Einschätzungen zum Börsenjahr 2010

 


18. Dezember 2010 - DAX bei rund 6.982 Punkten (Schlußstand vom 17. Dezember 2010) -
Dow Jones bei ca. 11.491 Punkten (Schlußstand vom 17. Dezember 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,319:
Allen Lesern wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und einen schwungvollen Rutsch ins neue Jahr!!!


15. Dezember 2010 - DAX bei rund 6.979 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.476 Punkten (Schlußstand vom 14. Dezember 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,332:
Schneller als gedacht scheint das Erinnerungsvermögen an der Börse zurück zu kehren (siehe meinen
Kommentar vom 14. Dezember 2010). War da nicht noch irgend etwas mit Spanien?


14. Dezember 2010 - DAX bei rund 7.016 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.429 Punkten (Schlußstand vom 13. Dezember 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,346:
Nach dem Erreichen und Überschreiten der 7.000 Punkte Marke beim DAX bleibt festzustellen, dass
die Krise um hoch verschuldete Länder der Eurozone (Irland, Portugal, Spanien und Italien) zunächst vom
Radarschirm der Börsianer verschwunden scheint. Ich erwarte, dass dies nicht dauerhaft so bleibt und
dass irgendwann an der Börse ein Erinnerungsvermögen einsetzt und diese Krise(n) wieder aufleben werden.
Vermutlich wird dieses Aufleben der Erinnerung den Börsenindizes wie beispielsweise dem DAX nicht
besonders gut tun. Es kann allerdings auch so sein, dass der DAX zunächst hunderte von Punkten weiter steigt,
bevor es dann mit einer neu auflebenden Krise der "Euro-Schuldenstaaten" wieder einige hundert Punkte bergab geht.
Ein Faktor, den ich persönlich im Hinblick auf potentielle Auswirkungen für europäische Börsen nicht ganz
genau einordnen kann, ist die monetäre Situation in China. Dort wurden in der Vergangenheit mehrfach die Zinsen
erhöht mit dem Ziel, die wirtschaftliche Dynamik und die damit einhergehende Inflation zu bremsen.
Ob das Ziel wie gewünscht erreicht wird, oder ob hier nicht eine zu starke und ungewünschte Abkühlung der
Konjunktur eingeleitet wird, sicherlich dann mit negativen Auswirkungen auf die chinesischen Börsen,
bleibt abzuwarten.
Doch schauen wir wieder mehr auf die heimische Börsenwelt. Hier lässt sich alleine im DAX feststellen, dass
viele Unternehmen im Hinblick auf zu erwartende Gewinne in diesem Zinsumfeld nicht zu teuer bewertet
erscheinen. Beispielsweise gibt es Unternehmen aus der Banken/Versicherungsbranche, die nicht zu teuer
erscheinen. Oder Energieversorger. Auch wenn hier und da sicherlich der ein oder andere Wert im DAX dabei ist,
der nun nicht mehr als sehr billig bezeichnet werden kann.
Doch jenseits des großen Bruders an der Börse (DAX) gibt es viele Unternehmen oder Sektoren, die mir für
das kommende Jahr interessant erscheinen.
Werfen wir hier doch mal einen Blick auf die Solarbranche. Mittlerweile schreibt auch der letzte Analyst kritische
Kommentare über diese Branche und über einzelne Unternehmen der Solarbranche. Richtig ist sicherlich,
dass 2011 ein eher schwierigeres Jahr werden könnte. Doch ist all dies nicht schon in den derzeitigen Kursen
enthalten? Einige Unternehmen mit einer extrem hohen Eigenkapitalquote sind mittlerwile zum Buchwert an
der Börse kaufbar. Längerfristig sollte sich der Anleger vielleicht einmal ansehen, wieviel Umsatz die Solarbranche
in 2010 in Deutschland gemacht hat und wieviel Umsatz die Solarbranche im "Rest der Welt" in 2010 gemacht hat.
Wie aus verschiedenen Berichten zu entnehmen, ist der Umsatz in Deutschland in 2010 größer, als im Rest der
Welt zusammen genommen. Ein Blick auf die Weltkarte verrät dem Anleger leicht, dass Deutschland nicht das
größte Land auf der Erde ist. Was ich damit ausdrücken will: Die Wachstumsmöglichkeiten der Solarbranche
insgesamt erscheinen fast unendlich groß. Trotz sicherlich zunehmendem Konkurrenzdruck erscheint mir
das Chance/Risiko Verhältnis ausgewählter Solaraktien mit einer soliden Bilanz als derzeit sehr gut.
Ein weiterer Sektor der scheinbar günstigen Bewertungen ergibt sich beim Blick auf Spezialtelefonanbieter (Handyanbieter).
Hier gibt es günstige Bewertungen, sowohl bei Aktien mit einer normalen Bilanz und moderaten Wachstumsaussichten,
als auch bei Unternehmen mit einer Superbilanz und grandios erscheinenden Wachstumsaussichten.
Ein Unternehmen aus dem Bereich Telefon/Gaming hat jüngst verkündet, dass es vom aktuellen Erfolg überrant
wurde und möchte nun die Aktionäre zu einem Dividendenverzicht für 1 Jahr aufrufen, um diesen Erfolg zu
internationalisieren. Von teuer kann beim Blick auf die Aktie sicher keine Rede sein.
Daneben gibt es derzeit viele Einzelaktien im Nebenwertebereich, bei denen ein näherer Blick lohnen kann.
Ein kleiner deutsche Spezialanbieter in der Pharmabranche vielleicht genauso wie das ein oder andere
Beteiligungsunternehmen. Und und und...


07. Dezember 2010 - DAX bei rund 7.002 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.362 Punkten (Schlußstand vom 06. Dezember 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,338:
Die 7.000 Punkte Marke beim DAX ist wieder erreicht und überschritten.


05. Dezember 2010 - DAX bei rund 6.947 Punkten (Schlußstand vom 03. Dezember 2010) -
Dow Jones bei ca. 11.382 Punkten (Schlußstand vom 03. Dezember 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,337:
Der jüngste Anstieg von DAX und Dow Jones ist fundamental aktuell völlig in Ordnung. Dennoch habe ich mich
in meinem Kommentar vom 30. November 2010 geirrt, da ich davon ausgegangen bin, dass die Krise um Irland,
Portugal, Spanien und weiteren Ländern der Eurozone die Börse negativ beeinflussen würden.
An dieser Stelle möchte ich mich hinsichtlich der kurzfristigen weiteren Entwicklung an den Börsen bedeckt halten.
Ich sehe allerdings nicht, dass das Thema Portugal, Spanien etc. schon erledigt sein sollte.
Warten wir also ab, was in der näheren Zukunft an der Börse geschieht.


30. November 2010 - DAX bei rund 6.706 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.052 Punkten (Schlußstand vom 29. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,306:
Wie im Kommentar vom 26. November 2010 geschrieben hat es eine deutliche und negative Kursreaktion auf die Indizes
DAX und Dow Jones gegeben. Doch wie geht es nun weiter, nachdem Irland unter den Rettungsschirm der EU
geschlüpft ist? Es dürfte so sein, dass Portugal, Spanien und Italien weiter über dem Aktienmarkt "damokeln".
Der direkte Fokus könnte nun zunächst auf Portugal liegen. Dort hat die Notenbank vor deutlichen Verwerfungen
gewarnt, wenn nicht eine überzeugende Haushaltssanierung beschlossen wird. Das Problem an dieser Situation
aus Sicht der Börse ist, dass es aus meiner Sicht kein Szenario gibt, welches die Börse schnell beruhigen kann.
So lange der Fall von Portugal, Spanien und Italien möglich ist, gibt es Unruhe an der Börse. Würde Portugal
fallen, so würde sich dadurch zeigen, dass die Krisenmechanismen der EU nicht richtig funktionieren und dann
würden sich die Augen der Börsianer blitzschnell auf Spanien und Italien konzentrieren. Fällt dann eines dieser
Länder, dürften die Verwerfungen an der Börse größer und nachhaltiger sein.
Spielen wir gedanklich noch den vielleicht günstigsten Fall durch, an den ich derzeit aber nicht so recht glauben mag:
Portugal, Spanien und Italien fallen dauerhaft nicht und schaffen es, ihre Staatsfinanzen ohne EU-Hilfe zu sanieren,
dann wäre dies ein Prozess, der Wochen und Monate benötigt, um die Börsianer davon zu überzeugen.
Vor diesem Hintergrund fällt es derzeit schwer, trotz nach wie vor guter Konjunkturdaten, an eine schnelle und
nachhaltige Aufwärtsbewegung an den Börsen zu glauben. Das ist aus meiner Sicht das Dilemma, in dem sich
vor allem die europäischen Börsen derzeit befinden.


26. November 2010 - DAX bei rund 6.801 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.187 Punkten (Schlußstand vom 24. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,324:
Grundsätzlich sehe ich keine Änderung in der Erwartungshaltung eines mittelfristig bis langfristig orientierten
Anlegers in Bezug auf die Börsenindizes insgesamt gesehen und für deutsche Indizes wie beispielsweise den
DAX im Besonderen. Ich erwarte steigende Kurse in einem Zetfenster von 1 bis 3 Jahren. Mittlerweile könnte ich
mir aber vorstellen, dass nicht nur Irland unter den Rettungsschirm muss, sondern auch Portugal und
schliesslich auch Spanien. Letzteres dürfte erhebliche Turbulenzen am Kapitalmarkt auslösen. Dieses
Ereignis ist sicherlich noch nicht von der Börse verarbeitet. Daher rate ich jetzt zur kurzfristigen Vorsicht
bei der Investition in Aktien. Vielleicht wäre eine ruhige und aktienfreie Weihnachtszeit eine gute Strategie,
um sich im neuen Jahr in aller Ruhe anzuschauen, wie die Anlagestrategie für 2011 aussehen sollte?


24. November 2010 - DAX bei rund 6.785 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.036 Punkten (Schlußstand vom 23. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,335:
Erneut möchte ich darauf hinweisen, dass der DAX scheinbar bis jetzt eine enorme Stärke aufweist. Mit einem
bisherigen, heutigen Plus von 1,2 % entwickelt sich der Index, nach anfänglichem schwächerem Beginn, inzwischen
doch wieder sehr gut. In den vergangenen Monaten war zu beobachten, dass ein fallender Dollar gegenüber dem
Euro oftmals für positive Stimmung und steigende Kurse gesorgt hat. Umgekehrt sorgte ein steigender Dollar
für eher negative Stimmung und fallende Kurse bei DAX und Dow Jones. Von gestern auf heute ist der Dollar um
gut 1 % gestiegen, eigentlich ein Anzeichen für fallende Aktienbörsen. Und dennoch robbt sich der DAX
aktuell entgegen diesem Trend mit mehr als 1 % ins positive Terrain. Die technische Verfassung des DAX
scheint also aktuell excellent zu sein. Ein Ausbleiben weiterer schlechter Nachrichten könnte den DAX in den
nächsten Tagen/Wochen weiter zu neuen Jahreshöchstständen treiben.


23. November 2010 - DAX bei rund 6.817 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.178 Punkten (Schlußstand vom 22. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,358:
Nachdem zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch beim DAX markiert werden konnte, sind es nun erneut
negative politische (Spannungen zwischen Südkorea und Nordkorea) und wirtschaftliche Krisen/Spannungen
(Irlandkrise, Sorgen vor weiteren geldpolitischen Schritten in China), die den weiteren Anstieg von DAX und
Dow Jones behindern. Erstaunlich robust zeigt sich allerdings der DAX bis jetzt. Sollten sich die Krisen und
Probleme nicht wesentlich vergrößern, würde ich auch schon bald einen weiteren Anstieg der Indizes erwarten.


20. November 2010 - DAX bei rund 6.812 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.181 Punkten (Schlußstand vom 19. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,367:
Der DAX hat gestern ein neues Jahreshoch erreicht. Heute bröckelt es wieder leicht ab. Es ist jetzt Ende November.
Ich glaube und erwarte noch weitere Jahreshochs beim DAX. Im Bereich der Nebenwerte könnte ich mir
vorstellen, dass sich in der verbleibenden Zeit bis zum Jahresende im Durchschnitt nicht mehr viel bewegt.
Oftmals ist im Bereich der Nebenwerte zu beobachten, dass diese am Ende eines Jahres die größeren
Indizes underperformen, jedoch dann im Januar bis circa März deutlicher zulegen als die großen Indizes.
Für den Anleger bedeutet dies, dass er womöglich die schnelleren Gewinne bis Jahresende machen könnte,
wenn er sein Geld in den größeren Aktien anlegt. Auf Sicht von 3 bis 4 Monaten könnte allerdings die Anlage
in unterbewerteten Nebenwerten den größeren Erfolg versprechen.


18. November 2010 - DAX bei rund 6.685 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.023 Punkten (Schlußstand vom 17. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,347:
Wie in den letzten Tagen festzustellen war, wurde die nach meinem Kommentar vom 15. November 2010
einsetzende Erholung der Aktienkurse durch die aktuelle Krise in Irland und aufkeimende Sorgen aus China
über eine ansteigende Inflation und potentielle Zinserhöhungen überlagert. Daher kam es, bei parallelem
Anstieg des US-Dollars gegenüber dem Euro, zu Kursabschlägen in DAX und Dow Jones.
Politische Börsen (Irlandkrise) haben in der Regel kurze Beine und die potentiellen Auswirkungen aus
den Krisen um riland, Griechenland und Co. wie eine potentielle Spaltung des Euroraumes sind ohnehin
erst in Jahren erkennbar.
Bleibt noch das Chinaproblem, dass aber nicht ganz neu ist. Meiner Meinung nach sollte sich der DAX
und weitere Indizes trotz der jüngsten Unruhen aus China und Irland bald wieder stabilisieren und seine
Aufwärtsbewegung hin zu neuen Jahreshochs fortsetzen.


15. November 2010 - DAX bei rund 6.732 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.192 Punkten (Schlußstand vom 12. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,361:
Ich glaube, dass die technische Korrektur am Aktienmarkt abgeschlossen ist. Dafür spricht, dass die Verluste
in einzelnen Aktien (zum Beispiel im Nebenwertebereich) in einem kleinen Zeitfenster teils sehr scharf waren.
Verluste, die weit über den Durchschnitt der Verluste der großen Indizes hinaus gehen. Und es zeichnen sich
nun wieder erste Anzeichen für eine Erholung ab in diesen Nebenwerten. Das ist nicht das erste Mal, dass
es im Rahmen einer technischen Korrektur zu plötzlichen, scharfen und gleichzeitigen Einbrüchen bei den
Aktienkursen kommt. Und diese Bewegung nach unten hat bereits das Ende erreicht. Die großen Indizes
folgen dann in aller Regel. Die 7.000 Punkte Marke beim DAX dürfte aus meiner Sicht in den nächsten Wochen
in Angriff genommen werden.
Noch ein Hinweis in eigener Sache. Unter www.Aktienanlage-navigator.de baue ich derzeit einen neuen,
elektronischen Börsenbrief mit dem Schwerpunkt auf deutschen Unternehmen (Aktien) auf. Derzeit steht das
Angebot noch nicht zur Verfügung. Bei Interesse schauen Sie aber hin und wieder mal vorbei und merken sich
diese Homepage eventuell vor!?


11. November 2010 - DAX bei rund 6.714 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.357 Punkten (Schlußstand vom 10. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,373:
Nun durchleben wir wohl an der Börse die eigentlich notwendige technische Korrektur nach unten. Ich rechne
aus heutiger Sicht damit, dass diese technische Korrektur schon bald abgeschlossen sein wird, und die Kurse
im Durchschnitt (DAX, Dow Jones, MDAX etc.) die alten Jahreshochs übersteigen werden.


09. November 2010 - DAX bei rund 6.787 Punkten (Schlußstand) -
Dow Jones bei ca. 11.370 Punkten (Tagesverlauf vom 09. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,387:
Im Moment bleibt nichts anderes zu schreiben, als das der Aufschwung an den Börsen ungebremst weiter zu
gehen scheint. Sogar ohne eine technische Gegenreaktion nach unten. Zumindest bis jetzt. Mittelfristig werden
inzwischen nicht nur 7.000 Punkte, sondern auch 8.000 Punkte im DAX ins Spiel gebracht und für wahrscheinlich
gehalten. Ich stimme dem aus heutiger Sicht zu und denke nach wie vor, dass der DAX die 10.000 Punkte Marke
zum Ende dieses Konjunkturzyklus (vielleicht Ende 2012, Ende 2013 oder Ende 2014) deutlichst überspringen
wird.
Noch ein Vermerk zu meinem Kommentar vom 10. Oktober 2010. Das dort beschriebene
Telekommunikationsunternehmen bekam heute Aufmerksamkeit durch einen Kommentar in einem großen
Börsenmagazin. Auf jeden Fall lesenswert. Welchen Schluß der Anleger aus dem Vorstandsinterview mit den
skizzierten Perspektiven ziehen mag, bleibt jedem selbst überlassen.


04. November 2010 - DAX bei rund 6.717 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.215 Punkten (Schlußstand vom 03. November 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,422:
Welch erfreuliche Entwicklung können die Anleger derzeit an der Börse miterleben. Zumindest dann, wenn der
Anleger in Aktien investiert ist und weiter auf steigende Kurse setzt. Getrieben wird dies nach wie vor von erheblicher
Liquidität, die irgendwo nach Anlagemöglichkeiten sucht und suchen muss, sowie inzwischen auch von erheblichen
Gewinnsteigerungen der Unternehmen. Für eine neue Liquiditätsspritze sorgt derzeit wieder die Fed, die angekündigt
hat, amerikanische Staatsanleihen zurück zu kaufen.
Wenngleich ich eine technische Gegenreaktion nach unten im DAX und anderen Indizes für jederzeit möglich halte,
denke ich, dass uns der Aufwärtstrend in Kürze über die 7.000 Punkte Marke beim DAX hieven könnte.
Egal wo man hinschaut, der auf Value (Werthaltigkeit) ausgerichtete Investor erlebt derzeit ein Freudenfest nach dem
anderen. Ein weiteres Beispiel dafür sind die aktuellen Bewertungen beispielsweise der großen und bilanziell solide
aufgestellten amerikanischen Ölmultis. Zwar ist der jüngst gestiegene Ölpreis hauptsächlich auf die Dollarschwäche
zurückzuführen, aber wen interessiert es. Die weiteren Quartals- und Jahreszahlen der großen Ölmultis werden
vermutlich mit weiteren Gewinnanstiegen aufwarten und die aktuelle Bewertung noch lächerlicher erscheinen lassen!?
Anlegerherz, was willst Du (derzeit) mehr?


28. Oktober 2010 - DAX bei rund 6.590 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.094 Punkten (Tagesverlauf) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,392:
Da ich in meinem letzten Kommentar vom 26. Oktober kurz auf die letzten Monate des Jahres unter steuerlichen
Gesichtspunkten eingehe, kann ich meinen Blick noch etwas weiter schweifen lassen und auf das Jahresende
(Silvester) blicken. Bekanntlich wird zu diesem Zeitpunkt die ein oder andere Sektflasche getrunken... und im
Vorfeld gekauft. Eine gute saisonale Zeit also für Sekthersteller. Bei einem deutschen Unternehmen aus der
Branche ist traditionel eine größere Schwankung im Ergebnis zu verzeichnen, wobei unter dem Strich nicht
immer die Kapitalkosten erwirtschaftet wurden. Einhergehend mit Restrukturierungsmaßnahmen und
Sortimentsbereinigungen konnte sich das jüngst dargelegte Ergebnis wieder deutlich verbessern, begleitet
mit der Aussicht auf noch bessere Ergebnisse im nächsten Jahr. Bemerkenswert ist nun aber, dass sich
die Eigenkapitalquote, verglichen mit den Jahren zuvor, deutlicher verbessert hat auf aktuell rund 44 %.
Hier wird aktuell also eine ganze Menge Cash durch die operative Tätigkeit generiert, die die Eigenkapitalquote
deutlich ansteigen lässt. Die Marktkapitalisierung liegt zudem noch deutlicher unter dem ausgewiesenen
Buchwert. Nichts besonderes für ein Unternehmen, welches immer mal wieder schlechte Jahre hatte, in
denen entweder ein Verlust angefallen ist oder die Kapitalkosten nicht erwirtschaftet werden konnten. Aber
diesmal gibt es vielleicht eine fundamentale und dauerhafte Veränderung, die die Börse möglicherweise
noch nicht vollumfänglich registriert hat? Vielleicht mal einen genaueren Blick wert!!!???


26. Oktober 2010 - DAX bei rund 6.637 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 11.164 Punkten (Schlußkurs vom 25. Oktober 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,397:
Das Börsenjahr geht langsam zu Ende. Für Privatanleger, die in diesem Jahr vermutlich im Durchschnitt Gewinne
mit dem Kauf von Aktien erwirtschaftet haben, bietet sich an, über steuerliche Verkäufe nachzudenken, um Gewinnpositionen
mit eventuellen Verlustpositionen zu verrechnen. Das geht aber nur, wenn Sie Gewinne und Verluste bei EINER
Bank haben, also in EINEM Depot oder in mehreren Depots bei EINER Bank. Sprechen Sie Ihren Steuerberater
an, ob und wie Sie vorgehen sollten mit Positionen, die der Abgeltungssteuer unterliegen. Generell führt ein
Verkauf von erheblichen Verlustpositionen zu einer Rückerstattung von bereits gezahlten Steuern, insofern Gewinne
vorhanden sind. Mit diesem Geld könnten Sie arbeiten und weitere, zusätzliche Aktien kaufen. In diesem Szenario
gilt aber auch, dass Sie für eventuell neue Gewinne wiederum Abgeltungssteuer zahlen müssen. Einziger Vorteil
aus meiner Sicht ist die Erhöhung der Liquidität und eventuelle steuerlich intelligente Verschiebung von Erträgen
in die Zukunft. Ein Beispiel dazu: Sie wären in diesem Jahr aus der Kirche ausgetreten. Dann zahlen Sie in diesem
Jahr noch Kirchensteuer auf Gewinne und Dividenden aus Aktien. Im nächsten Jahr aber nicht mehr. Hier könnte
sich der Anleger über einen Verkauf von deutlichen Verlustpositionen in Aktien die Kirchensteuer zurück holen,
die er dann bei Gewinnen im nächsten Jahr nicht mehr bezahlen muss.
Aber noch einmal an dieser Stelle.
In diesen Fragen ist Ihr Steuerberater die richtige Ansprechstation, die sich detailliert mit Ihrer persönlichen
Einkommens- und Vermögenslage auskennt.


23. Oktober 2010 - DAX bei rund 6.605 Punkten (Schlußstand vom 22. Oktober 2010) -
Dow Jones bei ca. 11.132 Punkten (Schlußkurs vom 22. Oktober 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,395:
Ein fulminanter Anstieg beim DAX war in der abgelaufenen Periode seit meinem letzten Kommentar zu verzeichnen.
Auch der Dow Jones konnte gringfügig zulegen. Die deutsche Konjunktur zeigt sich in einem sehr robusten Zustand.
In China wurde eine Zinserhöhung durchgesetzt und in Amerika läuft die Konjunktur derzeit eher schleppend.
Diese unterschiedlichen Zustände der Konjunktur in diesen 3 Ländern/Regionen ziehen auch unterschiedliche
Maßnahmen der Geldpolitik nach sich. In China hat man sich, wie bereits erwähnt, zu einer ersten Zinserhöhung
durchgerungen, um den Inflationsdruck zu verringern und um Blasenbildungen (wie zum Beispiel am
Immobilienmarkt), soweit wie möglich zu verhindern beziehungsweise abzuschwächen. In Europa machen sich
ebenfalls erste Stimmen breit, die auf einen Wechsel in der Geldpolitik hinweisen, vorwiegend aufgrund der
Robustheit der deutschen Konjunktur. Und in Amerika möchte die Notenbank den Markt eher finanziell stimulieren,
da sich der amerikanische Arbeitsmarkt eher verhalten entwickelt.
In Summe könnte man annehmen, dass in China erste Warnzeichen für die Börsen auftreten, da die Zinsen erhöht
wurden, was bekanntlich Gift für die Aktienmärkte ist. In Europa und den USA würde ich die Situation der Börsen
eher positiv beurteilen.
Ohne die Situation in China genau zu kennen, möchte ich nur grundsätzlich darauf aufmerksam machen, dass
erste Zinserhöhungen in aller Regel nicht sofort zu einem Verfall der Aktienkurse führen, denn Zinsen werden in
der Regel nur dann erhöht, wenn es in der Wirtschaft excellent läuft. So auch im Fall von China, zumindest aus der Ferne
betrachtet. In Europa und den USA ist die Geldpolitik eher neutral bis leicht expansiv eingestellt. Daher droht von
der monetären Seite hier erst einmal keine Gefahr. Selbst wenn sich Europa und die USA zu ersten Zinsschritten nach
oben durchringen, bedeutet dies vermutlich nur, dass es in der Wirtschaft sehr gut läuft. Ein potentieller Verfall der
Aktienkurse tritt meist erst 1 bis 2 Jahre nach den ersten Zinsschritten auf. Also keine Angst vor Zinserhöhungen
zu diesem Zeitpunkt.
Ich glaube, die Börsen, vor allem in Europa und den USA, werden sich weiterhin sehr positiv entwickeln, denn nun
könnten wir, nach der bereits statt gefundenen Liquiditätshausse nach einer Rezession, in die Phase der
gewinngetriebenen Hausse eintreten. Der Durchschnitt aller Unternehmen wird nun auf absehbare Zeit mit
Meldungen zu den eigenen Unternehmensergebnissen aufwarten, die die Analysten reihenweise ins Staunen versetzen.
Die Analysten werden sich vermutlich noch sehr oft bei der Vorlage von Unternehemensergebnissen fragen: So viel?
Das Szenario der gewinngetriebenen Hausse ist ein anderes als dass der liquiditätsgetriebenen Hausse. Während
bei letzterer viele Unternehmen (Aktien) mehr oder weniger gleich gut im Kurs steigen, werden bei der gewinngetriebenen
Hausse Unternehmen mit starken Unternehmensergebnissen drastische Kurssprünge nach oben am Tag der
Meldung oder kurz davor machen. Und nicht nur das.
Bestehende Unterbewertungen, die seit 1 bis 2 Jahren offensichtlich sind, beginnen sich langsam aufzulösen,
auch ohne Unternehmensmeldungen. Beispielsweise stiegen die Aktien einer Beteiligungsgesellschaft mit
gleichnamigen Börsenjournal gestern um mehr als 10 % an, ohne konkrete Meldung.
Einige Telefon- und Internetunternehmen warteten ebenfalls mit Kurssprüngen auf, genau so wie das bereits
hier (Kommentar vom 10. Oktober) erwähnte Unternehmen der UV-Technologie einen leichten Kurssprung
vollziehen konnte.
Auch ein kleines deutsches Unternehmen aus der Elektronikbranche (hochprofitabel) scheint seit Jahren in
einer Kursbandbreite zwischen circa 3,5 und 6 Euro fest zu hängen. Und das, obwohl sich das Eigenkapital
weitgehend aus eigener Kraft seit 2005 mehr als verdoppelt hat und die Eigenkapitalquote von unter 50 %
auf derzeit rund 70 % gestiegen ist. Selbst im Jahr 2009 gab es immer noch schwarze Zahlen.
Beispiele von unterbewerteten und gleichzeitig soliden Unternehmen gibt es derzeit viele. Vielleicht wird ein
Teil der Unterbewertung einiger Aktien in den nächsten Monaten relativ zügig abgebaut?
Meiner Meinung nach befinden sich die Börsenampeln weiterhin auf grün.


13. Oktober 2010 - DAX bei rund 6.344 Punkten (am Morgen) -
Dow Jones bei ca. 11.020 Punkten (Schlußkurs vom 12. Oktober 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,396:
Ein kurzes Statement heute Morgen:
Ich glaube, dass es dem DAX in der nächsten Zeit (vielleicht noch heute) gelingen wird, den Wirderstand im Bereich
6.300/6.350 Punkte, der in der Vergangenheit in diesem Jahr mehrfach erfolglos getestet wurde, nach oben zu durchbrechen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es gute Chancen dafür gibt, am Jahresende 2010 eine 7.000 Punkte Marke beim DAX zu
sehen!? Trotz aller bestehenden Unsicherheiten am Markt bezüglich Konjunktur, Schuldenkrise und Währungsschwankungen.


10. Oktober 2010 - DAX bei rund 6.291 Punkten (Schlußkurs vom 08. Oktober 2010) -
Dow Jones bei ca. 11.006 Punkten (Schlußkurs vom 08. Oktober 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,39:
Ein Anstieg der beiden Indizes DAX und Dow Jones ist zu verzeichnen gewesen. Mehr und mehr drängt sich bei
mir die subjektive Meinung auf, dass es keine erneute, unmittelbar bevorstehende Rezession geben wird. Wenn ich
mir einige selektive, aktuelle Meldungen ansehe und auch auf das schaue, was die Unternehmen selbst kommunizieren,
so sieht mir das einfach nicht nach einer erneuten Rezession aus. Da ist die Stahlwirtschaft, die eine Erhöhung der
weltweiten Stahlnachfrage für das kommende Geschäftsjahr vorhersieht. Der deutsche Maschinenbau, der im kommenden
Jahr fast zweistellig zulegen will. Da ist die britische Wirtschaft, die jüngst so stark konjunkturell zugelegt hat wie seit
Jahren/Jahrzehnten nicht mehr (wenn auch von einem verhaltenen Niveau). Da sind sinkende Arbeitslosenquoten in
Deutschland und Kanada. Und da verkünden Unternehmen, darunter auch das ein oder andere aus dem DAX, dass
der Turnaround in die schwarzen Zahlen wieder geglückt ist. Kleinere Unternehmen weisen Ergebnissprünge auf und
warten mit Kurs Gewinn Verhältnissen auf, die bei 5 oder weniger liegen, plus steigenden zu erwartenden Gewinnen.
Top Unternehmen aus verschiedenen Branchen sind ebenfalls teilweise deutlich unter KGV 10 zu kaufen, trotz hoher
Bilanzqualität (hohe Eigenkapitalquote) und hohen Margen weit über der Erwirtschaftung der Kapitalkosten und weiter in
Aussicht gestellten Gewinnsteigerungen. Und diese Bewertungskennziffern in Bezug auf das KGV treffen auf eine
Zinslandschaft, die als historisch niedrig zu bewerten ist und damit im Durchschnitt weit höhere Werte des KGV´s
rechtfertigen kann. All das zusammen genommen, auch vor dem Hintergrund hoher Staatsverschuldungen und
Unruhen im Währungssystem lässt bei mir den Schluss aufkommen, dass ich mir bis zum Ende des Konjunkturzyklus,
vielleicht Ende 2012, 2013 oder 2014, einen DAX vorstellen kann, der deutlich 5 - stellig sein könnte.
Die Unternehmen mit einem KGV von rund 5 oder darunter können deutlich stärker steigen. Dazu hier mal 2 Beispiele
aus den Sektoren Telekommunikation (KGV geschätzt in ca. 2012/2013 = 2 bis 3) und UV - Technologie (KGV geschätzt
in 2011 = circa 5):
Der erste Fall (Telekommunikation): Für 100 Euro, die ein Anleger einsetzt, erhält er indirekt über das Unternehmen
aus dem Telekombereich zwischen circa 33 und 50 Euro zurück. Wohl gemerkt JEDES JAHR!!! In 2 bis 3 Jahren
hat der Anleger also formal seinen gesamten Einsatz zurück und erhält dann weiterhin 30 % bis 50 % an Zinsen
aus sein bereits formal zurückgeflossenes Kapital. Im Sinne der ewigen Rente aus heutiger Sicht jedes Jahr.
Der zweite Fall (UV - Technologie...stellvertretend für einige Aktien auf dem deutschen Kurszettel):
Für 100 Euro, die ein Anleger einsetzt, erhält er indirekt über das Unternehmen aus dem UV - Technologiebereich
rund 20 Euro zurück [denn 100 / 20 = KGV 5]. In 5 Jahren hat der Anleger seinen Kapitaleinsatz formal vollständig zurück
und geniesst dann trotz Rückzahlung weiterhin im Sinne der ewigen Rente einen Kapitalzufluss von 20 % auf sein
bereits zurückgezahltes Anfangskapital.
Dies sind die Bewertungswunschträume vieler Stockpicker und ich weiss selbst, dass ich Ende 2007 große
Schwierigkeiten hatte, Unternehmen zu finden, die formal auch nur 10 % unterbewertet erschienen.
Aber diese Bewertungen lassen nur einen Schluß zu: Aktien sind im Durchschnitt billig und in einigen besonderen
Fällen extremst billig. Verfielfachungen des Kurses sind zu erwarten, wenn das Zahlenwerk ungefähr so eintritt wie
erwartet.


04. Oktober 2010 - DAX bei rund 6.165 Punkten (Tagesverlauf)- Dow Jones bei ca. 10.829 Punkten
(Schlußkurs vom 01. Oktober 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,371:
Die abgelaufene Zeitperiode seit meinem letzten Kommentar brachte auf den ersten Blick ein gemischtes Bild
im Hinblick auf die Indizes DAX und Dow Jones. Der DAX hat sich seither um fast 200 Punkte ermäßigt,
wohingegen der Dow Jones sich per Freitag, dem 01. Oktober 2010 um weniger als 1 % erhöht hat. Der
europäische Anleger jedoch, der keine Währungssicherung betrieben hat, hätte durch den Verfall des Wertes des
US - Dollars jedoch ebenfalls im Durchschnitt ein Minus erwirtschaftet, wenn er in amerikanischen Unternehmen
investiert gewesen wäre.
Von der konjunkturellen Seite her überraschte zunächst die Robustheit der deutschen Wirtschaft. Und auch der
Ausblick auf die Konjunktur des kommenden Jahres ist in Deutschland nicht schlecht. Bleibt abzuwarten, ob es auch
so kommt, wie prognostiziert. In Amerika gibt es zwar wechselnde Signale zur Konjunktur, doch der momentane
Abwärtstrend ist unverkennbar und bringt die amerikanische Notenbank Fed in die Situation, den Geldmarkt
erneut zu stimulieren. Die entscheidende Frage, ob es in Amerika (und auch Europa) zu einer Rezession, oder nur
zu einer Wachstumsabwschwächung kommt, kann ich derzeit nicht beantworten. Deshalb erscheint mir für den
Gesamtmarkt eigentlich eine abwartende bis leicht positive Handlungsweise augenblicklich geeignet. Der
saisonal meist schwache September ist vorbei und saisonal gesehen liegen derzeit keine schlechten Monate
vor uns. Im Gegenteil.
Sollte der Wachstumstrend der Konjunktur Aufrecht erhalten werden können und sich nur leicht abschwächen,
wären dies für Aktien keine schlechten Vorzeichen. Zu Bedenken ist auch, dass sich die aktuell sehr niedrigen Zinsen
positiv auf die Bewertungen von Aktien auswirken. Für kurzfristige Anlagen in Spargeldern erzielen Anleger aktuell im
Durchschnitt vielleicht 1 %. Für längerfristige Anlagen in deutschen oder amerikanischen Staatsanleihen sind auch
im 30 jährigen Bereich nur deutlich unter 4 % erhältlich. Diese Zeiten waren mal ganz anders. Erinnern Sie sich da
vielleicht noch an die 80` er oder 90` er Jahre des vorigen Jahrhunderts? Bis zu 8 % waren da mal für Spareinlagen
erhältlich. Für Aktien bedeutet das natürlich, dass einem Unternehmen, dass in einem Zinsumfeld, in dem es 8 % Zinsen
gibt und das Unternehmen mit einem KGV von vielleicht 8 fair bewertet gewesen war, in diesem Zinsumfeld ein
deutlich höheres KGV zugesprochen werden kann (sonst gleiche Bedingungen vorausgesetzt). Denn der Wert
eines Unternehmens bestimmt sich natürlich auch immer im Hinblick auf die Rendite von Konkurrenzanlagemöglichkeiten
wie zum Beispiel "erstklassige" Staatsanleihen oder Sparbriefe etc.
Als Fazit erscheint mir, wie hier bereits geschrieben, aktuell die abwartende bis leicht positive Handlungsweise in Bezug
auf Aktien geeignet. So lange, bis eindeutigere Signale zur weiteren konjunkturellen Entwicklung hüben und drüben
des "großen Teichs" erkennbar werden.


21. September 2010 - DAX bei rund 6.332 Punkten (Tagesverlauf)- Dow Jones bei ca. 10.753 Punkten
(Schlußkurs vom 20. September 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,313:
Jüngst hat die Bundesbank mitgeteil, dass es aus ihrer Sicht nicht zu einem Double Dip, also einer erneuten
Rezession, kommen sollte, zumindest nicht in Deutschland. Jedoch zu einder deutlichen Verlangsamung der
wirtschaftlichen Aufwärtsdynamik in nächster Zeit. Sollte es so kommen, durchaus eine sehr positive Nachricht für die Börse.
Mit Interesse habe ich zudem gesehen, dass einige angloamerikanische Immobilienunternehmen wieder damit begonnen
haben, ihre Bestände an Immobilien/Grundstücken bilanziell aufzuwerten. Gleichzeitig wurde hier und da die
Wiedereinführung einer Dividende beschlossen, die bei diesen Immobilienaktien im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise
einige Jahre ausgesetzt wurde.
Schliesslich zeigt auch die Börse durch bislang konstante Aufwärtsbewegungen in den letzten Wochen, dass
das Szenario einer erneuten Rezession langsam aus den Köpfen der Börsianer verschwindet. Die Quintessenz
aus all diesen Informationen bleibt aus meiner Sicht gleich.
Wer nur mit einer Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung rechnet, sollte günstige Aktien zukaufen, von denen
es auch aktuell noch viele gibt. Wer eine Rezession erwartet, sollte eher vorsichtig agieren.
Ich kann nicht beurteilen, ob es zu einer neuerlichen Rezession kommt oder nicht. Jedoch wird mein subjektives
Bauchgefühl zunehmend positiver für Aktien.


16. September 2010 - DAX bei rund 6.250 Punkten (Schlußstand)- Dow Jones bei ca. 10.558 Punkten
(Tagesverlauf vom 16. September 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,308:
Inzwischen wieder aus dem Urlaub zurück, stelle ich fest, dass sich der DAX und der Dow Jones gegenüber
meinem letzten Kommentar deutlich erholt haben. Zwischenzeitlich gab es die Möglichkeit, sich durchschnittlich
etwas billiger mit Aktien einzudecken. Viele neue Ideen und weitere Klarheit über die Frage, ob es zu einer
Wachstumsdelle oder zu einer Rezession kommen könnte, bestehen aus meiner Sicht derzeit nicht.
Deshalb bleibe ich zunächst auch auf diesen Indexniveaus bei einer abwartenden Haltung (Natürlich sollte sich
der Anleger gute Gelegenheiten [billige Aktien] auch in diesem Umfeld genauer anschauen).
Auch die Argumente für oder wider eine Aktienanlage zu diesem Zeitpunkt haben sich kaum verändert.
Die Abschwächung der US - Wirtschaft geht indessen weiter. Vermutlich wird die europäische Wirtschaft diese
Entwicklung wie fast immer in circa drei bis neun Monaten qualitativ nachbilden.
Auf der Positivseite stehen die Erklärungen der Notenbanken von EU, den USA und Großbritanniens, dass Zinsniveau
für längere Zeit auf diesem Niveau zu belassen und gegebenenfalls (in den USA) die Zinsen abermals zu senken.
Die monetäre Seite spricht also weiterhin sehr deutlich für Aktien. Von deutlichen Kursübertreibungen und Aktienhöchstständen
auf breiter Front sind wir auch vermutlich noch einige Jahre entfernt!? Und letztlich ist auch der Konjunkturzyklus alles andere
als beendet. Weitere positive Faktioren, die für eine Anlage in Aktien sprechen. Die nächsten Monate/Wochen
werden vermutlich zeigen, wie sehr sich eine Konjunkturabkühlung abzeichnet. Sollte es nur eine Wachstumsdelle
sein, die die Konjunkturlandschaft in den USA und Europa trifft, können Aktien auf lange Sicht (circa 1bis 3 Jahre),
gerade auch in diesem Zinsumfeld, noch sehr deutlich weiter steigen, bevor dann möglicherweise ein neuerlicher,
deutlicher Abschwung an den Börsen Einzug halten könnte.


27. August 2010 - DAX bei rund 5.883 Punkten - Dow Jones bei ca. 9.986 Punkten
(Schlusskurs vom 26. August 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,271:
Unmittelbar nach meinem morgendlichen Kommentar vom 25. August 2010 stürtzte der DAX unter die 5.900
Punkte Marke und auch die Wallstreet rutschte in den ersten Handelsstunden am Mittwoch ins Minus, um sich
dann, gegen Ende der Handelszeit, deutlich ins positive Territorium vorzuarbeiten. Diese positive Tendenz
setzte sich dann gestern morgen zunächst auch in Deutschland fort, bevor der DAX dann doch wieder ins Minus
rutschte. Man könnte also annehmen, dass die am 25. August vermutete technische Gegenbewegung bereits statt gefunden
hat, leider aber nicht in Relation zu den Kursen im DAX, die noch am Morgen Bestand hatten (circa 5.940). Was nun
bleibt, ist die längerfristige Aussicht auf den DAX und den Dow Jones, und diese Aussicht scheint zunächst von
sehr großer Unsicherheit geprägt zu sein. Selbst positive Signale zur Lage der deutschen Konjunktur verhallen
wirkungslos. Abgesehen von sehr billigen Aktien sollte der Anleger in diesem Umfeld nur sehr vorsichtig agieren,
falls überhaupt. Immer deutlicher scheint es zu werden, dass sich die Konjunktur in Übersee signifikant abkühlt.
Lediglich die Frage nach dem Ausmass der Abkühlung (Wachstumsdelle oder Rezession) kann derzeit nicht
sicher beantwortet werden. Im ersten Szenario (Wachstumsdelle) würde ich noch einige Zeit abwarten und
dann auf einem vielleicht ermäßigtem Niveau vorsichtig wieder in Aktien einsteigen. Im zweiten Szenario (Rezession) gibt es,
von wenigen Sonderbewegungen bei Aktien abgesehen, nur eine Strategie und die lautet "Verkaufen!".
Gleichwohl erwarte ich aber auch bei einer neuerlichen Rezession keinen so starken Abfall der Aktienkurse wie zu
Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. Denn die Parameter sind heute etwas anders. Zum Einen gibt es kaum
Anlagealternativen neben Aktien. Im Jahr 2008 konnten Sie auch schon wieder für Ihr Geld rund 5 % Zinsen erhalten.
Dies ist aktuell drastisch anders. Zum Anderen stellte das Jahr 2008 das Ende einer jahrelangen Aufwärtsbewegung an
den Börsen und in der Realwirtschaft dar. Und auch dies ist heute anders.


25. August 2010 - DAX bei rund 5.940 Punkten - Dow Jones bei ca. 10.040 Punkten
(Schlusskurs vom 24. August 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,270:
Nach dem drastischen Verfall der Aktienkurse in den letzten Tagen könnte es nun für den kurzfristig orientierten
Trader vielleicht wieder gute Einstiegskurse geben. Denn oft ist es so, dass "runde" Marken wie zum Beispiel
die 10.000 Punkte Marke beim Dow Jones oder die 6.000 Punkte Marke beim Dax angebrochen, eventuell
unterschritten werden, es aber dann kurzfristig zu einer Gegenbewegung der Aktienkurse, also einem Anstieg
von DAX und Dow Jones, kommt. Längerfristig bleibt nach wie vor offen, ob wir es mit einer Wachstumsdelle
zu tun haben könnten oder einem Double Dip, also einem erneuten Rückfall in die Rezession. So lange
dies für mich nicht ersichtlich ist, halte ich mich mit langfristig ausgerichteten Prognosen gerne etwas zurück.
Allein der Verweis darauf, dass es immer lohnend sein kann, völlig unterbewertete Aktien in sein Depot aufzunehmen
und nach diesen Anlagemöglichkeiten zu suchen, diesen Hinweis gebe ich gerne auch an dieser Stelle.


14. August 2010 - DAX bei rund 6.110 Punkten - Dow Jones bei ca. 10.303 Punkten
(Schlusskurs vom 13. August 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,275:
Nun ist es wieder so weit. Die Boulevardpresse bejubelt die deutsche Wirtschaftsleistung. Auf dem Höhepunkt
der Wirtschafts- und Finanzkrise herrschte eine Weltuntergangsstimmung in der Boulevardpresse. Danach ging es
an der Börse langsam bergauf. Auf dem Höhepunkt der Interneteuphorie um die Jahrtausendwende bejubelte
die Boulevardpresse und Nachrichtenmagazine die neue Technologie.... und auch damals wurde ein Wendepunkt
an der Börse eingeläutet... hin zu fallenden Kursen.
Was auch immer die Vergangenheit gezeigt hat, so gibt es noch einen weiteren Trend. Es ist oftmals so, dass die
deutsche und europäische Wirtschaft der amerikanischen Wirtschaft circa 3 bis 9 Monate hinterher läuft. Die Stimmung
und die aktuelle Lage in der deutschen Wirtschaft mag also noch sehr gut sein. In Amerika und in einigen Emerging Markets
ist aber bereits eine Wachstumsverlangsamung sichtbar und die amerikanische Notenbank beginnt erneut mit
leichten Stimulierungen der Finanzmärkte.
In der abgelaufenen Periode war auch zu beobachten, dass viele Unternehmen trotz glänzender Gewinne an der
Börse nur kurz Euphorie entfachen konnten, bevor viele dann, trotz der sehr guten Zahlen, wieder ins Kursminus
abgedriftet sind. Einige Unternehmen (zum Beispiel aus dem Lebensmittelbereich) vermeldeten trotz der sehr
guten Zahlen, dass sie voraussichtlich im gesamten Wirtschaftsjahr 2010 weniger verdienen werden als in 2009.
Der Grund sind zunächst stark gestiegene Preise für Roh- und Hilfsstoffe. Damit lassen sich erste Signale für eine
Trendumkehr bei den Unternehmensgewinnen erkennen.
Der private Investor sollte in dieser Situation aus meiner Sicht Zurückhaltung üben und abwarten, bis sich die
Situation in der Wirtschaft und an der Börse klarer darstellt. Natürlich spricht auch aus heutiger Sicht nichts gegen
selektive Investitionen in Aktien, die aber meiner Meinung nach sehr günstig sein sollten. Es muss aktuell ein
großer Sicherheitspuffer zwischen fairem Unternehmenswert und Marktkapitalisierung vorhanden sein, um gegen
den vorgenannten eventuell aufkeimenden Stimmungsumschwung gewappnet zu sein.
(So wie beispielsweise ein kleines, deutsches Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche, welches bei
einem KGV von unter 7 für 2010 mit einem (ab 2011) expotentiellem Anstieg der Unternehmensgewinne
rechnet, basierend neben der Erwartung weiter steigender Umsätze bei unterproportionalen Kostenanstiegen
vor allem auf der Einführung eines neuen Angebots beim Geldtransfer, welches noch deutlich höhere Gewinnmargen
verspricht.)

Übrigens: Auch von der Chip - und IT - Branche wird vermeldet, dass der Zenit dieses Wirtschaftsaufschwungs für
diese Branche überschritten sein könnte!? Es gibt also tendenziell steigende Warnsignale für potentielle
Investoren. Als privater Investor können Sie derzeit investieren. Sie müssen es aber nicht.


(04. August 2010 - DAX bei rund 6.273 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.636 Punkten
(Schlusskurs vom 03. August 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,322:
Eine beeindruckende Aufwärtsbewegung der Börsenindizes in Europa und den USA seit meinem letzten
Kommentar vom 20. Juli 2010 lässt sich verzeichnen. Und dennoch muss ich vorerst dabei bleiben, dass sich
die Parameter nicht wesentlich verschoben haben. Die aktuelle Berichtssaison der Unternehmen verläuft im
Durchschnitt gut bis sehr gut. Oftmals werden Ergebnisschätzungen der Analysten getroffen oder gar übertroffen.
Dies war angesichts der robusten konjunkturellen Lage der vergangenen Monate auch nicht anders zu erwarten.
Ein roter Faden in vielen Quartalsberichten der Unternehmen ist der Verweis auf inzwischen deutlich gestiegene
Kosten für Rohstoffe, Hilfsstoffe und Energie, die die Unternehmen mit Blick auf die Ergebnisentwicklung im
zweiten Halbjahr vorsichtig stimmen. Vorsicht, bei weiterhin optimistischer Grundtendenz.
Einige Unternehmen (Aktien) wiederspiegeln durch ihr Kursniveau bereits die guten Erwartungen an die Zukunft.
Sollte hier temporär eine Wachstumsdelle, ein Nullwachstum oder eine rezessive Entwicklung erkennbar werden,
so könnte sich, bei fairem Bewertungsniveau der entsprechenden Aktie, das Stimmungsbild und die Gewinnerwartungen
negativ verändern. Dies würde dann sicher nicht ohne Auswirkungen auf die Aktienkurse bleiben.
Von daher fährt der Investor aus meiner Sicht nicht schlecht, wenn er sich mit seinen Aktienanlagen auf solide Unternehmen
konzentriert, die bei einer guten Eigenkapitalquote (zum Beispiel ab 40 %) zu einem fairen Bewertungsniveau zu
kaufen sind. Sind diese Parameter vorhanden und erwirtschaftet das Unternehmen dauerhaft seine Kapitalkosten,
so dürften KGV - Werte von 10 oder weniger vermutlich nicht zu teuer sein!?


(20. Juli 2010 - DAX bei rund 5.940 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.039 Punkten
(Tagesverlauf vom 20. Juli 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,288:
Nun, ich denke, dass sich an der Börse so langsam ein Enttäuschungspotential aufbauen könnte. Weniger im
Hinblick auf die Ergebnisse der Unternehmen im aktuellen Quartal. Auch das nächste oder die nächsten Quartale
können durchaus noch sehr gut sein. Schliesslich steigen in vielen Branchen auch die Auftragseingänge.
Aber auf Sicht von einem halben oder einem Jahr könnte es (zunächst mit temporärer Erwartung) zu potentiellen
Enttäuschungen kommen. Und dies scheint die Börse so langsam widerzuspiegeln!?
Der Anleger fährt also vielleicht aktuell ganz gut mit der Strategie, nur Aktien mit einer hohen Sicherheitsmarge
auf den fairen Unternehmenswert zu kaufen beziehungsweise nur diese im Depot zu halten. Mit einem potentiellen
Enttäuschungspotential in der Zukunft erscheinen mir 10 % Unterbewertung als nicht mehr ausreichend, eine
Kaufentscheidung für eine Aktie zu treffen. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Unternehmen, die auf ihren fairen
Unternehmenswert deutlich höhere Sicherheitsmaregen aufweisen und diese Unternehmen sollte sich der
Investor meiner Meinung nach intensiver anschauen (siehe dazu auch einige meiner vorherigen Kommentare).


(11. Juli 2010 - DAX bei rund 6.065 Punkten (Schlusskurs vom 09. Juli 2010) -
Dow Jones bei ca. 10.198 Punkten (Schlusskurs vom 09. Juli 2010) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,264:
Wie Sie hier nachlesen können, war mein Kommentar vom 07. Juli 2010 im Hinblick auf das Timing nicht besonders
glücklich gewählt. Denn der DAX und der Dow Jones sind seit dem gestiegen. Schwierigkeiten bereitet derzeit
die Frage, ob sich die Wirtschaft nur leicht und temporär abkühlt, oder ob es erneut zu rezessiven Tendenzen kommt!?
Egal wie sich die Wirtschaft in naher Zukunft entwickeln mag, so erscheint mir wichtig, als selektiver Aktienkäufer
(Stockpicker) gute und billige Unternehmen zu finden und zu kaufen, diese dann so lange zu halten, bis sich
die Bewertungskennzahlen deutlich verschlechtern und erst dann zu verkaufen, wenn ein Unternehmen (eine Aktie)
bewertungstechnisch unattraktiv geworden ist. Aus heutiger Sicht gibt es zahlreiche wirklich qualitativ hochwertige
Unternehmen, die zu sehr günstigen Preisen zu haben sind. An einen Verkauf dieser Unternehmen (Aktien) sollte
vielleicht erst dann gedacht werden, wenn sich die attraktiven Bewertungen negativ verschieben. Entweder dadurch,
weil eine rezessive Entwicklung der Wirtschaft auf die Unternehmensgewinne durchgreift oder weil der Preis der
Aktie deutlich gestiegen ist und deshalb die Bewertung der Aktie unattraktiver geworden ist. Aber KGV´s von 7 oder
teilweise noch weniger, bei Unternehmen mit einer guten Eigenkapitalquote (zum Beispiel ab 40 % aufwärts),
einer soliden Bilanz und bei Unternehmen, die ihre Kapitalkosten erwirtschaften, dies erscheint mir einfach deutlich
zu billig.


(07. Juli 2010 - DAX bei rund 5.870 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 9.743 Punkten
(Schlusskurs vom 06. Juli 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,256:
Nachdem der DAX sogar gestern noch an die 6.000 Punkte Marke herangelaufen war (siehe Kommentar vom
06. Juli 2010), hat sowohl der DAX als auch der Dow Jones wieder vieles von seinen gestrigen Tageshöchstwerten
verloren. Und heute verliert der DAX erneut mehr als 1 Prozent seines Wertes. Meiner Meinung nach ein ganz
schlechtes Zeichen. Die Aufwärtsbewegung der Indizes war kurz und technischer Natur. Ich vermute, dass es
nun tiefer rutschen könnte als vor einigen Tagen, womit die Gefahr steigt, dass sich die Indizes temporär abwärts
bewegen werden. Wenn dies so kommen sollte, vielleicht ein Vorläufer der zuvor hier in mehreren Kommentaren
vermuteten konjunkturellen Abkühlung mit entsprechenden, zeitlich versetzten negativen Auswirkungen auf die
Unternehemensgewinne.


(06. Juli 2010 - DAX bei rund 5.890 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 9.686 Punkten
(Schlusskurs vom 04. Juli 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,258:
Nachdem es nun zu einer kurfristigen Korrektur an den Börsen gekommen ist, geht es heute bis dato mehr als
1 Prozent Bergauf mit dem DAX. Auch der Euro hat gegenüber dem US-Dollar wieder etwas an Stärke gewonnen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es nun kurzfristig zu einer Fortsetzung der Schaukelbörsen kommt und sich
der DAX wieder der 6.000 Punkte Marke nähert oder sie gar leicht überspringt. Sollte der Börsenverlauf meiner
Annahme folgen, wird es für mich sehr interessant zu sehen sein, ob der DAX dann weiter steigen kann oder
nicht. Es gibt aktuell vereinzelt Meldungen zu einer sich wieder verschlechternden weltweiten Konjunktur und
die Preisfrage hier lautet, ob es sich nur um einen kurzfristigen Knick in der Konjunkturentwicklung handelt oder
ob es erneut zu rezessiven Tendenzen kommt. Eigentlich sollte der Anleger sich in diesem Konjunkturumfeld
mit Aktienkäufen ein wenig zurück halten. Wenn überhaupt sollten vielleicht defensivere Titel ins Depot genommen
werden, die von konjunkturellen Abwärtsbewegungen weniger betroffen sind als der Durchschnitt der Aktien.
Defensivere Titel lassen sich zum Beispiel in den Bereichen Pharma, Nahrungsmittel und/oder Haushaltsprodukte finden.
Was dieser Überlegung jedoch zumeist entgegen steht, ist, dass diese defensiveren Titel auch nicht sehr billig
erscheinen (Ausnahme Pharma). Hingegen haben andere Aktien (zum Beispiel aus dem Nebenwertebereich)
eine Preiswürdigkeit, die geradezu zu Käufen einlädt. Da ich bei Aktienkäufen grundsätzlich preisorientiert vorgehe,
erscheinen mir letzgenannte Aktien (ausgewählte deutsche Nebenwerte) doch chancenreicher als die defensiven Titel des
Aktienuniversums. Das Risiko bei dieser Vorgehensweise liegt natürlich darin, dass sich Unternehmenszahlen
durch eine starke Rezession wiederum drastisch negativ verschieben können und damit die scheinbare Preiswürdigkeit
ausgewählter Aktien negativ verändern können. Der Anleger sollte also die weitere konjunkturelle Entwicklung genau
beobachten und bei andauernden Anzeichen einer neuerlichen Rezession alle Aktienengagements auf einen neuen Prüfstand
stellen.


(24. Juni 2010 - DAX bei rund 6.163 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.298 Punkten
(Schlusskurs vom 23. Juni 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,229:
Ich könnte mir vorstellen, dass es nach einem mehrere Wochen anhaltenden Aufwärtstrend an den Börsen
vielleicht auch mal wieder zu Gewinnmitnahmen kommen könnte, die den DAX in den nächsten Wochen
wieder in Richtung der 6.000 Punkte Marke oder gar darunter drücken könnten!? Schwankungen nach unten
in einer Aufwärtsbewegung sind als normal und gesund zu bezeichnen, genauso wie Schwankungen nach oben
in einer Abwärtsbewegung. Ganz gleich ob es jetzt kurzfristig zu einer kleinen Korrektur an den Börsen kommt
oder nicht, bin ich mir zunehmend unsicher darüber, wie die mittelfristige Entwicklung an den Börsen verlaufen
könnte. Also zum Beispiel die Entwicklung der Börsen auf Sicht von einem Jahr. Bislang wurde die Schuldenkrise
mit zwei kurzen Schocks an den Börsen verarbeitet. Realwirtschaftlich beginnen sich aber erst die Auswirkungen
zu zeigen und niemand weiss letztlich, wie schwer die Börsen von der Schuldenkrise und den Sparmassnahmen
der europäischen Regierungen getroffen werden. Einige erwarten ein Auseinanderbrechen des Euros. Andere
loben die Sparprogramme als notwendigen Schritt. Bedenken wir zudem, dass sich auch die weltweiten
Konjunkturprogramme langsam dem Ende zuneigen, so könnte dieses eher negative Gebräu die Wirtschaft
vielleicht gegen Ende des Jahres oder Anfang 2011 negativ treffen. Dann wäre für die Börsen so langsam der
Zeitpunkt gekommen, auf diese negativen Erwartungen zu reagieren. Und zwar deutlicher wie mit einer leichten
Korrektur unter die 6.000 Punkte Marke beim DAX. Damit wird es für Anleger und Investoren sehr viel schwerer,
Geld an der Börse zu verdienen. Dies heisst aber freilich nicht, dass der Anleger sich nun wahllos von seinen
Aktienbeständen trennen sollte. Es gibt nach wie vor Aktien an Unternehmen, die weniger als 50 % so viel kosten
wie das Unternehmen bei stagnierenden Gewinnen wert wäre. Eventuelles weiteres Ergebniswachstum kann
diese Unterbewertungen noch vergrößern. Als Fazit für den Anleger gilt aus meiner Sicht, dass aktuell nur noch
sehr selektiv in Aktien investiert werden sollte.
Zum Schluss des heutigen Kommentars noch etwas Allgemeineres: Sicher informieren Sie sich über verschiedene
Kanäle wie Börsenzeitschriften, Internetseiten, Fernsehsender etc. über Ihre Anlagemöglichkeiten!? Auch ich tue dies,
um mir einen schnellen Überblick zu verschaffen. Ich hoffe, dass Sie sämtliche Informationen, die so an Sie herangetragen
werden, noch durch einen persönlichen Filter laufen lassen, und nur dann zur Tat (Kauf oder Verkauf von Wertpapieren)
schreiten, wenn Sie sich selbst zusätzlich über das Gehörte/Gelesene Gedanken gemacht haben.
Dabei ist immer wieder zu lesen, dass die eine oder andere Aktie doch so billig ist, weil sie deutlich unter Buchwert
(ausgewiesenes Eigenkapital) notiert. Vorsicht bei solchen Informationen!!! Hier lauern eventuell die ganz großen
Enttäuschungen und die ganz großen Nieten im Aktienuniversum!? Im Menupunkt "Sparen" verweise ich
im unteren Teil des Menupunktes gerne darauf, was einen langfristig ausgerichteten Investor zum großen
Gewinn verhelfen kann. Aktien hingegen, die unter Buchwert notieren, tun dies in der Regel nicht ohne Grund.
Es gibt Ausnahmen, aber die meisten Aktien, die unter Buchwert notieren, erwirtschaften ihre Kapitalkosten nicht.
Relativ leicht können Sie selbst überprüfen, ob Ihr Unternehmen (Ihre Aktie) die Kapitalkosten über einen längeren
Zeitraum erwirtschaftet oder nicht. Wenn Sie im Untermenupunkt "Kapitalkosten" die Überschrift "Kapitalkosten an
einem Beispiel" auffinden, so wird hier kurz erläutert, wie Sie vorzugehen haben und wenn Sie die Überschrift
"Kapitalkosten mal anders betrachtet" auffinden, dann verstehen Sie auch, warum es nicht gut ist, wenn ein Unternehmen
seine Kapitalkosten dauerhaft nicht erwirtschaftet. Dafür wird es von der Börse (den Investoren) abgestraft. Die Folge:
Sie können das Unternehmen "gerne" unter Buchwert kaufen. Natürlich lässt sich als kurzfristig denkender Investor
freilich auch mit Unternehmen Geld verdienen, die unter Buchwert notieren und ihre Kapitalkosten dauerhaft nicht
verdienen. Sie dürfen nur dann das "Verkaufen" der Aktie nicht vergessen. Wenn es Aussicht darauf gibt, dass ein
Unternehmen, welches seine Kapitalkosten langfristig nicht oder kaum erwirtschaftet hat, plötzlich dauerhaft
seine Kapitalkosten deutlich erwirtschaften kann, und Sie finden dieses Unternehmen deutlich unter Buchwert, dann
herzlichen Glückwunsch! Doch das ist selten. Nicht ganz so selten, wie wenn ein Autokonzern plötzlich nur noch
Turnschuhe produziert und verkauft, aber auch nicht ganz weit davon entfernt. Solche grundsätzlichen Veränderungen
der Gewinnmargen sind entweder bei jungen Unternehmen vorzufinden oder bei Unternehmen, die aufgrund
jahrelangem Mißmanagements nahe an die Insolvenz herankommen. Wenn dann das bisherige Management vor
die Türe gesetzt wird und ein neues Einzug hält, dann kann es zu nachhaltigen Veränderungen bei der Gewinnmarge
kommen. "Kann" und nicht "Muss"!
Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass sich der Investor diese grundlegenden Überlegungen zu Unternehmen,
die dauerhaft auf oder unter Buchwert notieren, zu Gemüte führen sollte, um die vielen vermeintlichen Sonderangebote
an der Börse, die von entsprechenden Börsenbriefen und Analysten unter das Anlegervolk gebracht werden, als das
zu erkennen, was es letztlich ist: Echter Ramsch, den keiner haben will! Geschenkt noch viel zu teuer (um es überspitzt
auszudrücken)!!!


(17. Juni 2010 - DAX bei rund 6.230 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.409 Punkten
(Schlusskurs vom 16. Juni 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,237:
In der zurückliegenden Periode seit dem 08. Juni 2010 hat sich der DAX und der Dow Jones sehr freundlich
entwickelt. Gleichzeitig hat sich das Vertrauen in den Euro wieder etwas gestärkt, abzulesen an einem
deutlicherem Anstieg des Euro/US-$ Wechselkurs auf derzeit 1,237. Auch die Marktstimmung ist derzeit recht
gut und die Sorgen um Spanien und Griechenland treten vorerst etwas in den Hintergrund. Die Konjunktur
scheint sehr robust aufgestellt zu sein, wenngleich sich neuerlich der ein oder andere Misston in der
weiteren potentiellen Konjunkturentwicklung zeigt (zum Beispiel der deutliche Rückgang der
Wohnungsbaubeginne in den USA).
Angesichts erheblicher scheinbarer Unterbewertungen bei vielen heimischen Aktien (insebsondere auch im
Nebenwertebereich) könnten die Börsen vorerst auf der Gewinnerstrasse bleiben!? Jedoch bleibt für den
weiteren Verlauf des Jahres abzuwarten, ob und wie stark eine Kumulation von auslaufenden Konjunkturprogrammen
und Schuldenkrise in Europa mit europäischen drastischen Sparprogrammen die weitere konjunkturelle
Lage negativ beeinflussen wird. Der Megatrend Rohstoffe könnte bald wieder auf seinen Wachstumspfad zurück
kehren, denn der Rohstoffhunger der Entwicklungsländer scheint ungebrochen hoch zu sein.
In diesem Zusammenhang bietet sich vielleicht ein Blick auf einen heimischen Ausrüster der Bergbauindustrie an,
der als Weltmarktführer in seinem Bereich tituliert werden kann und mit sehr hohen Gewinnmargen arbeitet. Vor dem
Hintergrund langfristig steigender Bergbauprojekte weltweit vielleicht eine gute Idee, zumal das Unternehmen
mit einer soliden Bilanz und einem KGV deutlich unter 10 doch als billig zu bezeichnen sein könnte!?
Bekannt ist, dass zu Zeiten des Goldrausch in Amerika und Kanada es durchaus einige glückliche Schürfer
gab, die durch Funde zu Reichtum gelangt sind. Sicherer und kalkulierbarer reich wurden damals wie heute jedoch
die Lieferanten von Schürfzubehör, also diejenigen Personen/Unternehmen, die die Schürfer damals mit Hacken
und Schaufeln beliefert haben. Vor diesem Hintergrund scheint mir der Blick auf oben angeführtes Unternehmen
lohnenswert zu sein. Aus meiner subjektiven Sicht ein weiteres Unternehmen mit deutlicher Unterbewertung
und langfristig guten Perspektiven im Nebenwertebereich des deutschen Kurszettels.


(08. Juni 2010 - DAX bei rund 5.847 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 9.816 Punkten
(Schlusskurs vom 07. Juni 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,193:
Nachdem sich mit Ungarn nun ein weiteres Land als chronisch unterversorgt mit Geld "geoutet" hat, hat die
Bundesregierung pünktlich vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft bekannt gegeben, Einsparungen in
verschiedenen Bereichen durchzuführen. "Natürlich" trifft es auch wieder die sozial schwächeren Personen
in erheblichem Ausmass. Bei so viel Spareifer vieler Länder darf man sich schon fragen, ob die weltweite
Wirtschaft von diesen Sparmassnahmen nicht dahingehend betroffen sein könnte, als dass sich die
weitere wirtschaftliche Erholung verzögern könnte!? Doch zunächst noch ein paar Zeilen zum Sparpaket.
Richtig erscheint mir, dass Subventionen, vor allem in Zukunftstechnologien und Zukunftsbranchen nicht
gestrichen oder vermindert werden. So ist Deutschland sicher einer der Vorreiter der Solarenergie (gewesen)
und allgemein im Feld der erneuerbaren Energien ganz vorne dabei. Hier hatte man in der Vergangenheit einiges
richtig gemacht. Doch nun, auf der Welle des beginnenden und fortschreitenden Erfolgs denkt oder dachte
man darüber nach, den Erfolg leichtfertig zu verspielen, in dem Subventionen in diese Bereiche gekürzt
oder abgebaut werden. So spricht der Chef der Solarworld (Herr Asbeck) bereits von massiven versteckten
Subventionen der chinesichen Regierung mittels Unternehmenskrediten für die chineische Solarbranche,
die notfalls oder ziemlich wahrscheinlich auch der chinesische Steuerzahler decken muss.
Mit nur einem Ziel: China will bei der solaren Zeitenwende mit seinen Unternehmen ganz vorne
mitspielen und dazu erscheinen auch solche Mittel als sehr willkommen.
Eine PKW Maut ist wieder einmal nicht eingeführt worden. So ein Glück, mag vielleicht der ein oder andere
deutsche Autofahrer denken. Aber auch der deutsche Autofahrer ist ja nicht nur Autofahrer, sondern auch Bürger.
Und während um uns herum in dieser Hinsicht in vielen Ländern Europas und auch in nicht europäischen
Ländern abkassiert wird, dürfen ausländische Autofahrer ohne Gebühr durch unsere Lande fahren und die
Strassen abnutzen. Wir zahlen es dann schon. Wir haben doch genug Geld, oder etwa nicht? Dabei könnte
eine PKW Maut durchaus sinnvoll gesteuert werden, so dass der deutsche Autofahrer keinen Nachteil hat.
Nämlich dann, wenn im gleichen Ausmass die KFZ- Steuer gesenkt wird. Nun denn: Auch diese Möglichkeit
wurde scheinbar leichtfertig vertan.
Nun will ich hier nicht nur anprangern, dass wieder einmal der kleine Mann die Zeche für das Versagen
in anderen Bereichen zahlen muss und wird. Und richtig ist auch, dass die breiteren Schultern formal sehr
viel zum gesamten Steueraufkommen beitragen. Zumindest dann, wenn nicht über Steuerschlupflöcher
jede erdenkliche Möglichkeit genutzt wird, sein formal zu versteuerndes Einkommen niedrig zu halten.
Letztlich sind es aber nur die Personen mit breiteren Schultern, die sinnvoll und sozial gesehen etwas
abgeben können. Dazu gehören natürlich auch Minister, die mit gutem Beispiel voran gehen sollten und
als ein Zeichen der Solidarität auch mal ihre Ministergehälter kürzen, zumindest aber nicht weiter erhöhen
sollten.
Auch in diesem Punkt der Umverteilung halte ich es für wenig hilfreich, Menschen etwas wegzunehmen,
in dem die Vermögenssteuer wieder eingeführt wird. Hier gibt es auch andere denkbare Wege, die
kritisch dikutiert werden könnten. Erstens sollte es endlich möglich sein, wie zum Beispiel in der Schweiz,
Ausgaben und Steuern auf alle Einkommen zu verlagern, also auch auf Zinsen, Mieten, Spekulationsgewinne
etc. Ausserdem würde eine intelligent gestaltete, kräftige Mehrwertsteuererhöhung in Kombination mit
einer gleichzeitigen Senkung der Lohnnebenkosten auf
Löhne und Gehälter, sowie der Anhebung der
Sozialleistungen und Renten dafür sorgen, dass allgemeiner Konsum für die produzierende Bevökerungsgruppe
und die Bevölkerungsgruppe, die an der Produktivität beteiligt oder davon abhängig ist (zum Beispiel Rentner), gleich teuer bleibt.
Aber die breiten Schultern (Vermögen) der Gesellschaft müssen relativ und absolut gesehen mehr auf den Tisch legen, um gleich
viel zu kaufen. Niemandem würde dabei etwas direkt weggenommen, aber dennoch würden starke Schultern
auch größere Lasten tragen.
Dann liesse sich die Frage stellen, warum bei jeder Krise Deutschland bereit steht, um gewaltige Summen
in andere Länder zu überweisen??? Das machen wir ja auch nicht, wenn es uns privat schlecht(er) geht.
Als Erstes kommen dann bei uns im privaten Dasein unnötige Ausgaben auf den Tisch und werden überdacht.
Während viele andere Regierungen dieser Welt sehr genau darauf achten, dass sie Politik für ihre Bürger machen,
ist in Deutschland nicht immer ganz klar, für welche Bevölkerung(en) diese Regierung (und Vorgängerregierungen)
überhaupt Politik machen und welche Interessen im Vordergrund stehen: Da würde ich mir persönlich wünschen,
einem abgewandelten Spruch der Amerikaner mehr Bedeutung zu geben, nämlich: Germany First!!!
Dafür sind unsere Politiker schliesslich gewählt.
Ach ja: Vergünstigungen für Hoteliers im Hinblick auf die Mehrwertsteuer oder für Flugbenzin bereichern nicht
unbedingt die Ärmsten in der Bevölkerung. Ein Einschnitt hier würde sicher nicht unter die Rubrik "Sozial
Ungerecht" fallen!!!
Zurück zur Börse:
Kontinuierliche Aufwärtsbewegungen an der Börse dauern meist ungefähr 12 Monate. Mal etwas weniger lang,
mal etwas länger. Von März 2009, dem Beginn der Aufwärtsbewegung an den Börsen und im DAX bis heute sind
bereits 15 Monate vergangen. Zeit also für ein kleine Verschnaufpause an den Börsen. Dies würde inhaltlich mit
den zahlreichen Verunsicherungen der Vergangenheit und den Sparprogrammen in vielen Ländern, sowie dem
Auslaufen verschiedener Konjunkturprogrammen durchaus zusammen passen. Positiv zu sehen wäre meiner
Meinung nach die Annahme, dass es durch die Sparmassnahmen zunächst nicht zu einer größeren Inflation
kommen sollte und gleichzeitig die großen Notenbanken dieser Welt keine oder kaum Zinserhöhungen bekannt
geben dürften. Das grundsätzlich monetäre günstige Umfeld für Aktien bleibt uns vermutlich vorläufig erhalten,
wenngleich eine vorübergehende Seitwärtsbewegung oder eine leichte Abwärtsbewegung an den Börse
wahrscheinlich sein könnte, bevor es dann, zu einem späteren Zeitpunkt, an den Börsen weiter aufwärts gehen
könnte/sollte. Der Anleger kann sich in diesen Zeiten mit geschickten An- und Verkäufen von Aktien an dieser
Schaukelbörse beteiligen, sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass es viele Unternehmen gibt, auch und
besonders im Nebenwertebereich, die extrem preisgünstig erscheinen. Und deshalb vielleicht besser nicht
verkauft werden sollten, um kleine Gewinne einzufahren. Denn hier sind die Chancen auf Sicht von ein oder
zwei Jahren extrem gut, dass es auch größere Kursgewinne geben kann.


(26. Mai 2010 - DAX bei rund 5.742 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.043 Punkten
(Schlusskurs vom 25. Mai 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,228:
So langsam neigt sich der Monat Mai dem Ende zu. Gott sei Dank aus Bullensicht. Mittlerweile hat es doch einen
deutlichen Kursrutsch gegeben, vor allem gemessen an den Höchstständen von DAX und Dow Jones.
In Europa ist die Schuldenproblematik nach wie vor latent vorhanden. Europa hat sich nun wohl für den Weg
entschieden, die hoch verschuldeten Staaten wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien sukzessive zu
einem forcierten Sparkurs zu drängen. Und nach einem ersten starken Kursrutsch aufgrund der Schuldenproblematik
in Europa, gab es in den vergangenen Tagen wohl eine zweite Welle (neben dem bekannten Börsenspruch
"sell in may and go away") von Verkäufen gegeben, die formal damit begründet wurde, dass es im Zuge eines
harten Sparkurses in einzelnen Ländern Europas wohl zu einer mehr oder weniger stark ausfallenden
Wachstumsverlangsamung der Wirtschaft kommen könnte, die sich negativ auf die zukünftigen Aufträge einiger
Unternehmen auswirken könnte. Ich vermute mal, dass hier auch die Baubranche betroffen sein könnte, da zum
Beispiel in Portugal einige Infrastrukturprojekte/Bauprojekte gestrichen wurden. Die Baubranche sollte aber immer
noch von den Konjunkturprogrammen profitieren, so dass wir bezogen auf die Baubranche zwei gegenläufige Trends
haben könnten. Unabhängig wie sehr uns die Schuldenkrise in Europa in Zukunft noch beschäftigen wird, dürfte
klar sein, dass die Börse noch mindestens ein weiteres Mal negativ reagieren könnte, nämlich dann, wenn die
geringer als erwarteten Aufträge in manchen Branchen zu weniger Umsatz und Gewinn als erwartet führen dürften.
Dies könnte aber erst in einigen Monaten der Fall sein!? Für den Moment würde ich annehmen, dass sich die
Börse kurzfristig wieder etwas erholen könnte!?


(20. Mai 2010 - DAX bei rund 5.900 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.444 Punkten
(Schlusskurs vom 19. Mai 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,233:
Leider sieht es nun doch so aus, als wollte der Markt zunächst tiefere Aktienkurse sehen. Die Volatilität der
Aktienkurse hat seit der Griechenland-Problematik stark zugenommen und sorgte und sorgt nach wie vor
für Verunsicherung. Aus fundamentaler Sicht ist aus der Mehrzahl der Unternehmen ein signifikanter Anstieg
der bestehenden Aufträge und insbesondere der Auftragseingänge zu verzeichnen. Die Unternehmen schrauben
parallel dazu auch ihre Investitionen wieder hoch. Überall ist zu hören, dass die Talsohle der Konjunktur durchschritten
zu sein scheint. Durch die bestehenden Auftragspolster sollten die meisten Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 und
im Geschäftsjahr 2011 in der Lage sein, Umsatz, Gewinn und letztlich auch die Dividende weiter zu steigern.
Damit dürften die Bewertungsrelationen für Aktien zunehmend attraktiver werden und nur ein neuerlicher drastischer
Konjunktureinbruch birgt die Gefahr, dass die Unternehmensgewinne gegen Ende 2011 oder 2012 deutlicher einbrechen.
Aus heutiger Sicht trotz Schuldenkrise in Europa nicht ganz wahrscheinlich. Ist es am Ende vielleicht wieder einmal
nichts anderes als die am 27. April 2010 hier aufgeführte Börsenweisheit "Sell in May and go away!", die abermals für
einen schlechten Mai gesorgt haben wird (diesmal musste die Griechenland-Problematik herhalten, um die
Kursrückgänge im Mai zu erklären)
und besteht vielleicht danach wieder die Chance auf deutlich steigende
Aktienkurse!? Aktienkurse, die sich dann wieder mehr der wirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Realität
angleichen!? Wir werden sehen...
Einen realen Wehrmusttropfen will ich aber am Ende doch noch nennen. Durch den Verfall des Euros im Vergleich
zum US-Dollar verteuern sich viele Rohstoffe, Hilfsstoffe und Vorprodukte, die ausserhalb Europas bestellt werden müssen.
Denn die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt. Die Vorteile einiger stark exportabhängigen Unternehmen
aus Deutschland/Europa sind Nachteile bei Unternehmen, die ihren Hauptabsatzmarkt in Europa haben.
Es sei denn, der Verfall der Euro-Währung ist temporär und die Unternehmen haben bereits über den Terminmarkt
Währungen und Rohstoffe zum großen Teil abgesichert und sich damit "bessere" Preise gesichert!?


(18. Mai 2010 - DAX bei rund 6.139 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.625 Punkten
(Schlusskurs vom 17. Mai 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,244:
Seit meinem letzten Kommentar hat sich der DAX leicht erholt und der Dow Jones leicht abgeschwächt. Zu bedenken
ist allerdings für den deutschen Anleger in US-amerikanischen Aktien, dass der Rückgang des Dow Jones Index
durch den Anstieg des US-Dollars überkompensiert wird. Damit scheint bis dato eine leichte Phase der Entspannung
eingetreten zu sein!? Wie lange diese anhält, ist natürlich unsicher. Doch mir scheint, je länger sich die Börse
stabilisieren kann, umso wahrscheinlicher könnte es sein, dass die fundamentalen Daten der wirtschaftlichen
Erholung wieder mehr Beachtung finden!? Und die sind sehr positiv und rechtfertigen höhere Kurse. Insbesondere
im Segment der Nebenwerte gibt es viele Unternehmen, die doch aus betriebswirtschaftlicher Sicht als unterbewertet
eingestuft werden müssen. Und das bei häufig besten bilanziellen Verhältnissen (hohe Eigenkapitalquote von über
50 %). Vom Friseurunternehmen über die Netzwerk- und Elektroniksparte bis hin zu Haushaltswarenunternehmen,
Nahrungsmittelunternehmen und vielleicht dem König der Unterbewertungen, einem kleinen Bauunternehmen mit sehr guten
Gewinnmargen, sehr hoher Eigenkapitalquote und guten Zukunftsaussichten. Letzteres erhält der Anleger noch leicht unter
Buchwert. Unglaublich. Dies ist sicher nur eine kleinere Auswahl an Unternehmen aus dem deutschen Nebenwertebereich,
die sich für den langfristig orientierten Investor empfehlen könnten!?


(12. Mai 2010 - DAX bei rund 6.087 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.748 Punkten
(Schlusskurs vom 11. Mai 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,267:
Ein beispielloser Rettungsschirm der EU in einer Größenordnung von 750 Milliarden Euro für verschuldete Staaten
wie Griechenland hat die Börsianer zu Wochenbeginn am Montag positiv überrascht und die Börsen haussieren
lassen. Zweifelsohne ist damit die größte Gefahr eines dramatischen und schnellen Verfalls der Aktienkurse erst
einmal gebannt, wenngleich das Verschuldungsproblem die Börsen irgendwann wieder einholen sollte. Jetzt
stehen wieder die fundamentalen Daten mit einer sehr robusten Wirtschaft und stark steigenden Auftragseingängen
bei den Unternehmen im Vordergrund und rechtfertigen einen höheren DAX. Demgegenüber ist die Schuldenproblematik
nur vorerst vom Tisch. Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Wochen und Monate an der Börse gestalten und möchte
mich derzeit mit einer weiteren Einschätzung zurück halten.


(07. Mai 2010 - DAX bei rund 5.842 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.520 Punkten
(Schlusskurs vom 06. Mai 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,276:
Aufgrund der Ereignisse an den Börse noch ein Kommentar vor dem Wochenende. Es erscheint so, als wäre die
Überlegung, die ich in meinem Kommentar am 05. Mai 2010 hier eingestellt habe, die richtigere. Ich war zwar
gestern der Meinung, dass eventuell eine Bodenbildung beginnen könnte mit der Begründung, dass es einen
derzeit starken Aufschwung der Weltwirtschaft gibt, aber die Zukunftsperspektiven scheinen sich auch hinsichtlich
der letzten Überlegung einzutrüben. Doch der Reihe nach.
Eine Ratingagentur wies darauf hin, dass neben Griechenland noch weitere Länder bedroht wären von einem
potentiellen Flächenbrand als da wären, Portugal, Irland, Spanien und Großbritannien. Aber auch Italien steht nicht gerade
gesund da. Hier herrscht also aktuell enorme Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung dieser Länder und
damit auch Unsicherheit bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Erholung mindestens in der Eurozone. Diese
Unsicherheit wird sich vermutlich nicht innerhalb von Tagen auflösen. Vielmehr stehen wir, wie in meinem Kommentar
vom 05. Mai 2010 beschrieben, erst am Anfang dieser Entwicklung, die durchaus viele Monate andauern kann.
Was auch immer den temporären Kursrutsch an der Wall Street gestern ausgelöst haben mag, es scheint klar geworden
zu sein, dass es sich nicht länger mehr um ein isoliertes Griechenland Problem handelt, sondern dass die ganze
Welt (beispielsweise Nord- und Südamerika, Asien) in ihrer wirtschaftlichen Erholung gefährdet sein kann.
Für sich genommen bietet die Griechenland Krise den Stoff für eine eher abwartende Haltung der Investoren.
Wenn dazu dann aber noch ein signifikanter, negativer Einfluss auf das Wachstum der Weltwirtwschaft mit entsprechenden
Auswirkungen auf die Gewinne der Unternehmen in Zukunft kommt, dann ist hier an dieser Stelle, trotz der optisch
verbilligten Aktienkurse, äußerste Vorsicht beim Kauf von Aktien angeraten.


(06. Mai 2010 - DAX bei rund 6.006 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.866 Punkten
(Schlusskurs vom 05. Mai 2010)) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,278:
Der am 05.Mai 2010 von mir verfasste Kommentar hat unverändert Gültigkeit. Doch nach einem neuerlichem Rutsch
der Aktienkurse unter die 6.000 Punkte Marke beim DAX und neuerlichen sehr positiven Meldungen zur
Konjunktur (zum Beispiel die Auftragseingänge der deutschen Industrie), vermute ich mal, dass der Aufschwung
die Schuldenkrisen überkompensieren kann und wird!? Ich vermute ferner, dass die Korrekturen an den Börsen vor dem
Hintergrund des deutlichen weltweiten Aufschwungs vielleicht gerade einen Boden finden und es dann wieder aufwärts
gehen könnte mit DAX, Dow Jones und Co.!?


(05. Mai 2010 - DAX bei rund 6.276 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 10.927 Punkten
(Schlusskurs vom 04. Mai 2010)) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,298:
Die GriPoSpa grassiert. Zugegeben, die GriPoSpa ist keine Krankheit, sondern ein Kunstwort aus den Ländern
Griechenland, Portugal und Spanien. Je nach "Erfolg" kann auch noch Italien hinzu kommen.
Aber eigentlich ist der Vergleich mit einer Krankheit, vielleicht einer Grippe, gar nicht so verkehrt!? Denn ähnlich wie
bei einer Grippe lässt sich aktuell nicht zuverlässig voraussagen, wer von der Grippe infiziert wird und welche Folgen
für den Patienten daraus erwachsen können. Da die Grippewelle erst zu beginnen scheint, vermute ich aus dem
Bauchgefühl heraus, dass es noch zu weiteren Verwerfungen kommen wird und dass dieses Thema die Börse
und insbesondere die europäischen Börsen noch einige Zeit in Atem hält. An den bisherigen Kursverlusten
könnte zudem auch noch der "Sell in May and go away" Effekt beigetragen haben, denn eine technische Korrektur
war nach den deutlichen Aufschlägen an den Börsen der vergangenen Wochen und Monate überfällig.
Doch hin zur Frage, wie sich der Aktienanleger nun verhalten soll. Ich denke, es ist richtig, sich auf eine schwierigere
Zeit in naher Zukunft einzustellen und seine Aktienpositionen zu überprüfen. Unternehmen, die aktuell nicht billig
erscheinen, sind anfälliger für einen weiteren Kursrückgang als solche, die fundamental bereits so billig
sind, dass ein Einstieg ein mittel- bis langfristig werthaltiger Kauf sein kann. Vergessen sollte der Anleger auch bei dieser
aufkeimenden Krise um die Verschuldung einiger Euroländer allerdings nicht, dass sich die Weltwirtschaft in
einem sehr deutlichen Aufschwung befindet, der US-Immobilienmarkt sich inzwischen schnell und deutlich erholt,
und sich der weltwirtschaftliche Aufschwung vermutlich noch einige Jahre fortsetzen wird und die Gewinne vieler
Unternehmen positiv beeinflussen sollte.


(27. April 2010 - DAX bei rund 6.276 Punkten (Tagesverlauf) - Dow Jones bei ca. 11.189 Punkten (Tagesverlauf)
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,33:
Sell in May, and go away!? Diese Börsenweisheit beschreibt eine saisonale Tendenz potentiell fallender Aktienkurse
im Mai. fundamental bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir es mit einem gewalltigen Aufschwung an den
Börsen zu tun haben. Manche Unternehmen (beispielsweise aus dem Chipsektor) weisen das beste Quartalsergebnis
Ihres Bestehens auf. In anderen Branchen (beispielweise Maschinenbau/Automobilsektor/Banken) haben die
Gewinne inzwischen deutlich ins Plus gehdreht oder die Unternehmensergebnisse konnten deutlich verbessert werden.
Nach einem solchen fulminanten Anstieg der Börse, wie er in den vergangenen Monaten zu verzeichnen war, ist eine
technische Reaktion der Aktienkurse nach unten oder zumindest eine Seitwärtsbewegung wahrscheinlicher als ein
sofortiger weiterer Anstieg des DAX in Richtung 6.500 Punkten oder gar 7.000 Punkten. Über letztere Marke werden wir
uns, davon bin ich überzeugt, noch in diesem Jahr unterhalten (Meine Meinung). Aber vielleicht noch nicht jetzt. Von daher:
Sell in May, and go away!?


(20. April 2010 - DAX bei rund 6.241 Punkten (Mittag) - Dow Jones bei ca. 11.092 Punkten (Schlussstand 19. April 2010)
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,35:
Seit meinem letzten Kommentar hat der DAX die 6.300 Punkte Marke erreicht und danach wieder eine (zumindest
aus heutiger Sicht) technische Korrektur hingelegt. Ich vermute, dass diese schon per heute ihr Ende gefunden haben könnte
und der DAX (sowie auch der DOW Jones), begünstigt von sich stark verbessernden Konjunturmeldungen, sich weiter
Richtung Norden bewegen dürfte!? Denn dies ist ein Bullenmarkt an der Schnittstelle zwischen liquiditätsgetriebener
Hausse und gewinngetriebener Hausse (Vergleichen Sie auch den Menupnkt Anlagestrategien - Unterpunkt
"Anlage in und mit Konjunkturzyklen").
Wussten Sie übrigens schon, welches eine der besten Anlageformen über einen langen Zeitraum ist?
Gold? Vielleicht! - Aktien? Sicher! - Immobilien - Ja natürlich! - Holz? Durchaus!
Aber hätten Sie gedacht, dass seltene Briefmarken eine wirklich sehr gut rentierende Anlage sein kann?
Selbst in der Wirtschafts- und Finanzkriese hat sich der Wert von seltenen Briefmarken nicht wesentlich verändert.
Vielleicht beschäftigen Sie sich ja zufällig mit diesem Thema und sind auf diesem Gebiet der Philatelie Experte?
Dann haben Sie sicher schon in seltene Briefmarken investiert!? Für alle anderen, die so wie ich kein Experte
für seltene Briefmarken sind, bietet sich vielleicht an, in eine Aktiengesellschaft aus Großbritannien zu investieren,
die sich als Traditionsunternehmen den Handel mit seltenen Briefmarken auf die Fahnen geschrieben hat und
seit Jahren schon kräftige Gewinne aufweist. Ein Unternehmen mit einer höchst soliden Bilanz (EKQ größer 70 %)
und einer abendteuerlichen Rendite. Dazu noch ein aktuelles KGV von unter 10. Suchen Sie doch mal.
Vielleicht werden Sie fündig und können sich für dieses Unternehmen begeistern!?


(06. April 2010 - DAX bei rund 6.248 Punkten (am Morgen) - Dow Jones bei ca. 10.973 Punkten (Schlussstand 05. April 2010)
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,342:
Der gestrige Schlussstand des Dow Jones liegt knapp unter der 11.000 Punkte Marke. Die Börse in Deutschland
und den USA kennt derzeit nur eine Richtung: Aufwärts! Und das nahezu ohne sonst übliche technische
Korrekturen. Bereits Ende März habe ich hier an dieser Stelle von einer grundsätzlichen Veränderung der wirtschaftlichen
Situation geschrieben, dahingehend, dass die Wirtschaft in Kürze, spätestens aber in 2011/2012 wieder deutlich
anspringen sollte. Nun gab es Anhebungen der wirtschaftlichen Erwartungen der konjunkturellen Entwicklung
für Europa und gestern gab es in den USA erstmalig einen sehr erfreulichen Arbeitsmarktbericht. Demnach war der
März der Monat in den letzten 3 Jahren in den USA, in dem es den deutlichsten Rückgang der Arbeitslosenzahlen
gegeben hat. Neben der Börse, den anziehenden Rohstoff- und Energiepreisen, langsam steigenden Zinsen für
langlaufende Staatsanleihen in den USA, den Erwartungen der Industrie, deutlichen Auftragseingangsverbesserungen
(zum Beispiel im deutschen Maschinenbau), signalisieren nun auch die nachlaufenden Indikatoren des Arbeitsmarktes
in den USA eine deutliche Konjunkturerholung. Der europäische Arbeitsmarkt könnte dem amerikanischen Vorbild
eventuell in den nächsten 6 bis 12 Monaten folgen. Damit dürfte es an der Börse und in den Unternehmen
im Jahresverlauf zu positiven Überraschungen der Gewinnlage und der Gewinnerwartungen für 2011/2012 kommen,
die dann letztlich für ein durchschnittlich niedrigeres KGV (Kurs Gewinn Verhältnis) sorgen dürften und letztlich
wohl zu weiter steigenden Aktienkursen.
Ein weiterer Trend ist langsam ebenfalls an der Börse zu erkennen, nämlich die langsame Rückkehr der Megatrends
wie zum Beispiel der Rohstofftrend oder der Agrartrend (eine deutsche Firma im DAX hat kürzlich berichtet, dass
sich die Preise für Kaliprodukte, also wichtiger Bestandteile von Düngemitteln, wieder deutlicher erhöhen sollten).
Ausserdem ist zu beobachten, dass einige marktführende Unternehmen ihrer Branchen (zum Beispiel aus dem MDAX)
wieder ein angemessenes Niveau der Aktienkurse erreicht haben, vielleicht sogar leicht überbewertet erscheinen!?
Andere Unternehmen mit einzigartigen Produkten aus Deutschland (zum Beispiel eine Firma aus dem Bereich
Elektronik; eine Neuemmission vergangener Jahre) werden ebenfalls wieder "richtiger" von der Börse bewertet,
wenngleich der Anleger hier die Möglichkeit hat, dass er das zu erwartende deutliche Wachstum der Umsätze und
Gewinne immer noch umsonst dazu erhält. All das signalisiert, dass der brodelnde Aufschwung auch die Börse
erfasst hat und vermutlich noch deutlich weiter erfasst!?


(28. März 2010 - DAX bei rund 6.120 Punkten - Dow Jones bei ca. 10.850 Punkten
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,341:
Seit dem 15. März gab es bei DAX und Dow Jones eine weitere Aufwärtsbewegung. Der DAX hat inzwischen die
6.000 Punkte Marke deutlich überschritten. Belastend wirkten sich vor diesem positiven Handelsgeschehen die
erneute Aufmerksamkeit auf das hoch verschuldete Portugal aus. Somit stehen jetzt 2 Staaten (Griechenland und
Portugal) vor größeren Problemen und niemand kann sagen, ob und welche zukünftigen Belastungen es für
die Börse aus dieser Problematik geben kann. Meine vorläufige, subjektive und persönliche Meinung ist die,
dass vor dem Hintergrund einer wieder erstarkenden Wirtschaft die Probleme der beiden Staaten zumindest auf
eine spätere Zeitperiode verlagert werden können und es aktuell kaum zu nennenswerten globalen Auswirkungen
kommen sollte. Ähnlich sieht es wohl derzeit die Börse, denn sonst wäre die Beeinträchtigung der Indizes durch die
Verschuldungsproblematik wesentlich größer. Und damit zu den positiven Nachrichten.
Es hat für mich den Anschein, als würde die Wirtschaft nun richtig in Schwung kommen!? Neben positiven
Indikatoren sind es vor allem die wieder steigenden Frachtraten, die mich hier sehr positiv stimmen. Egal ob
im Luftverkehr oder bei den Häfen, der Güterumschlag erhöht sich wieder recht deutlich und hier und da werden
Kurzarbeiten zumindest vorübergehend ausgesetzt, wie letztlich von einer deutschen Fluggesellschaft zu hören.
Blickt man auf die Meldungen der Jahresergebnisse verschiedener Unternehmen, die übrigens überwiegend
positive Überraschungen bereit halten, so gibt es einen Tenor:
Eine verbesserte Gewinnlage dank moderat höherer Umsätze. Beim Ausblick erwarten viele Unternehmen zwar
weitere Umsatzverbesserungen, allerdings richtet sich der Blick auch auf steigende/gestiegene Rohstoffkosten,
die eine deutliche und dynamische Gewinnentwicklung zunächst noch begrenzen. Und zwar so lange, bis sich
die Umsätze deutlichst erhöhen. Dann nämlich kommen die Unternehmen überwiegend wieder in eine Situation
der Vollauslastung der Produktionskapazitäten, die sich dann auch vor dem Hintergrund potentiell weiter
steigender Rohstoffkosten sehr positiv auf die zukünftigen Gewinne auswirken werden. Meine persönliche und subjektive
Einschätzung der wirtschaftlichen Situation ist die, dass ich einen großen wirtschaftlichen Aufschwung spätestens in
2011/2012 erwarte. Diese Erkenntnis sollte die Aktienindizes auf breiter Front noch deutlicher in die Höhe katapultieren
können, als derzeit bereits geschehen. Ich halte es vor diesem Hintergrund für denkbar, dass die Aktienindizes
im Verlauf von 2011 oder 2012 vielleicht neue Allzeithochs erklimmen könnten. Das Fazit aus all diesen Überlegungen
wäre, dass nun der gewinngetriebene Aufschwung der Aktienkurse begonnen haben könnte. Moderat bewertete
Aktien sollten für den mittel- bis langfristig orientierten Investor weitere deutliche Anstiegsmöglichkeiten, vor allem vor dem
Hintergund weiter extrem niedriger Zinsen, bereit halten. Auch wenn es kurzfristige Schwankungen der Aktienkurse nach
unten geben kann.


(15. März 2010 - DAX bei rund 5906 Punkten - Dow Jones bei ca. 10.593 Punkten (im Handelsverlauf)
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,366:
Eine recht deutliche Erholung hat es inzwischen an den Börsen seit meinem letzten Kommentar vom Februar
gegeben. Vor allem beim DAX. Da kann es nun aus technischer Sicht durchaus sein, dass es in den nächsten
Tagen wieder zu einer kleineren Korrektur kommen könnte? Vielleicht steigen die Indizes aber auch weiter an und
der DAX erreicht und übersteigt mal wieder die 6.000 Punkte Marke!? Charttechniker werden hier wohl bessere
Antworten liefern können. Aus fundamentaler Sicht hat sich meiner Meinung nach nicht viel verändert. Die
Vermutung, dass wir zeitlich noch weiter von den Höchstständen dieses Konjunkturaufschwungs entfernt sein
könnten, wird untermauert durch die Gewinnsituation der Unternehmen. Bei vielen Unternehmen steigen in
diesem Jahr die Gewinnerwartungen an oder drehen von roten Zahlen in schwarze Zahlen. Wenige Unternehmen
erwarten in diesem Jahr eine nochmalige Verschlechterung der Gewinnsituation. Sehr vielen Unternehmen
gemeinsam ist allerdings die Erwartung der Vorstände und Analysten, dass die Rekordgewinne von 2008 noch
einige Zeit auf sich warten lassen. Vielleicht sehen wir diese in der Breite aller Unternehmen erst im Jahr 2012,
Jahr 2013 oder noch später wieder!? Und bis dahin ist noch Zeit, wenngleich auch mit Unterbrechungen, für den ein
oder anderen Kursgewinn.
Die Risiken dieser Erwartung liegen, im Einklang mit manchen Aussagen von Notenbankern oder Regierungschefs,
in der hohen Arbeitslosigkeit und der zunehmenden Verschuldung/Überschuldung der einzelnen Staaten.
Zweifelsohne wird auch hier das Logische eines Tages eintreten und massive Überschuldungssituationen
der Geschichte endeten zum Beispiel im Niedergang des römischen Reiches oder in der französischen Revolution.
Jedoch werden die Notenbanken und Regierungen versucht sein, diesen Zeitpunkt noch lange hinaus zu zögern.
Als Résumé erscheint die derzeitige Situation an der Börse meiner Meinung nach zum selektiven Investieren in
fundamental billigen Unternehmen durchaus geeignet, wenngleich ein kurzfristiger technischer Rückschlag nicht
auszuschliessen ist.


(21. Februar 2010 - DAX bei rund 5722 Punkten - Dow Jones bei ca. 10.402 Punkten
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,36:
Was für ein winterliches Wetter in diesem Jahr. Mittlerweile ist auch noch gegen Ende Februar 2010 Schneefall zu
verzeichnen. Was macht da der Börsianer am Besten? Er bleibt vielleicht zu Hause und widmet sich den haushaltsnahen
Bereichen. Besteck, Kaffemaschinen, Geschirr, Haushaltsapparate usw. Zumindest ein deutsches Unternehmen in
diesem Bereich sieht solide aufgestellt und zudem billig aus.
Aber zurück zu den "großen Themen" der Börse, die sich in der abgelaufenen Periode ergeben haben. Die Börse scheint
die Krise um Griechenland (und weiteren hoch verschuldeten Ländern in der EU) bislang sehr gut zu verdauen.
Zudem gab es in der vergangenen Woche eine erste Leitzinserhöhung seitens der amerikanischen Notenbank (Fed).
Allerdings nur im Hinblick auf Kredite, die sich Banken bei der Zentralbank leihen können. Der Unternehmensbereich
und der private Konsum sind im Hinblick auf Kredite bislang nicht betroffen und die Fed hat zudem deutlich gemacht,
dass es nicht zwangsläufig in nächster Zeit zu einer generellen Zinssatzerhöhung kommen muss und wird.
Blicken wir einmal aus der Sicht des Ölpreisverlaufs auf die Börse, so wird deutlich, dass diese leichte Erhöhung
des Diskontsatzes nicht ganz unangebracht ist. Der Ölpreis (gemessen an der Ölsorte WTI) stieg nach dem Tief
in 2009 auf ungefähr 80 US - Dollar pro Barrel im November 2009. Zu diesem Zeitpunkt war der Wechselkurs des
Euros zum US - $ bei rund 1,47. Heute steht der Wechselkurs des Euros zum US - $ bei rund 1,36. Und der Ölpreis
steht schon wieder bei rund 80 US- Dollar pro Barrel. Wie allgemein bekannt ist, werden Öl und Rohstoffe allgemein in
US - $ fakturiert und ein Anstieg beim US - Dollar hat in aller Regel einen Rückgang der Ölpreise zur Folge und
umgekehrt. Für den Euroraum bedeutet der aktuelle Stand des Ölpreises vor dem Hintergrund des aktuellen
Wechselkursverhältnisses zwischen Euro und US - Dollar, dass der Ölpreis de facto fast 10 % teurer ist als im
November 2009. Anders ausgedrückt scheint die Nachfragesituation beim Ölpreis auf eine weitere Erholung der
weltweiten Konjunktur hin zu deuten. Und deshalb erscheint die erste Leitzinserhöhung der Fed, die vermutlich auch
ein erster Testballon sein könnte, durchaus angemessen. Denn irgendwann muss dem Finanzsystem die massive
Überliquidität wieder entzogen werden. Idealerweise so schonend, dass daraus nicht eine noch gewaltigere Krise
entsteht als die, die gerade hinter uns zu liegen scheint.
Aus Börsianersicht möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass auch die ersten Zinsschritte der Notenbanken,
selbst wenn sie auf die Refinanzierungskredite der Unternehmen und des privaten Konsums abzielen, kein Grund
sind, Aktien zu verkaufen (andere Effekte, Krisen etc. nicht berücksichtigt). Im Gegenteil: Mit den ersten realen
Zinserhöhungen der Notenbanken ist klar, dass der Aufschwung des Aktienmarktes irgendwann in der Zukunft vorbei
ist. Aber noch lange nicht jetzt. Denn die ersten Zinserhöhungen geschehen vor dem Hintergrund, dass sich
die konjunkturelle Entwicklung deutlich aufgehellt hat und sich vermutlich weiter aufhellt. Es läuft also fantastisch in
der realen Wirtschaftswelt und damit beginnt die Zeit, in der viele Unternehmen von Quartal zu Quartal
äusserst positive Gewinnüberraschungen bekannt geben und die Börse wird auf diese positiven Gewinnüberraschungen
selektiv erheblich reagieren. Alle anderen Effekte und potentiellen Gefahren aussen vor gelassen. Bringen Sie sich nicht
um die Gewinne, die in der nächsten Zeit auf Sie zukommen könnten, wenn Sie Unternehmen besitzen, die angemessen
oder billig bewertet sind, nur weil irgendeine Notenbank die Zinsen erhöht, weil alles so wunderbar läuft. Vom ersten
Zinsschritt bis zum Verfall der Aktienkurse (der sicher dann folgen wird...Menupunkt Anlagestrategien ..."Anlage in
und mit Konjunkturzyklen"), vergehen vermutlich 1 bis 2 wunderbare Jahre!?


(11. Februar 2010 - DAX bei rund 5544 Punkten (gegen Mittag) - Dow Jones bei knapp 10.038 Punkten
(Schlußstand vom 10. Februar 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,372:
Neben weiterhin moderat guten Meldungen zu Unternehmensgewinnen ist die Krise um die Überschuldungssituation
in Griechenland mit weiteren Ländern wie Spanien und Portugal, die in ähnlichen Situationen stecken,
wenngleich auch nicht so akut, in den Fokus der Börsen gerückt. Dadurch ist eine neue Verunsicherung
entstanden, deren zukünftige Auswirkungen derzeit keiner genau abschätzen kann. Bei sonst eher gleicher
Situation (bezogen auf meinen Kommentar vom 02.Februar 2010 und frühere Kommentare),
ergeben sich nun vielleicht einige veränderte Anlagehinweise, die sich aus der Schuldenproblematik in Griechenland
ergeben könnten!? Aktuell steigen die Kreditzinsen aufgrund der Problematik wieder etwas an. Es kann möglich
sein, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt oder eventuell sogar noch verstärkt. Daher scheint es sinnvoll,
Unternehmen mit einer hohen Verschuldung oder anstehenden Umschuldungen der Fremdfinanzierungen zu
meiden und, falls überhaupt, eher in Unternehmen zu investieren, die im Idealfall frei von Fremdverschuldungen
aufgestellt sind oder eine nur geringe Verschuldung aufweisen. Diese Unternehmen finden sich vorwiegend bei
einer durch eine hohe Eigenkapitalquote gekennzeichneten Bilanz. Vielleicht ist es auch sinnvoll, im Augenblick Aktien
von Banken nicht als neue Anlage ins Depot aufzunehmen!?


(02. Februar 2010 - DAX bei rund 5660 Punkten am Morgen - Dow Jones bei knapp 10.185 Punkten
(Schlußstand vom 01. Februar 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,394:
Genau so gespalten, wie derzeit Unternehmen an der Börse bewertet werden, genau so gespalten zeigen
sich auch die Konjunkturdaten, die derzeit gemeldet werden. Gestern wurde in den USA der viel beachtete
Einkaufsmanagerindex (ISM) mit einem besser als erwartetem Ergebnis von 58,4 % veröffentlicht. Damit
wird für die USA ein sich beschleunigendes Wirtschaftswachstum signalisiert. Hinzu kommen aus verschiedenen
Unternehmen und Branchen (zum Beispiel Airlines und Transport) Signale für ein sich beschleunigendes
Ergebniswachstum. Die zunächst liquiditätsgetriebene Hausse wandelt sich vielleicht aktuell in eine mehr
und mehr gewinngetriebene Börsenphase!? So wie es eigentlich dem klassischen Verlauf einer Konjunkturerholung
entspricht (siehe auch Menupunkt Anlagestrategien ... Unterpunkt "Anlage in und mit Konjunkturzyklen").
Nach wie vor ist auch das Bild an den Börsen im Hinblick auf Unternehmensbewertungen sehr stark gespalten.
Wie in den letzten Kommentaren bereits mehrfach angesprochen, gibt es extrem zu teuer erscheinende
Unternehmen genau so wie Unternehmen, die extrem zu billig erscheinen. Aktuell stellt sich die Frage, ob sich
der Anleger einmal im Bereich der größeren Unternehmen der Baubranche umschauen sollte, von der ja bekannt
ist, dass weltweite Infrastrukturprojekte seitens der Regierungen zur Stimulation der Konjunktur auf den
Weg gebracht werden. Ich hatte bereits auf einige Nebenwerte aus dem Baubereich hingewiesen. Vielleicht
findet der Anleger ja im Bereich der großen und/oder mittelgroßen Unternehmen des Baubereichs Gefallen
an einem deutschen Unternehmen, welches seine Kapitalbasis jüngst gestärkt hat und mit einer recht billig
erscheinenden Bewertung, sowohl im Hinblick auf erwartete Gewinne, als auch im Hinblick auf Buchwerte
(nach der Kapitalmassnahme) unterbewertet erscheinen könnte?
Wer sucht, der findet! Dies gilt auch in weiteren Bereichen, über die ich bislang noch nicht geschrieben habe. So findet
sich auf dem deutschen Kurszettel ein Unternehmen der Haushaltsbranche, dass sehr solide finanziert
erscheint und auch durch die Krise hindurch Gewinne geschrieben hat und seine Kapitalkosten deutlich
erwirtschaften konnte. Hier sollte allein die Beibehaltung des "Status Quo" zu einer deutlichen Höherbewertung
der Aktie im Lauf der Zeit führen können!?
Ob der Aufschwung in einen selbst tragenden Aufschwung übergeht oder es zu einer erneuten Rezession kommt,
kann wohl mit Sicherheit niemand voraus sehen. Aber eines ist ganz klar und offensichtlich anders als Ende 2007:
Es gibt Schnäppchen bei Aktien in Hülle und Fülle. Sowohl in Bezug auf Buchwerte (und zwar Unternehmen, die
ihre Kapitalkosten deutlich erwirtschaften), als auch in Bezug auf aktuelle Gewinnbetrachtungen, als auch in Bezug
auf künftige, kurz- bis mittelfristige Gewinnsteigerungserwartungen. Eine selektive Investition in Aktien escheint
mir persönlich durchaus als eine potentiell gewinnbringende Strategie für die nächsten Monaten und Jahre.


(19. Januar 2010 - DAX bei rund 5600 Punkten im Tagesverlauf - Dow Jones bei knapp 10.200 Punkten
(Schlußstand vom 25. Januar 2010) - Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,41:
Dies war ein schneller und deutlicher Rückgang des DAX und Dow Jones in der abgelaufenen Periode seit
meinem letzten Statement. Zunächst völlig gerechtfertigt sind Aktien aus DAX und Dow Jones wieder ihren
realen fundamentalen Werten näher gekommen. Denn einige Aktien waren schlicht zu teuer. Garniert wurde
die vielleicht notwendige Korrektur dieser Werte noch von schlechten Wirtschaftsnachrichten (Stimmung der
Verbraucher; scharfer Rückgang der Immobilienverkäufe in den USA), was den (notwendigen?) Abwärtstrend
noch verschärft haben könnte. Doch erneut weise ich darauf hin, dass der Investor nicht das Kind mit dem Bade
ausschütten sollte. Ich habe in meinem Kommentar vom 19. Januar 2010 darauf hingewiesen, dass nicht
alle Unternehmen zu teuer erscheinen "Es sind doch eine Fülle von Unternehmen zu finden, teilweise auch
noch aus dem DAX, die diese Konstellation aufweisen und zwischen 10 % und 15 % an Dividendenrendite
ausschütten könnten
". Nun wurde heute bekannt gegeben, dass die Investmentlegende Warren Buffett per
18. Januar 2010 den Stimmrechtsanteil an einem DAX Wert auf über 3 % geschraubt hat. Dieser DAX Wert hat
sich übrigens an der Abwärtsbewegung kaum beteiligt, einfach, weil er nicht teuer erscheint. Auch im
Nebenwertebereich gibt es Unternehmen, die ich in vorhergehenden Kommentaren im Auge hatte, die sich
kaum nach unten bewegt haben oder sogar leicht gestiegen sind. Andere Unternehmen aus dem Nebenwertebereich,
die bislang nicht teuer erschienen, sind deutlicher gefallen. Das könnte der Investor dann Schlaraffenland
nennen, denn diese Aktien erscheinen nun gnadenlos billig. Insgesamt denke ich, dass die Erwartungen
der Anleger und der Börse an einen schnellen Aufschwung zu groß waren und deshalb verschiedene
Unternehmen sich zu weit von ihren Fundamentaldaten entfernt haben. Der mehrheitliche Tenor aus den
Unternehmen sieht so aus, dass 2010 ein Jahr werden sollte, in dem angestrebt wird, Unternehmensgewinne
zu halten oder nur leicht zu steigern. Größere Erwartungen setzen die Unternehmen und manche
Wirtschaftsbeobachter in die Jahre 2011 und 2012. Wohlgemerkt aus heutiger Sicht. Vor diesem Hintergrund
erscheint der jüngste Einbruch an den Aktienmärkten als eine schnelle Korrektur fundamental zu teurer Aktien.
Der Rückgang bietet Chancen, aber auch hier wieder der Hinweis, dass es in diesem Börsenjahr vermutlich
extrem darauf ankommt, die richtigen (billigen und solide finanzierten) Aktien zu finden.


(19. Januar 2010 - DAX bei rund 5868 Punkten - Dow Jones bei rund 10.609 Punkten (vor Börseneröffnung) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,43:
Der DAX hat seit dem 10. Januar deutlicher nachgegeben. Vor Börseneröffnung in den USA sieht es so aus, dass
auch der Dow Jones zu Börsenbeginn ein paar Punkte verlieren sollte. Trotzdem hat sich der Dow Jones bis dato
in der "abgelaufenen Periode" seit dem 10. Januar etwas besser geschlagen als der DAX. An der Börse herrscht aktuell
eher eine vorsichtig abwartende Stimmung. Es ist unklar, inwieweit es zu einem erneuten Rückschlag in der
Konjunktur kommen kann, zumal einige Banken, Volkswirte und auch Notenbanker vor Risiken diesbezüglich gewarnt haben.
Ich kann und will dem zwar nicht widersprechen, jedoch ist der Rückschlag beim DAX bis dato wohl eher darauf
zurück zu führen, dass Gewinne, die erst in der Zukunft entstehen, durch den Anstieg beim DAX zu sehr vorweg genommen
wurden und diese teilweise hohe Bewertung der Aktienkurse Rückschläge ermöglicht. Aber wie schon so oft
an dieser Stelle geschrieben, ist das Bild an der Börse aktuell nicht homogen, sondern sehr stark heterogen. In der Tat
schätze ich einige Unternehmen im DAX eher als überteuert ein, vor dem Hintergrund der aktuellen Gewinnsituation.
Dies gilt aber wahrlich nicht für alle.
Doch richten wir unseren Blickpunkt mal auf einen anderen Aspekt:
Möchten Sie eine Rendite in Form einer Dividende von bis zu 15 %? Sie glauben, dass gibt es nicht, zumindest nicht
ohne große Risiken einzugehen? Vermutlich nicht ganz richtig? Richtig ist zweifellos, dass Aktien im allgemeinen
ein potentielles Verlustrisiko bis 100 % des eingesetzten Kapitals besitzen. Und zwar alle Aktien! Aber es gibt Aktien,
die wahrscheinlicher bis zu 100 % an Kurswert verlieren können, und Aktien, bei denen dies eher unwahrscheinlicher ist.
Die Aktien, in denen Sie als Anleger eine Rendite bis zu 15 % erreichen könnten, in dem Sie diese Aktien kaufen, gehören
aufgrund ihrer Bilanzstruktur, ihrer hohen Eigenkapitalquote von über 40 % bis rauf zu knapp 90 % und der
kontinuierlichen Erwirtschaftung ihrer Kapitalkosten zu den eher sichereren Investments der Aktienwelt.
Doch wo am deutschen Kurszettel gibt es denn jetzt bis zu 15 % Rendite? Schauen wir dazu einmal auf die Jahresgewinne
(Jahresüberschüsse nach Minderheiten) einiger Unternehmen und schauen uns bei diesen Unternehmen gleichzeitig
mal die Ausschüttungsquote für die Dividende an. Diese erhöhen wir fiktiv mal auf 100 %, was bei den angedachten
Unternehmen aufgrund Ihrer Bilanzstruktur durchaus möglich wäre, dann stellen wir fest, dass bei 100 % Ausschüttungsquote
(oder wenn die Dividendendeckung = 1 wäre), eine Dividendenrendite, bezogen auf aktuelle Aktienkurse,
von rund 15 % und teilweise sogar noch mehr, möglich wäre.
Es sind doch eine Fülle von Unternehmen zu finden, teilweise auch noch aus dem DAX, die diese Konstellation
aufweisen und zwischen 10 % und 15 % an Dividendenrendite ausschütten könnten.
Nun haben Kleinaktionäre kaum Einfluss auf die Dividendenpolitik und ausserdem benötigen einige Unternehmen
einen Teil der Gewinne für neue Investitionen, jedoch könnte ein Großaktionär, der diese Unternehmen komplett
kauft, eine solche Dividendenrendite erzwingen. Wenn wir aktuell mit vermeintlich sicheren Anlagen höchstens rund 3 %
erzielen können, und in einzelnen Aktien bis über 15 % möglich wären, dann wird diese Konstellation nicht ewig anhalten.
Irgendwann einmal wird entweder der Aktienkurs dieser Unternehmen deutlichst steigen, oder aber die erwarteten
Gewinne werden deutlichst fallen, oder aber die Renditen am Kapitalmarkt nehmen deutlichst zu. Summa Summarum
sehe ich in diesen Aktien eine hervorragende Anlagemöglichkeit für den mittelfristig/langfristig orientierten Anleger,
zumal die in der Zukunft zu erwartenden Gewinne bei einigen der angedachten Unternehmen eher noch steigen
sollten, so zumindest die Erwartung aus heutiger Sicht. Und da es sich mit Geld ähnlich verhält wie mit Energie
(Beide können weder aus dem Nichts heraus erzeugt werden, noch einfach im Nichts verschwinden), besteht eine
sehr gute Chance, dass sich diese eklatant erscheinenden Unterbewertungen, insbesondere im Nebenwertebereich, irgendwann einmal abbauen werden. Von daher ist die allgemeine Aussage, dass Aktien aktuell eher zu teuer erscheinen, zumindest einmal zu hinterfragen.
Selektion beim Aktienkauf erscheint einfach aktuell als das Gebot der Stunde, und die enorme Chance auf sehr gute
Kursgewinne in der Zukunft. Es sei denn (Sie ahnen vermutlich schon, was ich schreiben will!?), dass es tatsächlich
bald wieder zu einer Neuauflage der Finanzkrise kommen wird, mit drastischen Folgen bezüglich der Gewinnentwicklung der
Unternehmen.


(10. Januar 2010 - DAX bei rund 6037 Punkten - Dow Jones bei rund 10.618 Punkten -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,44:
Das war ein guter Börsenjahresstart, den DAX und Dow Jones in der vergangenen Woche hinter sich gebracht
haben. Deutlich stärker noch ist der MDAX gestiegen und vereinzelte, kleinere Aktien (Nebenwerte) auf dem
deutschen Kurszettel.
Am Anfang der Woche wurde eine Prognose der Wirtschaftsleistung der deutschen Industrie bekannt gegeben,
in der die Annahme getätigt wurde, dass bereits Ende 2011 die Wirtschaftsleistung der deutschen Industrie
wieder das Niveau von vor der Wirtschafts- und Finanzkrise erreichen sollte. Mit Spannung darf verfolgt werden, ob diese
Prognose ungefähr mit der Realität übereinstimmen wird. Falls dies der Fall sein sollte, dürften der Börse
in 2010 und 2011, zwar voraussichtlich mit Unterbrechungen, aber dennoch stetig steigend, gute Jahre bevor stehen.
Hier allerdings wieder die schon in einigen früheren Kommentaren festgehaltene Bemerkung, dass Selektion
im Augenblick Trumpf sein sollte. Während einige oder viele größere Aktien doch für die augenblickliche
Gewinnsituation eher ausreichend bewertet erscheinen, ergibt sich bei kleineren Aktien (2. Reihe und Nebenwerte)
teilweise ein ganz anderes Bild. Es ist richtig, dass auch viele kleinere Aktien bereits um ihre Buchwerte herum
notieren. Jedoch sind Buchwerte meiner Meinung nach weit weniger aussagekräftig, was die Bewertung von
Unternehmen anbelangt, als so genannte "Multiplikatorverfahren", wie zum Beispiel Enterprise - Value
Multiplikatorverfahren (EV). Auch ich benutze bei der internen Unternehmensbewertung ein eigens erstelltes/erdachtes
Multiplikatorverfahren. Allen Multiplikatorverfahren ist gemeinsam, dass diese auf aktuelle Gewinnsituationen
abzielen und nicht auf zukünftig unsichere (weil zukünftig) Gewinnschätzungen. Die Ergebnisse dieser
Multiplikatorverfahren zeigen bei einigen kleineren Unternehmen, dass der Wert des Unternehmens auf Basis
bereits vorhandener Gewinne, deutlich über dem derzeit gehandelten Unternehmenswert der Börse notiert.
Zusätzlich könnte der Anleger bei vielen dieser Unternehmen noch unterstellen, dass im Zuge einer sich
verbessernden Wirtschaft (siehe zum Beispiel obige Prognoseveröffentlichung) auch die Unternehmensgewinne
noch weiter steigen, was die scheinbare Unterbewertung noch einmal deutlich vergrößert. So lässt sich das Fazit
ziehen, dass die Zeiten, in denen profitable Unternehmen deutlichst unter Buchwert erhalten werden können, zwar im
Großen und Ganzen vorerst vorbei zu sein scheint, jedoch reflektiert die Börse in großen Teilen der Aktien
(2. Reihe und Nebenwerte) gar nicht oder kaum die Gewinnsituation und die damit einhergehende Bewertung. Immer noch
sehr vorsichtig, bewertet die Börse vorgenannte Unternehmen nur in der Nähe ihrer Buchwerte und das ist
mathematisch gesehen falsch...und damit eine große Chance für den Anleger. Es sei denn, die Wirtschaft
erholt sich nicht wie gedacht und gleitet in eine weitere Rezession. Aber dann sind die größeren Aktien im
Durchschnitt anfälliger für Kursverluste, als Unternehmen, die ohnehin noch eine deutlichere Unterbewertung
aufweisen. Nennen möchte ich Einzelaktien hier nicht. Aber wenn Sie sich mal im Nebenwertebereich Unternehmen
anschauen, die aus dem Baubereich kommen und Gewinne schreiben, mit Eigenkapitalquoten um die 50 % oder
höher, könnten Sie fündig werden!? Gleichfalls könnte mindestens eine Beteiligungsgesellschaft für Anlegerfreuden
sorgen (allerdings bei erhöhtem Risiko), wenn sich die Wirtschaft weiter erholt. Auch der Bereich Haus- und Gartengeräte
könnte Anlegerherzen höher schlagen lassen, wenn die richtige Aktie gefunden wird!? Im Automobilzulieferbereich
steckt vielleicht noch die ein oder andere Kursperle und auch der Elektronikbereich bietet vielleicht noch was!?
Speziell im Elektronikbereich gibt es ein Unternehmen, welches mit einer Eigenkapitalquote von über 80 %
blendend da steht und spätestens in 2011 wieder deutliche Gewinne einfahren sollte!?
Anderes Thema/anderer Fokusbereich:
Es bleibt vorerst noch abzuwarten, ob die Börse in den Megatrendbereichen (Agrar, Gesundheit, Überalterung der
Gesellschaft, Rohstoffe und erneuerbare Energien) wieder in alte Bewertungsmuster zurück kehren kann.
Wie auch immer: Ein spannendes Börsenjahr ist mit dieser Woche eröffnet worden.


(03. Januar 2010 - DAX bei rund 5957 Punkten - Dow Jones bei rund 10.428 Punkten -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,432:
An dieser Stelle zunächst einmal ein gutes neues Jahr allen Lesern.
Im letzten Jahr hat der DAX in den letzten Tagen des alten Jahres doch noch die Marke von 6.000 Punkten
übersprungen. Am Ende reichte es jedoch nicht, um mit einem Punktestand von 6.000 oder mehr das
alte Jahr zu beenden. Der Dow Jones hat nach Beendigung des Börsenhandels in Deutschland noch einen Rückgang
der Kurse um rund 120 Punkte verkraften müssen und man wird sehen, ob und gegebenenfalls wie sich das
morgen für den DAX auswirkt.
Doch viel interessanter als die Frage nach der morgigen Eröffnung ist wohl die Frage, wie sich der DAX und
die Börsen im Verlauf des Jahres 2010 entwickeln werden oder entwickeln könnten.
Schauen wir dazu auf die Erwartungen der Unternehmen und die Aussagen einiger Unternehmen, so gibt es
derzeit einen roten Faden in den Erwartungen, der ungefähr wie folgt aussieht:
Es wird allgemein damit gerechnet, dass sich das bereits bekannte Wort der Kreditklemme mit Leben füllt.
Einige Unternehmen werden also in die Insolvenz gehen müssen. Vor allem dürften dies Unternehmen aus
dem Mittelstand und Kleinunternehmen sein. Auch große Unternehmen können gefährdet sein. Gefährdet
sind vor allem Unternehmen, die bei einer schlechten Bilanz (niedrgie Eigenkapitalquote oder viele Assets,
die sich nicht mehr als werthaltig erweisen werden) und gleichzeitig margenschwachem oder defizitärem
Geschäft keine weiteren Kredite oder Geldgeber mehr finden können.
Dieser Ausfall einiger Unternehmen hat aus B örsensicht etwas Gutes und etwas Schlechtes: Die überlebenden
Unternehmen in ihrem Marktsegment werden sich sicher über weniger Konkurrenz "freuen" und können sich
nach dem Ausscheiden einiger Konkurrenz über einen größeren Marktanteil und letztlich mehr Umsatz freuen.
Aber es sind auch viele Unternehmen mit den aus dem Markt scheidenden Unternehmen verknüpft, denn
es gibt Lieferbeziehungen, die eventuell wegfallen und/oder bereits gelieferte Produkte und Dienstleistungen,
die als Forderungen in der Bilanz stehen, müssen zumindest teilabgeschrieben werden, was die Bilanzen und
Ergebnissituationen temporär belasten dürfte. Erst nach dem Ausscheiden einiger Unternehmen wird mit
einer entspannten Situation gerechnet und für das Jahr 2011 und vielleicht die Jahre 2012 und 2013 wird
aus vielen Unternehmen mit einer deutlichen Erholung gerechnet. Die leer geräumten Läger werden sich
zunächst im weltweiten, konsumnahen Bereich wieder füllen und die Auffüllung der Läger dann Schritt für
Schritt in der Lieferkette weiter nach " vorne" wandern. Sollte dieses Szenario eintreten, dürfte die Börse
eher kleinere Rückschläge im Zuge der zu erwartenden Kreditklemme durchleben, bevor sie dann wahrscheinlich
weiter steigt. Jedoch zeigen manche zyklischen Unternehmen schon wieder eine sehr hohe Bewertung auf,
während andere zyklische Unternehmen und mancher Nebenwert noch Lichtjahre von seinen Allzeithochs
der Aktienkurse entfernt ist. Wie auch schon in 2009 angedeutet, sollte Selektion in diesem Jahr sehr
wichtig sein. Der Anleger sollte sich vielleicht eher auf preisgünstige Aktien konzentrieren, die zudem im Fall einer
konjunkturellen Erholung deutliches Gewinnwachstumspotential haben. Dadurch lässt sich bei manchen
Aktien/Unternehmen ein KGV des Jahres 2012 und 2013 unterstellen, dass im niedrgien einstelligem
Bereich liegen würde, wenn, ja wenn das zuvor beschriebene Szenario ungefähr eintreten würde.
Ich denke, es macht nicht so sehr Sinn, in hellseherischer Manier hier Szenarien vorauszusehen, die in
2011 und darüber hinaus unser wirtschaftliches Handeln bestimmen könnten. Vielmehr ist aus meiner
Sicht wichtig, die aktuellen Erwartungen mit den wirtschaftlichen Realitäten des Jahres 2010 immer wieder
abzugleichen, um potentielle Veränderungen der Erwartungen möglichst früh zu erkennen.
In diesem Sinne: Auf ein (selektiv) gutes Börsenjahr 2010!


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