmen, obwohl der Gesamtmarkt massiv fällt. Daher sollte der Anleger
prüfen, ob es vielleicht Unternehmen in seinem Depot gibt, die extrem preisgünstig
erscheinen. Ob es da Sinn macht, zu verkaufen, muss jeder selbst entscheiden.
Beispielsweise hat ein amerikanischer Aktienwert, der unter anderem auch Glas für
Smartphones herstellt, bei excellenter Bilanzqualität ein Bewertungsniveau erreicht, dass für
ein zukunftsorientiertes Unternehmen extrem preisgünstig erscheint. Ein kanadischer
Hersteller von Smartphones, der in der vergangenen Zeit extrem unter die Räder
gekommen ist, bietet eventuell eine weitere gute Chance für einen langfristig orientierten
Anleger. Denke ich an Solar, fällt mir der größte Hersteller von Solarmodulen auf
Cadmiumtelluridbasis ein, der mit einer extrem starken Bilanz und inzwischen riskobereinigten
Bilanz wieder profitabel arbeitet. Die Kapitalkosten werden wieder erwirtschaftet.
Im Übrigen der einzige Hersteller weltweit in der Solarbranche, der derzeit seine
Kapitalkosten erwirtschaftet.


12. November 2012 - DAX bei rund 7.144 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.815 Punkten (Schlußstand vom 09. November 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,2705:
Mittlerweile wird den Anlegern von verschiedenen Quellen (Frühindikatoren, EZB,
Wirtschaftsforschungsinstitute und auch direkt aus den Unternehmen) suggeriert, dass es
möglicherweise nicht wie erhofft, nur zu einer kurzen Konjunkturdelle kommen könnte, die
schon bald endet. Vielmehr scheint sich derzeit die Meinung durchzusetzen, dass wir am
Beginn einer länger anhaltenden wirtschaftlichen Schwächephase, vielleicht sogar einer
länger anhaltenden Rezession stehen. Aus den USA haben sich zuletzt die Risiken für die
Wirtschaft durch die Diskussion über die Fiskalklippe wieder deutlicher erhöht und Mario
Draghi warnt vor einem Überspringen der rezessiven Tendenzen auch auf Deutschland.
Diese Aussage wird flankiert durch jüngste Quartalsergebnisse aus den Unternehmen.
Einige Unternehmen melden gerade in jüngster Zeit enorm schwieriger werdende
Geschäfte, sinkende Umsätze, einbrechende Auftragseingänge und niedrigere
Gewinnaussichten. Viel Unsicherheit also, wie das nächste Jahr wirtschaftlich verlaufen
könnte. Derzeit drängt sich eine Investition in den Aktienmarkt aus meiner Sicht nicht
mehr auf. Im Gegenteil: Risikofaktoren und Gewinnunsicherheiten aus den Unternehmen
könnten deutlicher sinkende Aktienkurse zur Folge haben.


25. Oktober 2012 - DAX bei rund 7.235 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.077 Punkten (Schlußstand vom 24. Oktober 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,3020:
Nach meinem Kommentar vom 15. Oktober 2012 zeigte der Aktienmarkt zunächst deutliche
Aufwärtstendenzen, die aber in den letzten Tagen jäh unterbrochen wurden. Mittlerweile
liegen verschiedene Quartalsdaten von Unternehmen auf dem Tisch und mehrheitlich ist
die Berichtssaison bis dato eher schlechter verlaufen als ursprünglich vom Markt angenommen.
Besonders die zyklischen Bereiche und dort besonders der Bereich Automobile und
Automobilzulieferer sind an der Börse deutlicher unter die Räder gekommen. Dies kommt
nicht ganz unerwartet (siehe meinen Kommentar vom 02. Oktober 2012). Doch das Ausmass
und die Schnelligkeit des Niedergangs der zyklischen Industrie kommt dennoch etwas
überraschend. Die Probleme im Automobilsektor haben nun auch die Premiumhersteller
erfassst. Die Automobilzulieferbetriebe veröffentlichten in den vergangenen Tagen
zahlreiche Gewinnwarnungen.
Von den Frühindikatoren, die Thema meines Kommentars vom 15. Oktober 2012 waren,
zeigt sich China und auch Amerika noch in einer relativ robusten beziehungsweise stabilen
Situation, wohingegen Deutschland im Hinblick auf Frühindikatoren für negative Überraschungen
gesorgt hat. Damit stellt sich die Frage, welche Kräfte am Ende aus konjunktureller Sicht
siegen werden. Die Aufschwungtendenzen in Asien, die stabile Lage in Amerika oder die
konjunkturelle Abwärtstendenz in Deutschland? Die Stimmung an den Börsen hat jedoch
extrem gelitten. Auch dafür gibt es viele Indikatoren. Ich möchte den Blick lediglich auf
die Entwicklung verschiedener, auf den fallenden DAX setzender Optionsscheine lenken.
Hier zeigte sich, das die Zugewinne der PUT-Optionsscheine auf den fallenden DAX
in den letzten Tagen deutlich über dem lagen, was rein rechnerich bei einer Abwärtsbewegung
beim DAX hätte sein dürfen. Bei einem fallenden DAX von circa 3 % schossen verschiedene
Optionsscheine auf den fallenden DAX um rund 20 % in die Höhe. Ein Indiz für einen dramatischen
Stimmungsumschwung der Anleger.
In Summe gehe ich, auch was die Frühindikatoren anbelangt, wieder in einen neutraleren
Level zurück als ich es in meinem Kommentar vom 15. Oktober 2012 gewesen bin.
Dem negativen Stimmungsbild der meisten Anleger folge ich derzeit nicht, möchte aber
schon auf die Brisanz hinweisen, die eine nachhaltig negative Konjunkturentwicklung auf
Unternehmensgewinne und damit auch auf die Kursentwicklung von Aktien haben würde.
Ich bleibe derzeit noch positiv eingestellt für Aktien, möchte aber weitere Daten, auch aus
den USA, abwarten.


15. Oktober 2012 - DAX bei rund 7.261 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 13.400 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,2945:
Inzwischen gibt es Signale der Hoffnung aus verschiedenen Stimmungsindikatoren und aus
verschiedenen Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung der globalen Konjunktur. Der Baltic Dry Index
notiert mit 926 Punkten zwar immer noch auf einem absolut blutleerem Niveau, vergleicht man diese
Zahl mit dem Durchschnitt vergangener Jahre. Doch dieser Index hat jüngst einen deutlich vernehmbaren
Aufschwung gezeigt. Circa plus 30 % innerhalb von nur 1 Monat. Damit wäre zwar immer noch die
Note "Mangelhaft" zu vergeben, aber von der Note "Ungenügend" hat sich der Index inzwischen
wieder deutlich entfernt. Der Baltic Dry Index ist übrigens ein Maßstab für die Preisentwicklung
der Frachtraten.
In den USA zeigt der jüngst veröffentlichte PMI (Purchasing Manager Index - Einkaufmanagerindex)
einen Anstieg auf 51,5 % für den Monat September. Neben der Preisentwicklung verzeichnete vor
vor allem die Indexkomponente "New Orders", also die Auftragseingänge der Industrie mit 5,2 %
einen starken Anstieg, was wiederum im Einklang mit der sehr dynamischen Entwickllung
des Baltic Dry Index steht. Der PMI gilt als relativ verlässlicher Indikator zur Beurteilung der
Konjunktur.
Die meisten Rohstoffpreise (exklusive Agrarrohstoffen) wichtiger Industriemetalle wie zum Beispiel
Aluminium, Blei oder Kupfer weisen seit gut einem Monat ebenfalls wieder deutlicher nach oben,
obgleich jüngst bei einigen Industriemetallen eine leichte technische Korrektur eingesetzt hat.
Als Sahnehäubchen obendrauf stabilisiert sich nach jüngsten Berichten in den USA der
Häusermarkt und die chinesiche Konjunktur hat offenbar wieder den Dreh nach oben geschafft.
Mittlerweile müssten auch die ersten geldpolitischen Maßnahmen der EZB unter Mario Draghi
Wirkung in der Realwirtschaft zeigen. Eine zumindest vorläufige Beruhigung in der
innereuropäischen Schuldenkrise dürfte zudem eine stabilere Ausgangsbasis für einen
potentiellen Konjunkturdreh bilden.
Zum Aktienmarkt:
Wenn die nächsten Daten den zuvor beschriebenen Aufschwung in der Realwirtschaft bestätigen
oder sich dieser Trend sogar noch beschleunigt, dürfte weiter steigenden Aktienkursen eigentlich
nichts mehr im Wege stehen. Hier möchte ich gerne auf die enorme Inhomogenität in der
Bewertung der Unternehmen hinweisen. Bei einem Vergleichszinssatz von circa 5 % (irgendwo
um diese Marke herum notieren gut geratete Unternehmensanleihen) erscheinen manche
Unternehmen durchaus als ausreichend bezahlt. Andere hingegen notieren mit bester
Bilanzqualität und einer Erwirtschaftung ihrer Kapitalkosten mit KGV-Verhältnissen von 5 bis 10.
Der mittel- bis langfristig angelegte Stockpicker ist in diesem Marktumfeld also mehr denn je
gefragt.
Noch ein paar Zeilen zum Vergleichszinssatz von circa 5 bis 6 %:
Vor einigen Jahren war es sehr lange Zeit am Aktienmarkt üblich, ein "Risikopapier" wie die
Aktie mit vermeintlich sicheren Staatsanleihen bester Qualität zu vergleichen. Unterstellen
wir einen Vergleichszinssatz von 5 bis 6 %, so wird hier ein Risikopapier (Aktie) mit einem
anderem Risikopapier verglichen, was eigentlich dem Sinn einer Einbettung des Risikos "Aktie"
in eine feste und vermeintlich sichere Zinslandschaft zuwider läuft.
Mit anderen Worten: Würden wir die Aktie tatsächlich mit vermeintlich sicheren Staatsanleihen
vergleichen, die derzeit bei unter 3 % notieren, und würden gleichzeitig unterstellen, dass
Staatsanleihen für längere Zeit auf diesem Niveau bleiben würden, so könnte ich mir auch relativ
schnell einen DAX im Bereich zwischen 15.000 und 20.000 Punkten vorstellen. Bedingung
hierfür wäre allerdings, dass sich die schleppende Konjunktur der vergangenen Monate nur
als Konjunkturdelle erweist und nicht als lang anhaltende Rezession (siehe oben).
Ausserdem sollte sich die europäische Schuldenkrise auch weiterhin als beherrschbar
erweisen.
In Summe betrachtet vermute ich bei einem nachhaltigen Anziehen der Konjunktur einen
DAX-Punktestand von rund 10.000 bis 15.000 Punkten, zumal es die rentierlichen
Unternehmensanleihen auch weiterhin als Anlagealternative geben sollte. Ich bin sehr gespannt,
ob sich die Konjunkturerholung in den nächsten Monaten fort setzen wird oder es sich bei den
verbesserten Konjunkturindikatoren und Daten zur Konjunktur nur um ein Strohfeuer handelt.
Falls es sich um eine Konjunkturerholung handeln würde, wäre wieder einmal festzustellen,
dass die Börse dem oben skizzierten Gedankengut ein paar Schritte (Monate) voraus war.


02. Oktober 2012 - DAX bei rund 7.323 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.515 Punkten (Schlußstand vom 01. Oktober 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,289:
Nach unserem Umzug ins "Ländle", den entsprechenden Umzugsarbeiten und der Ausräumung
technischer Probleme bin ich nun endlich wieder "online". Seit meinem im Juli abgegebenen Kommentar
zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Börse ist sehr viel Zeit vergangen. Grund genug für einen
kurzen Rückblick und einen Ausblick. Nahezu sämtliche Indikatoren zur wirtschaftlichen Entwicklung
unterlegen die bereits im Juli getroffene Annahme, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung bis dato
eher verschlechtert hat. Auch die in die Zukunft gerichteten Indikatoren weisen auf weiterhin sehr
schwierige Zeiten in der Realwirtschaft hin. Die Vermutung jedoch, dass die Börsen im Einklang mit
dem wirtschaftlichen Niedergang fallen werden, erwies sich bis dato als falsch. Denn die Börse
verzeichnete in den zurück liegenden Wochen und Monaten deutlich steigende Kurse.
Wie passt das zusammen? Zum Einen haben die Notenbanken viel dafür getan, um das Anlegerherz
vorerst zu beruhigen. Auf der anderen Seite scheint mir aber auch der Blick auf die Entwicklung der
Zinsmärkte für eine Erklärung des Anstieges geeignet. Seit April diesen Jahres haben sich die Renditen
der vermeintlich noch sicheren Staatsanleihen der USA und einiger wirtschaftlich stabiler Staaten in
Europa (wie zum Beispiel Deutschland) deutlich nach unten bewegt, sprich die Kurse der Staatsanleihen
sind gestiegen. Beispielsweise sank das Renditeniveau 10 jähriger Staatsanleihen von etwa 2,3 %
im April 2012 auf derzeit noch 1,63 %. Dies klingt wenig, bewirkt aber bei der Bewertung von Unternehmen,
die sich in die vorherrschende Zinslandschaft einbinden müssen, einen erheblichen Aufschlag, vorausgesetzt,
alle anderen Faktoren blieben gleich. Konkurrierende, vermeintlich sichere Geldanlagen, wurden in
den letzten Monaten also deutlich unattraktiver, was wiederum zur Folge hatte, dass die Aktie stärker in
den Fokus der Anleger geraten ist. Auch Unternehmensanleihen, bei denen immer noch gut 5 % oder etwas mehr
zu erreichen sind, rentieren damit im Durchschnitt um einige Prozentpunkte niedriger als noch vor wenigen
Monaten. Daher scheint es aus heutiger Sicht logisch, bei immer niedrigeren Renditen am Zinsmarkt,
flankiert durch unterstützende Maßnahmen der Notenbanken, dass Aktien im Durchschnitt gesehen teurer
geworden sind. Doch Vorsicht: Dieses Spiel funktioniert nur so lange, so lange die Unternehmensgewinne
entweder nur moderat sinken oder aber nur für eine überschaubare kurze Zeit einbrechen. Beides leitet
sich derzeit leider nicht ab. Weder aus den Indikatoren, noch aus den Auftragseingängen der Industrie,
die teilweise zu drastischen Einbrüchen bei den Book to Bill Ratios der Unternehmen führt. Wenn hier
nicht relativ zügig ein Umschwung erkennbar wird, drohen die Unternehmensgewinne in 2013 drastischer
zu fallen als derzeit vom Markt vorhergesehen und dann könnte es auch vor dem Hintergrund extrem
niedriger Zinsen, zu deutlich negativen Verwerfungen am Aktienmarkt kommen. Insbesondere die
zyklischen Bereiche wie Stahl, Automobil oder Maschinenbau sprechen in Ihren Einschätzungen ja
nicht gerade von rosigen Zeiten, die vor uns liegen.


06. Juli 2012 - DAX bei rund 6.410 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 12.722 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,228:
Eine Zinssenkungsorgie der letzten Tage liegt hinter uns. Zusammen mit den EU-Gipfelbeschlüssen
vermutlich mit ein Grund, warum die Aktienbörsen im Monat Juli bis dato deutliche Aufschläge verzeichnen
konnten. Die chinesische Notenbank, die britische Notenbank und die EZB haben ihre Leitzinsen
gesenkt. Sinkende Zinsen sind sehr gut für Aktien. Folglich stiegen die Kurse. Eigentlich logisch, oder?
Langfristig gesehen mag dieser Zusammenhang durchaus richtig sein. Aber es lässt sich auch ein
anderes Bild zeichnen. Stellen wir uns eine Feuerwache vor, die vor einiger Zeit einen Notruf über einen
Brand entgegen genommen hat und damit reagiert hat, dass beispielsweise 3 Feuerwehrautos zur
Brandbekämpfung eingesetzt wurden, von denen die Verantwortlichen der Feuerwehr annahmen,
dass diese 3 Feuerwehrautos ausreichten, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch es zeigte
sich entgegen den Erwartungen, dass der zunächst kontrollierbar erscheinende Brand völlig ausser
Kontrolle geraten ist, und nun sämtliche zur Verfügung stehende Feuerwehrautos zur Brandbekämpfung
anrücken müssen, mit unbekanntem Ausgang in Bezug auf das Feuer.
Zurück zur Wirtschaft und zur Börse: Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa, in den USA und in China
scheint nun völlig ausser Kontrolle zu geraten und was passiert bis dato: Die Aktienkurse steigen.
Ob das so bleiben wird? Daran habe ich derzeit sehr große Zweifel. Es kann natürlich sein, dass sich
die wirtschaftliche Entwicklung wieder stabilisiert und der jüngste Anstieg der Aktienkurse gerechtfertigt
erscheint. Doch die aktuelle Mischung aus Rezessionen und heftigen wirtschaftlichen Abschwächungstendenzen
mit vielleicht schon panischen Reaktionen der Notenbanken liefert auch ein Mischungsverhältnis,
dass heftige Kurseinbrüche in der Breite des Aktienmarktes nach sich ziehen könnte.



02. Juli 2012 - DAX bei rund 6.475 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.880 Punkten (Schlußstand vom 29. Juni 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,264:
Die Bankenwelt scheint nach dem EU-Gipfel gerettet. Zumindest vorerst. In der Folge stiegen die Aktienkurse
hüben wie drüben des großen Teichs kräftig an. Aber warum eigentlich? Verständlich, dass hier große Freude
bei den Anlegern aufgekommen ist, weil Europa nicht (oder zumindest vorerst nicht) untergeht. Aber nach
wie vor gibt es eine gravierende Wachstumsverlangsamung, vielleicht sogar schon eine Rezession.
Sämtliche Vorindikatoren zeigen nach wie vor nach unten. Daher gehe ich davon aus, dass wir in Kürze
wieder mit sinkenden Aktienkursen zu tun haben werden.


28. Juni 2012 - DAX bei rund 6.144 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.627 Punkten (Schlußstand vom 27. Juni 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,243:
Es scheint sich immer mehr zu bestätigen, dass wir uns auf eine Rezession zu bewegen, vielleicht schon
in einer Rezession stecken. Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der Rezession ist
derzeit an den so genannten zyklischen Aktien abzulesen, also zum Beispiel Automobilaktien, Stahlaktien
und Chemieaktien. Diese sind nämlich deutlich weiter von ihren diesjährigen Höchstständen entfernt
als beispielsweise der DAX. Die defensive Ecke des Aktienmarktes (zum Beispiel Konsumgüterhersteller,
Pharmaunternehmen) sind keineswegs mehr billig zu nennen. Scheinbar noch billige Aktien sehe ich
eher in den Bereichen Software, Öl, Rüstung, einige Autozulieferbetriebe oder partiell im Bausektor
sowie aktuell noch partiell im Finanzsektor. Doch gerade auch letzterer würde durch ein Ausweiten der
Schuldenkrise dramatisch getroffen. Insgesamt weiss keiner wie hart und wie lange diese Rezession
dauern wird und kann. Doch die Negativmeldungen in dieser Hinsicht, die derzeit schon aus verschiedenen
Sektoren kommen (zum Beipsiel Stahl) befinden sich bei Eintritt in die Rezession doch erst am Anfang.
Nach wie vor scheint mir größte Vorsicht am Aktienmarkt angebracht trotz selektiver Gelegenheiten bei
sehr günstig erscheinenden Aktien.


21. Juni 2012 - DAX bei rund 6.343 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 12.596 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,254:
Leider ist es nicht möglich, die zukünftige Börsenentwicklung punktgenau abzubilden. So war
denn auch meine Annahme einer kurzfristigen technischen Gegenreaktion nach oben vom 06. Juni 2012 nicht richtig.
Flankiert durch positive politische Ereignisse (guter Wahlausgang in Griechenland) haben sich die
Börsenkurse in Europa und Amerika überwiegend positiv entwickelt. Doch die Rezession frisst
sich in Ihrer Entwicklungsgeschichte weiter fort. Ein Blick auf wichtige Rohstoffpreise (zum Beispiel
Öl, Kupfer, Blei oder Aluminium) offenbart, dass sich die Weltwirtschaft offenbar in einer problematischen
Verfassung befindet. So hat der CRB Rohstoffindex (ein Korb aus verschiedenen Rohstoffen) in den
letzten knapp 2 Monaten um rund 10 % nachgegeben. Dies dürfte sich nach meiner Einschätzung auch in
Kürze wieder an der Börse mit negativen Kursveränderungen bemerkbar machen.
Hinzu kommen ohnehin die Dauerbrennerthemen Spanien, Portugal usw.


06. Juni 2012 - DAX bei rund 6.094 Punkten (Schlußkurs) -
Dow Jones bei ca. 12.415 Punkten (Schlußkurs) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,257:
Das ist dann wohl die eigentlich zu erwartende technische Gegenreaktion auf die massiven
Kurseinbrüche der Vortage. Diese Gegenreaktion dürfte wieder genau so schnell
enden, wie sie begonnen hat und dann erwarte ich aus heutiger Sicht eine thematische und
börsentechnische Anknüpfung an die seit gut einem Monat vorhandene Thematik (Schuldenproblematik,
Konjunktureinbruch, Einbruch der Aktienkurse auf breiter Front).


04. Juni 2012 - DAX bei rund 5.998 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.108 Punkten (Taqesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,249:
Bislang konnten Sie hier seit Monaten lesen, dass sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen
verschlechtern. Einige Vorindikatoren wiesen in der Vergangenheit bereits in diese Richtung
und waren in den letzten Monaten an dieser Stelle oft genug Thema. Trotzdem gab es, auch vor
dem Hintergrund zahlreicher guter Prognosen von Wirtschaftsforschungsinstituten, immer noch
eine Resthoffnung auf konjunkturelle Verbesserung im Verlauf von 2012. Doch nun hat sich die
Situation und die Börsenwelt meiner Meinung nach deutlich verändert. Die konjunkturelle Lage
hat sich scheinbar derart verschlechtert, dass mit raschen und vielleicht deutlichen
Zinssenkungen zu rechnen ist. Ich bin zwar der Überzeugung, dass die jetzigen Lenker der amerikanischen
und europäischen Notenbanken alles tun werden, um die Konjunktur zu stützen. Doch das ändert
meiner Meinung nach kurzfristig nichts mehr daran, dass jetzt eine neue Börsengeschichte geschrieben
wird, deren Thematik gerade erst begonnen hat. Es sieht so aus, als würden die meisten Unternehmen
auf absehbare Zeit verheerende Einbrüche Ihrer Unternehmensergebnisse melden. Damit wird
der Aktienmarkt in absehbarer Zeit durch sinkende Unternehmensergebnisse in der Breite des
Marktes (billige Aktien gibt es auch heute noch) bestimmt und dürfte dadurch tendenziell immer teurer werden.
Eine lange und scharfe Abwärtsbewegung der Weltbörsen dürfte uns nun bevor stehen. Natürlich
kann es nach dem jüngsten starken Einbruch der Aktienmärkte durchaus mal sein, dass wir ein
paar Tage eine Erholung sehen könnten. Könnten und nicht müssen! Doch mittel- bis langfristig
dürften die Aktienkurse, wie oben bereits beschrieben, drastisch sinken.


31. Mai 2012 - DAX bei rund 6.264 Punkten (Schlußkurs) -
Dow Jones bei ca. 12.440 Punkten (Taqesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,236:
Der Monat Mai war im Rückblick betrachtet ein schlechter Börsenmonat. Wichtige Aktienindizes
haben deutlich an Boden verloren. Am Gesamtbild der politischen und konjunkturellen
Situation hat sich seit meinem letzten Kommentar meiner Meinung nach wenig verändert.
Die Griechenlandfrage ist immer noch völlig ungeklärt. Weitere Länder stehen inzwischen am
Finanzmarkt erneut unter dem Verdacht, sich mit dem Griechenlandvirus anzustecken.
Die konjunkturellen Signale scheinen weiter eine sehr schleppende Konjunktur anzuzeigen.
So waren auch heute wieder schlechte Konjunkturdaten aus den USA im Fokus der Börse.
Insgesamt scheint es sogar so zu sein, als würde sich eine konjunkturelle Talfahrt in wichtigen
Ländern dieser Welt (USA, Europa, China) eher beschleunigen als zum Ende zu kommen.
Interessant finde ich auch, dass einige eher zyklische zu charakterisierenden Aktien/Branchen
(zum Beispiel Stahl, Automobile oder Rohstoffe) inzwischen doch deutlicher korrigieren.
So ist denn auch der Tenor meines heutigen Kommentars wieder auf große Vorsicht beim
Kauf von Aktien ausgerichtet. Ich erwarte keine durchgreifende Erholung der Aktienkurse in der
unmittelbar vor uns liegenden Zeit, wenngleich ich durchaus die ein oder andere extrem gut
erscheinende Möglichkeit zum Einstieg in selektiv ausgewählten Aktien sehe.


16. Mai 2012 - DAX bei rund 6.393 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.671 Punkten (Taqesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,272:
Mittlerweile haben sich Dax und Dow Jones weiter nach unten bewegt. Obwohl es am Aktienmarkt
scheinbar nach wie vor extrem günstig erscheinende Aktien gibt, gilt doch insgesamt, dass
sich verschiedene Hinweise auf die mögliche weitere Konjunkturentwicklung eher negativ zeigen.
So warnt heute ein Bergbauriese vor eventuell weiter sinkenden Rohstoffpreisen und will daher
verschiedene geplante Projekte überdenken. In China hat offenbar die Geldpolitik zu lange
gewartet, um der Konjunktur geldpolitisch unter die Arme zu greifen. Nach wie vor gibt es in
China zwar deutliche Wachstum, aber dennoch verlangsamt sich die Wachstumsdynamik
zu stark, gemessen an den Erwartungen der chinesischen Regierung/Geldpolitik.
Dazu scheint ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone nicht mehr als undenkbar angesehen
werden. Auch bis dato steht Griechenland ohne eine funktionierende Regierung da.
Auch in Frankreich wurde gewählt. Hier habe ich die Meinung, dass der Sozialist Hollande von
der Börse zwar kritisch gesehen wird, meiner Ansicht aber völlig zu Unrecht. Hollande will
nicht nur darauf setzen, einem Hungernden noch den letzten Happen aus dem Mund zu reissen
(also rigoroses Sparen), sondern setzt auf Wachstum gepaart mit Sparanstrengungen. Diese
Kombination halte ich für gut und auch auf Spanien oder Portugal übertragbar. Alleiniges Sparen
führt meiner Meinung nach zum Exodus. Zurück zur Börse:
Eine technische Reaktion nach oben bietet sich kurzfristig durchaus an, nach vielen Verlusttagen
zuvor. Doch bleibt das Gefühl, dass wir an den Börsen (Aktienmärkten) eventuell vor größeren
Verwerfungen nach unten stehen könnten. Nach wie vor gilt es also, vorsichtig zu sein.


04. Mai 2012 - DAX bei rund 6.542 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 13.038 Punkten (Schlußstand vom 04.Mai 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,308:
Sell in May and go away! Diese Börsenweisheit scheint sich, gemessen an den ersten Tagen
des Monats Mai, doch vielleicht wieder zu bestätigen. Leider war die Erholung der Aktienkurse,
von der noch am 02. Mai 2012 die Rede war, doch scheinbar nur ein Strohfeuer. Erneute schlechte
Daten zur Konjunktur (zum Beispiel aus dem Dienstleistungssektor) gepaart mit neuerlichen
Problemen der Eurozone (zum Beispiel Griechenland oder die bevorstehende Wahl in Frankreich)
haben die Aktienmärkte wieder auf Talfahrt geschickt. Es bleibt vorerst scheinbar doch dabei:
Für einen Kauf von Aktien zum jetzigen Zeitpunkt benötigt der Anleger sehr gute Gründe. Sehr gute
Gründe für einen Erwerb von Aktien liegen zum Beispiel dann vor, wenn es gelingt, deutlich unterbewertete
Aktien mit einer soliden Bilanz zu finden, die derart stark unterbewertet erscheinen, dass diese
Unterbewertung auch in einer Rezession nicht aufgebraucht wird. Es gibt diese Aktien nach wie
vor, aber nicht in der Breite des Aktienmarktes. Daher rate ich abschliessend doch wieder zu
größerer Vorsicht am Aktienmarkt.


02. Mai 2012 - DAX bei rund 6.821 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.279 Punkten (Schlußstand vom 01. Mai 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,317:
Mittlerweile haben sich der DAX und auch andere Börsenindizes wieder deutlicher erholt. Sicherlich
stellte diese Erholung für den ein oder anderen (auch für mich) eine Überraschung dar. Zuletzt
wurde vermeldet, dass offenbar viele Privatanleger Ungemach an den Aktienbörsen erwarten und
daher Ihre Gelder aus Aktienfonds deutlich abgezogen haben. Dieser Aspekt kann natürlich eventuell
sogar ein Kontraindikator sein und letztlich in weiter steigenden Aktienkursen einmünden!!!??
Inzwischen liegen viele Unternehmensergebnisse vor, die bereits einen Trend erkennen lassen.
Der überwiegende Teil der Unternehmen zeigt gute Ergebnisse für das Gesamtjahr 2011 mit einer
oftmals erkennbaren Abschwächung der Dynamik im 3./4. Quartal des vergangenen Jahres.
Doch es gibt auch Lichtblicke beziehungsweise einen Trend zu positiven Veränderungen.
Bemerkenswert ist, dass viele Unternehmen das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres
sehr gut begonnen haben und auch für das Gesamtjahr mit zumindest stagnierenden Ergebnissen
rechnen. Die Lage bei der Rohstoffbeschaffung/Vorproduktbeschaffung hat sich preislich gesehen
deutlich entspannt. Dies eröffnet den Unternehmen mit Weitergabe der Preiserhöhungen an den
Endkunden Raum für eine neuerliche Ausweitung der Margen...und damit letztlich wieder zu besseren
Ergebnisqualitäten. Auch aus der zuletzt gequälten Solarbranche vermeldet ein Unternehmen,
dass die Auslastung des Unternehmens für den Rohstoff Silizium, erheblich angestiegen ist.
Problematisch demgegenüber ist nach wie vor das Damoklesschwert um die europäische
Schuldenproblematik, den immer noch auf einem blutleeren Niveau rangierenden Baltic Dry Index
und auch die Einschätzung der amerikanischen Notenbank, dass das "Schlimmste" noch nicht
ausgestanden ist. Meine kürzlich noch negative Haltung zum Aktienmarkt hat sich aufgrund der
positiven Meldungen auch in den Neutralbereich zurück bewegt.
Auffallend ist meiner Meinung nach auch, dass der Aktienmarkt trotz Rekorden beim Dow Jones
und lediglich "guten 1.000 Punkten" beim DAX sehr inhomogen erscheint. Einige Aktien erscheinen
derzeit teuer bis sehr teuer. Andere jedoch sind noch Lichtjahre von ihren Höchstwerten entfernt
(zum Beispiel Bankwerte, einige Bauunternehmen bzw. Zulieferer der Baubranche oder Energieversorger).
Auch im Nebenwertebereich verbessern einige kleine Unternehmen jedes Jahr ihre Bilanzqualität
(zum Beispiel ein Werkzeughersteller oder ein kleiner Klinikbetreiber in Deutschland), ohne dass sich der
Aktienkurs nennenswert nach oben bewegt hat.
In Summe bietet sich derzeit bei deutlich unterbewerteten Aktien (siehe Beispiele oben und andere) meiner Meinung nach
ein Einstieg an. Den Gesamtmarkt würde ich derzeit weiter beobachten, ohne meine derzeitigen Aktienpositionen
nennenswert zu verändern.


23. April 2012 - DAX bei rund 6.566 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.918 Punkten (Schlußstand vom 20. April 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,315:
Obwohl ein Geschäftsklimaindex in der vergangenen Zeit besser als erwartet gemeldet wurde,
kommen aus der Automobilbranche eher zunehmend vorsichtiger werdende Kommentare zum
Verlauf des laufenden Jahres. Dies dürfte vielen Akteuren am Aktienmarkt bereits bekannt sein.
Eine Nachricht, die vielleicht nicht so intensiv in den Medien diskutiert wurde, ist der Einbruch
am amerikanischen Werbemarkt, der einigen großen Zeitungs- und Medienkonzernen die Gewinne
verhagelt hat. Vielleicht ein weiterer Vorbote einer deutlichen konjunkturellen Abkühlung.
Der hier vielfach beschriebene Baltic Dry Index hat sich zuletzt zwar etwas stabilisiert, zeigt sich
jedoch auch aktuell, trotz einer leichten Erholung der letzten Monate, auf einem denkbar schwachen
Niveau. Auch wenn viele Wirtschaftsforschungsinstitute inklusive der Bundesregierung einen
Wirtschaftsaufschwung, zumindest der deutschen Wirtschaft, voraussehen, mahnt inzwischen
nicht nur die bestehende und zunehmende Schuldenproblematik Europas zu äusserster Vorsicht
in Bezug auf den Erwerb von Aktien, sondern auch die konjunkturelle Verlangsamung der
Weltwirtschaft und eine nach wie vor kraftlose Erholung der Wirtschaft in den USA mit gefährlichen
Signalen (siehe oben). Zu diesem ohnehin schon gefährlichem Gemisch von eher negativen
Meldungen kommt dann auch noch ein hoher Ölpreis und eine drohende Kriegsgefahr in der arabischen
Welt. Es gibt nach wie vor sehr günstig bewertete Aktien, auch ausserhalb der zyklischen Branchen.
Dies, und die sehr optimistische Erwartung, dass die Weltwirtschaft nur eine kleine Delle durchläuft,
sind die positiven Seiten des aktuellen Marktgeschehens. Wenn sich der Informationsfluss jedoch
dahingehend verändert, dass aus der Konjunkturdelle eine neue Rezession erwachsen könnte,
werden wir noch weit tiefere Kurse am Aktienmarkt sehen.


13. April 2012 - DAX bei rund 6.584 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 12.918 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,307:
Jeden Tag erzählt die Börse Geschichten. Mal handelt es sich um "Hauptbücher", also Themen,
die Einfluss auf nahezu alle Börsensegmente beziehungsweise alle Aktien haben. Mal handelt
es sich nur um "Nebenbücher", also um branchenspezifische oder gar unternehmensspezifische
Themen. Die Kunst des Börsianers besteht oftmals darin, nicht die Bücher aufzugreifen und
irgendwo herein zu lesen, sondern zu erkennen, wann eine Geschichte beginnt und wann sie
endet. Meiner Meinung nach hat die aktuelle Geschichte des "Hauptbuchs", nämlich die konjunturelle
Schwächephase mit entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse der
Zukunft, gerade erst begonnen. Wie lang die Geschichte erzählt wird und wie stark die "Gefühle"
sein werden, die diese Geschichte hervor ruft, vermag ich nicht zu sagen. Doch hat der hier lange
vorausgeahnte Verfall der Aktienkurse begonnen, so meine aktuelle Meinung. Da dürfte noch
einiges an negativen Überraschungen für die Börse hinterher kommen und damit letztlich auch
noch deutlich tiefere Kurse der Aktienindizes. Äusserste Vorsicht ist nun meiner Meinung nach
angesagt, denn neben den fundamentalen Daten, auf die hier bereits seit einiger Zeit hingewiesen
wurde, spricht nun auch das Timing und die Markttechnik für kurzfristig weiter fallende Kurse.


04. April 2012 - DAX bei rund 6.799 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.046 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,313:
Auch heute gab es neben schlechter laufenden Auktionen von spanischen und portugiesischen
Staatsanleihen wieder Meldungen zur konjunkturellen Lage, die auf eine Rezession in Europa
hindeuten. Entsprechend schwach reagiert mittlerweile der Aktienmarkt. Doch könnte dies
letztlich nur der Beginn einer großen Abwärtsbewegung sein. Denn wenn rezessive
Entwicklungen durch die Unternehmensergebnisse ziehen, dürften Unterbewertungen von 30 %,
40 % oder gar 50 % schmelzen wie der Schnee in der Sonne. Hände weg von zyklischen Aktien!
Vorsicht vor Aktien, die maximal leicht unterbewertet sind oder gar fair bewertet bzw. zu teuer.
Einzig wirklich günstig erscheinende Aktien sollte der Anleger jetzt noch kaufen.


29. März 2012 - DAX bei rund 6.870 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.043 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,326:
Nach weiteren, überraschend schlechten Konjunkturdaten in den letzten Tagen sieht es
nun so aus, als würden die fortlaufend schlechten Konjunkturdaten langsam aber sicher
Wirkung zeigen an den Börsen. Und ich bleibe nach wie vor bei meinem Standpunkt, dass
das Risiko erheblicher Kursrückgänge in diesem Jahr gewaltig ist. Ich würde mich freuen,
wenn es nicht so kommt, aber einkalkulieren sollte der Anleger dieses Negativszenario,
denn es ist aus meiner Sicht real.


22. März 2012 - DAX bei rund 6.952 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.124 Punkten (Schlußstand vom 21. März 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,316:
Weitere Daten aus China und heute Morgen auch vom Einkaufsmanagerindex der deutschen
Industrie signalisieren einerseits eine deutliche Verlangsamung des Wachstums und
andererseits einen Rezessionskurs. Meine Annahme der Vergangenheit war die, dass
heftige Wachstumseinbrüche mit den entsprechenden Folgen das nächste Börsenkapitel
einleiten werden. Spätestens dann, wenn an den Börsen ohnehin die eher schwache "Saison"
beginnt, also Ende April (sell in may and go away). Das Risikopotential ist meiner Meinung
nach gewaltig und trifft inzwischen auch nicht mehr auf extrem günstige Aktienkurse im
Durchschnitt. Natürlich gibt es nach wie vor Aktien, bei deren Preiswürdigkeit ein Anleger
Freudentränen bekommen kann, aber die Breite des Aktienmarktes ist nicht mehr extrem
günstig zu nennen. Auch dann nicht, wenn man bereits die heutigen Erwartungen für 2012
und 2013 einpreist. Wenn es dann bei den tatsächlichen Gewinnen der Unternehmen
zu Revisionen nach unten kommt, ist das vermeintliche "Unterbewertungspolster" einiger
Aktien schnell aufgebraucht. Verschiedene Indikatoren signalisieren schwerste Einbrüche der
Wirtschaftsleistung und dies kann meiner Meinung nach kaum ohne größere Blessuren
an den Börsen vorbei gehen.


15. März 2012 - DAX bei rund 7.110 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 13.194 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,307:
Die schwindende Sorge um Griechenland, gute Daten vom Arbeitsmarkt in den USA und eine
steigende Zuversicht in die zukünftige wirtschafltiche Entwicklung haben die Aktienmärkte
in der jüngsten Vergangenheit kräftig nach oben geschoben. Diese Entwicklung war für mich
eine Überraschung. Dennoch halte ich die Lage an den Aktienmärkten nach wie vor für
risikoträchtig und bleibe bei meiner Einschätzung, dass es spätestens ab Ende April 2012
an der Börse ungemütlich werden kann. Der Arbeitsmarkt ist meist ein nachlaufender Indikator,
den ich genau aus diesem Grund nicht übergewichten würde. Die positive Griechenlandlösung
ist sicher gut, jedoch ergeben sich in Europa langsam aber sicher Wachstumsprobleme, die
zukünftig zu niedrigeren Unternehmensumsätzen und damit zu niedrigeren Unternehmensgewinnen
führen könnten.


07. März 2012 - DAX bei rund 6.646 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.777 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,311:
Nun zeigt sich in der Realwirtschaft, was einige Frühindikatoren schon seit geraumer
Zeit anzeigen. Dienstleistungssektor auf Rezessionskurs. Auftragseingägne der deutschen
Industrie brechen ein. Solarindustrie und LED-Branche verheerend schlecht usw. Entsprechend
hat die Börse gestern recht deutlich reagiert, was ich bereits seit einigen Wochen spätestens ab
Ende April erwartet habe. Einige Aktien sind nach wie vor billig. Bei der breiten Masse von Aktien,
auch wenn sie billig erscheinen, werden schon bald Gewinnrevisionen ins Haus stehen, die
die scheinbare Unterbewertung aufheben und in teure Aktien verwandeln können und werden.
Vor allem zyklische Aktien sind nur noch mit der Kneifzange anzufassen. Der Anleger kann
an dieser Stelle durchaus einige billige Aktien höchst selektiv zukaufen. Die breite Masse der
Aktien dürfte aus meiner Sicht aber zunächst weiter nachgeben. Das Rückschlagspotential
ist grundsätzlich gewaltig. Das, was einge Frühindikatoren anzeigen, signalisiert die schlimmste
Börsenentwicklung der letzten 10 Jahre. Also DAX ungefähr bei 2.500 Punkten. Auf der anderen
Seite sind Aktien vergleichsweise billig und die Zinslandschaft sehr tief. In Summe könnte
die Wahrheit an der Börse dann vielleicht bei ungefähr 4.000 bis 5.000 Punkten im DAX liegen,
bevor es gegen Ende des Jahres vielleicht wieder besser wird.


01. März 2012 - DAX bei rund 6.839 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.952 Punkten (Schlußstand vom 29. Februar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,333:
Seit meinem letzten Kommentar vom 21. Februar 2012 gibt es keine Veränderungen in
meiner Meinung zum Aktienmarkt. Trotz einiger immer noch vorhandener Unterbewertungen
bei Aktien gibt es aus meiner Sicht ein nicht zu verachtendes Risikopotential für Aktien
spätestens ab Ende April.
Meine Einstellung zur Solarbranche hingegen hat sich seit meinem letzten Kommentar
und der Bekanntgabe drastischer Einschnitte bei der Solarförderung durch die Bundesregierung
deutlich verändert. Zu viel Wettbewerb, zu wenig Umsätze, keine auskömmlichen Preise für
Anbieter von Solartechnik. Und vor allem kaum Licht am Ende des Tunnels. Ich empfehle daher
bis auf Weiteres diesen Sektor zu meiden, nachdem nun auch der Branchenprimus aus den
USA tief in die roten Zahlen gerutscht ist.


21. Februar 2012 - DAX bei rund 6.912 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.950 Punkten (Schlußstand vom 17. Februar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,323:
Nun hat sich die Börse seit meinem letzten Kommentar weiter nach oben bewegt. Dennoch
bleibt meine Einschätzung zunächst bestehen, dass es ab circa Ende April (oder früher!?) zu
deutlicheren und abwärts gerichteten Reaktionen an der Börse kommen kann, die sich
im weiteren Verlauf des Börsenjahres 2012 wieder ausgleichen könnten. Nicht nur in Europa,
sondern auch in verschiedenen Schwellenländern (zum Beispiel China) machen sich
Sorgen um zukünftiges Wachstum breit und veranlassen Politik wie Wirtschaft zu Gegenmaßnahmen.
Längerfristig gesehen sind das positive Signale für den Aktienmarkt, wenn die Politik und die
Fiskalpolitik unterstützend wirkt. Das Problem liegt in der Übergangsphase zwischen einem
Wachstumsrückgang und der Wirksamkeit verschiedener wirtschaftspolitischer Maßnahmen.
Ich vermute, dass auch der hier bereits mehrfach zitierte Baltic Dry Index eindeutige Signale
in diese Richtung abgibt. Anders als im Herbst des Jahres 2011, in dem die Unternehmen
reihenweise erklärt haben, dass sie zwar von einer Schuldenkrise in den Medien deutliche
Signale empfangen, jedoch keine messbaren Auswirkungen in ihrem Unternehmen feststellen
konnten, signalisieren eine zunehmende Anzahl von Unternehmen Auftragsrückgänge bis unter
den Punkt, an dem sich Auftragseingang und Auftragsbestand noch die Waage halten (Book to
Bill Ratio = 1). Dies ist ein alarmierender Informationsfluß. Demgegenüber steht bei einigen
Unternehmen immer noch eine eklatante Unterbewertung, obwohl sich die Anzahl der
deutlich unterbewerteten Aktien deutlicher reduziert hat. Es war bis dato auch bei vielen Aktien
(auch aus der zweiten und dritten Reihe des Aktienmarktes) zu beobachten, dass sich existierende
Unterbewertungen ruckartig und deutlich abgebaut haben. Chancen gibt es aber auch heute
noch am Aktienmarkt, vor allem auch bei verschiedenen Nebenwerten, die nicht so stark im
Fokus der Investoren stehen.
Abschliessend noch ein paar Gedanken zu verschiedenen Branchen:
Rein politisch gesehen könnte der Ölpreis weiter steigen (Irankonflikt). Für Unternehmen der
Öl- und Gasbranche, die nicht oder kaum im arabischen Raum produzieren, vielleicht eine
gute Nachricht, zumal viele große und etablierte Unternehmen alles andere als teuer erscheinen?
Mittlerweile zeigt sich trotz vieler Unkenrufe auch, dass die Solarbranche eventuell das schlimmste
Szenario hinter sich gelassen hat, wenngleich es bei schlecht kapitalisierten und verlustträchtigen
Unternehmen der Branche durchaus noch zu der ein oder anderen Insolvenz kommen könnte.
Nach wie vor stehen viele Segmente der Solarbranche unter einem erheblichen Wettbewerb.
Hier ist mir jüngt ein solide finanziertes Unternehmen aufgefallen, welches mit seinen
Produkten dafür Sorge trägt, dass die empfindlichen Stromkreise in einem Solarmodul geschützt
werden. Dieses Unternehmen scheint immer noch sehr billig zu sein und muss sich bis dato nicht
mit einem existenzvernichtendem Wettbewerb herum schlagen. Vielleicht eine Chance, für denjenigen,
der mal ein bischen nach diesem Unternehmen recherchieren möchte?
Angesichts des menschlichen Charakters muss man leider feststellen, dass die Welt in den
nächsten Jahren sicher nicht friedlicher werden wird. Daher erscheinen Rüstungsfirmen leider
als "Zukunftsbranche", die zudem rein wirtschaftlich gesehen eher billig erscheint. Selbst
wenn es dem Menschen in seiner Entwicklung irgendwann einmal gelingen sollte, durch Dialog und
Überzeugung die Kriege weltweit in den Griff zu kriegen, dürfte auf religiöse Konflikte "Verlass"
sein und bleiben. Leider.


16. Februar 2012 - DAX bei rund 6.672 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.780 Punkten (Schlußstand vom 15. Februar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,30:
Ich gehe derzeit von einem Verfall der Aktienkurse aus, den ich circa ab Ende April 2012
erwarten würde. Aufgrund zu Grunde liegender fundamentaler Gründe (z. B.: Schätzungen des
Ölverbrauchs für 2012 oder Baltic Dry Index oder der Tatsache, dass bei immer mehr
Unternehmen die Book to Bill Ratio unter 1 gesunken ist) gehe ich derzeit von einem
massiveren Kursverfall aus, zumal sich auch einige Unterbewertungen durch den jüngsten Aufschwung
abgebaut haben (zum Beispiel im Automobilsektor). Das heisst nicht notwendigerweise,
dass auch das Gesamtjahr schlecht verlaufen muss. Meiner Meinung nach könnte es,
wie schon beschrieben, zu einem kurzen, aber massiven Verfall der Aktienkurse kommen,
der circa Ende April (oder aber auch schon jetzt???) einsetzen könnte. Dem könnte ein ähnlich
schneller Anstieg der Aktienkurse zum Ende des Jahres folgen. Es wäre für mich derzeit eine große
Überraschung, wenn die Börse in den nächsten Monaten nicht hart in die Knie gehen würde.
Einige Indikatoren sind derart schlecht, dass es für mich schon fast wie ein Wunder anmuten würde,
wenn die Börse über das ganze Jahr hinweg kontinuierlich steigen würde.


06. Februar 2012 - DAX bei rund 6.756 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.806 Punkten (Schlußstand vom 05. Februar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,306:
Die Börse zeigt sich derzeit von ihrer besten Seite. Nahezu täglich steigt die Börse hüben wie
drüben des Atlantiks. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Phase vielleicht, auch im Hinblick
auf die Jahreszyklen (sell in may and go away!), noch bis Ende April tendenziell anhalten
könnte. Doch Vorsicht! Der Baltic Dry Index ist mittlerweile auf ein absolutes Rekordniedrigniveau
gefallen. Daher muss man die Erwartung an die Wirtschaft zumindest einkalkulieren, dass es
bald schon zu ersten Signalen einer realwirtschaftlichen Abschwächung kommen könnte.
Trotz ermutigender Zahlen aus der jüngsten Vergangenheit. Dass, was der Baltic Dry Index
signalisiert, könnte den DAX im weiteren Verlauf von 2012 auf ein Niveau absenken, dass
das Niveau der Krise in 2008/2009 unterschreiten könnte. Wir reden hier über ein Kursniveau
von rund 3700 Punkten im DAX. Ich halte es für eine ganz gute Idee, die derzeit laufende
Party an der Börse zu geniessen, aber den Markt nahezu täglich zu beobachten. Beim ersten
Anzeichen einer Trendumkehr bei den Börsenkursen wäre es vielleicht eine gute Idee, sich
von einem Großteil seiner Aktienpositionen zu trennen und die Aktienquote unter 10 % zurück
zu fahren. Mit Trendumkehr meine ich natürlich nicht einen einzelnen Tag an den Börsen, der im
Minus endet.


26. Januar 2012 - DAX bei rund 6.508 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.757 Punkten (Schlußstand vom 25. Januar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,315:
Der Aufschwung, zumindest in Bezug auf die Börse und die Aktienkurse, ist jetzt unverkennbar
da. Es hat für mich den Anschein, als wären die schlimmsten Meldungen in Bezug auf die
europäische Schuldenkrise bereits hinter uns. Die Zinsmärkte haben sich ein wenig
beruhigt und so langsam sollten auch die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen verschiedener
Notenbanken eine anfängliche Wirkung zeigen.
Es scheint so zu sein, als wäre das Vertrauen der Börsianer zunächst zurück gekehrt. Positiv reagiert
haben dabei viele Aktienkurse. Insbesondere bei Unternehmen, die im letzten Quartal von 2011
von einer moderaten Abwärtsbewegung der Aktienkurse in eine scharfe Abwärtsbewegung der
Aktienkurse übergegegangen sind, zeigt sich bis dato, dass sich der letzte Aktienkurseinbruch
zumindest wieder ausgeglichen hat.
Was nun an der Börse folgen könnte, ist vermutlich der Blick auf die Konjunktur und auf die
Unternehmensergebnisse. Wenn Aussicht besteht, dass sich die Konjunktur in wichtigen
Ländern stabilisiert und auch wieder leichtes Wachstum der Wirtschaft erkennbar sein wird,
dürften die Aktienkurse noch deutlich weiter anziehen. Denn es war vor allem das enorm große
Mißtrauen, dass die Aktienkurse ab Mitte 2011 in die Tiefe gerissen hat. Die Geldpolitik steht
einem weiteren deutlichen Anstieg der Aktienkurse nicht nur nicht entgegen, sondern sie fördert
derzeit weitere Kursaufschläge... und vielleicht auch eine signifikantere Erholung von Bank- und
Finanzaktien weltweit!? Die Risiken dieses Szenarios lauern meiner Meinung nach in einem
neuerlichen Aufflackern der Schuldenkrise in Europa und vor allem darin, dass sich die Konjunktur
entgegen der derzeit geschürten Erwartungen nicht erholt, sondern vielleicht sogar erneut in eine
rezessive Entwicklung übergeht. Bedenklich hier der inzwischen noch weiter abgesunkene
Baltic Dry Index, der jetzt so tief steht wie in der letzten Dekade nicht mehr, wenn man von dem
Wert absieht, der auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in 2008/2009 erreicht wurde. Dieser
und ähnliche Indikatoren, zusammen mit den Aussagen der amerikanischen Notenbank, die sich
scheinbar sicher ist, dass sich zumindest bis Ende 2014 die Konjunktur nicht wesentlich erholt,
stimmen mich nachdenklich. Unter dem Strich schlage ich daher erneut vor, nur die Hälfte des zur
Aktienanlage verfügbaren Kapitals einzusetzen.


19. Januar 2012 - DAX bei rund 6.361 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.579 Punkten (Schlußstand vom 18. Januar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,287:
Nun scheint es immer mehr Anzeichen zu geben, dass der gesamte Solarsektor, der in den
letzten Tagen abermals mit drastischen Kursgewinnen überzeugen konnte, das Tal der Tränen
verlasen könnte. Dieser im Prinzip auch zyklische Bereich steht möglicherweise vor einer Renaissance
im Hinblick auf die Aktienkurse und vermutlich dürften hier in den nächsten Monaten/Jahren sehr
positive Kursbewegungen, wenngleich unter Schwankungen, zu erwarten sein!?
Im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaft und auch die allgemeine Börsenlage gab es in der
Vergangenheit positive Hinweise von der Konjunkturfront und auch aus einzelnen Unternehmen.
Demgegenüber gibt es aber auch warnende Stimmen, die ein Übersteigen der Krise von 2008
für möglich halten, wenn die Schuldenkrise nicht in den Griff zu bekommen ist. Erfreulich auch
hier, dass eine neuerliche Abstufung verschiedener europäischer Länder einer amerikanischen
Ratingagentur weder auf den Zinsmärkten, noch auf den Aktienmärkten für Gegenwind
gesorgt hat. Beunruhigend aus meiner Sicht ist der eklatante Rückgang des Baltic Dry Index
innerhalb eines kurzen Zeitfensters. Dieser Index gibt Auskunft über die Frachtraten, also über
die Preise für den Transport von Gütern. Mittlerweile liegt der Baltic Dry Index auf einem absolutem Niveau,
dass in den letzten 10 Jahren nur zweimal tiefer lag als heute. Zum Einen Ende 2001. Zum Anderen
Ende 2008. In beiden Fällen gab es nach einem solchen Tiefststand noch einmal eine Abwärtsbewegung
an den Börsen. Obwohl auch ich mich gerne von der guten Börsenstimmung anstecken lasse,
möchte ich dennoch auf ein reales Risikoszenario hinweisen, dass das Potential besitzen könnte,
die Börsen noch einmal eklatant in die Tiefe zu reissen. Unter dem Strich halte ich es aktuell
vielleicht für eine gute Idee, nur die Hälfte der Summe im Aktienmarkt anzulegen, die für den
Aktienmarkt eingeplant ist. Sie würden mit dieser Strategie von weiteren, potentiell möglichen
Anstiegen der Aktienkurse proftieren, ohne gleichzeitig alles zu riskieren, falls die zuvor
beschriebenen Risikoszenarien doch noch zum Tragen kommen.


11. Januar 2012 - DAX bei rund 6.170 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.462 Punkten (Schlußstand vom 10. Januar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,278:
Zunächst ein kleiner Rückblick. In meinem Kommentar vom 21. Dezember 2011 habe ich vermutet,
dass der ausgebombte Solarmarkt in Teilen an der Börse wiederbelebt werden könnte. Diese
Vermutung hat sich bis dato als richtig erwiesen. Viele Unternehmen aus dem solaren Bereich,
die nicht insolvenzgefährdet erscheinen, haben seit dem teils kräftige Kursgewinne verzeichnet.
Zudem gab es in den vergangenen Tagen die Nachricht, dass im Monat Dezember in Deutschland
so viele Solaranlagen angeschlossen wurden, wie noch nie. Eine sterbende Industrie sieht meiner
Meinung nach anders aus. Nun lässt sich auch heute noch bei den wichtigsten Playern der
Solarbranche (Ausrüster, Zellen- und Modulhersteller sowie Wechselrichterhersteller) aus rein
betriebswirtschaftlicher Sicht eine eklatante Unterbewertung erkennen, die sich schliessen sollte,
wenn sich die Geschäfte zumindest stabilisieren. Kurz, wenn also Vertrauen in zukünftig steigende
Gewinne in diesem Bereich zurück kehrt. Im Windschatten der Solarbranche sollte der Anleger
meiner Meinung auch den gesamten Bereich der LED´s nicht ausser Acht lassen. Hiermit meine
ich nicht nur eine im TecDax notierte Aktie, sondern auch in den USA ist bei diesen Gesellschaften,
die in diesem Bereich tätig sind oder Geschäftsfelder besitzen, eine spürbare Kurserholung
zu verzeichnen. Ein kleines, aber bilanziell excellent aufgestelltes Unternehmen in diesem Bereich
hat zum Beispiel innerhalb von 2 Tagen rund 20 % im Kurs zugelegt. Alles in allem Signale,
dass die Gewinne in diesem Bereich in Zukunft wieder kräftiger sprudeln könnten.
Aber auch insgesamt gesehen mehren sich derzeit die Zeichen, dass die Wirtschaft doch wieder
anspringen könnte, was die Börse ja dann bekanntlich einige Monate vorab mit steigenden Kursen
vorweg nehmen würde.
So gab es zuletzt aus den USA wieder gute Berichte vom Arbeitsmarkt. Aber auch der Automobilmarkt,
grundsätzlich ein sehr zyklischer Bereich, scheint zumindest für 2012 steigende Umsätze zu sehen.
Wäre dem so, und würde auch 2013 nicht ein hartes Ende der Absätze in dieser Branche
eingläuten, wären Automobilaktien, insbesondere jene aus dem Premiumbereich, alles andere
als teuer. Dies würde, bei weiter positiven Absatzzahlen (Absatzsteigerungen), natürlich auch auf
viele Zulieferbranchen der Autohersteller abstrahlen. Neben den klassiischen Zulieferbranchen
gibt es ja inzwischen auch sehr viel im Auto verbaute Elektronik. Auch in diesem Bereich hält der
deutsche Aktienmarkt bei positiver Autokonjunktur sicher die ein oder andere Chance bereit.
Nicht zu vergessen, dass ein großer Aluminiumhersteller in den USA jüngst einen sehr positiven Ausblick
gegeben hat, der signalisieren könnte, dass die Wirtschaft wieder zunehmend nach Rohstoffen
nachfragen könnte. Vielleicht ein weiteres Signal für einen Dreh der Weltwirtschaft???


02. Januar 2012 - DAX bei rund 5.954 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.217 Punkten (Schlußstand vom 30. Dezember 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,294:
Allen Lesern wünsche ich ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012!
An meiner Einschätzung zur aktuellen Börsenlage hat sich durch den Jahreswechsel in Bezug
auf meine letzten Kommentare (siehe hier) nicht viel verändert.
Obwohl die Zukunft und natürlich auch die Zukunft der Aktienmärkte immer mit Prognoseunsicherheiten
behaftet ist, erscheint mir das vor uns liegende Börsenjahr 2012 doch mit weit über dem Durchschnitt
liegenden Chancen und Risiken behaftet zu sein. Im schlimmsten Fall (Euro-Zusammenbruch mit
Schockwellen für die Weltwirtschaft) könnte der DAX vermutlich am Ende des Jahres dreistellig sein!!!???
Im besten Fall (Abwendung des Eurozusammenbruchs und Abwendung der Schuldenkrise mit wieder
neu beginnendem Wirtschaftsaufschwung) könnte der DAX am Ende des Jahres auch fünfstellig sein!!!???
Derzeit ist es mir nicht möglich, abzuschätzen, welches Szenario folgen könnte. Daher fahre ich im
Moment an der Börse lieber auf Sicht. Allgemein gilt der Januar bis circa Ende April als die bessere
Börsensaison. Ob es auch in diesem Jahr so sein wird, bleibt ebenfalls abzuwarten. Die letzten Monate
haben gezeigt, dass ein Trader, der bei fallenden Aktienkursen zugekauft hat und bei steigenden Aktien
wieder verkauft hat, im Durchschnitt deutlich mehr Gewinn erwirtschaften beziehungsweise deutlich
weniger Verlust "anhäufen" konnte, als ein langfristig agierender Anleger. Vielleicht sollte man diese
Tradingmöglichkeiten auch weiterhin wahr nehmen, bevor sich ein neuer, erkennbarer Trend (nach oben
oder nach unten) an der Börse ausbildet?


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