Einschätzungen zum Börsenjahr 2011

 


21. Dezember 2011 - DAX bei rund 5.900 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.103 Punkten (Schlußstand vom 20. Dezember 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,314:
Es scheint nun doch noch eine kleine "Weihnachtsrally" an den Börsen gegeben zu haben.
Prinzipiell sehe ich dennoch aktuell kaum einen Grund, meine vom 16. Dezember 2011 hier
abgegebene Meinung zu revidieren. Es werden Umsatz- und Gewinnwarnungen aus vielen
Unternehmen folgen. Extrem billig erscheinende Aktien können sich dem zu erwartenden
negativen Newsflow vielleicht kursmäßig entgegen stemmen. Für die breite Masse an
Unternehmen sollte der negative Newsflow seine Wirkung auf die Aktienkurse vermutlich
nicht verfehlen. Die einzige reale Chance für die Aktienmärkte, die ich an dieser Stelle sehen
könnte, wäre ein schnelles Ende der Rezession. Wenn wir zwar in den nächsten Wochen und
Monaten zahlreiche Umsatz- und Gewinnwarnungen bekommen würden, aber am Horizont
das Ende der Rezession sichtbar werden würde, dann würde die Börse dieses Ereignis
sicherlich mit deutlich steigenden Kurse vorweg nehmen und feiern. Aber dieses Szenario
kann ich derzeit nicht wirklich erkennen.
Speziell der ausgebombte Solarsektor scheint derzeit hier und da an der Börse wiederbelebt
zu werden!? Dies sollte der Anleger vielleicht mal im Auge behalten!?
Allen Lesern wünsche ich an dieser Stelle ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch
ins neue Jahr!!!


16. Dezember 2011 - DAX bei rund 5.738 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.868 Punkten (Schlußstand vom 15. Dezember 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,301:
Rezessionsmodus voraus. Inzwischen zeigt sich immer mehr, dass eine Rezession nicht nur
unabwendbar ist. Vielmehr stecken einige Länder bereits in einem Rezessionsszenario.
Der Anleger sollte sich darauf einstellen, dass dieses Rezessionsszenario auch an den Börsen
in den kommenden Wochen und Monaten durchgespielt wird. Bislang erahnte die Börse durch
fallende Aktienkurse diese Rezession. Doch nun werden bald immer mehr Unternehmen
Umsatzwarnungen und Gewinnwarnungen aussprechen. Nicht einmal, sondern viele Male.
Genügend Gründe, warum sich der Anleger auf Sicht von bis zu 12 Monaten auf deutlich sinkende
Aktienkurse einstellen sollte. Aktien sollten vor diesem Hintergrund zwar nicht ganz gemieden
werden, da einige Unternehmen extrem billig erscheinen. Doch die breite Masse der Unternehmen
(Aktien) dürfte meiner Meinung nach dem Rezessionspfad folgen.


08. Dezember 2011 - DAX bei rund 5.929 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.203 Punkten (Schlußstand vom 07. Dezember 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,336:
Nachdem die EZB heute erneut die Leitzinsen um einen Viertel Prozentpunkt gesenkt hat, driftet
die Börse wieder etwas nach unten. Ich bleibe skeptisch und meine, dass der Anleger besonders
gute Gründe haben sollte, derzeit Aktien zu kaufen. Besonders gute Gründe liegen meiner Meinung
dann vor, wenn ein Unternehmen extrem günstig erscheint und auch eine Rezession genügend
Kursfantasie übrig lässt. Die Risiken (Rezession, Schuldenproblematik, Abstufungen von Ratingagenturen)
sind meiner Meinung nach noch lange nicht vom Tisch. Zwar hat sich die Börse vor diesem Hintergrund
bis dato gut gehalten, doch dies muss nicht zwangsläufig so weiter gehen. Ein Faktor sollte bei allem
Pessimismus im Hinterkopf sein. Wenn es konjunkturell wieder nach oben geht, und keiner kann derzeit
sicher sagen, wann dies der Fall sein könnte, dann wird die Börse dies mit Kursanstiegen vorweg nehmen.
Nichtsdestotrotz erwarte ich in den nächsten Wochen und Monaten zunehmende Probleme rund um
Konjunktur und Schuldenkrise, die auch vor dem Aktienmarkt nicht Halt machen.


01. Dezember 2011 - DAX bei rund 6.051 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.045 Punkten (Schlußstand vom 30. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,344:
Mein Kommentar vom 28. November 2011 war kein glücklicher Kommentar, wie ich jetzt feststellen
muss. Seit meinem Kommentar hat sich der DAX um circa 10 % erhöht. Neben einer technischen
Korrektur nach oben auf die angelaufenen Kursverluste war gestern die konzertierte Aktion der
Notenbanken Grund für den neuerlichen Anstieg der Aktienkurse. Ein Grund, der für weitere, mögliche
Aktienkurssteigerungen sprechen könnte, sind natürlich die scheinbar günstigen Aktienkurse.
Hier zeigt sich aber mehr und mehr, dass die Ergebnisse bereits schon in diesem Jahr in einzelnen
Sektoren stark belastet werden. Ein Grund der Belastung sind zum Beispiel steigende Energie- und
Rohstoffpreise, die trotz teilweise steigender Umsätze an den Unternehmensgewinnen zehren.
So haben einige Unternehmen der deutschen Baubranche jüngst Prognoseanpassungen nach
unten verkünden müssen. Ein Hersteller von Spezialglas berichtete in dieser Woche von Preisdruck,
Überkapazitäten und Nachfrageschwäche im LCD-Bereich. Eine amerikanische Fluglinie hat
ihre Insolvenz erklärt usw. Vor diesem Hintergrund (China wächst aktuell nicht mehr, wenn den Zahlen
zu trauen ist; Eurozone steht am Rande der Rezession usw.) war die abgestimmte Aktion der
Notenbanken überfällig. Doch ändert diese Aktion (schnell) etwas an den grundsätzlichen Problemen
der Schuldenproblematik und der weltweiten Wachstumsschwäche??? Doch wohl eher kaum.
Bei aller Euphorie darf nicht der Grund des Handelns der Notenbanken vergessen werden.
Diese sehen offenbar die wirtschaftliche Lage und die Schuldenproblematiken als derart dramatisch
an, dass sie offenbar zum Handeln gezwungen wurden. Die Handlung selbst halte ich übrigens für richtig.
Wären solche Eingriffe früher gekommen, hätte uns vielleicht viel "Schlechtes" erspart bleiben können!!!???
Ich erinnere mich aus der Vergangenheit noch daran, dass der Beginn von Zinssenkungen der Notenbanken
als Reaktion auf wirtschaftliche Schwächephasen nahezu immer mit Freudensprüngen an den Börsen
kommentiert wurden, um dann fest zu stellen, dass der wirtschaftliche Abschwung sich tief in die
Bilanzen der Unternehmen eingräbt und ein weiterer Aktienkursverfall unvermeidlich erscheint.
Daher bleibe ich grundsätzlich aktuell bei einer eher skeptischen Haltung gegenüber dem Aktienmarkt.
Das einzige, was aus meiner Sicht unterstützend für den Aktienmarkt wirken kann, ist die teils drastisch
erscheinende Unterbewertung vieler Unternehmen. Ist es vielleicht eine Chance, wenn verschiedene
gut finanzierte Unternehmen der Solarbranche am Anfang eines möglichen solaren Zeitalters mit
KGV`s von deutlich unter 10 notieren? Ist es vielleicht eine Chance, wenn ein immer noch hoch profitabler
Hersteller von Smartphones ungefähr zum Buchwert notiert? Und das bei einem KGV von unter 4???
Ist es vielleicht eine Chance, wenn Unternehmen der deutschen Getränkeindustrie mit einem KGV
von 6 notieren, gleichzeitig profitabel arbeiten, die Kapitalkosten erwirtschaften und trotzdem mehr
als 30 % unter Buchwert notieren? Auch Unternehmen aus der deutschen Bauindustrie könnten interessant
sein??? Ist es vielleicht eine Chance, wenn ein Unternehmen aus der Glücksspielbranche vor finanzieller
Kraft und Profitabilität nur so strotzt, und dennoch mit einem KGV von um die 8 zu haben ist???
Ist es vielleicht eine Chance, wenn das ein oder andere solide erscheinend geführte Chinaunternehmen
mit einem KGV von unter 6 notiert??? Ist es vielleicht eine Chance, wenn ein Hersteller von Glas (Spezialglas)
für Smartphones und vielem anderen mehr bei einem KGV von unter 10 notiert, obwohl das Unternehmen
seine Kapitalkosten deutlich erwirtschaftet und mti einer Eigenkapitalquote von über 75 % aufwarten kann???
Das Unternehmen ist aktuell sogar noch unter Buchwert zu haben. Ist es vielleicht eine Chance,
wenn ein kleines Unternehmen aus der deutschen Elektronikindustrie das beste Jahr seiner Firmengeschichte
hinter sich hat, obwohl der Aktienkurs sich bis zum Spitzenwert noch nahezu verdoppeln kann?
Und das vor dem Hintergrund der Tatsache, dass dieses Unternehmen in einem Geschäftsjahr
noch nie einen Verlust erwirtschaftet hat, selbst nicht in der Finanzkrise von 2008/2009. Es versteht
sich natürlich fast schon von selbst, dass auch dieses Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von
rund 80 % nur so vor finanzieller Kraft strotzt.
Die Liste lässt sich sicher fortführen, doch möchte ich für heute hier schliessen. Es sind diese zwei
Effekte (billig erscheinende Aktien auf der einen Seite und eine drohende Rezession auf der anderen
Seite), die die Vorhersagen der Aktienkurse derzeit unheimlich schwer erscheinen lassen.
Doch halte ich eine generelle Vorsicht im Hinblick auf Aktien im Augenblick nicht für falsch.
Vielleicht ist es eine gute Strategie, diese enorm billig erscheinenden, sehr gut finanzierten Aktien
zu suchen und für einen Teil seiner Anlagesumme zu kaufen??? Und zwar nur so viel, dass bei
einer sich drastisch verschlechternden Börse genügend finanzielle Kapazität vorhanden ist,
um wesentlich günstigere Aktienkurse später nutzen zu können.


28. November 2011 - DAX bei rund 5.567 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.231 Punkten (Schlußstand vom 25. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,330:
Elite Bonds also. Aha! Nun denn. Dies dürfte dann wohl die Nachricht gewesen sein, die den DAX
und andere Indizes nach solch einer Verlustserie kurzfristig in die Gewinnzone hieven konnte.
Man könnte auch schreiben: Eine kurzfristige technische Gegenreaktion auf die Verluste der
Vorwoche, beginnend der Nachricht über "Elite Bonds". Doch wird die Börse meiner Meinung nach
schon bald wieder in einen scharfen Kursverlust übergehen, denn der Zenit, an dem eine Rezession
noch hätte gestoppt werden können, ist meiner Meinung nach überschritten.
Rückblickend darf sich der Investor (und auch der Bürger) die Frage stellen, wie einfach es doch
gewesen wäre, die sich jetzt abzeichnende Rezession zu verhindern. Die EZB hätte im Sommer die
Zinsen kräftig gesenkt und Staatsanleihen kleinerer Länder hätten im Zinssatz gedeckelt werden
können. Das hätte vermutlich gereicht, um diese drohende Rezession, die inmitten eines konjunkturellen
Aufschwungs herein bricht, zu bekämpfen. Wie teuer wird es jetzt wohl werden, weil diese simplen
Schritte nicht rechtzeitig eingeleitet wurden?


25. November 2011 - DAX bei rund 5.388 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.257 Punkten (Schlußstand vom 23. November 2011 - 24. November = Feiertag in den USA) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,325:
Vorwärts Kameraden. Es geht weiter zurück! Zwar kann es nach den vielen Verlusttagen an der
Börse durchaus einmal einen temporären Anstieg geben. Dafür sprechen auch die teilweise
ausgebombten Bewertungen vieler Aktien, die einen Anstieg aus fundamentaler, rein unternehmensbezogener
Datenlage jederzeit rechtfertigen. Doch Vorsicht! Falls diese temporäre Erholung der Aktienkurse
überhaupt einsetzt, so dürfte sie nicht von langer Dauer sein, denn die fundamentalen Daten
der Unternehmen dürften sich in 2012 massiv negativ verändern. Für mich steht mittlerweile
fest, dass zumindest Europa in eine der schwersten Rezessionen und Wirtschaftskrisen hinein steuert,
die es in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Dies ist meiner Meinung nach unwiderruflich, nachdem auch
die Politik und die EZB erneut kein Einsehen zu haben scheinen. Denken wir ein bischen Voraus:
Circa Mitte 2012 dürften die USA und besonders Europa in einer sehr schweren Rezession stecken.
Einige Banken und große Finanzkonzerne dürften diese wirtschaftlichen Turbulenzen kaum ohne
staatliche Unterstützung durch stehen. Doch was kommt dann? Woher kann dann noch Hilfe kommen?
Die Notenbanken können DANN kaum noch mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik helfen.
Staatliche Konjunkturprogramme wie in der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/2009
dürften angesichts der Verschuldung der Staaten nicht mehr möglich sein und das ganze System
könnte kollabieren. Kurz vor dem vermeintlichen Kollaps sollte man dann meiner Meinung in gute,
billige und stabile Aktien wechseln. Ansonsten bieten sich Sachgüter an, auf die der Anleger direkten
Zugriff hat und auch die Entscheidungshoheit besitzt. Also Werte wie Edelmetalle, Grundstücke,
selbst genutzte Immobilien oder vermietete Immobilien etc.
Das einzig Gute an dieser Krise könnte sein, dass wir uns vielleicht mit den Argumenten dieser Regierungen
in Europa nicht mehr auseinander setzen müssen. Genauso wenig wie mit dem Verhalten der
EZB, denn ohne ein "E" in EZB gibt es auch kein "ZB" mehr. Die betroffenen Damen und Herren der
heutigen EZB können dann vielleicht theoretische Abhandlungen über das "Problem von 3 %
Inflation" halten, während ein großer Teil aller Europäer möglicherweise um die nackte
Existenz kämpfen muss. Satire an: " 3 % Inflation in der EU ist wirklich schlimm! 20 % Arbeitslosigkeit
in der EU dagegen ist natürlich kein Problem!" Satire aus!


23. November 2011 - DAX bei rund 5.527 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.493 Punkten (Schlußstand vom 22. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,345:
Eisberg voraus! So die Botschaft des heutigen Morgens. Trotz der Preisgünstigkeit der Aktien im
Durchschnitt gesehen besteht meiner Meinung nach inzwischen kein Zweifel mehr an einer Rezession
und weiteren, schweren Verwerfungen an den Finanzmärkten. Aufgrund von zögerlichem Handeln
der Politik und der EZB könnte das Jahr 2012 zu dem werden, was einige seit langem befürchten.
Die entscheidende Frage ist aber: In welcher Assetklasse kann der Anleger diese Krise, von der
niemand weiss, wie sie verläuft, überleben? Vielleicht in ausgebombten, guten Aktien mit einer
höchst soliden Bilanz und einem funktionierendem Geschäftsmodell? Vielleicht in internationalen
Währungen von Staaten, die keine oder kaum Schulden haben? Ich denke, wer die Kraft
hat, sich seinen Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen, sollte dies jetzt tun. Ein größerer Teil
an Edelmetallen gehört vermutlich auch in jede Anlageentscheidung. Oder ein Grundstück?
Vielleicht Ackerland? Fakt scheint zu sein, dass wir am Rande einer großen Katastrophe am
Finanzmarkt stehen. Dass, was wir dieses Jahr an Einbrüchen am Aktienmarkt gesehen haben,
könnte erst ein harmloses Lüftchen gewesen sein. Der eigentliche Sturm könnte uns noch bevor
stehen!!!??? Dafür scheint die Politik und die EZB meiner Meinung nach alles zu tun.
Die oft hier beschriebene Kritik an EZB und Politik ist aus einer Position heraus geschehen,
aus der ich annahm, dass Politik und EZB alles tun müssten und wollten, um einen neuerlichen
Finanzschock zu vermeiden. Doch wenn man die Bundeskanzlerin so anhört und sich die Inaktivität
der EZB noch dazu anschaut, scheint ein neuerlicher Finanzschock einkalkuliert zu werden???
Das mit 200 Kilometer pro Stunde auf ein Stauende zurasende Auto wird nicht sofort zum Stillstand
gebracht. Wer dies erwartet, versteht die beiden Institutionen natürlich nicht. Doch diese diskutieren
lieber darüber, dass der Bremsvorgang erst dann eingeleitet wird, wenn die Mitfahrer auf der
Rückbank des Autos aufhören, im Auto zu Essen und zu Trinken. So lange das nicht geschieht,
wird auch nicht gebremst. Irgendwann ist es dann zu spät, selbst wenn eine Vollbremsung eingeleitet
würde. Ich vermute, dass es bereits zu spät ist und uns Europäern eine Katastrophe bevor steht.
Die EZB müsste, um das Schlimmste zu vermeiden, bis spätestens Ende diesen Monats
die Leitzinsen auf nahe Null senken, alle Staatsanleihen wichtiger und großer Länder der
Eurozone aufkaufen und den Zinssatz dieser Anleihen auf 3 % festnageln. Komme, was wolle.
Die italienischen und spanischen Staatsanleihezinsen müssen wieder in den Korridor von unter 3 %
fallen. Und das kann jetzt nur noch die EZB.


21. November 2011 - DAX bei rund 5.668 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.796 Punkten (Schlußstand vom 18. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,345:
Dieser Börsenmorgen beginnt mit fallenden Aktienkursen. So wie erwartet (befürchtet), könnte ich
an dieser Stelle schreiben. Möglicherweise erst der Beginn einer Kettenreaktion nach unten!?
Denn die Auswirkungen der Schuldenkrise auf die Realwirtschaft werden gerade erst sichtbar.
Dieser Prozess dürfte sich in den nächsten Wochen und Monaten mit einer deutlicheren Bewegung
fortsetzen, denn auch aktuell finden Ereignisse statt (Erhöhung der Zinsen für Staatsanleihen in Italien
und Frankreich), die die Basis für zukünftige Wachstumseinbrüche der Industrie legen.
Höhere Zinsen erzeugen niedrigeres Wachstum der Unternehmen. Damit kann man dann die Sparziele
einzelner Länder getrost über Bord werden. Italien und Frankreich könnten im Prinzip heute schon
jeweils ein neues, umfangreicheres Sparprogramm aufsetzen, um die Auswirkungen der Erhöhung der
Zinsen für die Konjunktur auszugleichen. Mit größeren Sparpaketen bricht die Konjunktur aber noch
weiter ein und das gerade beschlossen Sparpaket reicht schon wieder nicht aus. In Folge dessen
schwindet das Vertrauen in die vergebene Note der Ratingagenturen für Italien und Frankreich (oder
jedes andere Land in der EU mit gleichen Problemen). Das führt erneut zu Bonitätsabstufungen eines
Landes und damit schliesst sich der Teufelskreis. Die Todesspirale nach unten dreht sich immer
weiter und immer schneller.
Nun hat sich der polnische Finanzminister zu Wort gemeldet und fordert umfassende Interventionen
der EZB. Scheinbar hat die innereuropäische Politik und Teile der EZB immer noch nicht verstanden,
dass sich die auf dem Tisch liegenden Alternativen nicht zwischen Sonne, Strand und guter Laune auf
der einen Seite, und einer Migräne auf der anderen Seite bewegen. Vielmehr gibt es für Europa aus meiner
Sicht nur noch die Wahl zwischen einer kräftigen Migräne und der Pest. Insofern hat die Politik und die EZB
schnell zu entscheiden, wie es mit Europa weiter gehen soll. Entweder, der Euro zerbricht und einige
Länder erhalten ihre alten Währungen zurück. Dies sollte dann sehr schnell und sehr konsequent
geschehen. Oder aber Politik und EZB entscheiden, den Versuch zu unternehmen, Europa und den Euro
als Ganzes zu erhalten. Auch in diesem Szenario sind meiner Meinung nach Schnelligkeit und
Entschlossenheit gefordert. Letzteres Szenario würde bedeuten, dass die Leitzinsen schnellstens
auf nahe Null gesenkt werden müssen und dass die EZB eine Zinsobergrenze einführen muss für jedes
einzelne europäische Land. Und diese müssen verteidigt werden, koste es, was es wolle.
Ansonsten, und da schliesse ich mich der Meinung des polnischen Finanzministers an, droht Europa
möglicherweise ein Fiasko, dass wir uns derzeit vermutlich nicht mal im Ansatz vorstellen können.


18. November 2011 - DAX bei rund 5.791 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.770 Punkten (Schlußstand vom 17. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,351:
Nun hat die Börse ja gestern bereits deutlicher nachgegeben. Mittlerweile gilt es als wahrscheinlich,
dass die Turbulenzen um die Schuldenkrise auch auf die Realwirtschaft überspringen. Daher sollte
sich der Anleger, wie bereits gestern beschrieben, eher bei möglichst schuldenfreien Unternehmen
umschauen, die auch vor dem Hintergrund einer Rezession aufgrund ihrer Preisgünstigkeit einen
guten Ertrag generieren können. Falls der Anleger derzeit überhaupt an der Börse aktiv werden will.
Dazu ein kurzes Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie würden ein Haus besitzen, von dem Sie wissen,
dass es aktuell 300.000 Euro wert wäre. Aufgrund von Angst und Panik könnten Sie ein baugleiches
Haus im gleichen Ort für 150.000 Euro erwerben. Nun gibt es eine Krise auf dem Immobilienmarkt
und in Folge dessen sinkt der Wert des Hauses auf 220.000 Euro ab. Hätten Sie es für 150.000 Euro
vor der Krise gekauft, ergäbe sich immer noch ein schöner Gewinn von 70.000 Euro. Mit anderen
Worten: Trotz einer drohenden Rezession gibt es dennoch einige Unternehmen, die so billig
erscheinen, dass ein Investment zum jetzigen Zeitpunkt lohnend sein kann. Auch wenn der
Gesamtmarkt vielleicht deutlicher an Wert verlieren mag.
Zu einem anderen Thema:
Wir wissen, dass es viele chinesiche Unternehmen an der deutschen und/oder amerikanischen
Börse gibt. Unternehmen, von denen manche in der Vergangenheit im Zwielicht standen.
Aber sicher auch viele solide geführte Unternehmen. Meist fallen diese Unternehmen durch eine
scheinbar günstige Bewertung auf. Dazu ist folgendes anzumerken:
Die meisten dieser Unternehmen haben lediglich ihren Firmensitz in Deutschland (oder den USA), operieren
aber zumeist vollständig im asiatischen Raum beziehungsweise in China selbst.
Ich habe mir einfach mal exemplarich ein Chinaunternehmen (Verkauf von Elektrogeräten in China)
herausgepickt und mir überlegt, welchen Wert dieses Unternehmen auf Basis des letzten
Geschäftsberichts haben würde, wenn wir zum Einen circa den deutschen Vergleichszins
(Anleihezins) und zum Anderen mal einen Vergleichszins von 8 % nehmen würden. Bei der hohen
Inflation in China sicher nicht zu ambitioniert gedacht. Dann hätte dieses Unternehmen, dass
mit über 70 % eine sehr solide Eigenkapitalquote aufweist und seine Kapitalkosten bis dato deutlich
schlägt, einen Unternehmenswert nach meinem Unternehmensbewertungmodell vor dem Hintergrund
der deutschen Vergleichzinsen von circa 675 Millionen US-Dollar. Das gleiche Unternehmen
vor dem Hintergrund eines Vergleichszinses von circa 8 %, käme dann nur noch auf einen
Unternehmenswert von 340 Millionen US-Dollar. Obwohl dieses Unternehmen auch damit aktuell
günstig erscheint, wäre es aber nicht so günstig wie das niedrige KGV dem deutschen oder
amerikanischen Anleger vermitteln mag. Die Preiswürdigkeit vieler China Aktien sollte also
immer auch vor dem Hintergrund des Wirtschaftsraums gesehen werden, in dem das Unternehmen
agiert. Denn Löhne und Investitionen müssen ja schliesslich in China getätigt werden unter
der Last einer hohen Inflation und nicht in Deutschland mit einer Inflationsrate von um die 3 %.
Dies sollte der Anleger meiner Meinung nach im Hinterkopf haben, wenn er sich für chinesiche
Aktien interessiert.
Die gleichen Gedanken träfen natürlich auch auf die deutsche Börse zu, wenn die Staatsanleihen
hier von unter 3 % auf zukünftig beispielsweise über 8 % steigen würden. Aber das nur am Rande.
Denn davon gehe ich zunächst einmal nicht aus.


17. November 2011 - DAX bei rund 5.882 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.905 Punkten (Schlußstand vom 16. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,347:
Nach wie vor halte ich zunächst an den Aussagen, die ich in meinen Kommentaren vom 15. November 2011
und 09. November 2011 getroffen habe, fest. Wer am Aktienmarkt investieren möchte sollte meiner
Meinung nach auf zwei Dinge achten. Erstens sollten billige Aktien aus Bereichen bevorzugt werden,
die weniger zyklisch sind. Zweitens, fast noch wichtiger, sollten nur Aktien ausgewählt werden,
die über eine geringe Verschuldung (hohe Eigenkapitalquote) verfügen. Aktien (Unternehmen) also,
die ihr Geschäft und ihre Investitionen möglichst bankenunabhängig und fremdkapitalunabhängig
finanzieren können. Meiden würde ich in diesen Zeiten ganz besonders Finanzwerte, also Aktien
aus den Bereichen Banken und Versicherungen.
Doch möchte ich den heutigen Kommentar dazu nutzen, den Versuch zu unternehmen, mal ein
bischen in die Zukunft zu blicken. Sollte es in der Europäischen Union zu einer Kernunion kommen,
die den Euro behält, so ist anzunehmen, dass diese Kernländer zunächst Anleihen auflegen, die
wesentlich weniger Zinsen zahlen als die Länder der Europäischen Union, die wieder zu ihrer alten
Währung zurück kehren (müssen). Daher müssen eigentlich Aktien innerhalb der Eurozone mit
unterschiedlichen Maßstäben gemessen werden. Denn jede Aktie muss sich im Rahmen der
Unternehmensbewertung an den Alternativanlagen messen lassen, die zum jeweiligen Zeitpunkt
Bestand haben. Wäre es beispielsweise so, dass Italien nach Austritt aus der Eurozone 6 % auf seine
Staatsanleihen zahlen würde und Deutschland nur 3 %, so wäre ein bilanziell gleich aufgestelltes
Unternehmen aus Deutschland erheblich wertvoller als sein italienisches Pendant. Anders ausgedrückt:
Wenn es zu einem Bruch in der Eurozone kommen sollte, müsste ein deutsches Unternehmen mit
gleicher bilanzieller Situation und gleichem KGV die bedeutend bessere Anlage sein als beispielsweise
das italienische Pendant.


15. November 2011 - DAX bei rund 5.878 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.078 Punkten (Schlußstand vom 14. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,355:
Auch wenn es an der Börse zwischenzeitlich, begünstigt durch einen Politikerwechsel in Italien und
Griechenland, zu "Freudensprüngen" gekommen ist, sehe ich derzeit keinen Grund, die in meinem
Kommentar vom 09. November 2011 getroffenen Aussagen in Frage zu stellen. Aus meiner Sicht könnten
die Börsen, besonders in Europa, vor großen Kurseinbrüchen stehen. Ich hoffe zwar dass es nicht so
kommt, aber auszuschliessen ist ein solches Fiasko an den Aktienbörsen aus meiner Sicht leider nicht.


09. November 2011 - DAX bei rund 5.785 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.903 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,356:
Nach meinem letzten Kommentar vom 07. November 2011 ging es zunächst einmal mit den Börsenindizes
(beispielsweise DAX und Dow Jones) nach oben. Heute dann die Nachricht um steigende Renditen
bei italienischen Staatsanleihen mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Börsen.
Zwar entwickelt sich nun zu allen bereits bekannten Problemen eine neue riesige Gefahr, nämlich die
Pleite Italiens, einem wirtschaftlich bedeutendem Land der Eurozone. Doch den eigentlichen
Grund für fallende Börsen sehe ich in einer kommenden Rezession der Eurozone und einem zu spätem
und zu zaghaftem Handeln der EZB und der Politik. Meiner Meinung nach gibt es jetzt nichts mehr, was
Politik und EZB noch unternehmen können, um eine Rezession in der Eurozone abzuwenden.
Vielmehr geht es jetzt nur noch um Schadensbegrenzung. Und da denke ich, dass der neue Mann
an der Spitze der EZB ein Glücksfall für Europa ist. Aber auch er kann jetzt kaum etwas unternehmen,
um Europa aus einer möglicherweise schweren Rezession heraus zu ziehen.
Die Börse und viele Unternehmen wirken nach wie vor billig. Doch Vorsicht.
Kommt es zu einer Rezession, werden vermutlich viele zyklische Werte wieder Verluste schreiben.
Bank- und Finanzwerte stehen durch die zahlreichen Krisen ohnehin im Feuer.
Natürlich gibt es immer auch Sonderbewegungen einzelner Aktien. Aktien (Unternehmen), die in einer
Nische tätig sind und daher nur bedingt von den Zyklen der Weltwirtschaft abhängig sind.
Doch ein Investor, der sich heute fragt, in welche Unternehmen er noch investieren kann/sollte,
könnte möglicherweise bei Unternehmen fündig werden, die kaum von der Konjunktur abhängen.
Also zum Beispiel Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Gesundheit, Haushaltsprodukte etc.
Doch auch hier ist Vorsicht angebracht. Denn viele dieser Aktien sind nicht besonders billig.
Zudem stellt sich langsam die Frage, ob denn die Rekordstände bei deutschen oder amerikanischen
Anleihen, respektive die Rekordniedrigstände der Anleihezinsen gerechtfertigt sind bzw. dauerhaft
auf diesem Niveau bleiben können? Und da denke ich auch, dass über kurz oder lang hier eine
weitere Blase platzen könnte. Und wenn das geschieht, dann müssen Aktien, auch Aktien aus
vorgenannten Branchen nicht mehr mit dem aktuellen Zinsniveau, sondern mit dem zukünftigen,
vielleicht deutlich höherem Zinsniveau verglichen werden. Kurzum:
Aus aktueller Sicht erscheinen zunächst Cash oder Edelmetalle die einzig sinnvollen "sicheren Häfen".
Ein gewaltiger Sturm könnte an den Börsen herauf ziehen und da sollten fast alle "Schiffe" am Besten
im "Hafen" bleiben.


07. November 2011 - DAX bei rund 5.844 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.983 Punkten (Schlußstand vom 04. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,372:
Zunächst möchte ich einmal zwei "Institutionen" lobend hervorheben. Zum Einen natürlich die EZB
unter ihrem neuen Vorsitzenden, Herrn Mario Draghi. Er scheint ein verantwortungsbewusster Notenbanker
zu sein, da er Probleme nicht nur klagend benennt, sondern auch aktiv mit einer kleinen Zinssenkenung
versucht hat, gegen die Krise zu steuern. Ein Signal vielleicht auch in Richtung Zukunft, dass weitere
Zinssenkungen, die dringend notwendig erscheinen, folgen könnten.
Zum Anderen möchte ich die europäische Politik lobend hervorheben, die auf ein aufkeimendes
Problem (Referendum in Griechenland) schnell und entschlossen reagiert hat.
Doch nun kommen wir zum negativen Teil meines morgendlichen Kommentars.
Ende November dürfte der Blick der Börsianer wieder auf das "Schuldenproblem USA" gerichtet sein.
Denn die Einigung, die getroffen wurde um die USA vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit
zu bewahren, trägt nur einen aufschiebenden Charakter.
Dies dürfte langsam auch schon wieder für zunehmende Verunsicherung an den Börsen sorgen.
Der eigentlich negative Kommentar heute morgen ist aber mein Gefühl, dass mir sagt: Es ist zu spät.
Die Verunsicherung an den Märkten hat zu lange angehalten (Danke an die Politik) und die EZB
unter ihrem alten Vorsitzenden hat die Zinsen zu lange zu hoch gehalten (Danke Herr Trichet), als dass
diese Schuldenproblematik noch ein gutes Ende nehmen könnte. Ich persönlich gehe jetzt davon aus,
dass Europa und Teile der Welt auf eine Rezession zusteuern. Wenn Europa nicht schon in einer
Rezession steckt. Daher relativieren sich die Aussagen über die Preisgünstigkeit der Aktien insgesamt.
Denn wenn es zu einer Rezession kommen sollte, dürften die zu erwartenden Unternehmensgewinne
für das kommende Geschäftsjahr auf breiter Front einbrechen beziehungsweise bei Weitem nicht zu halten sein.
Besondere Vorsicht ist jetzt aus meiner Sicht im Hinblick auf zyklische Unternehmen angebracht wie
Automobil, Stahl usw. Auch Finanzwerte könnten weiter in Mitleidenschaft gezogen werden.
Aufpassen sollte der Anleger meiner Meinung nach auch bei Unternehmen mit einer sehr dünnen
Kapitaldecke (geringe Eigenkapitalquote).


02. November 2011 - DAX bei rund 5.928 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.829 Punkten (Schlußstand vom 01. November 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,378:
Nun, nach der vermeintlichen Einigung der Schuldenproblematik in der EU in Bezug auf Griechenland
hat der DAX und andere Börsenindizes zu wahren Freudensprüngen angesetzt. Die von mir erwartete,
beschleunigte Aufwärtsbewegung an den Börsen wurde zunächst Realität. Doch mit der Ankündigung
eines Referendums in Griechenland kehrte dann die Unsicherheit an die Börsen zurück und der DAX
verlor im Zuge dieser Unsicherheiten massiv an Wert. Doch Griechenland ist dabei nicht die einzige
Verunsicherung, die den DAX in die Knie gezwungen hat, wenngleich Griechenland sicher der wichtigste
Grund für den Kursverlust war. Doch es gab zudem auch einen Insolvenzantrag eines amerikanischen
Brokers, steigende Zinssätze für italienische Anleihen und Wachstumssorgen in Spanien und England.
Daneben warnte der ehemalige Chef der europäischen Zentralbank EZB davor, zu langsam zu handeln, da die
Krise der Schuldenproblematik auch mit der erzielten politischen Einigung noch nicht erledigt ist.
Ich empfinde das als eine abscheuliche Argumentation. Schliesslich ist es doch die EZB, die mit
ihrer Zinspolitik Einfluss auf das zukünftige Wachstum der Eurozone nehmen kann. Warum sind dann
die Leitzinsen, gemessen an den derzeitigen Problemen, immer noch in derart schwindelerregenden
Höhen? Das kommt mir so vor, als würde ein Bergbewohner die Dörfler im Tal davor warnen, dass
bei einem Brand möglicherweise zu wenig Wasser zur Verfügung stehen könnte. Gleichzeitig
jedoch baut der Bergbewohner oberhalb des Dorfes einen Staudamm und sammelt dort das
Wasser, dass unten im Tal zur Brandbekämpfung fehlen könnte. Wie schon geschrieben:
Einfach eine abscheuliche Argumentation in meinen Augen.
Was Griechenland anbelangt, so hat die Regierung und das Volk sicher das Recht, ein Referendum
abzuhalten. Doch dann bitte schön mit allen Konsequenzen. Das heisst: Sollte es auf dem Weg bis
zum Referendum oder danach Schwierigkeiten geben und andere europäische Staaten erneut in
die Krise geraten, muss sich Europa meiner Meinung nach schnell und hart von Griechenland
trennen und möglicherweise akzeptieren, dass Griechenland zum Armenhaus Europas wird.
Dann aber bitte auch keine weiteren Finanzhilfen für Griechenland.
Nun zeigt die Börse gerade eine zunächst technische Gegenreaktion auf die Verluste des Vortages.
Ob daraus mehr werden kann, ist derzeit noch nicht abzusehen. Doch mit der erneuten Unsicherheit
um Griechenland und auch wieder um Italien muss man feststellen, dass die Verunsicherung
weiter andauert. Und je länger diese Verunsicherung andauert, umso wahrscheinlicher wird es
auch, dass diese Verunsicherung, die bislang weitestgehend von der Realwirtschaft ferngehalten
werden konnte, auch in die Realwirtschaft einfliesst und damit letztlich eine Rezession, die jeder
vermeiden will, wahrscheinlicher wird. Daher hat sich meine Erwartungshaltung für einen weiteren
Aufschwung an den Börsen gegenüber Ende Oktober 2011 deutlich eingetrübt.


25. Oktober 2011 - DAX bei rund 6.112 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.857 Punkten (Schlußstand vom 24. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,390:
Die Aufwärtsbewegung, man könnte auch sagen, der Weg der Rückkehr der Aktienkurse in
vernünftigere Kursregionen, dauert an. Nachdem nun die 6.000 Punkte Marke beim DAX
wieder überwunden wurde, scheint es weiter aufwärts zu gehen. Ich gehe von einer Beschleunigung
der Aufwärtsbewegung aus, wenn das Vertrauen der Investoren in die Börse weiter zurück kehrt.
Denn wenn die Börsianer die Aktien wieder nach fundamentalen Daten bewerten müssen,
dürfte klar sein, dass dies einen viel höheren DAX Punkte Stand nach sich ziehen muss.
Es hat derzeit eben den Anschein der Rückgewinnung des Vertrauens. Und irgendwann
wollen wieder alle Börsianer zum gleichen Zeitpunkt durch die gleiche Tür und kaufen Aktien.
Auch wenn es bis zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch die ein oder andere Schwankung
der Börse geben mag.


19. Oktober 2011 - DAX bei rund 5.959 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.603 Punkten (Schlußstand vom 18. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,383:
Es ist sehr bemerkenswert, wie schnell sich die Börse wieder nach schlechten Nachrichten
erholt. Mehr und mehr bekomme ich den Eindruck, dass zwar auf schlechte Nachrichten
reagiert wird, besonders wenn diese in geballter Form auf die Börse einprasseln, dass aber
die Erholungszeiten der Börse auf diese schlechten Nachrichten kürzer werden. Teilweise
werden eigentlich negative Nachrichten(drohende Herabstufung Spaniens) gar mit einem
Kursanstieg quittiert. Ich vermute, dass das Wechselspiel zwischen historisch extrem niedrigen
Aktienkursen und extrem niedrigen Zinsen auf der einen Seite und Negativmeldungen auf
der anderen Seite die Börsen auch in den kommenden Monaten beeinflussen wird. Es hat
aber den Anschein, dass sich das Bewusstsein der Börsianer und Anleger über historisch
extrem werthaltige Aktienkurse auf breiter Front mehr und mehr durchsetzt. Wären die
Verunsicherungen um die Schuldenkrise und eine eventuelle Rezession nicht vorhanden,
könnte der DAX aus fundamentaler Sicht meiner Meinung nach durchaus auch 5-stellig sein.


18. Oktober 2011 - DAX bei rund 5.776 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.325 Punkten (Schlußstand vom 17. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,374:
Unmittelbar nach meinem gestrigen Kommentar gab es die Nachricht, dass Frankreich nun
von den Ratingagenturen in Bezug auf Ihre Top-Note angezählt wird. Auch für Deutschland könnte
eventuell gelten, dass die Top-Note in Zukunft nicht immer Bestand haben könnte und
dass sich die Ratingagenturen eventuell auch Deutschland noch einmal anschauen könnten.
Weitere Meldungen über Portugals Negativwachstum, die Verluste der Deutschen Bank in
Las Vegas und die Dringlichkeit einer Lösung in Griechenland taten ein Übriges. Kurzum:
Die Unsicherheit an der Börse ist mit voller Wucht zurück. Besonders dadurch, dass nun auch
Frankreich angezählt wird. Und damit befinden sich die Börsen wieder im Angstmodus. Und
in diesem Modus ist es letztlich fast egal, um welches Unternehmen (Aktie) es geht und wie
billig ein Unternehmen (eine Aktie) auch erscheinen mag. Es wird verkauft. Und das erleben
wir am heutigen Tag bis dato wieder. Ein alt bekanntes Muster aus den letzten Monaten kehrt
damit also wieder an die Börsen zurück.

Offenlegung von (möglichen) Interessenskonflikten:

Über mein Privatdepot halte ich an der Deutsche Bank AG Aktie derzeit (18. Oktober 2011)
100 Anteile.


17. Oktober 2011 - DAX bei rund 6.065 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.632 Punkten (Schlußstand vom 14. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,390:
Nachdem nun der DAX und andere Indizes den starken Kursanstieg der jüngsten Zeit einige Tage
verdaut haben, wie von mir erwartet, schickt sich die Börse heute bis dato an, den eklatanten
Unterschied zwischen "fairen Unternehmenswerten" und der aktuellen Börsenbewertung
(Marktkapitalisierung) weiter zu schliessen. Das Vertrauen in die Börse und in die Wirtschaft
scheint derzeit mehr und mehr zurück zu kehren und mit steigendem Vertrauen schwindet der
Grund für den deutlichen Abschlag vieler Aktien auf ihren fairen Unternehmenswert mehr und mehr.
Die logischen Konsequenzen sind, wenn auch mit zahlreichen Unterbrechungen, steigende Börsen.


13. Oktober 2011 - DAX bei rund 5.952 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.458 Punkten (Schlußstand vom 12. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,374:
Nun, nach einem derart starken Anstieg von DAX und Dow Jones darf es nun, an der Grenze zur 6.000 Punkte
Marke beim DAX durchaus mal einige Tage eine Verschnaufpause geben. Eine Stagnation um die
6.000 Punkte Marke beziehungsweise leichte Gewinnmitnahmen sollten kurzfristig kaum
überraschen.


11. Oktober 2011 - DAX bei rund 5.862 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.427 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,363:
Es hat den Anschein, dass das Vertrauen der Anleger zurückkehrt. Aus diesem Grunde gab es gestern
bereits einen weiteren deutlichen Anstieg der Indizes mit einer kurzen Verschaufpause am heutigen Tag,
die aktuell schon wieder zu Gunsten höherer Kurse beendet scheint. Sollte das Vertrauen der Anleger
in Wirtschaft und Börse nachhaltig zurückkehren, wonach es aktuell aussieht, könnten wir innerhalb
eines kurzen Zeitraums von einigen Monaten eine Kursrallye sehen, die an die guten Zeiten der 1980´er
oder 1990´er Jahre erinnert. Nur in einem viel kürzeren Zeitfenster als damals.


10. Oktober 2011 - DAX bei rund 5.707 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.224 Punkten (Schlußstand vom 07. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,348:
Es ist festzustellen, dass es aktuell einen Stabilisierungstrend an der Börse gibt. Unter Schwankungen
scheint es so zu sein, dass die Börse langsam wieder höhere Kurse (zum Beispiel im DAX) hervorbringt.
Wir befinden uns nach wie vor in einer Phase von extrem billigen Aktienkursen auf breiter Front, begünstigt
durch große Angst über den weiteren Konjunturverlauf und die Schuldenproblematiken in Europa und den
USA. Sollte sich die Stabilisierung an den Börsen weiter fortsetzen, und davon gehe ich derzeit aus, kehrt
darüber früher oder später das Vertrauen der Anleger zurück. Dann werden sich möglicherweise die Börsianer
sehr schnell und sehr deutlich daran erinnern, dass eine Bewertung der Aktien nach fundamentalen
Gesichtspunkten einen DAX-Stand hervorbringen sollte, der deutlichst über dem derzeitigen Indexstand
notiert.
Noch ein Nachtrag zur Politik und zur EZB:
Wir wollen fair sein. Die Politik hat es manchmal nicht sehr leicht, bestimmte unterschiedliche Interessen
unter einen Hut zu bringen. Man hat von Seiten der Politik meiner Meinung nach erkannt, dass man bis vor
einiger Zeit den Entwicklungen rund um die Schuldenproblematik in der EU hinterher gelaufen ist und es
war berechtigt, hier von unterschiedlichen Seiten kritisch "mehr" von der Politik zu fordern.
Inzwischen habe ich jedoch das Gefühl, dass die Politik bemüht ist, mögliche zukünftige Entwicklungen
im Zusammenhang mit der Schuldenproblematik zu eskomptieren. Und das verdient dann auch ein Lob.
Anders stellt sich aus meiner Sicht die Kritik an der EZB dar. Hier muss man sich im Prinzip nur untereinander
absprechen, denn die EZB ist ja eine unabhängige Institution. Und obwohl eine Hilfe für das angeschlagene
Europa so einfach gewesen wäre (Leitzinsen um 0,5 % senken), versagt man den Menschen in Europa
diese Hilfe.
Ein jeder mag selbst entscheiden, was er davon halten mag.
Ich meine, dass eine Unabhängigkeit bestimmter Institutionen nur dann Sinn macht, wenn
verantwortungsbewusste Menschen dieser Institutionen verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Tun sie
das nicht, sehe ich eigentlich keinen Grund mehr, die Unabhängigkeit dieser Institutionen Aufrecht zu
erhalten.


06. Oktober 2011 - DAX bei rund 5.547 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 10.933 Punkten (Schlußstand vom 05. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,329:
Kurzer Nachtrag zur EZB-Entscheidung, die Leitzinsen unverändert zu belassen:
Da bleibt mir einfach nur noch die Spucke weg, um es mal salopp auszudrücken.


06. Oktober 2011 - DAX bei rund 5.551 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 10.933 Punkten (Schlußstand vom 05. Oktober 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,338:
Leider hat es zwischenzeitlich noch einmal einen heftigen Rückschlag an den Börsen gegeben, der einen
schnell handelnden Investor, der bei meinem letzten Kommentar verkauft hätte und vorgestern wieder
in Aktien investiert hätte, begünstigen würde. Aber wer besitzt schon ein derartig gutes Timing? Abgesehen
von diesen theoretischen Möglichkeiten, noch einmal billiger an Aktien zu kommen, empfinde ich die
aktuelle Robustheit des Aktienmarkts vor dem Hintergrund der sich schnell entwickelnden Ereigniskette
(Abstufung Italien durch eine weitere Ratingagentur, Rezessionsszenario wahrscheinlicher geworden,
Problematik um Griechenland, Gewinnwarnungen von deutschen Banken etc.) bemerkenswert. Niemand
vermag heute mit Sicherheit zu sagen, ob es zu einer Rezession kommt oder nicht und welche Auswirkungen
diese dann auf Unternehmensgewinne und Aktienkurse haben. Auch 2007/2008 nahmen Ereignisse schnell
ihren Lauf, ohne dass diese exakt prognostizierbar waren. Aber auch an dieser Stelle weise ich gerne noch
einmal auf wesentliche Unterschiede an den Börsen hin im Vergleich zu 2008.
Aktien sind heute extrem billig. Das waren Sie in 2007 nicht. Eigentlich ist es vom Wirtschaftszyklus zu früh
für eine Rezession. Und es gibt aktuell kaum Anlagealternativen, da auch die Zinsen noch einmal drastisch
weiter gesunken sind.
Mit Blick auf die Politik muss ich persönlich feststellen, dass sich der Umgang mit den aktuellen Problemen
verbessert hat. Egal was noch kommen mag, ist meiner Meinung nach ein Bemühen der Politik erkennbar,
mit Ihren Überlegungen und Entscheidungen wieder vor die Ereigniskette zu kommen und nicht völlig
überrascht von Ereignissen nur zu reagieren. Ich hoffe, dass ich heute Abend selbiges Lob auch für die
EZB ausstellen kann, die meiner Meinung nach im Hinblick auf ihre Zinspolitik bislang einen miserablen
Job gemacht hat. Sollte es heute gar keine Zinssenkung geben, könnte man meiner Meinung nach mal über
das Wort "Finanzterror" nachdenken. Stellen Sie sich einmal vor, ein Wanderer überquert eine Hängebrücke.
Auf halbem Weg merken seine Begleiter, die die Brücke schon überquert haben, dass die Brücke möglicherweise
unter dem Gewicht Ihres "Kollegen" samt Gepäck zusammenbricht. Man bespricht das dann kurz und kommt zu
dem Entschluss, dem Wanderer auf der Brücke nicht zu raten, sein Gepäck so schnell wie möglich wegzuwerfen.
Mit dem Argument, dass er ohnehin zu schwer für die Brücke wäre. So ungefähr ist doch die Argumentation
der EZB und mancher Ökonomen. Eine Zinssenkung kann der Wirtschaft derzeit kaum helfen. Wir haben
ganz andere Probleme. Ich stelle die Frage, um im Bild zu bleiben, ob man nicht alles mögliche unternehmen
muss, um seinem Kollegen auf der Brücke zu helfen? Ihm also auch zum schnellen Abwurf von Gepäck zu raten.
Selbst wenn es am Ende nicht reichen sollte und der Wanderer doch abstürzt. Die Situation in der Wirtschaftswelt
und in der Bankenwelt ist angeschlagen. Erst muss geholfen werden und zwar mit allen Mitteln. Danach, wenn
sich die Situation stabilisiert, kann über neue Regularien nachgedacht werden oder daran, die reichlich
vorhandene Liquidität wieder abzuschöpfen. Inflation wird nicht das unmittelbare Problem der Eurozone sein.
Deshalb sollten die Leitzinsen heute gesenkt werden. Deutlich! Mindestens um einen halben Prozentpunkt.


29. September 2011 - DAX bei rund 5.647 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.010 Punkten (Schlußstand vom 28.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,364:
Nach einer kurzen technischen Korrektur bei DAX und Dow hat zumindest der DAX seine kurzen Kursverluste
mehr als ausgeglichen. Wie schon mehrfach hier geschrieben, sind Aktien, besonders auch deutsche Aktien,
extrem billig. Deshalb rate ich auch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu einem Trading, also einem schnellen
Kaufen und Verkaufen von Aktien. Sollte es nämlich nicht zum Schlimmsten in der Wirtschaft kommen, würden
Sie mit einem Verkauf einer durchschnittlichen Aktie beispielsweise 50 Euro erhalten, aber eigentlich 100 Euro
an Wert aus der Hand geben (wobei hier die Proportionen von 1 zu 2 nur als Beispiel dienen sollen). Die Gefahr,
dann den steigenden Kursen hinterher zu laufen, sehe ich als zu groß an. Lediglich wenn sich die wirtschaftliche
Situation extrem verschlechtert, sollte der Anleger seine Aktienengagements überdenken.


28. September 2011 - DAX bei rund 5.613 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.212 Punkten (Schlußstand vom 27.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,361:
Ein erneuter, rasanter Anstieg der Aktienkurse liegt hinter uns. Nach einer schwächeren Eröffnung des DAX
heute Morgen konnte dieser sich sogar kurzfristig bis dato wieder ins Plus vorarbeiten. Natürlich kann es
nach solchen Kursanstiegen jederzeit zu technischen Korrekturen beziehungsweise Gewinnmitnahmen kommen.
Doch wäre der fundamental denkende, geduldige Anleger vermutlich nicht gut beraten, wenn er auf solche
kurzfristigen Bewegungen des DAX reagieren würde. Denn wenn es nicht zu einer dramatischen Verschlimmerung
der Schuldenkrise und einer verheerenden Rezession kommt, dann hält der Anleger im Durchschnitt bei diesen
Aktienkursen fantastische Werte in seinem Besitz. Dies scheint auch Warren Buffett so zu sehen, der Aktien
seiner Beteiligungsgesellschaft als deutlich unterbewertet ansieht und daher eigene Aktien zurück kaufen möchte.
Nach meinem Unternehmensbewertungsmodell halte ich die Berkshire Hathaway Aktie (ich halte an dieser Aktie
derzeit keine Anteile) auf Basis der Zahlen des letzten Geschäftsjahres und der ausgewiesenen Bilanz für nur
moderat unterbewertet. Da aber die Gewinne durch Zukäufe oder Verkäufe von Beteiligungen steuerbar sind,
was auch Buffett immer wieder verkündet, sind natürlich die Gewinne hier nur bedingt aussagekräftig. Wenn
Buffet an dieser Stelle eine deutliche Unterbewertung seiner Beteiligungsgesellschaft ausruft, so liegt für mich
der Schluß nahe, dass seine einzelnen, im Beteiligungsportfolio gehaltenen Unternehmen, deutlich mehr Wert
sind als der Wert, der diesen Unternehmen derzeit von der Börse zugebilligt wird. Da Buffett Anteile an vielen und
bedeutenden Unternehmen der amerikanischen Volkswirtschaft hält, scheint er diese wohl im Durchschnitt für
deutlich unterbewertet zu halten. Man könnte also den Schluß ableiten, dass er, als US-Amerikaner, seinen
eigenen Aktienmarkt (Dow Jones, S&P 500 usw.) für deutlich unterbewertet hält. Dies sehe ich ebenfalls so und
sehe ähnliche, wenn nicht noch günstigere durchschnittliche Einstiegsmöglichkeiten im europäischen Aktienmarkt.
Kurzum: Die Märkte sind extrem billig und eine durchschnittliche Aktienanlage jetzt sollte sich mittel- bis langfristig
deutlich auszahlen, wenn die Welt nicht untergeht.


26. September 2011 - DAX bei rund 5.310 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 10.823 Punkten (Schlußstand vom 23.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,346:
Obwohl die Politik meiner Meinung nach viel unternimmt, um die Konjunktur und die Finanzsysteme in die Knie zu
zwingen und auch die EZB und verschiedene Ökonomen meiner Meinung nach vieles unternehmen, um sich der
Politik anzuschliessen (Warnung vor weiteren Leitzinssenkungen, Bremsen der Erwartungen der Marktteilnehmer an
Leitzinssenkungen) zeigt sich der Aktienmarkt heute nach anfänglichen Verlusten bis dato in einer sehr robusten
Verfassung. Nie zuvor in meiner mehr oder weniger aktiven Zeit an der Börse habe ich solche Diskrepanzen bei vielen
Aktien feststellen können in Bezug auf den vermeintlichen Wert des Unternehmens und dem aktuell an der Börse gehandelten
Unternehmenswert. Wenn es nicht zum Schlimmsten kommt, muss der Aktienmarkt zwangsläufig irgendwann wieder
deutlich steigen. Heute wurde bis dato bereits ein erster Schritt auf diesem erhofften Weg unternommen und langsam
neigt sich auch der traditionell eher schlechte Börsenmonat September dem Ende zu. Noch ein (nicht ganz Ernst gemeinter)
Tip an die Notenbanker der EZB: Wusstet Ihr schon, dass Ihr die Konjunktur endgültig über die Klinge springen lassen könnt,
wenn Ihr bei Eurem nächsten gemütlichen Zusammensitzen die Leitzinsen drastisch anhebt?


23. September 2011 - DAX bei rund 5.061 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 10.659 Punkten (Schlußstand vom 22.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,349:
Ungewöhnliche Zeiten-ungewöhnliche Aktionen. Zum ersten Mal seit Bestehen des Menupunktes "Aktuelles" möchte ich
zwei Kommentare an einem Tag abgeben. Der Baltic Dry Index steigt derzeit, mit einer kleinen Unterbrechung, weiter an.
Ich möchte etwas auf die Historie der Baltic Dry Index eingehen. Ende Oktober des Jahres 2008 erreichte der Index ein extrem
tiefes Plateau im Bereich von circa 850 Punkten. Es dauerte bis März 2009, also rund 5 Monate, bis auch die Börsen ihren
Tiefststand bei unter 4.000 Punkten im DAX erreichten. Zu einer massiven Erholung im Baltic Dry Index auf circa 1.900 Punkte
kam es im Februar 2009. Unmittelbar nach dem März 2009 ging es auch an den Börsen massiv nach oben. Nach einem
Anstieg des Baltic Dry Index auf derzeit knapp 1.900 Punkte sollte man die Annahme treffen können, dass wir, auch im
Hinblick auf die extrem günstigen Aktienkurse, den extrem niedrigen Zinsen und dem extremen Pessimismus unmittelbar
vor einer massiven Aufwärtsbewegung im DAX und an den Börsen stehen könnten. Ich könnte mir vorstellen, dass bereits
der Oktober 2011, spätestens aber der November oder der Dezember diesen Jahres, zu deutlichsten Kursaufschlägen
führen kann. Zum Thema Griechenland: Ja, dann lasst sie doch gehen! Besser für das griechische Volk und vermutlich
auch besser für Euroland. Vielleicht wirkt auch der heute noch furchterregend aussehende Austritt Griechenlands bald schon wie
ein lang ersehnter Befreiungsschlag für die Finanzsysteme und die Weltwirtschaft!!???


23. September 2011 - DAX bei rund 5.109 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 10.659 Punkten (Schlußstand vom 22.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,346:
Derzeit überschlagen sich die Ereignisse an den Finanzmärkten. Ein erster Notenbanker schliesst die Griechenlandpleite
nicht mehr kategorisch aus. Erste Unternehmen (gestern aus dem Transportbereich) vermelden ein anspruchsvolles Umfeld,
besonders in Asien, und passen ihre Gewinnprognose entsprechend an. Damit findet sich ein schneller Übergang der
Ereignisse hin zur Informationsstufe, dass jetzt auch die Unternehmen beginnen von sichtbaren Problemen zu sprechen.
Bislang nur von sichtbaren Problemen, aber nicht von katastrophalen Abwärtsbewegungen in der Auftragslage und
den Unternehmensgewinnen. Es passt jetzt vor dem Hintergrund dieser ersten Meldungen auch zusammen, dass viele
zyklische Unternehmen scheinbar billig zu haben sind. Es steht zu befürchten, dass sich die prognostizierten Gewinne für das
Jahr 2011 und insbesondere 2012 und die damit verbundenen niedriegen KGV-Werte nicht halten können.
Es muss mittlerweile auch von einem ausgeprägten Pessimismus gesprochen werden und von einer großen Angst der
Börsianer. Es lässt sich in derart unruhigen Zeiten natürlich kein Szenario ausschliessen. Doch weise ich gerne auch
in diesen Zeiten darauf hin, wie billig viele Aktien (auch ausserhalb der zyklischen Branche) eigentlich erscheinen. Hochprofitable
Unternehmen, die zudem eine Eigekapitalquote von 70 % oder 80 % besitzen, notieren deutlich unter ihrem Buchwert.
Aber es ist völlig logisch: Wo so viel Angst und Pessimismus im Markt herrscht, sind Investoren mehr und mehr bereit,
ihre Aktien zu verkaufen, fast schon egal zu welchem Preis. Ich gehe auch heute davon aus, dass eine Investition in
Aktien unter werthaltigen Gesichtspunkten und auf mittlere bis lange Sicht eine gute Entscheidung sein könnte, auch
wenn wir kurzfristig tiefere Kurse sehen könnten.


22. September 2011 - DAX bei rund 5.221 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 10.944 Punkten (Schlußstand vom 21.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,352:
Italiens Wachstumsprognose gekürzt, Italiens Banken abgestuft, US-amerikanische Banken abgestuft und Deutschlands
Wachstumsprognose zusammengestrichen. Zu viel schlechte Meldungen innerhalb von 24 Stunden, denen sich auch die
Börse nicht widersetzen kann und mit deutlich nachgebenden Kursen reagiert. Die Angst um Rezession und
Schuldenproblematik arbeitet sich mehr und mehr in die Prognosen der Notenbanker und Wirtschaftsforschungsinstitute
ein und damit lässt sich noch mal Schwarz auf Weiss nachlesen, dass etwas "Schlimmes" auf uns zu kommt.
Das Positive daran ist, dass jetzt langsam nur noch die letzte Stufe der "Informationsverarbeitung" in den News erscheinen
kann, nämlich dass auch die Realwirtschaft und die Unternehmen große Probleme sehen. Bis dato immer noch
"Kann" und nicht "Muss". Sollte es zu Negativmeldungen auch aus den Unternehmen kommen, wäre informativ alles auf
dem Tisch. Sicher würde der Prozess des Niedergangs der Realwirtschaft auch noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.
Doch dann wäre auch irgendwann einmal ein Ende des negativen Nachrichtenfluß erreicht. Doch wer sagt denn, dass es
überhaupt zu einer Rezession kommen muss? Warren Buffett, der Superinvestor, sieht derzeit keine Rezession voraus, obwohl
die Finanzmärkte natürlich einer gewissen Eigendynamik unterstehen. Doch Buffett sammelt nach letzten Berichten Aktien ein.
Ich finde, ein gutes Zeichen. Denn letztlich sagt man ihm ein ausserordentlich gutes Gespür nach, was die Aktienmärkte
anbelangt. Aber Buffett ist kein Trader. Er kauft Aktien dann, wenn sie seiner Meinung nach deutlich unter Wert notieren und
hält an ihnen längere Zeit fest. Es mag sein, dass es in den nächsten Wochen vielleicht noch etwas weiter runter geht.
Doch an wesentlich tiefere Aktienkurse auf breiter Front kann ich derzeit nicht mehr so Recht glauben.
Übrigens: Trotz der sehr schlechten Nachrichten liegen wir derzeit immer noch relativ komfortabel über der 5.000 Punkte Marke beim
DAX. Die Marke, die beim DAX wenige Wochen zuvor schon einmal nach unten durchbrochen wurde.


20. September 2011 - DAX bei rund 5.466 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.427 Punkten (Schlußstand vom 19.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,367:
Nach meinem Kommentar vom 15. September 2011 ist der DAX zunächst weiter gestiegen, um dann doch wieder einen
"Rückwärtsgang" einzulegen. Aus heutiger Sicht bis dato zunächst eine notwendige technische Korrektur. Auffallend
ist meiner Meinung nach, dass eigentlich schlechte Nachrichten (Abstufung Italiens durch eine Ratingagentur, Probleme bei verschiedenen
französischen Banken) nicht mehr auf großes Gehör treffen und zu eklatanten Börsenabstürzen führen.
Es hat den Anschein, dass die Börse schlechte Nachrichten nicht mehr so negativ verarbeitet, wie noch vor wenigen Wochen.
Denn auch trotz dieser eigentlich eher negativen Nachrichten, liegt der DAX bis dato im Plus. Ansonsten hat sich die
Gesamtlage am Aktienmarkt kaum verändert. Vertrauensbildende Maßnahmen in der Finanzgemeinde und die Aussicht
auf eine ausbleibende Rezession könnten die Börsen in neue Höhen hieven. Eine bevorstehende Rezession und ein
eventuelles Zerbrechen des Euros (nicht nur ein potentielles Ausscheren von Griechenland) könnten zu einer gegenteiligen
Reaktion führen.
Nach wie vor sehe ich die EZB in der Pflicht, auf Ihrer nächsten Sitzung die Leitzinsen deutlich (mindestens um 0,5 %)
zu senken, um alles mögliche zu tun, einen Abwärtstrend in der Realwirtschaft unwahrscheinlicher zu machen.
Sollten die Notenbanker diese Möglichkeit nicht zusätzlich nutzen, steigt das Risiko einer Abwärtsdynamik der Realwirtschaft
aus meiner Sicht deutlich an. Ab einem bestimmten Punkt lässt sich dann eine Rezession nicht mehr verhindern und
Zinssenkungen bei einer stolpernden Wirtschaft haben dann möglicherweise nicht mehr den positiven Einfluss, den
sie jetzt noch haben könnten.


15. September 2011 - DAX bei rund 5.483 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.246 Punkten (Schlußstand vom 14.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,381:
Nun fällt es sicherlich relativ leicht, in der aktuellen Börsensituation von weiter steigenden Aktienkursen zu sprechen. Deutlich
schwerer wäre das Anfang dieser Woche gewesen, als der DAX mehrfach die 5.000 Punkte Marke nach unten
durchbrochen hatte. Verändert hat sich an der globalen Wirtschaftssituation und der Situation im Euroraum nicht besonders
viel. Allerdings ist aktuell die Zuversicht gestiegen, dass es in Griechenland nicht zum Schlimmsten kommen wird.
Unabhängig von der weiteren Entwicklung der Börsen auf mittel- bis langfristige Sicht könnte es nach einem solchen Anstieg
von rund 10 % Kursplus beim DAX in dieser Woche kurzfristig durchaus einmal wieder zu Gewinnmitnahmen kommen.
Doch bislang (seit Anfang August) gab es immer wieder Kursstürze im DAX mit nachfolgenden Erholungen. Doch gingen
diese Erholungen nicht wieder vollständig auf den DAX-Punkte Stand zurück, von dem der Sturz begann. Dies ist
aktuell anders. Mit dem aktuellen Stand beim DAX wurde sogar die erste deutliche Kurserholung im September mehr als
ausgeglichen. Der Baltic Dry Index, auf den ich in vorhergehenden Kommentaren hingewiesen habe, steigt munter weiter
uns signalisiert damit als Frühindikator alles andere als eine Rezession. Wenn man die Wirtschaftspresse verfolgt, so scheinen
auch andere Börsianer/Analysten/Banker der Meinung zu sein, dass Aktien historisch günstig erscheinen. Angesichts
dieser Einschätzung, die sich mit meiner Meinung deckt, müsste man im Fall eines Ausbleibens einer globalen und/oder
europäischen Rezession fast schon von einer Jahrhundertchance bei Aktien sprechen. Bedingung ist allerdings wie schon
geschrieben, dass es nicht zu einer Rezession und massiven Problemen im Finanzsektor (zum Beispiel bei Banken)
kommt. Ich glaube auch, dass sich kein Analyst heute hinstellen kann und mit Sicherheit behaupten kann, dass es zu einer
unmittelbaren Rezession kommt. Genausowenig wie er das Gegenteil sicher behaupten kann. Schliesslich ist der
Ausgang der wirtschaftlichen Entwicklung natürlich auch von den Akteuren (Politik und Wirtschaft) und deren Aktionen
abhängig. Ich persönlich empfinde es geradezu als gefährlich und fahrlässig von der EZB, die Zinsen bei der letzten Sitzung
nicht massiv gesenkt zu haben. Glaubt man dort bei der EZB immer noch an eine bevorstehende große Inflation?
Ist es nicht die Aufgabe der EZB, wirtschaftlichen Schaden vom europäischen Volk abzuhalten? Schade, dass die EZB
die Gelegenheit verpasst hat, die Leitzinsen drastisch zu senken. Hoffentlich besinnt man sich dort bei der nächsten Sitzung
eines Besseren.


09. September 2011 - DAX bei rund 5.321 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.295 Punkten (Schlußstand vom 08.September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,385:
Erneut bewegen wir uns in einem Spannungsfeld zwischen absolutem Niedergang der Wirtschaftsleistung oder einem
neuerlichem Aufschwung der Aktienmärkte und einem weiteren Wachstum der Weltwirtschaft. Ausser auf dem Höhepunkt
der Wirtschafts- und Finanzkrise mit dem tiefsten Punkt am Aktienmarkt im März 2009 habe ich bislang noch keine Situation
erlebt, die dieser Situation auch nur annähernd ähnelt. Und so stellt sich dann auch die Situation am Aktienmarkt dar und
führt damit zu den derzeitigen Aktienkursen. Aktienkurse auf breiter Front, die ich im günstigen Fall (keine Rezession) als
Riesenchance verstehen würde. Im ungünstigen Fall, Rezession mit kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruch der westlichen
Welt, sind die derzeitigen Aktienkurse wohl als berechtigt billig anzusehen oder gar noch zu teuer. Im letzten Fall helfen dann
vermutlich wirklich nur noch Sachanlagen wie Grundstücke, Wohnungen, Häuser oder Edelmetalle, um diese schlechten
Zeiten zu überdauern. Auch heute gab es ermutigende Zahlen der Industrieproduktion in Frankreich, die in Einklang zu
bringen wären mit dem deutlichen Anstieg des Baltic Dry Index (siehe Kommentar vom 07.September 2011). Es ist leider
so, dass ich derzeit nicht sagen kann, ob Szenario 1 (keine Rezession) oder Szenario 2 (wirtschaftlicher Niedergang)
folgen wird. Doch so langsam nehme ich mehr und mehr an, dass es zu keiner Rezession kommen wird.
Doch denken wir einmal 5 Jahre zurück, Mitte 2006. Stellen Sie sich einmal vor, jemand hätte Ihnen damals gesagt, die
Zinsen in den USA und in Deutschland werden nochmal kräftig sinken. Gleichzeitig finden Sie Aktien von etablierten
Unternehmen, die mit Gewinnschätzungen für 2007 behaftet sind, so dass sich KGV- Werte von um oder unter 6 ergeben
werden. Ich hätte gekauft, als gäbe es kein Morgen mehr. Wenn das wirklich zu keiner Rezession führen sollte, dann weiss
ich, dass Aktien explodieren werden. Leider weiss ich aktuell nur noch nicht, ob es zu keiner Rezession kommt und falls
nicht, wie lange es dauern wird, bis Aktien wieder signifikant teurer werden. Ich fürchte, wir müssen in den nächsten Wochen
und vielleicht noch Monaten weiter mit diesem Spannungsfeld leben.


07. September 2011 - DAX bei rund 5.384 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.283 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,406:
In Zeiten wie diesen, in denen die Volatilität der Aktienmärkte extrem hoch ist, kann es immer mal wieder sein, dass der
Anleger auf dem falschen Fuß erwischt wird. Ging ich gestern noch von einer kurzen technischen Gegenreaktion auf die
starken Kursverluste der Vortage aus, stiegen die Börsen heute bis dato wieder bedeutender an.
Die meisten Börsianer sagen auf der einen Seite, dass die meisten Aktien derzeit durch die Bank extrem günstig erscheinen.
Diesem Urteil schliesse ich mich natürlich an. Könnten die derzeitigen Gewinne der meisten Unternehmen über eine lange
Zeit konserviert werden und würden die Zinsen nach wie vor niedrig bleiben, dürfte der Aktienmarkt früher oder später explodieren.
Und zwar nach oben. Störfeuer kommen von der Politik, den Schuldenkrisen und damit letztlich von der Befürchtung, es könne zu einer
neuen, verheerenden Rezession kommen, die die Welt in eine neue Finanzkrise hinein ziehen würde. Das dürfte die Aktienkurse
dann letztlich weiter drücken, denn dann wären die derzeitigen Unternehmensgewinne nich zu halten. Wenn es hingegen nicht zu
einer Rezession kommen würde, wäre das sicher sehr positiv für die Aktienmärkte. Heute gab es Zahlen aus der deutschen Industrie
und die waren gut. Was ich aber weitaus interessanter finde, ist die Tatsache, dass der Baltic Dry Index, ein Preisindex für Frachtgüter,
inzwischen wieder deutlicher gestiegen ist. Dies könnte ein Vorläufer einer wieder anziehenden weltweiten Wirtschaftsleistung sein. Denn wenn
mehr Güter bewegt werden, steigen die Preise pro Frachtgut und das könnte das Ende der derzeitigen Diskussion um eine Rezession
sein. Mal schauen, ob dieser Indikator in der nächsten Zeit durch andere Wirtschaftszahlen positiv untermauert wird.


06. September 2011 - DAX bei rund 5.292 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.240 Punkten (Schlußstand vom 02. September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,417:
Ein kurzer und knapper Kommentar zum bisherigen heutigen Aktienmarktverlauf: Bis dato eine technische Gegenbewegung
auf die hohen Verluste des Vortages.


05. September 2011 - DAX bei rund 5.411 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.240 Punkten (Schlußstand vom 02. September 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,414:
Leider zeigte der DAX am Freitag und auch heute bis dato eine weitergehende Schwäche und es ist ein neuerlicher Abverkauf
von Aktien zu erkennen. Trotz scheinbar günstiger Bewertungen der Aktien insgesamt, zeigen die Börsen doch, dass
Aktien auch noch günstiger werden können. Natürlich liegen die Befürchtungen der Börse in einer aufziehenden Rezession,
der Schuldenproblematik in Europa und den USA und einem möglichen Auseinanderbrechen der Eurozone. Weitere Themen,
die eher belasten sollten, sind die geldpolitische Bremswirkung der chinesischen Notenbank, die letztlich bis dato auch das
chinesische Wachstum verlangsamen sollte und die Meldung, dass auch die brasilianische Notenbank überraschend ihren
Leitzins gesenkt hat, um einer deutlichen und weitergehenden Verlangsamung der Wirtschaft entgegenzuwirken. Überall in der Welt
könnten daher niedrigere Wachstumsraten möglich sein, die in manchen Ländern gar zu einer Rezession führen könnten.
In diesem Zusammenhang attestiere ich der amerikanischen Notenbank sehr gute Noten. Denn dort hat man seit jeher verstanden,
dass die Wirtschaft in Ihrer Entwicklung kontrolliert werden muss, und dass einer Wirtschaftsabkühlung möglichst früh entgegengewirkt
werden sollte. Dies ist aber auch der politische Auftrag der Fed. Die EZB hat leider den politischen Auftrag, nachgelagert auf die
Inflation zu schauen anstatt auf die wirtschaftliche Entwicklung frühzeitig zu reagieren. Einige fordern einen deutlichen Zinsschritt
der EZB nach unten auf ihrer nächsten Sitzung. Ich schliesse mich dieser Idee an, zumal ich sie in meinem Kommentar vom
31. August 2011 selbst gefordert habe. Doch bezweifle ich, dass dieser Schrit, so er denn überhaupt kommt, den
Märkten mittelfristig helfen würde. Dafür hat die EZB zu lange zu schlecht reagiert, als dass dieser Schritt jetzt noch helfen
würde. Bleibt er allerdings aus, dürfte es noch schlimmer kommen. Doch zurück zum Aktienmarkt und den Folgen einer scheinbar unfähigen
Politik und einer scheinbar falsch agierenden EZB (in diesem Zusammenhang scheint die Bundesregierung noch nicht verstanden zu haben,
dass ein Abwarten und Zögern hier an den Finanzmärkten verheerende Auswirkungen hat. Sicher lässt sich darüber streiten,
ob Frau Merkel nun die beste Bundeskanzler/in ist, die Deutschland jemals hatte, weil Sie kaum selbst agiert, sondern so lange
abwartet, bis andere und das Volk eine Entscheidung treffen -pure Demokratie also, oder?- oder die Schlechteste, weil Sie eben
nicht selbst agiert und keine Richtung vorgibt, also nicht führt und nicht lenkt
):
Der Aktienmarkt zeigt auf jeden Fall mit neuerlichen Jahrestiefstständen, dass die Gefahr eines weiteren und deutlichen Abrutschens
des Aktienmarktes akut ist. Zwar bin ich kein Chartexperte, aber auch von dieser Seite könnte wohl ein Rutsch auf 4500 bis 4800
Punkte im DAX möglich sein. Es tut mir sehr leid, dass ich den Beginn einer möglichen weitergehenden Abwärtsbewegung nicht frühzeitig
erkannt habe (siehe meinen Kommentar vom 01. September 2011). Doch habe ich all denjenigen, die meinen Ratschlägen gefolgt wären,
mit meinem Kommentar vom 29. Juli 2011 einen Rutsch des DAX um über 1000 Punkte erspart. Es ist sicher kurzfristig unbefriedigend,
in solche Abwärtsbewegungen der Aktienmärkte, wie wir es auch heute wieder sehen, hinein zu verkaufen. Doch es besteht die
Gefahr, dass wir Ende September oder später eventuell wieder im DAX um die Marke von 4500 Punkten notieren. Also weitere rund 20 % Verlust,
die sich der Anleger ersparen könnte, wenn er jetzt oder in den nächsten Tagen verkauft.
Das Problem, welches ist derzeit auch sehe, ist, dass das Thema Schuldenkrise und mögliche Rezession nicht einmal im Ansatz
gelöst oder abgearbeitet ist. Die Aussicht, dass Morgen oder Übermorgen alles besser werden sollte, könnte damit trügerich sein. Aus heutiger Sicht
überwiegen damit meiner Meinung nach mittelfristig die Risiken, mit Aktien schnell viel Geld zu verlieren.


01. September 2011 - DAX bei rund 5.650 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.613 Punkten (Schlußstand vom 31. August 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,427:
Nun legt der DAX heute erst einmal wieder den Rückwärtsgang ein. Aus folgendem Grund würde ich diese Rückwärtsbewegung
des DAX derzeit nicht überbewerten:
Seit circa einem Jahr ist an der Börse zu beobachten, dass ein steigender US-Dollar eher für schwächere Notierungen der
Aktienmärkte sorgt, wohingegen ein sinkender US-Dollar oftmals für steigende Notierungen der Aktienmärkte sorgt. Dieses
Phänomen, dass ich im Übrigen nicht erklären kann, gab es vor vielen Jahren in dieser Form nicht. Im Gegenteil:
Vor 5, 10 oder 20 Jahren haben sich die Börsianer über einen starken US-Dollar eher gefreut, sorgte dieser doch dann über
über bessere Wechselkurse bei der deutschen/europäischen Exportindustrie und damit für höhere Gewinne der exportorientierten
Unternehmen.
Heute ist dieses Phänomen an den Börsen scheinbar spiegelverkehrt. Der US-Dollar ist im Vergleich zu gestern um rund 1 % gegenüber
dem Euro gestiegen. Daher überrascht es eher weniger, dass auch der DAX, ganz im Zeichen dieser Aufwärtsbewegung des US-Dollars,
den Rückwärtsgang eingelegt hat. Im Moment aus meiner Sicht kein großer Grund zur Sorge.


31. August 2011 - DAX bei rund 5.730 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.560 Punkten (Schlußstand vom 30. August 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,442:
Die gute Nachricht für alle investierten Anleger in Aktien: Der DAX und der Dow Jones steigen wieder. Zumindest gegenüber
meinem letzten Kommentar vom 28. August 2011. Rezessionsängste sind zwar nach wie vor vorhanden. Schliesslich wurden
diese gestern auch noch von einer amerikanischen Ratingagentur für Europa kolportiert. Doch die Börse scheint diese
negativen Nachrichten letztlich wieder schnell verdaut zu haben. Eine Rezession ist natürlich ein mögliches Szenario, vor allem für den
Euroraum. Besonders auch dann, wenn die EZB ihren Fehler (meiner Meinung nach) der letzten Zinserhöhungen nicht schnellstens
mit drastischen Zinssenkungen korrigiert. Natürlich konnte die EZB nicht vorausahnen, dass sich das konjunkturelle Bild
verschlechtert. Doch eine Zinsanhebung vorzunehmen in einer akuten Schuldenproblematik halte ich zumindest für höchst
fraglich. Die Kritik des Bundespräsidenten an der EZB halte ich zwar für sachlich nicht falsch, aber zeitlich zumindest sehr unglücklich.
Wenn man nämlich kritisiert, ein brennendes Haus nicht sofort mit Wasser zu löschen, da das Löschwasser für unsere Kinder zu
teuer ist, muss die Frage erlaubt sein, welche Schulden sich (auch für unsere Kinder) aufhäufen würden, wenn das ganze Haus abbrennt,
wenn also Italien und Frankreich lichterloh brennen.
Nun denn: Ich habe in den letzten beiden Kommentaren erstmalig einige Aktien vorgestellt (stellvertretend für viele andere), bei denen
die Frage erlaubt sein darf, wie tief diese denn noch sinken können, selbst wenn es zu einer Rezession kommen würde, die aktuell
eben noch nicht da ist. Meiner Meinung nach haben viele Aktien aktuell noch deutliches Aufwärtspotential. Denn schliesslich kann
es theoretisch, trotz aller Unkenrufe, auch zu keiner Rezession in Europa und den USA kommen.


28. August 2011 - DAX bei rund 5.537 Punkten (Schlußstand vom 26. August 2011) -
Dow Jones bei ca. 11.284 Punkten (Schlußstand vom 26. August 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,449:
Nun scheint der Hurrikan Irene ja zwar einige Verwüstungen angerichtet zu haben, aber die ganz große Katastrophe ist bislang
scheinbar ausgeblieben. Eventuell wird die Börse die "besser als befürchteten" Erwartungen morgen einbauen und mit
einem Kursplus starten!!!???
Doch weit wichtiger erscheint mir die Tatsache, dass einige wichtige Vertreter (zum Beispiel Fed Chef Ben Bernanke)
KEINE Rezession erwartet. Auch für Europa soll dies nach Ansicht der Bundesregierung nicht der Fall sein. Zweckoptimismus?
Vielleicht. Wenn diese erwartete Rezession aber ausbleibt und es nur zu einer Wachstumsverlangsamung kommt,
könnten Aktien bald durch die Decke gehen. Kurstreiber in diesem Szenario sollten die extrem niedrigen Zinsen
und vor allem die abendteuerlich niedrigen Bewertungen vieler Aktien sein. Natürlich gibt es auch einige Aktien, die angemessen
bewertet erscheinen oder gar überbewertet sind. Aber dies stellt eher die Ausnahme als die Regel dar. Viele Aktien sind
einfach gnadenlos billig. Und der Anleger wird einfach fast überall fündig.
Zum Beispiel auch bei den norwegischen Aquakulturunternehmen Cermaq und Leroy Seafood.
Natürlich können auch diese Aktien (und mit Ihnen der Investor) im schlimmsten Fall einen Totalverlust erleiden.

Vorgenannte Aktien dienen nur der allgemeinen Information. Es soll hier an dieser Stelle weder eine
Kaufempfehlung, noch eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen werden.

Offenlegung von (möglichen) Interessenskonflikten:

Über mein Privatdepot halte ich an vorgenannten Aktien derzeit (28. August 2011) Anteile in folgender Höhe:

Cermaq: 500 Stück
Leroy Seafood: 300 Stück


26. August 2011 - DAX bei rund 5.487 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.149 Punkten (Schlußstand vom 25. August 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,443:
Nun hat es seit meinem letzten Kommentar eine kurze Zwischenerholung am Aktienmarkt gegeben, die auch bis dato
noch Bestand hat, wenngleich die Kursgewinne in den letzten 2 Tagen wieder deutlich zusammen geschmolzen sind.
Mehr und mehr Börsianer und Investoren gehen derzeit vermehrt von einem Negativszenario für Konjunktur und
Aktienmärkte aus. Auch ich sehe diese Gefahr. Daher habe ich auch in den vergangenen 2 Kommentaren hier zu einer
nur teilweisen und moderaten Rückkehr zu Aktien geraten. Ich bleibe auch heute bei dieser Einschätzung und würde
eine Aktienquote im mittleren 2-stelligen Bereich begrüßen. Damit hält sich der Investor immer noch die Möglichkeit
offen, zu einem späteren Zeitpunkt eventuell noch einmal billiger auf Aktien zugreifen zu können.
Mein Hauptargument für Aktien, im Vergleich zum Beispiel zum Jahre 2007/2008 ist nach wie vor die durchweg niedrige
Bewertung, vor allem in Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote, einem niedrigen KGV und einer hohen Gewinnrendite
im Basisgeschäft des Unternehmens. Es zeigt sich auch, dass Unternehmenslenker insbesondere bei solchen Aktien
kräftig zulangen.
Als Europäer sollte uns bewusst sein, dass der Euro ein Auslaufmodell sein könnte. Eine Sicherheit für sein Geld
erhält der Anleger also weder durch den Kauf von Staatsanleihen, noch durch den Aufbau von Cash (Euros).
Letzteres eignet sich aber sehr wohl, einen möglichen weiteren Rutsch am Aktienmarkt zu überstehen, da ich nicht davon
ausgehe, dass es den Euro Anfang der nächsten Woche oder bis zum Ende des Jahres nicht mehr gibt.
Eine grundsätzliche Sicherheit gegen einen Totalverlust bieten natürlich Edelmetalle. Doch diese sind schon gut gelaufen.
Meines Erachtens sollte sich der Anleger bei soliden und preisgünstigen Aktien wie zum Beispiel Total, Einhell, Euromicron
oder Westag + Getalit darauf konzentrieren, dass der Anleger bei diesen Kursen viel Unternehmen für relativ wenig Geld
erhalten kann. Natürlich kann auch jede von diesen genannten Aktien weiter im Kurs fallen und im schlimmsten Fall
sogar einen Totalverlust erleiden.
Hochinteressant empfinde ich auch die Bewertungen von MPH, Corning, Asian Bamboo, Sektkellerei Schloss Wachenheim
oder JinkoSolar. Natürlich können auch diese Aktien (und mit Ihnen der Investor) im schlimmsten Fall einen
Totalverlust erleiden.

Vorgenannte Aktien dienen nur der allgemeinen Information. Es soll hier an dieser Stelle weder eine
Kaufempfehlung, noch eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen werden.

Offenlegung von (möglichen) Interessenskonflikten:

Über mein Privatdepot halte ich an vorgenannten Aktien derzeit (26. August 2011) Anteile in folgender Höhe:

Total: 220 Stück
Einhell: 100 Stück
Euromicron: 100 Stück
Westag + Getalit Stämme: 300 Stück
Westag + Getalit Vorzüge: 50 Stück
MPH: 2100 Stück
Corning: 860 Stück
Asian Bamboo: 145 Stück
Sektkellerei Schloss Wachenheim: 970 Stück
JinkoSolar: 325


19. August 2011 - DAX bei rund 5.407 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 10.990 Punkten (Schlußstand vom 18. August 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,431:
In Anlehung an meinen Kommentar vom 14. August 2011 würde ich nun, angesichts weiter um sich greifender Angst und
Panik vor einer Rezession die Gelegenheit des heutigen Tages nutzen, um langsam weitere Aktien einzusammeln.
Es scheint wohl so zu sein, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession, was auch immer sie verursachen könnte
oder verursacht hat (Japan- Gau, Schuldenkrise, wenig vorausschauendes Verhalten der EZB, intelligenzlose Politik etc.),
drastisch gestiegen ist. Deshalb lässt sich nicht nur nicht ausschliessen, dass es in den nächsten Wochen zu weiteren
Kursverlusten kommen könnte, sondern diese sind sogar einigermassen wahrscheinlich.
Auf der Positivseite sollte Erwähnung finden, dass es sehr viele Insiderkäufe von Firmenlenkern gibt. Das zeigt, dass
Insider (also Vorstände und Aufsichtsräte) auf Basis des ihnen vorliegenden Zahlenmaterials und der ihnen vorliegenden
Auftragslage der Meinung sind, dass ihre Aktien ein gutes Investment sein könnten. Natürlich können auch Vorstände nicht
in die Zukunft blicken und auch sie kennen natürlich nicht die genaue Wirtschaftslage in einigen Monaten.
Gedankensprung - Ein Vergleich:
Als die Aktien Anfang 2008 im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Sturzflug übergingen, lagen die Bewertungsniveaus
der meisten Aktien auf einem sehr hohen Niveau. Wenn Sie damals ein Unternehmen gefunden haben, dass Sie als auch nur
leicht unterbewertet einstufen konnten, konnten Sie von Glück sprechen. Zumindest zum damaligen Zeitpunkt. Die Zinsen waren
ebenfalls höher als heute. Jetzt aber weiss ich gar nicht, ob die aktuellen Kursniveaus der Aktien letztlich nicht schon eine
Rezession wieder spiegeln. Dies sollte den Spielraum nach unten für weitere Kursverluste im Vergleich zu 2008 deutlich
verringern. Viele Unternehmen haben die zurückliegenden Jahre genutzt, um ihre Eigenkapitalbasis zu stärken und
weiter positiv an ihrer Kostenstruktur gearbeitet. Käufe in Aktien, die jetzt auf diesem Niveau getätigt werden, sollten sich für
den langfristig orientierten Anleger als durchaus werthaltig heraus stellen. Weil man aber nicht weiss, wie tief es zwischenzeitlich
noch herunter gehen kann mit den Aktienkursen, deshalb rate ich zum zeitlich sukzessiven Einstieg in den Aktienmarkt.
Seinen Aktienbesitz bei deutlichen Schwächephasen des Marktes (so wie beispielsweise heute) aufzubauen, erscheint mir
derzeit eine gute Vorgehensweise.


14. August 2011 - DAX bei rund 5.997 Punkten (Schlußstand vom 12. August 2011) -
Dow Jones bei ca. 11.269 Punkten (Schlußstand vom 12. August 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,424:
Leider konnte ich in den letzten 2 Wochen keinen Kommentar zur Börsenlage abgeben. Wer allerdings meinem am
29 Juli 2011 hier abgegebenen Ratschlag gefolgt ist, konnte sich den bisherigen Börsencrash mit einem breiten Grinsen von der
Seitenauslinie anschauen und steht jetzt aktuell erneut vor der Frage, ob eine Investition in Aktien vor dem Hintergrund des
Börsencrashs richtig ist oder nicht. Hier muss natürlich ein jeder selbst entscheiden, was für ihn das beste zu sein scheint.
Ich hatte die vergangenen Tage dazu genutzt, die hohen Cashbestände langsam abzubauen, weil ich zumindest kurzfristig
davon ausgehe, dass die sich vielfach bietenden Einstiegsgelegenheiten auf deutlich ermäßigter Kursbasis ein Argument
PRO AKTIE verkörpern, zumal sich auch an der Zinsseite am langen Ende die Anleiherenditen wieder reduziert haben.
Damit stehen zum Einen noch ungünstigere Anlagealternativen zur Aktie im Anlageuniversum. Zum Anderen hat die amerikanische
Notenbank signalisiert, dass die sehr niedrigen Zinsen noch bis ins Jahr 2013 auf diesem Niveau gehalten werden sollen.
Eine Aussage, die seriöse Notenbanker nur geben können, wenn sie davon ausgehen, dass der Arbeitsmarkt und die
Inflation sehr lange schlecht laufen werden (Arbeitsmarkt) beziehungsweise sehr niedrig (Inflation) bleibt.

Warren Buffett, der vielleicht erfolgreichste Anleger dieser Zeit hat in der jüngsten Vergangenheit denn auch amerikanische
Staatsanleihen gekauft, was zur obigen Meldung passt.
Genau hier liegt aber auch das Risiko für den Aktienmarkt in den nächsten Wochen/Monaten. Fallende Marktzinsen signalisieren
ein schwaches aktuelles und zukünftiges Wachstum der Wirtschaft. Eine Rezession ist wahrscheinlicher geworden.
Und wir stehen möglicherweise erst am Anfang dieser Entwicklung, zumindest dann, wenn es zu keinem so genannten
"Soft-Landing" der Wirtschaft, sondern eben zu einer Rezession kommt.
Daher rate ich zu einer sehr vorsichtigen Investition in Aktien auf diesem Niveau. Aber ich würde den Aktienanteil nun langsam,
vielleicht über Monate hinweg, sukzessive steigern. Vorausgesetzt natürlich, der Anleger ist meinem Ratschlag zum Aufbau
einer signifikanten Cash-Position (deutlicher Abbau der Aktienquote) gefolgt. Und auch der Neuanleger tut langfristig gesehen
vermutlich gut daran, mit ersten Investitionen in den Aktienmarkt zu gehen.


29. Juli 2011 - DAX bei rund 7.092 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.240 Punkten (Schlußstand vom 28. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,433:
Und bis dato ein weiterer Tag mit deutlichen Verlusten an den Aktienmärkten, einer weiteren Drohung der Ratingagenturen
für Spanien und einer Nachricht zu einem schlechter als erwartetem US-Wirtschaftswachstum. Heute habe ich zum
ersten Mal eine kompetente Dame in einer Börsensendung gesehen, die auf die Frage, was eine Lösung und auch
eine "Nicht-Lösung" der US-Schuldenmisere für die Anleihemärkte der USA bedeuten könnte, sinngemäß geantwortet hat,
dass sie es nicht mehr einschätzen kann.
Ich glaube, mittlerweile hat hier niemand mehr auch nur die geringste Ahnung, was hier in nächster Zukunft bezüglich
der Anleihemärkte, der Aktienmärkte und der Rohstoffmärkte passieren wird. Aus rein fundamentaler Sicht macht
es keinen Sinn mehr, Aktien zu verkaufen, wenn man die Gewinne zu Grund legt, die aktuell auf dem Tisch liegen.
Es sei denn, wir steuern (mit oder ohne Schuldenproblematiken in den USA und der EU) in eine schwere Rezession
beziehungsweise in eine schwere Finanzkrise hinein. Und mittlerweile erhöhen sich meine gefühlten Einschätzungen
für die letztgenannte Option ganz drastisch, so dass ich vielleicht temporär den sicheren Hafen vorschlage, der ZUNÄCHST
in derartigen Krisen richtig war, nämlich CASH.


28. Juli 2011 - DAX bei rund 7.181 Punkten (Morgen) -
Dow Jones bei ca. 12.302 Punkten (Schlußstand vom 27. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,435:
Unabhängig von den Themenbereichen der Schuldenproblematik im Euroraum und in den USA gibt es mittlerweile eine
ganz klare Tendenz zur wirtschaftlichen Entwicklung in Europa und in den USA. Wir durchleben derzeit die Vorboten einer
wirtschaftlichen Abschwächung, die sich aus verschiedenen Indikatoren angedeutet hat. Anstatt Inflation und wirtschaftliche
Prosperität deuten die Anleihemärkte (in den USA und in Deutschland) seit einiger Zeit mit steigenden Kursen von
Staatsanleihen (also sinkenden Zinsen) schon an, dass es zu einer wirtschaftlichen Abschwächung und a la long damit
auch zu einer Reduktion der derzeitigen inflationären Situation kommen könnte/kommen wird. Die gleichen Signale werden
von unruhigen Bewegungen (plötzlichen Einbrüchen mancher Rohstoffe) an den Rohstoffmärkten gesendet. Mittlerweile
weisen auch verschiedene Unternehmen auf wirtschaftliche Abschwächungstendenzen in ihrem Geschäft hin. Die entscheidende
Frage für die Weltwirtschaft und für die Aktienmärkte in der kommenden Zeit wird sein: Wie lange und wie schwer werden die
konjunkturellen Abwärtsbewegungen der Wirtschaft in der Zukunft sein? Wird es eher ein Softlanding-Szenario oder ein
Hardlanding-Szenario der Wirtschaft? Weil das im Augenblick keiner einschätzen kann, sollte der Anleger, auch ohne die
Schuldenproblematik der USA und der EU vorsichtig sein und vorerst auch vorsichtig bleiben. Auch über den Termin des
02. August 2011 hinaus, der natürlich bei einer Lösungspräsentation für eine kurze Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten
sorgen könnte. Doch es bleibt derzeit unabsehbar, ob es ein neues finanzielles Desaster geben wird. Eins dürfte klar sein:
Deflationäre Entwicklungen und konjunkturelle Einbrüche sind das letzte, was hoch verschuldete Länder jetzt gebrauchen
können. Der gestrige scharfe Einbruch der Aktienkurse belegt meiner Meinung nach auch schon wieder, dass die Unruhe,
die an den Zinsmärkten und den Rohstoffmärkten zu beobachten ist, langsam aber sicher auch auf die Aktienmärkte
überschwappen könnte. Als Fazit muss ich derzeit bei meiner sehr vorsichtigen Haltung für Investitionen in Aktien bleiben. Aber
mehr noch: In den letzten Tagen hat sich der Ausblick für die Aktienmärkte in meinem Weltbild deutlich ins Negative
verschoben.


27. Juli 2011 - DAX bei rund 7.325 Punkten (Morgen) -
Dow Jones bei ca. 12.501 Punkten (Schlußstand vom 26. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,449:
Eine Lösung des Schuldenproblems in Griechenland liegt nun auf dem Tisch. Schön, dass es überhaupt eine "Lösung"
gegeben hat, die von den Finanzmärkten mit Erleichterung aufgenommen wurde. Doch bleibt die Frage im Raum
stehen, ob diese Lösung gut und vernünftig ist und was diese Lösung für andere Länder des Euroraums bedeuten würde,
wenn diese ebenfalls weitere Schuldenprobleme bekommen würden. Wo doch Vertreter der Politik und der Geldwirtschaft
die Lösung der Griechenlandproblematik als Ausnahme ansehen wollen.
Deadline im US-Schuldenstreit ist der 02. August 2011. Bis zu diesem Datum müssen sich Republikaner und Demokraten
einigen. Bis dahin könnte der Anleger meiner Meinung nach noch abwarten.
Nun hat der europäische Anleger in amerikanischen Aktien seit meinem letzten Kommentar unter Berücksichtigung des
Wechselkursverhältnis einen Verlust erlitten, wohingegen der DAX knapp 100 Punkte zulegen konnte.
Wo die Reise an den Börsen hingehen wird, vermag ich aktuell nicht zu sagen. Doch gibt es auf der einen Seite nach wie
vor im Durchschnitt sehr günstige Aktienkurse in einem niedrigen Zinsumfeld. Auf der anderen Seite nehmen die Spannungen
im Finanzsystem weiter zu. Zwei gegenläufige Trends, was die Frage nach der "richtigen Anlagestrategie" nicht einfach macht.
Ich möchte erst einmal in Ruhe die vermeintliche Lösung im US-Schuldenstreit im August abwarten, weitere Wirtschaftsdaten
beobachten und sehen, ob Italien und weitere Länder der Eurozone aus dem Fokus der Finanzmärkte genommen werden oder
nicht.


20. Juli 2011 - DAX bei rund 7.230 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.587 Punkten (Schlußstand vom 19. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,416:
Nachdem es in der jüngsten Vergangenheit deutliche Kursverluste an den Börsen gegeben hat, brachte der gestrige
Tag und der heutige Tag (bis dato) eine Kurserholung mit sich. Eine Kurserholung, die ich weder übergewichten,
noch untergewichten möchte. Ich vermute zunächst einmal eine technische Gegenreaktion auf die Kursverluste der
jüngsten Vergangenheit, gepaart mit leicht positiven Nachrichten in Bezug auf die US-amerikanische Schuldenproblematik.
Doch wie ich bereits in meinem Kommentar vom 11. Juli 2011 schreibe, erwarte ich eine Lösung für das US-amerikanische
Schuldenproblem in letzter Sekunde. Die Börse hat mit Erleichterung auf jüngste Positivmeldungen aus den USA reagiert.
Doch das eigentliche Problem liegt zunächst in Euroland und in Italien und in Griechenland. Und hier ist noch keine Lösung in Sicht.
Daher gehe ich davon aus, dass der jüngste Kursanstieg nicht nachhaltig sein wird und die Börse bald schon wieder
mit nachgebenden Kursen reagieren wird.
Sollte es zu einer dauerhaften und tragfähigen Lösung in den USA und in Euroland in Bezug auf die Schuldenproblematik
kommen, so entgehen dem Anleger im Vorfeld der Lösung vielleicht maximal 5 % Kursanstieg. Doch bei einer allgemeinen
Unterbewertung der Aktien von mehr als 30 % würde dem Anleger durchschnittlich noch genügend Kurspotential verbleiben,
um sein Kapital bis zum vermeintlichen Ende dieses Konjunkturzyklus zu vermehren. Sollte die Euroschuldenproblematik
jedoch schief gehen, gibt es an der Börse viel zu verlieren. Aus Chance/Risiko-Gesichtspunkten bevorzuge ich daher nach wie vor
die eher vorsichtige, abwartende Haltung gegenüber dem Aktienmarkt.


18. Juli 2011 - DAX bei rund 7.134 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.479 Punkten (Schlußstand vom 15. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,403:
Zum Wochenbeginn mal wieder ein etwas unfangreicherer Kommentar zur vermeintlichen Lage an den Finanzmärkten.
Mit dem heutigen Morgen haben sich meine in der vergangenen Woche ausgeschriebenen Befürchtungen leider
bewahrheitet. Der DAX sinkt bis dato weiter, wenngleich sich die Verluste aktuell noch in Grenzen halten, also nicht
signifikant sind.
Doch mehr und mehr drängt sich bei mir der Eindruck auf, dass irgend etwas nicht mehr stimmt an den Finanzmärkten.
Zunächst zum Positiven: Ende 2007 hatte ich enorme Schwierigkeiten, überhaupt Aktien zu finden, die nach meinem
Unternehmensbewertungsmodell auch nur fair bewertet waren. Der Höhepunkt einzelner Unterbewertungen bei
Aktien belief sich auf maximal 10 %. Eine Unterbewertung von lediglich 10 % am Ende eines Konjunkturzyklus stellt
aber aus Valueinvesting Gesichtspunkten kaum eine gute Gelegenheit dar, kann doch diese Unterbewertung durch
leichte Veränderungen in der Gewinnlage der Unternehmen nach unten völlig verschwinden. Kurzum:
Nahezu alle Aktien waren Ende 2007 sichtbar zu teuer. Dass der folgende Aktienkursverfall so tief und so schwer
war, haben sicherlich nur wenige voraus gesehen. Aber dass Aktien zu teuer waren, war leicht sichtbar.
Heute stellt sich die Situation in dieser Hinsicht völlig anders dar. Heute habe ich Schwierigkeiten, Aktien zu finden,
die überbewertet oder fair bewertet erscheinen. Im Bereich einiger Aktien, die Haushaltsprodukte und/oder Kosmetik
herstellen, werde ich fündig. Die meisten Aktien weisen jedoch nach meinem Unternehmensbewertungsmodell
Unterbewertungen auf, die bei mindestens 30 % liegen. Manche Aktien könnten sich sogar aus dem Stand verdoppeln,
und wären immer noch scheinbar günstig. Und bis dato gehen viele Unternehmen auch für 2012 noch von Gewinnsteigerungen
aus. Bei gleicher oder sinkender Zinslandschaft würde sich damit die augenfällige Unterbewertung noch erhöhen.
Umso merkwürdiger mutet es an, dass die Aktienkurse trotzdem seit geraumer Zeit stagnieren und derzeit sogar weiter
sinken.
Wir alle kennen die Probleme, die vor den Finanzmärkten liegen. Wir alle wussten auch schon seit 2005, dass
amerikanische Immobilien überteuert waren und das die Blase bald platzen sollte. Dennoch dauerte es noch 2 weitere
Jahre mit weiteren, drastischen Kurssteigerungen der Immobilienpreise, bis es dann mit der Finanz- und Wirtschaftskrise
Ende 2007/2008 so weit war und ein beispielloser Werteverfall, auch der Immobilienpreise in den USA, einsetzte.
Mit den Stimulationsmassnahmen der Notenbanken weltweit, besonders der amerikanischen Notenbank, ist uns auch vor
ein bis zwei Jahren klar gewesen: Irgendwann bricht sich die Liquidität an den Märkten Bahn und mündet ich einer
großen Inflation. Nun gibt es heute unverkennbare Inflationsbewegungen (zum Beispiel bei den Rohstoffpreisen).
Doch niemand weiss mit Sicherheit, wie es hier in naher Zukunft weiter geht. Zumal es an den Rohstoffmärkten vor Kurzem
bereits Einbrüche gegeben hat. Zum Beispiel beim Silber, bei der Baumwolle, beim Weizen oder beim Nickel.
Kurzum: Es herrscht Unruhe, auch an den Rohstoffmärkten. Ein weiteres Beispiel für den "Rohstoffpreisverfall" lässt
sich mit dem Verfall der Preise einiger Fischsorten aufzeigen. Dies macht derzeit den nordischen Aquazuchtbetrieben
im Kursverlauf sehr zu schaffen.
Doch zurück zur roten Linie:
Wir alle wissen, dass eines Tages auch die Anleihekurse der Staatsanleihen der USA und Deutschlands signifikant
fallen werden. Wenn diese Blase platzt, weiss ich nicht, wie dies die Aktienmärkte wegstecken werden.
Ich vermute mal sehr negativ. Denn eine wirtschaftliche Ordnung, die über Nacht zerbricht, erzeugt Unruhe, Unsicherheit
und Panik. Und dass in einem solchen Umfeld die Wirtschaft nicht floriert, dürfte leicht nachvollziehbar sein.
Wer kauft eigentlich diese Anleihen bis dato immer noch? Anleihen, die aus heutiger Sicht in den USA für die
nächsten 30 Jahre weniger als 4,3 % jährlich abwerfen. Die Unternehmen finanzieren sich aktuell ja schon nicht mehr
auf diesem Niveau, sondern eher im Bereich ab 7 % (über Unternehmensanleihen).
Wir alle, inklusive mir, haben vor wenigen Wochen gedacht, dass die schweren Krisen aus sehr hohen Anleihekursen und
der Schuldenproblematik zwar kommen werden, aber bis dahin noch einige Zeit (vielleicht 2, 3 Jahre) ins Land gehen
werden. Jahre, in denen sich auch der Aktienmarkt noch einmal prächtig entwickelt. Doch was ist, wenn all das nicht
so ist und das Katastrophenszenario JETZT beginnt? Mit Italien richtete sich zum ersten Mal der Fokus auf ein großes
und wirtschaftlich bedeutendes Land. Was ist, wenn auch China mit seinen ständigen Zinserhöhungen zur Bekämpfung der
Inflation JETZT Erfolg hat und die Wirtschaft eine harte Landung erleben wird? Was wäre, wenn durch diese wirtschaftlichen
Unruhen eine neuerliche Rezession vor der Tür steht (die Unruhe an den Rohstoffmärkten ist kein besonders gutes Zeichen).
Dann werden die vermeintlichen Gewinnanstiege der Unternehmen auf breiter Front schmelzen wie der Schnee in der Sonne.
Und auch die Gewinne, die im letzten Jahr bei den Unternehmen erreicht wurden, können nicht konserviert werden.
Auch diese werden in einem Szenario einer Rezession drastisch fallen und dann sind Aktien vor dem Hintergrund drastisch
fallender Unternehmensgewinne auch nicht mehr billig.
Diese Angst ist es, die der Börse aus meiner Sicht derzeit in den Knochen steckt und die für fallende Kurse sorgt.
Ich denke, die Situation um die überhohen Schulden in einigen großen Ländern der westlichen Welt ist derart gefährlich,
dass die Politik hier schnell und effektiv handeln sollte. Ist hier ein Punkt in der Entwicklung erreicht und überschritten,
der nicht überschritten werden darf, wird die Wirtschaft kollabieren und mit ihr die Aktienkurse.
Wie wahrscheinlich das Szenario derzeit ist, vermag ich nicht zu sagen. Doch der Anleger sollte derzeit vielleicht eher etwas
Vorsicht walten lassen.


14. Juli 2011 - DAX bei rund 7.228 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.491 Punkten (Schlußstand vom 13. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,420:
Offenbar gab es gestern Abend (MEZ) ein Statement von Ben Bernanke, dem Chef der amerikanischen Notenbank,
der den Märkten weitere Finanzspritzen in Aussicht stellte. Begründet wurde dies abermals mit Sorgen um die
Konjunktur. Die Finanzspritzen werden von der Börse gerne entgegen genommen. Daher wurde der Abwärtstrend am
Aktienmarkt durch diese positive "Irritation" kurzfristig gestoppt. Doch der Grund für die mögliche Finanzspritze ist
wohl kaum ein Grund zum Feiern. Nun sind wir aber wieder in der Schuldenproblematik und damit in der Börsenrealität
zurück und es ist, zumindest aus heutiger Sicht, mit weiteren Kursrückgängen der Aktienmärkte zu rechnen.


13. Juli 2011 - DAX bei rund 7.192 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.446 Punkten (Schlußstand vom 12. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,405:
Eine im Vergleich zu gestern nahezu unveränderte Datenlage zur möglichen Schuldenproblematik in Italien hat es
den Börsen trotz neuerlicher Negativschlagzeilen zur Schuldenkrise in Irland bis dato ermöglicht, eine kleine
Zwischenerholung zu starten. Die Beruhigung (Stabilisierung) also, von der ich gestern auf kurze Sicht ausgegangen
bin. Leider jedoch denke ich, dass sich trotz scheinbar sehr billiger Aktien der Trend der Verunsicherung und damit leider
auch der Trend zu weiteren Kursverlusten an den Börsen langsam wieder durchsetzen könnte. Vielleicht rutschen die
europäischen Indizes sogar noch bis heute Abend wieder ins Minus. Obwohl diese kurzfristigen Prognosen doch
mit einigen Risiken verbunden sind, sehe ich leider mittelfristig keinen Grund zur Entwarnung. Das heisst also, dass
aus meiner Sicht der Dinge es maximal noch einige wenige Tage länger eine leichte Erholung der Aktienkurse geben
könnte. Dann aber erwarte ich leider wieder rote Vorzeichen bei den Aktienkursen.


12. Juli 2011 - DAX bei rund 7.069 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.505 Punkten (Schlußstand vom 11. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,391:
Die Italienproblematik greift weiter um sich und hat gestern und heute zu einer ersten Schockwelle an den Börsen geführt.
Wie immer in solchen Fällen beteuern Politiker und Wirtschaftsvertreter, dass alles nicht so schlimm ist und die Krise
sich lösen lässt. Das ist auch der Job von Politikern und Wirtschaftsvertretern, hier für Beruhigung zu sorgen, nicht aber der
Job der Börse. Wie sähe Europa aus, wenn sich Italien und Griechenland auf Augenhöhe die Hand geben würden?
Was würde es für die Wirtschaft der Eurozone und auch für die USA bedeuten, wenn Europa durch Ausfall der 3. größten
Volkswirtschaft in Europa (Italien) in die Stagnation oder gar Rezession fällt? Was würde es für den Euro bedeuten?
Obwohl ich die Möglichkeit sehe, dass nach den bis dato stärkeren Verlusten an den Börsen kurzfristig eine gewisse Stabilisierung
eintreten könnte, wird uns Italien sicher noch sehr viel länger beschäftigen als nur heute. Das Problem ist bis dato
nicht ansatzweise gelöst und so dürften die nächsten Wochen insgesamt gesehen an den Börsen weiter im Zeichen von
großer Unruhe und vielleicht weiterer deutlicher Kursrückgänge stehen???


11. Juli 2011 - DAX bei rund 7.351 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.657 Punkten (Schlußstand vom 08. Juli 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,416:
Nach dem deutlichen Kursanstieg der Aktienmärkte in den vergangenen Tagen haben Börsianer heute mit einer neuerlichen
und zunächst bedrohlich wirkenden Meldung im Zusammenhang mit dem Euroland Italien zu kämpfen. Während in den
USA eine unmittelbare Zahlungsunfähigkeit des Landes vermutlich in letzter Sekunde abgewendet werden wird (Politiker neigen
ja bekanntlich dazu, parteipolitisches Taktieren voll auszuschöpfen), ist nun Italien in das Fadenkreuz der europäischen Schuldenproblematik
geraten. Dies ist, was die Politiker der Eurozone immer verhindern wollten, nämlich dass ein großes europäisches Land
mit signifikanter wirtschaftlicher Bedeutung in den Schuldensog gezogen wird. Auch im Falle von Italien dürften die Negativmeldungen
gerade erst am Anfang stehen. Es besteht die Gefahr, dass sich in Kürze erneut die Ratingagenturen Italien anschauen werden
und in Folge den Daumen senken werden. Weiterer Druck auf die Refinanzierungskraft Italiens dürfte die Folge sein und damit,
ohne fremde Hilfe, eine deutliche Verschärfung der Schuldenproblematik mit ungewissen Ausgang.
Wie bereits geschrieben dürften diese Negativmeldungen erst am Beginn stehen und die Börsen noch einige Zeit beschäftigen.
Trotz günstiger Aktienkurse, gemessen an ihrer aktuellen Gewinnsituation und dem Zinsumfeld, dürfte der Druck auf die Aktienkurse
durch den Negativfluss an Informationen zu Italien zunehmen und, so meine Einschätzung, zumindest kurzfristig für tendenziell
sinkende Aktienkurse, zumindest in Euroland, sorgen.


29. Juni 2011 - DAX bei rund 7.296 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.211 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,439:
Seit meinem letzten Kommentar vom 20. Juni 2011 haben sich die großen Aktienindizes wie DAX und Dow Jones wieder deutlicher
erholt. Rein emotional finde ich es sehr positiv, dass sich die Aktienmärkte langsam zu stabilisieren scheinen. Denn viele Analysten
erwarten ja sinkende Kurse und manche zeigen gar Horrorszenarien unmittelbar vor uns auf, die die Märkte in einen neuen Kollaps
führen sollen. Wenn vor dieser "Hintergrundmusik" und vor bereits gefallenen Indizes in den letzten Wochen/Monaten nun eine Stabilisierung
der Kurse eintreten sollte, empfinde ich dies, wie bereits erwähnt, als ein gutes Zeichen.
Soeben hat das griechische Parlament für das Sparpaket gestimmt, was zu erwarten war. Nun ist Griechenland damit zwar nicht gerettet,
aber die kurzfristige Unsicherheit dürfte weichen, was den Aktienmärkten weltweit neuen Schwung verleihen könnte!?
Auf makroökonomischer Basis bleibt bis dato die Frage offen, ob sich die Weltwirtschaft temporär etwas abkühlt oder ob es einen neuerlichen
schweren Wachstumseinbruch geben könnte. Ersteres ist ja durchaus von vielen Notenbanken (zum Beispiel der Notenbank in China)
gewünscht. Letzteres wäre eine Katastrophe für den Aktienmarkt und die Staatengemeinschaft.
Kürzlich wurde der Versuch unternommen, durch Freigabe der strategischen Ölreserven den Ölpreis im Preis zu drücken, um so der
weltweiten Konjunktur, insbesondere aber der US-Konjunktur, einen weiteren Impuls zu geben. Bis dato ist dieser Versuch auch gelungen
und könnte den Unternehmen, die unter hohen Rohstoffpreisen und hohen Energiepreisen ächzen, helfen.
Nach wie vor sind Aktien auf breiter Front billig, es ist genügend Liquidität vorhanden, um den Aktienmarkt weiter nach oben zu treiben,
der Wirtschaftszyklus ist noch nicht abgeschlossen, die Zinsen sind niedrig und Anlagealternativen schneiden schlechter ab als Aktien.
Last but not least laufen wir langsam, nach Beendigung des Sommers, auch wieder in die saisonal bessere Hälfte des Jahres hinein.
Kurzum: Ich glaube an steigende Börsen, wenngleich das Risiko einer signifikanten und dauerhaften Abkühlung der weltweiten Konjunktur
aktuell nicht ganz vom Tisch gewischt werden kann.
Bereits zwei Mal in der Vergangenheit habe ich auf Unternehmen hingewiesen, die ihren Vorstand erweitert haben, um das anfallende
Wachstum bewältigen zu können. Dies war ein Unternehmen im Bereich Blockheizkraftwerke und ein Unternehmen des Bereichs
Netzwerkkameras/Überwachungskameras. Die Folge war in beiden Fällen ein signifikanter Kursanstieg. Und auch aktuell gibt es ein
Unternehmen der Glücksspielbranche, welches diesen Weg der Vorstandserweiterung geht. Die Nachricht trifft auf ein Unternehmen
mit einer sehr soliden Bilanz, einer hohen Gewinnmarge und einer niedrigen Bewertung. Warten wir also mal geduldig ab, was die
nächsten Wochen und Monate am Kurs verändern könnten.
Inzwischen reden alle über Smartphones und auch ich möchte meinen subjektiven Senf zu dieser Branche und einzelnen Unternehmen
abgeben. Wir alle wissen, wer der klare Marktführer dieser Branche ist. Daneben hat es bei 2 weiteren Unternehmen in der jüngeren
Vergangenheit deutliche Gewinnwarnungen gegeben, die weitere Kursrückgänge zur Folge hatten. Ein großes Unternehmen befindet sich
aktuell in einer schwierigen Situation, vor allem, wenn die Worte des neuen Vorstandes Ernst genommen werden. Viele Jahre, ja fast
schon Jahrzehnte hat es dort an der Spitze eines ehemaligen Top-Handyunternehmens gedauert, bis endlich einer offiziell das eigentliche Problem
dieses Unternehmens angeht. Nämlich die Software. Ich selbst habe auch ein Handy dieses Unternehmens und mein subjektiver Hauptkritikpunkt
ist der, dass die Bedienung nicht intuitiv, also eigentlich unlogisch aufgebaut ist. Ich sehe daher den Schritt hin zu einer fähigen, weltweit
anerkannten Software nicht als eine Notlösung, sondern als Kern des Problems an und damit letztlich zu einer großen Chance
auf Geschäftsverbesserung. Wenngleich diese durchaus noch etwas auf sich warten lassen könnte, weil neue Modelle mit dieser Software
noch nicht auf dem Markt sind und Kundenvertrauen verspielt ist.
Ein anderer Hersteller hat ebenfalls jüngst mit einer Gewinnwarnung auf sich Aufmerksam gemacht. Die Gründe für die Gewinnwarnung
sind mir noch nicht ganz klar. Natürlich übt der Marktführer einen enormen Druck aus, aber nicht jeder Hersteller hat jüngst Federn gelassen.
Deshalb heisst es in diesem speziellen Fall sicher noch abwarten. Auf der anderen Seite hat dieses Unternehmen immer noch extrem hohe
Margen, eine sehr saubere Bilanz und eine sehr niedrige aktuell Bewertung. Der große Pluspunkt dieses Unternehmens ist meiner Meinung
nach neben der hohen Gewinnmarge und der sauberen Bilanz die Software. Diese Software ist meiner subjektiven Meinung nach noch besser
im Sinne von logische und übersichtlicher als die des Marktführers. Deshalb ist für mich aktuell noch unverständlicher, warum es zu den
jüngsten Umsatzrückgängen gekommen ist und hier gilt es sicher abzuwarten, wie sich die Situation weiter verändert.
Abschliessend noch ein Blick auf den Solarsektor:
O.K., wo es viel zu verdienen gibt und wo großes Wachstum prognostiziert wird, da ist auch die Konkurrenz sehr groß. Aber einige Unternehmen
der Branche weltweit weisen derart niedrige KGV-Werte auf, dass der Anleger sich angesichts dieser Bewertung eigentlich nur verwundert
die Augen reiben muss. War es nicht immer so an der Börse, dass Zukunftswerte mit eher deutlich höheren KGV´s gehandelt wurden als
der Rest der Aktien??? Wenn hier erst die Nähe der Netzparität erreicht wird, oder wenn sich die derzeit bestehenden Überkapazitäten der Branche
durch steigende Nachfrage abbauen, dann dürfte die Sonne über dem Solarhimmel hell scheinen und die Aktienkurse in luftige Höhen katapultieren.
Wer hier einsteigen möchte, dem rate ich zu einer breiten Diversifikation und einem langen Atem. Auch sollte auf eine gute Bilanzqualität geachtet
werden, damit ein genügend großer Puffer vorhanden ist, um die aktuell schwierige Zeit zu überwinden.


20. Juni 2011 - DAX bei rund 7.082 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.004 Punkten (Schlußstand vom 17. Juni 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,424:
Der deutsche Anleger hätte seit meinem letzten Kommentar bis dato in einer durchschnittlichen Aktie des DAX ein wenig Geld
verloren und in einer durchschnittlichen Aktie des Dow Jones aufgrund der Wechselkursgewinne des US-Dollars gegenüber dem
Euro etwas Geld verdient.
Mittlerweile verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die Weltwirtschaft, insbesondere in Europa und den USA eine bis dato kurzfristige
Wachstumsverlangsamung durchläuft. Dies spiegelt sich beispielsweise auch in einem zunehmenden Spread der langlaufenden
US-Staatsanleihen wieder. Beide, sowohl die 30 jährigen Bonds als auch die 10 jährigen Bonds weisen seit Jahresbeginn 2011
Kursgewinne, also sinkende Renditen, auf. Doch sind die 10 jährigen Bonds (Anleihen) stärker im Kurs gestiegen, also die Renditen
stärker gefallen, als die vergleichbaren Renditen im 30 jährigen Bereich. Damit hat sich die Differenz (Spread) zwischen den Renditen
der 10 jährigen Staatsanleihen und der 30 jährigen Staatsanleihen in den USA wieder ausgeweitet.
Die Interprätation dieser Feststellung folgt der Erwartungshaltung für die Konjunktur und die Inflation. Inflation ist demnach insgesamt
weniger wahrscheinlich geworden als noch vor einem halben Jahr. Die Inflationssorgen für den kurzfristigeren Bereich sind noch einmal
gesunken. Sollte es bei einer leichten Wachstumsabschwächung der Weltwirtschaft bleiben und sich die Wirtschaft in der 2. Jahreshälfte
wieder leicht beschleunigen (zumindest in den USA), wie es die Notenbank der USA voraus sieht, dürfte es sich bei den aktuellen
Aktienkursen ebenfalls um eine kurzfristige Delle handeln, die vielleicht noch einige Wochen/Monate dauern könnte, die aber vielleicht
schon im Herbst diesen Jahres mit dann weiter steigenden Aktienindizes beendet sein könnte? Dieses Szenario wäre längerfristig
sehr gut für die Börse und auch die Konjunkur, da weiteres Wachstum der Weltwirtschaft mit zunächst geringeren Inflationssorgen und
niedrigeren Zinsen noch länger anhalten könnte, als noch vor 1 Jahr gedacht. Also ein breit angelegter, länger anhaltender Aufschwung,
sowohl der Aktien als auch der Konjunktur. Wenn dieses Szenario so eintreten würde, es also nicht zu einer Stagnation oder gar einer
Rezession kommen würde, sind das meiner Meinung nach in der Breite des Aktienmarktes Kaufkurse. Wie immer gibt es natürlich auch
Risiken. Diese liegen in der gerade beschriebenen Befürchtung, dass es sich nicht um eine Wachstumsdelle der Konjunktur handelt,
sondern um den Beginn einer Konjunkturabkühlung, die schliesslich in einer Stagnation oder gar einer Rezession der Wirtschaft mündet.
Mit diesem Szenario wären dann auch die Schätzungen für die Unternehmensgewinne der nächsten Jahre obsolet.


07. Juni 2011 - DAX bei rund 7.121 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.090 Punkten (Schlußstand vom 06. Juni 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,464:
Nun hat auch US-Präsident Barack Obama seine Landsleute auf schlechtere wirtschaftliche Zeiten hingewiesen, die er und einige
Volkswirte in den USA erwarten. Die vermeintlichen Gründe für diese Einschätzung sind unter anderen die Nachwirkungen des Erdbebens
in Japan, die höhere Inflation (insbesondere durch gestiegene Energiekosten und Lebensmittelkosten), die europäische Schuldenproblematik
und der Versuch mancher Emerging Markest (zum Beispiel China), sein Wirtschaftswachstum durch höhere Zinsen zu bremsen.
Hierzulande wechseln auch immer mehr Analysten auf die Seite der Bären und sehen fallende Aktienmärkte im zweistelligen Prozentbereich
noch bis zum Ende des Jahres voraus. Auch ich befinde mich, wie ich auch schon in meinem Kommentar vom 02. Juni 2011 angemerkt
habe, in einer Phase der "Verunsicherung". Schön, dass sich nun alle Analysten wieder so einig sind, was an der Börse in Zukunft passiert.
Denn das passiert dann meistens genau nicht. Obwohl ich die Gefahr sehe, die deutlich nachgebende Unternehmensgewinne auf die
Börse haben werden (wir alle haben sicherlich noch die Folgen des Wirtschaftseinbruchs im Zusammenhang mit der Wirtschafts- und
Finanzkrise vor ein paar Jahren vor Augen), gibt es auch hier Bedingungen, die eintreffen müssen, damit die Unternehmensergebnisse
so stark zurück gehen, dass Aktien plötzlich zu teuer werden. Meine persönliche Einschätzung ist die, dass ein Rückgang der Unternehmensergebnisse
im Bereich um 20 % den Aktienmarkt höchstens mental unter Druck bringen könnte, nicht aber fundamental. Aktien sind im Durchschnitt
so billig, dass diese einen Rückgang um 20 % bei den Unternehmensergebnissen lockler verkraften könnten.
Einige Beispiele: Eine große amerikanische Softwaregesellschaft wird bei bester Bilanzqualität mit einem KGV von unter 10 gehandelt.
Zu teuer? Ein großer amerikanischer Chiphersteller mit bester Bilanzqualität mit einem KGV von 10. Zu teuer? Ein großer amerikanischer
Glashersteller mit bester Bilanzqualität mit einem KGV von unter 9. Zu teuer? Ein französischer Ölkonzern mit einem KGV von um die 7.
Einige amerikanische Rüstungsaktien mit bester BIlanzqualität mit einem KGV von um die 10. Zu teuer? Wirklich??? Selbst die historisch
immer teuren Unternehmen der großen amerikanischen Goldminenaktien verbessern im Durchschnitt von Quartal zu Quartal ihre Bilanzqualität
und notieren inzwischen bei KGV-Werten von unter 13 mit weiter fallender Tendenz. Dies sind nur einige Beispiele von meiner Meinung nach
deutlich unterbewerteten Aktien.
Was an der Erwartung deutlich nachgebender Aktienkurse nach wie vor nicht stimmig erscheint, ist dass der Konjunkturzyklus nicht abgeschlossen
ist. Zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Sektoren (zum Beispiel Banken, Stahlwerte, Bauwerte etc.) notieren weit entfernt von ihren
im letzten Konjunkturzyklus erreichten Hochs.
Fazit für mich: Ein temporärer Kursrückgang ist vor dem Hintergrund einer schlechter werdenden Konjunktur nicht ausgeschlossen.
Doch müsste die Konjunktur schon wahnsinnig schlecht laufen, als dass der Aktienmarkt mit seiner aktuellen Bewertung aus fundamentaler
Sicht deutlich ins Schlingern gerät. Oder die Inflationsrate müsste in Europa und den USA in Richtung 6 % per Annum gehen und die
Zinsen deutlich ansteigen. Auch dann könnte der Aktienmarkt aus fundamentaler Sicht deutlich ins Schlingern kommen. So aber bleibe ich
vorerst leicht defensiv und beobachte zukünftige Entwicklungen an der Konjunkturfront. Schnäppchen, die sich bereits durch den Rückgang
der Aktienkurse in den letzten Wochen ergeben haben, versuche ich durch selektive Käufe zu nutzen.


02. Juni 2011 - DAX bei rund 7.074 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 12.218 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,442:
Der Aktienmarkt stellt sich aktuell doch aus technischer Sicht recht schwach dar. Dies geht einher mit Meldungen über sinkende
Auftragseingänge der Industrie (USA) und wieder etwas anziehende Arbeitslosigkeit bei inflationsgetriebenen höheren Lebenshaltungskosten.
Zudem kommt noch die sich scheinbar verschärfende Schuldenproblematik (siehe zum Beispiel Griechenland) und die mögliche Herabstufung
von großen amerikanischen Aktien durch eine Ratingagentur. Ich denke, dass der Aufwärtstrend am Aktienmarkt in diesem Konjunkturzyklus
zwar nicht beendet ist, es jedoch durchaus einige Monate zu seitwärts oder abwärts laufenden Aktienmärkten kommen könnte.
Vielleicht ist eine leicht defensivere Strategie am Aktienmarkt im Augenblick die vernünftigste Strategie, um den Sommer zu überdauern!?
Nicht verschweigen möchte ich Ihnen allerdings, dass ich derzeit keine feste Meinung zum Aktienmarkt habe. Aktien sind zwar billig,
aber nur solange die Unternehmensgewinne mindestens konstant bleiben. Eine verfallende Konjunktur könnte die Unternehmensgewinne
negativ tangieren.


24. Mai 2011 - DAX bei rund 7.164 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.381 Punkten (Schlusskurs vom 23. Mai 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,408:
Nun ist der Monat Mai zwar noch nicht ganz vorbei, aber entgegen meinen ursprünglichen Erwartungen (siehe mein Kommentar vom
10. Mai 2011) scheint auch dieser Mai wieder ein "Sell in May and go away" Monat zu werden. Der DAX hat inzwischen deutlicher
nachgegeben. Sicherlich ein Mix aus der wieder aufkeimenden europäischen Schuldenkrise, einer aktuellen Inflationsrate in
Deutschland und den USA um die 3 % und Fragezeichen hinter einer möglichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums
in einigen Schwellenländern (zum Beispiel China). Der Inflationsdruck der Vergangenheit ist besonders durch stark steigende
Preise für Lebensmittel, Energie und Rohstoffe zu Stande gekommen. Hier sieht es derzeit nach einer leichten Entspannung
aus. Bleiben die Preise für Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel auf diesem Niveau oder fallen gar, wird es von dieser Seite her
keine weiteren Inflationssorgen aus dieser Ecke geben. Insgesamt meine ich, dass die vorgenannte Inflation für den Aktienmarkt
aufgrund der Bewertung des Aktienmarktes kein größeres Problem darstellen sollte. Meiner Meinung nach wäre dies der Fall, wenn die Inflation
in Europa und den USA auf Werte über 5,5 % steigen würde. Erst dann würde es von der Bewertungsseite bei den Aktienmärkten
schwierig. Doch aktuell ist die Bewertung angesichts der zu erwartenden Gewinne derart niedrig, dass diese Inflationsrate
keine Gefahr darstellt. Die Schuldenkrise ist auch nicht neu und kann durchaus irgendwann zum Problem werden, aber nicht unbedingt
in Zeiten eines Wirtschaftsaufschwungs. Die größte Gefahr droht meiner Meinung nach vor einer zu schnellen Abkühlung der
Weltkonjunktur, aufgrund von anziehenden Zinsen der Notenbanken (zum Beispiel in China). In den USA und bislang auch noch
in Europa ist die Geldpolitik allerdings nach wie vor sehr expansiv. Dem Aktienmarkt wird dadurch sehr viel Geld zur Verfügung gestellt.
Eventuell muss man sogar umdenken. Eine sich langsam abschwächenden Weltkonjunktur liesse sogar die Sorgen weichen,
dass die Notenbanken in den USA und in Europa bald schon sehr restriktiv werden würden. Längerfristig gesehen eröffnet dies
sogar die Möglichkeit, dass der Wirtschaftsaufschwungzyklus nicht schon Ende 2012 zu Ende gehen könnte, sondern deutlich
später. In Summe würde ich bis dato vermuten, dass es sich bei den Kursabschlägen der letzten Wochen um normale
Schwankungen der Börse in einem Aufwärtstrend handelt. Bis dato aus meiner Sicht für den mittel- bis langfristig orientierten
Anleger weiterhin einer gute Einstiegsmöglichkeit.


10. Mai 2011 - DAX bei rund 7.521 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.684 Punkten (Schlusskurs vom 09. Mai 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,434:
Trotz eines beim DAX leichten Rückgangs der Aktienkurse (gemessen am 02. Mai 2011) scheint der Monat Mai eher kein
typischer "Sell in May and go away" Monat zu werden. Der deutsche Anleger, der sein Geld in amerikanischen Aktien angelegt hat,
hat im Durchschnitt schon Gewinne zu Buche stehen, da sich der Dollarkurs deutlich erholt hat.
Unternehmen aus den Branchen, Telekom, (alte Energien - Versorger), Öl, regenerative Energien, Software, Automobile, Banken,
Maschinenbau, Computer, Glücksspiele, Sekt und Schaumweine, selektive Beteiligungsgesellschaften, Tapeten, selektive Zeitung(en),
Schreibutensilien, Bauwerte, selektive Pharmatitel, Unternehmen der Salz- und/oder Düngemittelbranche...ist das alles billig!!!
Und das bei diesen Zinssätzen. Da verhindert auch keine Schuldenkrise in Europa höhere Aktienkurse, wenngleich hierdurch
Banken und Versicherungen leichten Gegenwind erhalten könnten.
Aus meiner Sicht geht es fast nicht anders in dieser Konstellation von Aktienpreisen, Zinsen und Aktienkursbewertungen als nach
oben. Auch auf die Gefahr hin, dass die vielfach gleichen Kommentare der jüngeren Vergangenheit hier den ein oder anderen
beginnen zu langweilen, weil sie vom Tenor ähnlich erscheinen. Es ist einfach aktuell die Zeit der Aktien. Unkritisch will ich natürlich nicht
sein. Ich beobachte den Markt und die Unternehmensmeldungen sehr genau und versuche, rechtzeitig vor einem dauerhaften Abfall der
Aktienkurse hier Alarm zu schlagen. Aber derzeit sehe ich einfach gar nichts, was den Anstieg der Aktienkurse bremsen kann.
In diesem Jahr heisst es vielleicht: Kaufe im Mai und sei dabei!!!???


04. Mai 2011 - DAX bei rund 7.531 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.807 Punkten (Schlusskurs vom 03. Mai 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,486:
Nun scheint es so zu sein, dass der gestrige Tag und der heutige Morgen bereits die kleine technische Korrektur dargestellt
haben könnte, die nach einem so deutlichem Kursanstieg eigentlich überfällig gewesen ist. Doch nun hat der Aktienmarkt
am Beispiel des DAX intraday wieder ins Plus gedreht und die Chancen stehen aus meiner Sicht nicht schlecht, dass wir
in Kürze neue Jahreshochs sehen könnten.
Noch ein paar kurze Zeilen zum erneuerbaren Energiesektor. Es ist sicherlich erkennbar anhand der jüngsten Unternehmensmeldungen,
dass es aktuell im Bereich der Solarindustrie nicht besonders gut läuft. Aber Fukushima ist noch nicht lange her und die
Weichen für eine Energiewende auf allen Ebenene (Wind, Solar, Blockheizkraftwerke, Wasserkraft etc.) sind gelegt. Die Welt
und die Branchen der erneuerbaren Energien stehen meiner Einschätzung nach vor einem unglaublichen Auftragsboom (im Sektor der
erneuerbaren Energien), der vielleicht im Lauf diesen Jahres und dann im nächsten Jahr (2012) einsetzen dürfte. Etwas
anderes konnte nicht erwartet werden und so verwundert es nicht, dass vor allem die Margen im Solarsektor aktuell unter Druck geraten
sind und eine aktuelle Nachfrageschwäche nach dem sehr guten Jahr 2010 eingesetzt hat. Doch die Bewertungen sind derart niedrig
im Bereich der Solarindustrie, dass Anleger in eine Zukunftsbranche investieren können und damit vielfach echte Value-Investitionen
tätigen. Dies hat inzwischen auch ein großer Ölkonzern festgestellt und sich die Mehrheit an einem US-amerikanischen Solarkonzern
gesichert. Obwohl die Aktien mit Bekanntgabe der Übernahme bis jetzt um gut 30 % gestiegen sind, hat der Ölkonzern aus meiner Sicht
trotzdem werthaltig gekauft. Denn auf Basis der Zahlen der Vergangenheit billige ich dem US-amerikanischen Solarkonzern noch 30 %
Kursplus zu, bis der "fair value" auf Basis meines EFKR-Modells erreicht sein könnte. Zusätzliche Wachstumsfantasie ist in dieser
Berechnung noch gar nicht enthalten.


02. Mai 2011 - DAX bei rund 7.579 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.810 Punkten (Schlusskurs vom 29. April 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,482:
Wenngleich die zivilisierte Welt und die Börse heute den gewaltsamen Tod von Topterrorist Osama bin Laden feiern kann,
so ist meiner Meinung nach der Tod von bin Laden nur ein Anlass, die Aktienkurse weltweit steigen zu lassen. Ich glaube eher,
dass der Grund für die Bereitschaft, weiter Aktien zu kaufen, in nach wie vor attraktiven Bewertungen der Unternehmen,
niedrigen Zinsen, genug Liquidität und nicht zuletzt auch stark steigenden Unternehmensgewinnen liegt. Diese Phase
dürfte meiner Meinung nach im Mai und auch über den Mai hinaus anhalten. Zumindest der erste Handelstag im Mai verläuft
bis dato ganz nach dem Geschmack der Börsenbullen. Aus meiner Sicht liegen die Höchststände im DAX und anderen
Börsenindizes (in diesem Konjunkturzyklus) zeitlich und werthaltig noch deutlich vor uns.


29. April 2011 - DAX bei rund 7.500 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.789 Punkten (Tagesverlauf vom 29. April 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,484:
Nun hat der DAX und auch der Dow Jones seit meinen letzten Kommentaren einen deutlichen Kursgewinn zu verzeichnen
gehabt, wenngleich dieser im Hinblick auf den Dow Jones weniger deutlich ist als beim DAX, da der deutsche Investor
über den gefallenen US-Dollar auch Wertverluste hinnehmen muss, die letztlich den Kursgewinn der Aktien schmälern.
Erkennbar ist aber, dass der Börsenzug nach wie vor unter Volldampf steht und daher stellt sich die Frage, wie es nun
an der Börse weiter gehen könnte? Gerade auch im Hinblick des bevorstehenden Monats Mai und der bekannten
Börsenweisheit "Sell in May and go away".
Meiner Meinung nach kann es nach solch einer Aufwärtsbewegung durchaus mal wieder eine technische Korrektur der
Aktienkurse nach unten geben (wann auch immer die einsetzen mag). Jedoch würde ich auch weiterhin einen Anstieg der
Aktienkurse unterstellen und kann daher in meinem Kommentar in diesem Jahr der Börsenregel "Sell in May and go away"
nicht folgen. Ich glaube, dass der Investor gut beraten sein könnte, seine Aktienbestände vorerst noch zu halten.


11. April 2011 - DAX bei rund 7.209 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.380 Punkten (Schlusskurs vom 08. April 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,446:
Noch ein kurzer Nachtrag zu meinem Kommentar vom 08. April 2011:
Der ein oder andere Aktienanleger, der in Zeiten eines Börsenaufschwungs am Aktienmarkt breit investiert ist, kann durchaus
in einem Jahr einen prozentualen Gewinn seines Aktiendepots erfahren, der im Bereich von 20 % liegt, vielleicht sogar 30 %
oder auch etwas darüber. Es scheint dann so einfach, mit Aktien Geld zu verdienen und manch einen wird es geben, der sich
in solch einer Situation fragt, warum der durchschnittliche Gewinn mit Aktien im Lauf vieler Jahre nur circa 8 bis 12 % pro Jahr
liegt. Der Grund dafür liegt aus meiner Sicht darin, dass sich der Anleger bei spätestens 799 Metern (um im Bild des Kommentars
vom 08. April 2011 zu bleiben) von einem Großteil seiner Aktien trennen muss. Selbst wenn dem Anleger dadurch eventuell 10 %
Kursgewinn entgehen würden, weil er "zu früh" verkauft hat, so wären die Verluste, die entstehen würden, wenn der Aktienmarkt
am Ende eines Konjunkturzyklus nach unten weg bricht, so verheerend, dass ein Großteil der vorher über viele Jahre eingestrichenen
Gewinne verloren geht. Es kann also nicht nur nicht schaden, sondern ist sogar für einen Investor überlebenswichtig, seine Aktien
"zu früh" zu verkaufen. Meiner Ansicht nach wäre es derzeit "wesentlich zu früh", zu verkaufen. Aber in den Hinterkopf sollte
der Anleger bereits schon einen imaginären Verkaufsbutton einbauen. Aus meiner Sicht wird es vermutlich in den nächsten knapp
zwei Jahren soweit sein, diesen imaginären Verkaufsbutton zu aktivieren und zu betätigen.


08. April 2011 - DAX bei rund 7.223 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.409 Punkten (Schlusskurs vom 07. April 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,441:
Nun hat die EZB mit dem gestrigen Tage die Zinswende eingeleitet. Der Leitzins ist von 1,00 % auf 1,25 % angehoben
worden. In vielen früheren Zyklen hat die amerikanische Notenbank Fed mit Leitzinserhöhungen begonnen. Diesmal ist die
EZB Vorreiter dieser Entwicklung. Sie hat dies getan, um Inflationsrisiken entgegen zu wirken. Inflationsrisiken, die auch erst
durch die sehr gute Konjunktur entstanden sind. Seit März 2009 folgt der Aktienmarkt, trotz verschiedener Schwankungen, einem
mehr oder weniger typischem Aufschwungsmuster. Mit dem Beginn eines aus heutiger Sicht beginnendem Zinserhöhungszyklus
hat der Aktienmarkt aus meiner Sicht etwas mehr als die Hälfte der "Aufschwungzeit" hinter sich gebracht. Die Unternehmen investieren
in Kapazitätserweiterungen, stellen neue Mitarbeiter ein und werden auch in der unmittelbar vor uns liegenden Zeit die absolute Höhe
der Umsätze und Gewinne steigern. Doch kann es sein, dass durch die Erweiterungsmaßnahmen die Margen etwas zurück gehen.
Doch noch gibt es keine oder kaum Überkapazitäten und die Investitionen werden sich rechnen. Aktien sind auf breiter Front nach
wie vor billig. Erst wenn sich abzeichnet, dass sich die Neuinvestitionen nicht mehr rechnen werden und Überkapazitäten die
Preise und damit die Unternehmensgewinne negativ beeinträchtigen, sollte der Anleger sehr vorsichtig am Aktienmarkt agieren.
Doch aus heutiger Sicht vergleiche ich den Aktienmarkt gerne mit einem 800 Meter Lauf, in dem sich der Läufer bereits in der letzten Runde
befindet, bevor ihm dann am Ende der 800 Meter die Luft ausgeht. Vielleicht befindet sich der Läufer aktuell bei 500 Metern Gesamtdistanz,
wobei von den letzten 300 Metern noch einmal erwartet wird, dass der Läufer seine Geschwindigkeit erhöhen kann. Die Börsenampeln stehen
meiner Meinung nach also immer noch auf grün.


28. März 2011 - DAX bei rund 6.952 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.220 Punkten (Schlusskurs vom 25. März 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,407:
Wer auf ein finales Ereignis in Japan (massive Explosionen in allen beschädigten Atomkraftwerken...hoffentlich nicht) oder
auf die Meldung einer finalen Entwarnung aus Fukushima wartet, sieht sich nach den Verlautbarungen der Betreibergesellschaft
und der japanischen Regierung wohl eher getäuscht. Übrigens finde ich es überraschend, dass das Thema Japan nicht
einmal mehr in den Headlines der Nachrichtensender auftaucht, obwohl dort vielleicht eine weitaus schlimmere Katastrophe als
in Tschernobyl im Gang sein könnte.
Übertragen auf die Börse denke ich aktuell, dass die Gefahr zu groß sein könnte, dass der Anleger aus Angst vor Japan zu lange
die aktuell günstigen Bewertungen vieler Unternehmen an der Börse ignorieren könnte, und ihm dadurch mittelfristig
Aktienkurssteigerungen durch die Lappen gehen könnten.
Die Landtagswahlen in Deutschland am gestrigen Tag haben wohl auch gezeigt, dass ein größer werdender Teil der Bevölkerung
Atomkraft in Deutschland ablehnt und auch bereit wäre, etwas mehr Geld für sauberen Strom zu bezahlen, wenn er nur sicher ist.
Dementsprechend euphorisch reagieren heute auch Werte der alternativen Energien. Und dennoch glaube ich, dass dies nur der
Anfang eines Siegeszugs der regenerativen Energien sein wird, sowohl was die Stromversorgung anbelangt, als auch
was die Aktienkurse von Anbietern alternativer Energien angeht. Deutschland hat nun die große Chance zu beweisen, dass
ein großer Teil der Stromversorgung mit alternativen Energien möglich ist. Netzparität (Grid Parity) in der Photovoltaik, also ein
gleich hoher Preis für die Stromerzeugung aus der Photovoltaik im Vergleich mit dem derzeit üblichen Marktstrompreis, rückt
in Reichweite. Mit Dünnfilmsolarmodulen (siehe meinen Kommentar vom 14. März 2011) ist Grid Parity sogar schon in Schlagdistanz.
Denken wir etwas weiter. Ich glaube, dass es in Zukunft möglich ist, regenerative Energien billiger anzubieten als Atomstrom.
Wenn Deutschland irgendwann Stromüberschüsse aus regenerativen Energien günstiger verkaufen kann als Atomstrom,
wird man die Atomkraftwerke weltweit in die Knie zwingen können und heutige Befürworter von Atomstrom werden dann das
Lager wechseln, denn man kann dann einfach nichts mehr an Atomstrom verdienen. Eine schöne Vision finde ich, und eine
große Chance für Deutschland.


24. März 2011 - DAX bei rund 6.850 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.086 Punkten (Schlusskurs vom 23. März 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,409:
Aktien sind nach wie vor billig und die beste Zeit der meisten Aktien steht allein aus dem Blickwinkel des konjunkturellen
Ablaufs meiner Meinung nach noch bevor. Einzig Japan könnte aus heutiger Sicht etwas an der zu erwartenden Aufwärtsbewegung
ändern. Und in Japan gibt es bis dato keine endgültige Antwort, ob alle Atomkraftwerke in Fukushima hinreichend kontrolliert werden
können oder nicht.


16. März 2011 - DAX bei rund 6.581 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.755 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,392:
Angesichts der katastrophalen Meldungen in Japan hat die Börse weltweit in den letzten Tagen den Rückwärtsgang
eingelegt. Völlig unverständlich ist allerdings, dass Deutschland als Land mit einer der weitesten Entfernungen zu
Japan mit die höchsten prozentualen Kursverluste zu verbuchen hatte. Und das nicht nur bei den großen DAX-Werten,
sondern auch bei vielen Werten aus der zweiten und dritten Reihe. Bei letzteren gab es heute zwar auch eine
Gegenbewegung nach oben, aber gerade die kleineren Unternehmen haben des öfteren überhaupt kein Geschäft
mit Japan oder ein zu vernachlässigbar geringes. In diesem Marktsegment scheinen die scharfen Kursrückgänge
im Vergleich zu anderen Ländern und anderen Börsensegmenten bis dato unsinnig übertrieben.
Gleichwohl muss für den Gesamtmarkt konstatiert werden, dass die denkbar schlechtesten Nachrichten, die vor
allem menschlich eine Katastrophe wären, überhaupt noch nicht im Markt enthalten sind. Die aus meiner laienhaften
Einschätzung denkbar schlechtesten Nachrichten wären doch die, dass alle 6 Reaktorblocks in Fukushima ihr radioaktives
Potential nahezu komplett in die Umgebung absondern und dass in Folge dieser Katastrophe weite Teile von Japan
auf Jahre unbewohnbar wären. Die Menschen Japans, die sich nicht von der Insel bewegen können (wohl die meisten),
würden dieser Radioaktivität schutzlos ausgesetzt sein und würden mehr oder weniger stark gesundheitlich davon
betroffen sein, bis hin zur letalen Dosis an Strahlung. Nahezu die komplette Wirtschaft Japans würde dauerhaft zum
Erliegen kommen und vielleicht wären auch noch der ein oder andere Nachbarstaat betroffen.
Dieses Horrorszenario wäre menschlich und auch für die Börsen weltweit sicher eine große Katastrophe.


14. März 2011 - DAX bei rund 6.901 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.044 Punkten (Schlußstand vom 11. März 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,391:
Was für eine Katastrophe! Angesichts dieser tausenden von Opfern in Japan, komplett zerstörter Landstriche
und einem eventuell bevorstehenden atomaren Super Gau empfinde ich großes Mitgefühl mit den Japanern.
Man wird abwarten müssen, ob und gegebenenfalls wie sich die Lebensbedingungen in Japan, auch und besonders
vor dem Hintergrund einer atomaren Verseuchung, nachhaltig verändern werden. Fraglich auch, wie viel Land
in Japan eventuell irreversibel zur atomaren Sperrzone erklärt werden muss. Hoffentlich wird Japan und die
restliche Welt noch einmal vor dem allerschlimmsten atomaren Unfall bewahrt.
An der Börse scheint es bislang nur in der Region Japan deutlichere Kursverluste zu geben. Der Rest der
Börsenwelt reagiert bislang eher mit moderaten Kursrückgängen.
Negativer betroffen sind derzeit vor allem Aktien aus den Bereichen Versicherung/Rückversicherung (wohl aufgrund
des zu erwartenden Schadentsunamis) und auch Aktien von Energieversorgern, die auch auf AKW´s setzen.
Sehr positiv sieht es hingegen bei Aktien erneuerbarerer Energien aus, was ich ja schon in meinem Kommentar
vom 12. März 2011 vermutet habe. Ich sehe hier auch keine Eintagsfliegenentwicklung. Vielmehr dürften
weltweit die Bemühungen um eine Beschleunigung des Ausbaus der alternativen Energien deutlich forciert
werden.
Hier gibt es natürlich unterschiedliche Themenfelder. Windenergie, Wasserkraft, Geothermie, Blockheizkraftwerke,
Gezeitenkraftwerke, Aufwindkraftwerke, Solarenergie und Photovoltaik. Mit Ausnahme von Gezeitenkraftwerken (hier
kenne ich namentlich keine Firma, die sich themaitsch ausschliesslich mit diesem Thema beschäftigt) gibt
es für jedes andere Thema der erneuerbaren Energien Anlagemöglichkeiten in Aktien der betreffenden Unternehmen.
Selbst auf ökologische/ethische Anlagen spezialisierte Banken lassen sich auf dem Kurszettel finden.
Langfristig profitieren sollten viele Unternehmen in diesen Bereichen, wenngleich die Konkurrenz natürlich auch
hoch ist und tendenziell wohl eher zunehmen sollte als abnehmen.
Unter Chance/Risiko Gesichtspunkten würde ich die Unternehmen der alternativen Energien bevorzugen, die
über eine solide Bilanz (hohe Eigenkapitalquote) und eine ausreichend hohe Rendite verfügen.
Sind Unternehmen schon länger (einige Jahre) an der Börse notiert, so sollte der Anleger zudem meiner Ansicht
nach auf langfristig steigende Aktienkurse schauen. Unternehmen, die das erreicht haben, verdienen das
Vertrauen der Anleger mehr, als solche, die heute niedriger notieren als vor einigen Jahren.
Einen besonderen Augenmerk möchte ich noch einmal auf die Photovoltaikbranche lenken, die für sich genommen
die Möglichkeit besitzt, die ganze Welt mit einem Vielfachen des heute und in Zukunft benötigten Stromes zu versorgen.
Auch in diesem Bereich gibt es natürlich eine hohe Konkurrenz. Und auch viele Unternehmen, die vermutlich in
Zukunft zu den Gewinnern hinsichtlich der langfristigen Aktienkursentwicklung gehören werden. Alle Unternehmen
in diesem Bereich, die mir bekannt sind, arbeiten mit Silizium als Trägermaterial für Solarzellen, welches mit
anderen Elementen dotiert wird. Doch gibt es nur ein einziges mir bekanntes amerikanisches Unternehmen, welches
Dünnfilmsolarmodule auf Cadmium Tellurid Basis herstellt. Dies Information wird umso interessanter, wenn man
sich die Wirkungsgrade dieser Technologie versus der Wirkungsgrade der Silizium-basierten Solarmodule
anschaut. Die Wirkungsgrade sind deutlich höher. Damit ist eine konkurrenzfähige Stromerzeugung aus
Cadmium Tellurid Dünnfilmsolarmodulen sehr viel schneller erreichbar als mit "herkömmlichen" Solarmodulen
aus mono- und polykristallinem Silizium. Um hier ein anderes Bild zu benutzen:
Stellen Sie sich vor, alle Handyunternehmen der Welt produzieren Handys auf einem technologischen Stand von
vor 5 Jahren (nur ein Beispiel). Ein einziges Unternehmen weltweit produziert ein Smartphone zu konkurrenzfähigen
Preisen. Wo werden die Handykunden Ihrer Meinung nach vermutlich langfristig zugreifen??? Ja genau!!!
Und so ähnlich sehe ich die Situation in der Photovoltaikbranche derzeit. Besagtes Unternehmen hat sich seit 2007
zwischenzeitlich mehr als verzehnfacht. Das Unternehmen ist zwar aktuell nicht mehr als billig zu bezeichnen, jedoch
lange nicht so teuer, wie es auf den ersten Blick (Blick auf das KGV) aussieht. Denn dieses Unternehmen besitzt eine
Eigenkapitalquote von über 75 % und eine sehr hohe Gewinnmarge. Lasse ich über dieses Unternehmen mein
eigenes, auf Rendite fixiertes Unternehmensbewertungsmodell (mein so genanntes EFKR-Modell ... siehe auch
www.aktienanlage-navigator.de) laufen, so ergibt sich ein aktuell (Schlußstand von Freitag in New York)
fairer Unternehmenswert von rund 11 Milliarden US-Dollar. Dies sind gegenüber dem Schlußstand von 139,74 US-Dollar
(MK = 12 Milliarden US-Dollar) weniger als 10 % Aufschlag. Es wird jedoch weiterhin unterstellt (noch vor dem Atomunfall in
Japan), dass dieses Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund 30 % Aufrecht erhalten kann. Gewinnseitig sollten
in den nächsten Jahren rund 15 % möglich sein. Das heisst, dass sich die scheinbare leichte Überbewertung noch im
Verlauf diesen Jahres in eine Unterbewertung nach EFKR-Modell wandelt. Und das für den "einzigen Hersteller weltweit,
der in der Lage ist, Smartphones herzustellen", um im Bild zu bleiben.
Das vermeintlich Negative an diesem Unternehmen möchte ich auch nicht verschweigen. Einige Hersteller von monokristallinen
polykristallinen Siliziumsolarmodulen haben dieses Unternehmen verklagt, weil die Technologie umweltschädigend
sein soll. Der Anleger sollte sich davon selbst ein Bild machen und sich vielleicht zudem die Frage stellen: Wer klagt hier gegen
wen und warum?
Zudem ist mir nicht bekannt, ob andere Dünnfilmsolarmodule mit anderen Trägermaterialien (zum Beispiel Kupfer Indium Selenid)
eventuell noch höhere Wirkungsgrade entfalten können als die Cadmium Tellurid Technik. Auch ist mir nicht bekannt, dass
Unternehmen diese alternativen Technologien bereits serienreif anbieten.


12. März 2011 - DAX bei rund 6.981 Punkten (Schlußstand vom 11. März 2011) -
Dow Jones bei ca. 12.044 Punkten (Schlußstand vom 11. März 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,389:
Nach der Naturkatastrophe in Japan einschliesslich der bislang unabsehbaren Folgen in Bezug auf die
japanischen Kernkraftwerke lässt sich die Frage stellen, ob diese Katastrophe vielleicht weltweit der
Wendepunkt der Energieversorgung werden kann und ob der Siegeszug der erneuerbaren Energien
damit unumkehrbar werden wird. Letztlich zeigen zahlreiche Forschungen und Aussagen, dass die Welt
ihre Energieversorung komplett aus erneuerbaren Energien ziehen kann. Allein die Photovoltaik würde
die Welt mehr als ausreichend mit Energie/Strom versorgen können. Ohne jegliche Risiken.
Ich bin gespannt, ob der politische Druck des kleinen Mannes via "Sozial Networks" und Demonstrationen
in der Lage ist, die gesamte Energiepolitik, zumindest in den westlichen Staaten, neu zu ordnen.
Der Investor wäre gut beraten, wenn er sein Augenmerk verstärkt auf die erneuerbaren Energien richten
würde, denn das potentielle, zukünftige Wachstum in diesem Bereich ist fast unendlich groß.
Und die Notwendigkeit zu solchen Veränderungen ist aus meiner Sicht ebenfalls fast unendlich groß.
Wenn selbst ein (aus meiner Sicht) maximal regional bedeutendes Ereignis wie Stuttgart 21 so viele Menschen
mobilisieren kann, wie wichtig wäre dann eine hörbare Beteiligung der Bürger an einer kompletten Energiewende.


11. März 2011 - DAX bei rund 6.981 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 12.005 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,387:
Nach einer weiteren kurzen Aufwärtsbewegung (seit meinem Kommentar vom 02. März 2011) wollten die
Bören hierzulande und in Übersee (USA) offenbar zunächst noch einmal die Marken von 7.000 Punkten beim
DAX und 12.000 Punkten beim Dow Jones unterschreiten. Gründe dafür werden viele genannt. Die wieder in
den Fokus gerückte Schuldenkrise in Europa, zunehmende Inflationserwartungen, das schwindende
Vertrauen der Anleger in amerikanische Anleihen und nicht zuletzt auch das Erdbeben in Japan.
Letzteres hat zumindest auf Versicherer und Rückversicherer negative Auswirkungen. Doch sind die in
Deutschland notierten Rückversicherer nicht als teuer einzustufen. Trotzdem sollte der Anleger erst
einmal die genauen Schäden abwarten, die sich aus dem Erdbeben in Japan ergeben.
Ansonsten sehe ich wenig, was die mittelfristig optimistische Stimmung zur Aktienanlage nachhaltig
trüben sollte. Vielleicht erweisen sich die nächsten Tage an der Börse als ideale Kaufgelegenheiten unter
mittelfristigen Gesichtspunkten? Zumindest der Dow Jones notiert aktuell ja sogar mit einem leichten Plus.


02. März 2011 - DAX bei rund 7.142 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.058 Punkten (Schlußkurs vom 01. März 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,378:
Nach einer Zwischenerholung von DAX und Dow Jones im Vergleich mit meinem letzten Kommentar vom
24. Februar 2011 hat sich sowohl DAX als auch Dow Jones inzwischen wieder abgeschwächt. Der DAX steht
noch höher als zum 24. Februar 2011, der Dow Jones etwas niedriger.
Inzwischen gibt es einige neue Informationen. Der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Ben Bernanke,
sieht Anzeichen für eine nachhaltige Erholung des amerikanischen Arbeitsmarktes. Risiken sieht er in der
Verteuerung von Öl und Energie. Der Anstieg des Ölpreises könnte sich nachteilig auf die weitere konjunkturelle
erholung auswirken. Doch ist für mich die Erholung des amerikanischen Arbeitsmarktes nicht gering zu schätzen,
sollte sie nachhaltig verlaufen. Damit wäre die Wirtschafts- und Finanzkrise letztlich abgehakt.
Aus der Aussage von Bernanke lässt sich vielleicht der Schluß ziehen, dass er sich die weitere Erholung des
Arbeitsmarktes in den nächsten Monaten/Quartalen in Ruhe anschaut, und erst bei sicheren Signalen einer
dauerhaften Erholung über erste Zinserhöhungen nachdenkt. Im Moment erscheint es aus meiner Sicht nicht
sinnvoll, Zinserhöhungen auf die Agenda zu setzen. Weder in Europa, noch in den USA. Denn der Ölpreis übernimmt
bereits den Effekt als konjunkturdämpfender Faktor. Irgendwann dürften aber dann erste Zinsschritte nach oben
auf der Tagesordnung stehen, sowohl im Euroraum, als auch in den USA. Diese werden dann aber erfolgen, weil
die Konjunktur sehr stark ist und sollten kein Signal sein, Aktien zu verkaufen.
Eine andere Persönlichkeit der Finanzwelt hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet, und zwar Warren Buffett, der über
seine legendäre Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway rund 40 Milliarden US - Dollar als freie Liquidität vorhält,
die er nun gerne investieren möchte. Er braucht angesichts dieser Summen sehr große Schnäppchen (große
Aktiengesellschaften), wird aber vermutlich in nächster Zeit am AKtienmarkt zuschlagen. So zumindest seine
Absicht. Ferner geht er davon aus, dass insbesondere der amerikanische Aktienmarkt die beste Zeit (Indexhöchststände)
noch vor sich hat.
Buffett, der auch als Orakel von Omaha bekannt ist, hat in der Vergangenheit sehr oft bewiesen, dass er ein
ausgesprochen gutes Gespür für den Aktienmarkt besitzt.
Seiner Einschätzung über den Aktienmarkt kann ich mich nur anschliessen. Der Aufschwung der Aktienkurse jetzt,
wird getragen von relativ niedrigen Bewertungen auf der einen Seite und niedrigen Zinsen auf der anderen Seite.
Doch der wahre Treibsatz in dieser Phase des Konjunkturaufschwungs werden die ständigen, überaus positiven
Ergebnissanstiege der Unternehmenszahlen sein, die die vermeintlich günstige Bewertung vieler Aktien
kontinuierlich immer weiter verbilligen und für deutlich weiter steigende Aktienkurse sorgen werden. Diese Phase
sollte bis circa Ende 2012, Ende 2013 anhalten, wie ich bereits in meinem Kommentar vom 24. Februar 2011 gemutmaßt
habe.


24. Februar 2011 - DAX bei rund 7.113 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.105 Punkten (Schlußkurs vom 23. Februar 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,376:
Mittlerweile hat der DAX, verglichen mit seinem Jahreshoch in 2011, über 4,4 % verloren, und das in
einem sehr kurzen Zeitfenster. Die Preise für Edelmetalle, Öl, Energie und Agrarrohstoffe sind weiter
angestiegen und dürften die Inflationsrate in Zukunft steigen lassen. Insbesondere Öl hat sich aufgrund
der Krise in Libyen drastisch verteuert. Die Stimmung am Aktienmarkt ist umgekippt. Angst herrscht erst
einmal wieder vor. Es ist natürlich nicht auszuschliessen, dass der DAX kurzfristig noch weiter fällt.
Es ist auch nicht auszuschliessen, dass sich die Libyenkrise auf weitere Staaten ausdehnt (Saudi-Arabien?).
Dies dürfte die Angebotslage am Ölmarkt sicherlich weiter anspannen. Doch der Ölpreis ist meiner Meinung nach
der tatsächlichen Angebots-Nachfrage-Situation vorausgeeilt, denn auch hier herrscht (genau wie am Aktienmarkt)
derzeit die Angst vor weit schlimmeren Krisen in anderen Ländern vor.
Blicken wir zurück auf den letzten Konjunkturaufschwung zwischen 2003 und 2007. Nach einem ähnlich starkem
Anstieg des DAX im Jahr 2003 (wie jetzt in 2009), gab es eine "Plateauphase" in 2004 wie bis dato in 2010 (Anfang 2010
bis Herbst 2010). Danach (2005 bis Ende 2007) hat sich der DAX nahezu verdoppelt. Übertragen auf die heutige
Situation würde das bedeuten: Der DAX würde sich bis Ende 2013 auf nahezu 12.000 Punkte entwickeln.
Aus meiner Sicht keineswegs unrealistisch. Schauen wir doch über das Tagesgeschäft hinaus. Natürlich
haben wir steigende Inflationsraten und politische Unruhen in einigen arabischen Ländern. Doch sind Aktien nach wie vor
billig. Es gibt zudem keine echten Anlagealternativen, denn die Bank zahlt Ihnen auf Ihre EInlagen kaum mehr als 2 %,
wenn überhaupt. Langfristige, vermeintlich sichere Staatsanleihen in Deutschland und den USA werfen ebenfalls
weniger als 4 % pro Jahr ab (10-jähriger Bereich) und weniger als 5 % (30-jähriger Bereich).
Diese Staatsanleihen birgen zudem ein erhebliches Kursrisiko. Eine Blase, die sicherlich irgendwann platzt
und ein finanzielles Blutbad nach sich zieht.
Außerdem ist der Konjunkturaufschwung noch lange nicht an seinem Ende angekommen. Zwei bis drei weitere
Jahre dürften noch folgen, auch wenn es hier und da vielleicht durch die eine oder andere Krise zu
"Wachstumsverzögerungen" kommen mag. Lassen Sie sich also nicht beirren. Aktien sind und bleiben auf Sicht
von ein bis drei Jahren die erste Wahl.


22. Februar 2011 - DAX bei rund 7.271 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.391 Punkten (Schlußkurs vom 18. Februar 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,357:
Am 09. November 2010 schrieb ich, dass ich mir vorstellen kann, dass am Ende des Konjunkrutzyklus die
10.000 Punkte Marke beim DAX deutlich übersprungen werden. Inzwischen werden diese Kursziele auch
in Printmedien/Onlinemedien so kommuniziert.
Trotz einer kleinen Konsolidierung der Aktienkurse, angeblich ausgelöst durch die aktuelle Krise in Libyen,
sind Aktien auf breiter Front immer noch billig. Zudem wird in den westlichen Ländern (USA, Europa) bis heute
immer weiter Geld in die Finanzmärkte gepumpt, die mit einer Zeitverzögerung in die Aktienmärkte fliessen wird.
Daher sollten sich viele Aktien und Branchen weiter sehr gut entwickeln, die bislang am Aufschwung nicht richtig
teilgenommen haben. Einige Branchen habe ich zum Jahresanfang hier genannt. Branchen, die sich in der Tat bis
dato sehr gut entwickelt haben.
Doch langsam beginnt die Zeit des "Wahnsinns" an der Börse. Das heisst, dass sich zum Ende des Konjunkturzyklus
(vielleicht Ende 2012, vielleicht Ende 2013) eine oder mehrere Branchen herausbilden, die dann jeder haben will.
Branchen, die dann mit abendteuerlichen Werten beim KGV bezahlt werden könnten (vielleicht KGV 50). Welche
Branchen könnten das aus heutiger Sicht sein? Vielleicht ist es die Biotechnologiebranche? Vielleicht auch
die Bauern AG´s an der Börse, die von steigenden Agrarpreisen profitieren? VIelleicht die Nanotechnologie?
Wer weiss. Doch eine Branche scheint mir dringend tatverdächtig, Spitzenreiter der neuen Blasenbildung
werden zu können. Und das wäre die Branche der neuen Energien, insbesondere die Solarbranche.
Diese gehört heute noch, wenn sich der Anleger derzeit an der Börse umschaut, zu den billigsten Branchen,
die zu entdecken sind. Aus heutiger Sicht wären dies Investitionen, die unter "Value-investment Investitionen"
laufen könnten (Entweder kauft der Anleger auf oder unter Buchwert, oder mit KGV-Werten bei überwiegend guten
Bilanzen von 5, 6 oder 7). Wenn diese Branche dann, in vielleicht 2 Jahren mit wahnsinnigen KGV´s bewertet
werden würde, besteht jetzt die Möglichkeit, sich durch langfristig ausgelegte Anlagen in ausgewählten Aktien
dieser Branche zu sanieren.


11. Februar 2011 - DAX bei rund 7.313 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.229 Punkten (Schlußkurs vom 10. Februar 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,353:
Zum Wochenabschluss ein kurzer Kommentar. Ich könnte mir vorstellen, dass die letzten Tage (bei nahezu
unverändertem DAX im Vergleich zum 08. Feburar 2011) bereits die Verschnaufpause dargestellt haben,
die nach dem starken Anstieg der Vorwoche notwendig erschien. Vermutlich wird es jetzt bald wieder weiter
aufwärts gehen mit den Aktienindizes. So zumindest meine kurzfristige Einschätzung.


08. Februar 2011 - DAX bei rund 7.312 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.194 Punkten (Tagesverlauf vom 08. Februar 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,367:
Nachdem der DAX und andere Indizes nun seit meinem letzten Kommentar einen deutlichen Anstieg verzeichnet
haben, kann es durchaus sein, dass dieser Anstieg der Aktienkurse mal ein paar Tage verdaut werden
muss. Unveränderte oder gar leicht fallende Kurse wären denkbar. Doch es kann auch zunächst ohne Korrektur
weiter nach oben gehen, denn die Faktoren, die die Aktienkurse treiben und getrieben haben, sind nach wie vor
in Kraft. Dazu kommt noch, dass wir uns in einer bis circa Ende April saisonal guten Zeit für steigende Aktienkurse
befinden. Ob nun mit oder ohne Korrektur in den nächsten Tagen. Einem weiteren Anstieg der Aktienkurse steht aus meiner
Sicht erst einmal nichts entgegen, vorausgesetzt, es finden keine großen Katastrophen statt.


01. Februar 2011 - DAX bei rund 7.108 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.891 Punkten (Schlußstand vom 31. Januar 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,372:
Angeblich sind die Unruhen und Regierungsumstürze in einigen nordafrikanischen Ländern ursächlich auf
drastische Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln zurück zu führen. Ob dem so ist oder nicht kann ich nicht
beurteilen. Doch lassen sich inflationäre Tendenzen inzwischen nicht mehr leugnen. Ob wir uns nun die Preise
für Rohstoffe, Agrarrohstoffe oder Energie anschauen, überall steigen diese deutlich an. Dies verunsichert
zum Teil die Börsen und lässt Zentralbanken (zum Beispiel die EZB) schneller als erwartet über eventuelle Zinsschritte
nach oben nachdenken. Die Interprätationen der inflationären Tendenzen im Hinblick auf die Aktienkurse scheinen
unterschiedlich zu sein. Einige raten zu Aktien, da diese Sachwerte darstellen. Andere raten bereits dazu, Aktien zu
verkaufen, weil Inflation erkennbar ist. Ich denke, dass beide Standpunkte nicht ganz überzeugen. Richtig ist zwar,
dass Aktien in der Tat einen Sachwert darstellen, da sie das Recht an einem Unternehmen verbriefen. Doch nur wenigen
Unternehmen gelingt es, in Phasen drastisch steigender Inflation, die Preise mit der Inflation anzuheben. Vielen
Unternehmen gelingt das nicht. Die Folge sind abrutschende Gewinnmargen und damit auch zurück gehende
Unternehmensgewinne, eventuell sogar Verluste. Am Anfang einer massiven Inflationsbewegung stürzen Aktienkurse
auf breiter Front in die Tiefe. Erst wenn sich die Inflation stabilisiert oder wieder rückläufig ist, können sich auch die
Aktienkurse wieder stabilisieren beziehungsweise verbessern. Gäbe es eine Hyperinflation, wären Aktien nur dann
zu kaufen, wenn diese Hyperinflation sich bereits in den Gehirnen der Medien und der Menschen manifestiert hätte und
die Aktienkurse bereits deutlich an Wert verloren hätten. Der Kauf von Aktien kann am Ende einer Inflationsbewegung
in Erwägung gezogen werden (zum Beispiel als Schutz vor einer Geldentwertung), nicht jedoch am Anfang einer
massiven Inflationsbewegung.
Im Vergleich zu Grundstücken, Immobilien oder Edelmetallen haben Aktien (Unternehmen) einen großen Nachteil
in wirtschaftlich schlechten Zeiten: Sie können ihren Geschäftsbetrieb nicht einfach einstellen und
die schlechten Zeiten so gut "überwintern".
Aktuell sehen wir zwar eine Inflationsbewegung. Allerdings sind darin auch teilweise Aufholeffekte enthalten nach dem
Einbruch der Teuerungsrate im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise. Hier sollte die zukünftige Entwicklung der
Inflationsrate genau beobachtet werden.
Als Gegenargument gegen einen Verkauf von Aktien wegen der Inflation aus heutiger Sicht ist anzuführen, dass
Aktien im Vergleich zu Anleihen (und auch klassichen Sparbuchrenditen) immer noch preiswürdig erscheinen.
Dies war zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise Ende 2008 anders. Ausserdem befinden wir uns im Turnus der
wirtschaftlichen Erholung (siehe auch Menupunkt "Anlagestrategien" ... "Anlage in und mit Konjunkturzyklen")
meiner Meinung nach irgendwo im Aufschwungszyklus (Punkt A) noch lange vor Erreichen
des Konjunkturhöhepunkts (Punkt B). Diese Annahme lässt sich auch dadurch stützen, dass zahlreiche Branchen
(Aktienvertreter dieser Branchen) noch nicht ihren konjunkturellen Höhepunkt errecht haben. Da liessen sich zum Beispiel
Branchen nennen wie die Banken, die Stahlunternehmen, die Versicherungsunternehmen, die Bauunternehmen,
die Zementunternehmen etc.)
In Summe betrachtet findet der Anleger zwar nicht mehr die extrem günstigen Bewertungen von vor gut einem Jahr in der
frühesten Phase des Aufschwungs, aber er findet auch heute noch günstige Bewertungen bei einer großen Masse an
Aktien in einer fortgeschrittenen Phase des Aufschwungs, aber nocht nicht in der Endphase des Aufschwungs.
Daher gehe ich für die nächsten Monate zunächst von weiter steigenden Aktienkursen aus.


20. Januar 2011 - DAX bei rund 7.024 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 11.799 Punkten (Tagesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,345:
Heute lässt sich eine kleine Korrektur an den Märkten verzeichnen. Auch die in diesem Jahr bis dato im
Durchschnitt bereits recht gut gelaufenen Aktien aus dem Solarsektor erleiden heute eine Konsolidierung
der Kurse, die sich zum Handelsende hin aber schon wieder etwas verringert hat und zudem in vielen Fällen
deutlich geringer ausfällt, als die Kursgewinne vom Vortag. Immer noch haben viele Solartitel aussergewöhnlich
günstige Bewertungen aufzuweisen.
Noch eine kurze Anmerkung zum angesprochenen deutschen Unternehmen aus dem Bereich Blockheizkraftwerke (siehe meinen
Kommentar vom 17. Januar 2011): Hier gab es eine Meldung über eine Erweiterung des Vorstandes von 2 auf 3 Personen,
mit dem Ziel, das enorm starke Umsatzwachstum beherrschbar zu halten. Hier könnte der Anleger in nächster Zeit
vielleicht hohe prozentuale Kursgewinne einstreichen. Eine solche Ankündigung habe ich bereits bei einem deutschen Anbieter
von Netzwerkkameras miterlebt. Die Folge war eine Kursexplosion in der Folgezeit.


17. Januar 2011 - DAX bei rund 7.060 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.787 Punkten (Schlußstand vom 14. Januar 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,327:
Nachdem sich der DAX seit meinem letzten Kommentar etwas nach oben bewegt hat, bleibt nach wie
vor festzustellen, dass viele Unternehmen eine wirklich attraktive Bewertung aufweisen. Attraktive Bewertungen
sind letztlich sowohl bei einigen großen Unternehmen (zum Beispiel aus DAX oder MDAX) scheinbar vorhanden,
genauso wie bei kleineren Unternehmen (zum Beispiel SDAX oder Nebenwerte). Neben den zuvor im Kommentar
vom 3. Januar 2011 genannten Sektoren gibt es auch immer Bewertungen, bei denen sich der Anleger noch einmal
besonders die Augen reibt und sich fragt, ob das denn wirklich sein kann. So gibt es beispielsweise einen Anbieter
von Blockheizkraftwerken, einer jungen und innovativen Industrie, der für das laufende Geschäftsjahr mit einem
KGV von rund 6 lockt. Dies allein wäre nichts Besonderes. Schlecht finanzierte Unternehmen, die mit ihrem Geschäft
ihre Kapitalkosten nicht erwirtschaften, gibt es in vielen Börsenzyklen schon mal zu niedrigen KGV Werten.
Der Unterschied bei diesem Unternehmen ist nur, dass dieses Unternehmen eine sehr gute Bilanz mit einer sehr
guten Eigenkapitalquote vorweist, dass dieses Unternehmen seine Kapitalkosten deutlich erwirtschaftet und zudem
stark wächst. Solche Konstellationen, die in diesem Zinsumfeld dann auf ein geschätztes KGV von rund 6 kommen,
sind möglicherweise einen näheren Hingucker wert!?


03. Januar 2011 - DAX bei rund 6.994 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.691 Punkten (Taqesverlauf) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,334:
Allen Lesern wünsche ich ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Der DAX hat zum ersten Handelstag im neuen Jahr die 7.000 Punkte Marke fast zurück erobert.
Nachdem in 2010 die Automobiltitel der absolute Renner waren, die dem Anleger hohe prozentuale
Kursgewinne beschert haben, stellt sich für den Anleger nun die Frage, welche Aktien (Sektoren) in
2011 möglicherweise die Indizes outperformen könnten!?
Natürlich gibt es aus meiner Sicht zahlreiche Nebenwerte, die mit attraktiven Bewertungen locken. Auch
Sonderkonjunkturen und Aktien, die von diesen Sonderkonjunkturen profitieren (zum Beispiel Hersteller
von Salz/Streusalz oder LED-Hersteller) könnten attraktiv bewertet sein.
Doch bei der Frage nach Unternehmenssektoren, die eventuell in 2011 zu den Gewinnern gehören könnten,
würde ich ausgesuchten Solaraktien mit guten Bilanzen ein großes Potential zuschreiben. Energieversorger
locken ebenfalls mit attraktiven Bewertungen und auch selektiv ausgewählte Banken könnten in diesem
Jahr zu den Gewinnern gehören. Manche "Chinaaktie", die in Deutschland notiert ist, zeigt derzeit eine
günstige Bewertung und eine sehr gute Bilanz auf. Telekommunikationsnischenwerte sind vielleicht
interessant, genauso wie mancher Wert aus dem Bereich Bau und Elektronik.
Last but not least könnte auch der ein oder andere Pharmanischenwert interessant erscheinen.
Auf ein gutes Börsenjahr 2011!


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